Ein Drawdown im Trading misst den prozentualen Wertverlust eines Assets oder Trading Kontos vom letzten Höchststand bis zum Tiefstpunkt innerhalb eines bestimmten Zeitraums. Er zeigt dir, wie tief es nach unten ging, bevor es wieder aufwärts ging. Ein Drawdown kann auch auftreten, wenn die Kurse insgesamt steigen, entscheidend ist immer der Abstand vom letzten Hochpunkt.

Wie groß der betrachtete Zeitraum ist, hängt von der Trading Strategie ab. Ein Scalper schaut auf Minuten, ein Positionstrader auf Wochen oder Monate. Je nach Strategie, ob Scalping, Daytrading, Swing Trading oder Positionstrading, verschieben sich die Drawdown Zeiträume entsprechend.
Aus unseren Backtests wissen wir, dass besonders Einsteiger unterschätzen, wie stark ein Drawdown das Kapital vernichtet und wie viel Gewinn danach nötig ist, um wieder auf null zu kommen. Ein Drawdown von 50 Prozent zum Beispiel erfordert danach 100 Prozent Gewinn zur Erholung.
Das Wichtigste in Kürze:
- Definition: Der Drawdown misst den prozentualen Wertverlust eines Assets oder Trading Konto vom letzten Höchststand (Peak) bis zum Tiefstpunkt innerhalb eines bestimmten Zeitraums.
- Formel zur Berechnung: (Höchststand − Tiefststand) ÷ Höchststand × 100 = Drawdown (in %)
- Mehr Gewinn als Verlust nötig: Ein Drawdown von 20 % benötigt 25 % Gewinn zur Erholung. Bei 50 % Verlust sind sogar 100 % Gewinn nötig.
- Maximaler Drawdown (MDD): Zeigt den größten Kursrückgang innerhalb eines bestimmten Zeitraums und dient zur Risikobewertung.
- Risikomanagement: Begrenze deinen maximalen Drawdown auf 10–20 % deines Kapitals.
- Drawdown minimieren: Stop Loss setzen, pro Trade maximal 1–2 % des Kapitals riskieren, das Portfolio diversifizieren und Trading Journal führen.
- Drawdown im Prop Trading: Prop Trading Firmen unterscheiden zwischen Daily Drawdown (maximaler Tagesverlust), maximalem Gesamtdrawdown und Trailing Drawdown (zieht bei Gewinnen nach).
Was ist ein Beispiel für einen Drawdown im Trading?
Der Drawdown kommt im Trading allerdings nicht nur zum Einsatz, um das Risiko eines Assets und damit eines Trades abzuschätzen. Darüber hinaus kann er auch zur Analyse des gesamten Portfolios und damit des Trading Kontos herangezogen werden. Das folgende Beispiel zeigt den Drawdown eines Trading Kontos:
- Gesamtwert des Trading Kontos vor einer Woche: 30.000 Euro
- Aktueller Gesamtwert: 27.000 Euro
- Verlust: 3.000 Euro
- Drawdown: 10 %
In dem Fall liegt der Drawdown bei 10 %, weil der Gesamtwert des Trading Kontos von 30.000 auf 27.000 Euro gefallen ist. Ausgangspunkt eines Drawdowns im Trading ist immer der sogenannte Peak (höchster Punkt). Von diesem Ausgangspunkt wird der Wertverlust durch den Drawdown angegeben.
Wichtig zur Beurteilung des Drawdowns im Trading ist ferner, wie lange es vorher gedauert hat, um den aktuellen Wert des Handelskontos aufzubauen. Hast du zum Beispiel fünf Jahre gebraucht, um den aktuellen Wert von 30.000 Euro zu erreichen, wäre ein Drawdown von beispielsweise 30 Prozent naturgemäß erheblich negativer, als wenn es lediglich vier Monate in Anspruch genommen hat, um auf den Wert zu gelangen.
Wie berechnet man einen Drawdown?
