Auch wenn Derivate meist für kurzfristige Strategien verwendet werden, kann man einen CFD langfristig halten, wenn es der Handel erfordert. In diesem Artikel gehen wir der Frage nach, ob es sich lohnt, die Positionen über Wochen und Monate im Portfolio zu belassen. Wir gehen dabei auf unsere Erfahrungen mit solchen Strategien ein und präsentieren die Vor- und Nachteile daran. Lese jetzt weiter und steige tiefer in dieses Thema ein, um letzten Endes zu erfahren, ob langfristiges Halten von CFDs sinnvoll ist.

Das Wichtigste im Überblick:
- Die meisten Trader am Markt benutzen CFDs kurzfristig, nur wenige betrachten sie als langfristiges Investment. CFDs haben allerdings in der Regel keine Laufzeitbegrenzung. Eine langfristige Handelsstrategie ist also technisch betrachtet möglich.
- Eventuelle Kosten, wie Finanzierungskosten, müssen dabei allerdings berücksichtigt werden. Außerdem sind die Notwendigkeit zur ständigen Überwachung der Kursbewegungen und das größere Risiko von Verlusten weitere Nachteile.
- Zusammenfassend lässt sich allerdings sagen: CFDs langfristig zu halten ist selten sinnvoll, es sei denn, man hat eine ausgereifte Strategie