Die Formel zur Berechnung des Drawdowns lautet:
(Höchststand – Tiefststand) / Höchststand * 100 = Drawdown (in %)
Wichtig zur Berechnung ist zu wissen, dass du das ermittelte Ergebnis negativ betrachten musst, weil es sich um einen Kursrückgang handelt. Je höher der Drawdown also im Ergebnis ausfällt, desto größer wären die Verluste und desto dementsprechend höher ist das Risiko zu bewerten. Um die Berechnung des Drawdowns zu verdeutlichen, nehmen wir dazu das folgende Beispiel an:
- Höchstkurs: 150 Euro
- Tiefstkurs: 120 Euro
- Berechnung: (150 – 120) / 150 * 100 = 20 Prozent (Drawdown)
In diesem Fall beträgt der Drawdown also 20 Prozent. Der Höchstkurs bzw. Höchsstand in der Formel zur Berechnung des Drawdowns ist immer der zuletzt erreichte Höchststand vor dem Rückgang und wird im Trading High Water Mark (kurz HWM) genannt.
Wie zuvor erwähnt: Dieser Drawdown bedeutet für dich als Trader nicht zwangsläufig einen Verlust innerhalb deiner Position. Hast du das Asset zum Beispiel in der Vergangenheit zu einem Kurs von 100 Euro erworben, hättest du trotz dieses Drawdowns in der Summe noch einen Gewinn von momentan 20 Prozent erzielt.
Was ist die High Water Mark im Trading?
Die High Water Mark (HWM) ist der historisch höchste Stand, den der Saldo oder das Eigenkapital deines Trading Kontos jemals erreicht hat. Sie stellt den absoluten Höchstpunkt (Peak) dar und dient als feste Baseline, von der aus ein Drawdown gemessen wird. Fällt dein Kontostand, bleibt die High Water Mark unverändert auf diesem Höchstwert stehen. Erst wenn du den alten Höchststand mit neuen Gewinnen überschreitest, wandert die High Water Mark weiter nach oben mit.

Drawdown Rechner von Trading.de:
Berechne deinen Drawdown beim Trading mit Forex, CFDs, Aktien oder Kryptos:
Mit dem Drawdown Trading Rechner von Trading.de berechnest du den maximalen Verlust einer Investition über einen bestimmten Zeitraum. Im Rahmen deines Risikomanagements hilft dir der Drawdown Trading Rechner also dabei, dein Portfolio aus Aktien, ETFs und anderen Wertpapieren effektiv zu machen – auch in Verlustphasen.
Eingabewerte des Drawdown Rechners (Spezifikationen) von Trading.de
Das bedeuten die Spezifikationen von unserem Drawdown Rechner:
- Start-Kontostand: Der ursprüngliche Wert des Portfolios oder Handelskontos vor Beginn der Verlustserie
- Wiederholende Verlusttrades (in Perioden): Die Anzahl der aufeinanderfolgenden Verluste innerhalb des Berechnungszeitraumes
- Verlust pro Trade (%): Der prozentuale Wertverlust des Portfolios nach jedem einzelnen Verlusttrade
- Verlust pro Trade (€): Der absolute Betrag, der nach jeder Verlustperiode vom Kontostand abgezogen wird
- Kompletter Verlust (%): Die gesamte prozentuale Reduzierung des Portfolios nach der definierten Anzahl von Verlusttrades
- Kompletter Verlust (€): Der absolute Gesamtverlust in Euro, der sich aus den aufeinanderfolgenden Verlusten ergibt
- End-Kontostand: Der verbleibende Kontostand nach der Verlustserie
Wie benutzt man den Drawdown Rechner?
So gehst du Schritt für Schritt vor:
- Start-Kontostand eingeben: Gib den aktuellen Wert deines Portfolios oder Trading-Kontos in Euro (€) ein. Dies ist der Ausgangspunkt für die Berechnung.
- Anzahl der Verlusttrades bestimmen: Wähle, wie viele aufeinanderfolgende Verluste du analysieren möchtest. Dies variiert je nach Handelsstrategie (z. B. 5, 10 oder 20 Perioden).
- Verlust pro Trade eingeben: Trage ein, wie viel Prozent dein Portfolio pro Verlusttrade verliert. Zum Beispiel: -2 %, -5 % oder -10 % pro Trade.
- Verlust pro Trade berechnen: Der Rechner ermittelt den absoluten Verlust in Euro pro Trade, indem er den aktuellen Kontostand mit dem Verlustprozentsatz multipliziert.
- Gesamtverlust berechnen: Nach der angegebenen Anzahl von Verlusttrades wird der gesamte Drawdown in Prozent (%) und Euro (€) berechnet.
- End-Kontostand anzeigen: Der Drawdown Trading Rechner zeigt den verbleibenden Kontostand nach allen Verlusttrades an.
Beispiel der Drawdown Berechnung
Ein Anleger startet mit einem Kontostand von 5.000 € und erleidet 5 aufeinanderfolgende Verlusttrades, wobei jeder Trade einen Verlust von -3 % verursacht. Der Verlust wird nicht auf den ursprünglichen Betrag, sondern nach jeder Periode auf den aktuellen Kontostand berechnet.
| Spezifikationen | Werte |
|---|---|
| Start-Kontostand (€) | 5.000 Euro |
| Anzahl der Verlusttrades | 5 |
| Verlust pro Trades (%) | -3 Prozent |
Der Verlust pro Trade wird nicht linear, sondern prozentual vom jeweils neuen Kontostand berechnet (Zinseszinseffekt). Der Verlust wird also nach jedem Trade neu berechnet, basierend auf dem verbleibenden Kontostand.
| Periode | Start-Kontostand | End-Kontostand | Verlust pro Trade | Kompletter Verlust | Kompletter Verlust % |
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | 5.000,00 € | 4.850,00 € | 150,00 € | 150,00 € | 3,00 % |
| 2 | 4.850,00 € | 4.704,50 € | 145,50 € | 295,50 € | 5,91 % |
| 3 | 4.704,50 € | 4.563,37 € | 141,14 € | 436,64 € | 8,73 % |
| 4 | 4.563,37 € | 4.426,47 € | 136,90 € | 573,53 € | 11,47 % |
| 5 | 4.426,47 € | 4.293,68 € | 132,79 € | 706,32 € | 14,13 % |
Obwohl jeder Trade -3 % beträgt, summiert sich der Gesamtverlust deshalb auf -14,13 % und nicht einfach auf -15 % (5 × 3 %).
Ergebnisse zusammengefasst:
- Gesamtverlust in %: ≈ -14,13 %
- Gesamtverlust in Euro: -706,33 €
- End-Kontostand: 4.293,67 €
3 Arten von Drawdowns im Trading
Im Trading unterscheiden wir prinzipiell zwischen folgenden drei Arten von Drawdowns:
| Drawdown Art | Beschreibung | Bedeutung |
|---|---|---|
| Absoluter Drawdown | Verlust vom Startkapital bis zum tiefsten Punkt der „Underwater-Equity-Kurve“ | Zeigt, wie weit das Konto unter den ursprünglichen Kontostand gefallen ist |
| Relativer Drawdown | Prozentualer Verlust vom letzten Hochpunkt bis zum darauffolgenden Tiefpunkt | Misst die Stärke einer aktuellen Verlustphase |
| Maximaler Drawdown (MDD) | Größter historischer Verlust zwischen Hoch- und Tiefpunkt innerhalb des gesamten Betrachtungszeitraums | Wichtigste Kennzahl zur Risikobewertung einer Trading Strategie |
Für uns als Trader ist die relevanteste Größe der maximale Drawdown. Der MDD zeigt dir, mit welchem schlimmsten Szenario du bei deiner Strategie historisch rechnen musstest. Relativer und absoluter Drawdown spielen dagegen bei der Analyse einzelner Trading-Phasen eine Rolle. Beispielsweise wenn du verstehen möchtest, wie stark dein Konto in einer bestimmten Verlustphase vom letzten Hoch abgewichen ist.
Wie viel Gewinn braucht man, um Drawdowns wieder auszugleichen?
Eine häufigere Frage stellen Trader im Zusammenhang mit dem Drawdown, nämlich, wie lange es dauert und wie hoch ein Gewinn sein muss, um den Drawdown wieder auszugleichen. Pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten, da die benötigten Gewinne von mehreren Faktoren abhängig sind. Dazu gehört unter anderem naturgemäß der Umfang des vorherigen Drawdowns. Es geht bei der Berechnung der Gewinnhöhe also vor allen Dingen um zwei Größen:
- Ausmaß des Drawdown
- Benötigte Zeit
Zudem hängt es von der Handelsart ab, wie lange es bis zur Kompensation des Drawdowns braucht. Beim Swing Trading dauert es deutlich länger, bis ein Drawdown durch Gewinne ausgeglichen ist, als beim Scalping.
Bei der Berechnung, wie hoch der Gewinn ausfallen muss, um den Drawdown zu kompensieren, solltest du zudem eins beachten: Wenn der Drawdown zum Beispiel 20 Prozent betragen hat, heißt das nicht, dass du „nur“ 20 Prozent Gewinn brauchst, um den Drawdown wieder auszugleichen. Stattdessen benötigst du 25 Prozent Gewinn. Auch das lässt sich sehr gut an einem Beispiel verdeutlichen:
- Ausgangswert des Trading Kontos: 10.000 Euro
- Drawdown: 20 Prozent
- Wert Trading Konto: 8.000 Euro
- Benötigter Gewinn: 25 Prozent → 2.000 Euro (ausgehend von 8.000 Euro)
Du benötigst im Beispiel also einen Gewinn von 25 Prozent, um den vorherigen Drawdown von 20 Prozent auszugleichen.
Was ist ein maximaler Drawdown?
Der Maximale Drawdown zeigt, wie die maximale Abweichung des Kurses in Bezug auf einen Höchstkurs ist. Dabei wird ebenfalls eine bestimmte Zeitperiode betrachtet. Der maximale Drawdown ist hilfreich, weil bei größeren Drawdowns eine gute Aussage getroffen wird, in welcher Situation sich der Markt momentan befindet.

Gleichzeitig wird abgeleitet, wie hoch das Risiko für einen Trade ausfällt. Anders ausgedrückt beschreibt der maximale Drawdown die Fallhöhe innerhalb der Periode, die es bei einem Kurs maximal gibt. Dadurch leiten Trader ab, in welchem Umfang die Kurse des Assets in der Zukunft fallen können.
Wichtig zu betonen ist allerdings, dass der maximale Drawdown keine Garantie ist, dass die Kurse in Zukunft nicht noch deutlicher abstürzen können. Dieses Risiko ist vor allen Dingen bei folgenden Einflussfaktoren vorhanden:
- Politische Krisen (national oder international)
- Wirtschaftseinbruch
- Äußerst negative Zahlen/Daten zu Unternehmen / oder Branchen
Trotz dieser Gefahr ist der maximale Drawdown für Trader eine wichtige Größe, die am besten ein Bestandteil des Risikomanagements ist. Er fungiert als Indikator, um das relative Risiko von Strategien und einzelnen Assets zu beurteilen. Im Kontext der Anwendung des maximalen Drawdowns im Trading solltest Du folgende Aussagen verinnerlichen:
- Bei Long-Positionen ohne Hebel beträgt der maximale Drawdown 100 %. Bei gehebelten Produkten können Verluste durch Nachschusspflichten theoretisch darüber hinausgehen.
- Gab es bei einem Asset nie Verluste, liegt der maximale Drawdown bei 0%
- Trader bevorzugen häufig einen niedrigen, maximalen Drawdown, weil Kursverluste in der Vergangenheit eher gering ausfielen
Was ist die Calmar Ratio?
Die Calmar Ratio (abgeleitet von California Managed Account Reports) setzt die jährliche Rendite einer Trading Strategie ins Verhältnis zum maximalen Drawdown (MDD). Sie zeigt dir, wie effizient eine Strategie arbeitet und ob die erzielte Rendite das Risiko rechtfertigt. Die Calmar Ratio wird wie folgt berechnet:
Calmar Ratio = Jährliche Rendite (CAGR) / Maximaler Drawdown (MDD)
Erzielt beispielsweise deine Strategie 20 % Rendite pro Jahr bei einem maximalen Drawdown von 10 %, ergibt sich eine Calmar Ratio von 2,0. Das bedeutet, deine Jahresrendite ist doppelt so hoch wie dein schlimmster Rückgang. Je höher die Calmar Ratio, desto effizienter arbeitest du mit dem Risiko.
Aus unseren Backtests empfehlen wir dir folgende Richtwerte:
| Calmar Ratio | Bewertung | Bedeutung |
|---|---|---|
| Unter 1,0 | Schwach | Der maximale Verlust war größer als der durchschnittliche Jahresgewinn |
| Über 1,0 | Sehr gut | Der jährliche Gewinn liegt über dem maximalen historischen Verlust |
Wir raten jedem, die Calmar Ratio immer über einen Zeitraum von mindestens zwei bis drei Jahren zu berechnen. Betrachtest du nur einige Monate, sagen wir sechs Monate, erfasst die Kennzahl möglicherweise nicht den tatsächlichen Drawdown deiner Strategie.
Welchen Einfluss hat der Drawdown im Trading?
Der Drawdown im Trading ist ein wichtiger Faktor im Risikomanagement, da er die maximale Verlustphase eines Portfolios oder eines Trading Systems beschreibt. Je größer der Drawdown, desto schwieriger wird es, das Kapital wieder aufzubauen. Diesen Einfluss hat er auf dein Trading:
- Emotionaler Handel: Ein hoher Drawdown führt dazu, dass Trader emotional handeln (z. B. Panikverkäufe oder übermäßige Risikobereitschaft).
- Vertrauensverlust: Eine lange Verlustserie kann das Vertrauen in die eigene Trading Strategie beeinträchtigen.
- Verlängerte Erholungszeiten: Es kann Monate oder Jahre dauern, um sich von hohen Verlusten zu erholen.
- Reduzierte Handelskapazität: Je größer der Drawdown, desto weniger Kapital steht für neue Trades zur Verfügung. Das begrenzt weitere Möglichkeiten, Chancen zu nutzen.
- Margin Calls und Liquidation: Bei gehebelten Positionen kann ein hoher Drawdown dazu führen, dass Broker eine Nachschusspflicht (Margin Call) fordern oder Positionen automatisch liquidieren.
Diese Einflüsse lassen sich auch mathematisch herleiten:
| Drawdown (%) | Erforderliche Gewinnrate zur Erholung (%) |
|---|---|
| -10 % | +11,1 % |
| -20 % | +25,0 % |
| -30 % | +42,9 % |
| -50 % | +100 % |
| -60 % | +150 % |
Wenn das Portfolio also von 10.000 € auf 5.000 € fällt (-50 % Drawdown), muss es um +100 % wachsen, um wieder bei 10.000 € zu sein. Professionelle Trader begrenzen deshalb den maximalen Drawdown (z. B. auf 10–20 %), um langfristig profitabel zu bleiben. Plus: Kleinere Positionsgrößen und Stop Loss Strategien helfen dir, Drawdowns zu minimieren.
Zusammenfassung der Erfahrungen unseres Trading.de Experten:

Bei vielen Trading Anfängern sehe ich immer wieder, dass Drawdowns komplett unterschätzt werden. Ich kenne das aus meiner eigenen Anfängerzeit. Nach einem Verlust von 30 Prozent dachte ich, ich brauche 30 Prozent Gewinn, um wieder auf null zu kommen. Falsch! Es sind 42,9 Prozent, um wieder break-even zu sein. Je größer der Drawdown, desto drastischer wird diese Lücke. Bei 50 Prozent Verlust brauchst du sogar 100 Prozent Gewinn zur Erholung.
Deshalb ist für mich nach über 10 Jahren Trading Erfahrung die wichtigste Frage vor jedem Trade nicht: „Wie viel kann ich gewinnen?“, sondern: „Wie viel bin ich bereit zu verlieren?“ Mehr als 1 bis 2 % meines Kapitals riskiere ich pro Trade nie.
Drawdown im Risikomanagement begrenzen
Wie zuvor bereits erwähnt, ist der maximale Drawdown ein wichtiger Bestandteil des Risikomanagements. In diesem Zusammenhang gibt es gleich mehrere Methoden, wie du den Drawdown eines Assets möglichst gering halten kannst, nämlich:
- Gutes Risiko- und Positionsmanagement im Trading lernen: Riskiere pro Trade maximal 1–2 % deines Kapitals. Nutze außerdem bei jedem Trade einen Stop Loss.
- Diversifizierung: Verteile dein Kapital auf mindestens 3–5 verschiedene Assets oder Märkte. Ein guter Mix ist die Verteilung auf Aktien, Rohstoffe, Währungspaare und Indizes.
- Ständige Beobachtung und Analyse der Märkte: Überprüfe regelmäßig, ob sich Volatilität oder Trendstruktur verändern. Passe bei Veränderungen deine Positionsgrößen entsprechend an.
- Bewertung eigener Trades aus der Vergangenheit: Analysiere mindestens deine letzten 20–30 Trades in einem Trading Journal. Das hilft dir herauszufiltern, bei welchen Setups oder Marktphasen der Drawdown besonders hoch ausgefallen ist.

In erster Linie schaffst du es durch ein gutes Positionsmanagement und den diversifizierten Handel, das Risiko eines größeren Drawdown zu reduzieren. Das gilt insbesondere für längerfristig orientierte Anleger, aber durchaus ebenfalls beim Handel. Interessant ist die Diversifizierung dort allem für mittel- bis längerfristig orientierte Trader, die insbesondere das Swing-Trading oder Positionstrading nutzen.
Zur Platzierung der Stop Loss Marken empfehlen wir dir, nie mehr als 1–2 % deines gesamten Kapitals zu riskieren. Hast du 10.000 € auf deinem Trading Konto, riskierst du demnach maximal 100–200 € pro Trade. Der historische Drawdown hilft dir zusätzlich einzuschätzen, wie weit du den Stop Loss setzen solltest. Du erkennst daran, wie hoch dieser in der Vergangenheit innerhalb eines bestimmten Zeitraums war und kannst dadurch Rückschlüsse auf das Risiko in der Zukunft ableiten.
Drawdown-Regelung im Prop Trading: Daily, EOD, Trailing
Von Bedeutung ist der Drawdown nicht nur bei privat handelnden Tradern, sondern ebenfalls im Bereich Prop Trading. Dort handeln bekanntlich professionelle Trader für ein Unternehmen, um möglichst gute Gewinne zu generieren. Beim Prop Trading gibt es verschiedene Drawdown-Regelungen, die sich in aller Regel auf den maximal erlaubten Verlust beziehen. Hier wird meistens differenziert zwischen:
- Daily Drawdown oder auch EOD (End-of-Day Drawdown)
- Gesamt Drawdown (maximaler Gesamtdrawdown)
- Trailing Drawdown (aktiv nachlaufender Drawdown)
Beim Daily Drawdown wird festgelegt, welcher Verlust an einem Handelstag maximal erlaubt ist. Darf der Verlust beispielsweise höchstens drei Prozent betragen, ist das gleichzeitig der zulässige Drawdown.
Prop Firmen wie FTMO (5 % täglicher Drawdown bei der klassischen FTMO Challenge, 3 % bei der 1-Step FTMO Challenge) orientieren sich genau an diesem Bereich. Unsere Empfehlung aus der Trading.de-Ausbildung: Setze deinen maximalen täglichen Drawdown auf 2–3 % deines Kontos. Das entspricht dem Branchenstandard bei seriösen Prop Firmen und schützt dich vor unkontrollierten Verlustserien.
In der Praxis gibt es insbesondere im Hinblick auf abweichende Drawdown Regelungen einen Unterschied, ob es sich um einen sogenannten Trailing Drawdown (laufender Drawdown zu Deutsch) oder um einen End-of-Day Drawdown handelt. Der laufende Drawdown wird auch als Trailing Drawdown bezeichnet.
Kennzeichnend für den Trailing Drawdown ist, dass dieser Drawdown während der Handelssession stets bei Gewinnen nachzieht. Hast du zum Beispiel innerhalb der Session zunächst einen Gewinn von 500 Euro erzielt, gibst du davon am Ende der Handelszeit jedoch 400 Euro für Verluste ab, zieht der Trailing Drawdown zuvor auf 500 Euro (Gewinn) nach. Am Ende ist der Abstand um 400 Euro geringer, obwohl in der Summe am Handelstag ein Gewinn von 100 Euro erzielt wurde.
Anders verhält es sich bei der Drawdown-Regelung im Prop Trading, wenn es sich um einen End-of-Day Drawdown handelt. In dem Fall finden ausschließlich die erzielten Gewinne zum Ende der Handelssession eine Berücksichtigung. Das bedeutet, dass der sogenannte EOD Drawdown um 100 Euro (im Beispiel) nachzieht.
Drawdown Regeln der 3 besten Prop Trading Firmen im Vergleich
| Prop Firma | Täglicher Drawdown | Max. Gesamtdrawdown | Drawdown-Typ |
|---|---|---|---|
| SabioTrade | 5 % | 6 % | Trailing Drawdown |
| IQ Capital | 2,5 % | 5 % (Upgrade: 8 % / Kein Drawdown) | Trailing Drawdown |
| Apex Trader Funding | 500 bis 2.000 US-Dollar (nur EOD-Konten) | 1.000 bis 4.000 US-Dollar | Intraday Trail oder End-of-Day Trail |
Fazit: Jeder Trader sollte den Drawdown kennen und mit ihm umgehen können
Beim Drawdown handelt es sich um ein Instrument, das du vor allem zur Risikobeurteilung eines Assets und damit eines Trades nutzt. Wichtig ist allerdings, dass du den maximalen Drawdown richtig einordnest und anwendest. Professionelle Trader stellen sich dabei nicht zuerst die Frage, wie viel Gewinn sie machen können, sondern welchen maximalen Verlust sie bereit sind zu akzeptieren.
Unsere Experten Tipps für den richtigen Umgang mit Drawdowns:
- Begrenze deinen maximalen Drawdown auf 10–20 % deines Gesamtkapitals. Wird diese Schwelle überschritten, überarbeite deine Strategie oder reduziere die Positionsgröße.
- Riskiere pro Trade maximal 1–2 % deines Kapitals, damit auch längere Verlustserien dein Konto nicht existenziell belasten.
- Beende den Handelstag, sobald du 3–5 Verlusttrades in Folge oder einen Tages Drawdown erreicht hast.
- Führe ein Trading Journal und analysiere dein Drawdown Verhalten regelmäßig.
Du erkennst im besten Fall anhand der Drawdowns aus der Vergangenheit, wie hoch du das Risiko eines Trades künftig einschätzen musst. Beachte allerdings, dass ein Drawdown nicht automatisch mit deinen tatsächlichen Verlusten identisch sein muss. Entscheidend ist immer, zu welchem Kurs du die Position eröffnet hast und wie sich der Markt seitdem entwickelt hat.
Diese Prinzipien vermitteln wir dir im Detail in der Trading.de Ausbildung. Du startest zunächst auf einem Demokonto, um dein persönliches Drawdown Verhalten kennenzulernen, bevor du echtes Kapital riskierst. Du lernst, wie du Verlustphasen strukturiert überbrückst, deine Positionsgrößen optimal anpasst und typische emotionale Fehler wie Revenge Trading („ich möchte meinen Verlust direkt ausgleichen“) vermeidest. Wer Trading systematisch und risikobewusst angehen möchte, ist bei uns genau richtig.
FAQ: Meistgestellte Fragen zum Drawdown im Trading
Warum ist der Drawdown ein wichtiges Werkzeug im Risikomanagement?
Der Drawdown hilft Tradern, das Risiko eines Trading-Setups realistisch einzuschätzen. Ein hoher Drawdown weist auf ein potenziell höheres Risiko hin, während ein niedriger Drawdown auf eine stabilere spätere Performance hindeutet.
Wie lautet die Formel zur Berechnung des Drawdowns?
Ein Drawdown wird berechnet, indem du die Differenz zwischen dem Höchst- und dem Tiefststand eines Assets durch den Höchststand teilst und mit 100 multiplizierst. Die Formel lautet: (Höchststand – Tiefststand) / Höchststand * 100.
Was ist der Unterschied zwischen einem normalen und einem maximalen Drawdown?
Ein normaler Drawdown misst den Wertverlust zwischen einem Peak und einem Tiefpunkt, während der maximale Drawdown den größten Wertverlust innerhalb eines bestimmten Zeitraums darstellt und somit die maximale Verlusttoleranz eines Trades oder Assets aufzeigt.
Was ist ein guter Drawdown im Trading?
Ein Drawdown unter 10 % gilt für die meisten Trader als gut kontrollierbar. Bis 20 % ist er je nach Strategie noch vertretbar. Aus unserer Erfahrung wird die Erholung ab über 20 % deutlich schwieriger. Ein Drawdown von 20 % benötigt bereits 25 % Gewinn zur Erholung. Bei 50 % Verlust sind sogar 100 % Gewinn nötig.
Was ist der Unterschied zwischen Drawdown und Volatilität?
Der Unterschied ist, dass die Volatilität allgemeine Kursschwankungen misst, während der Drawdown nur den tatsächlichen Verlust vom Hoch zum Tief misst. Ein Markt kann also stark schwanken und trotzdem einen moderaten Drawdown haben, wenn er schnell neue Hochs erreicht.
Wie nutzen Prop Firmen den Drawdown als Risikolimit?
Prop Firmen nutzen den Drawdown als feste Verlustgrenze, um das Firmenkapital zu schützen.Typisch sind Regeln wie maximal 5 % Tagesverlust oder 10 % Gesamtdrawdown bei einem 100.000 € Konto. Aus unserer Erfahrung scheitern viele Trader nicht an der Strategie, sondern an zu großen Positionsgrößen und Verstößen gegen diese Drawdown Regeln.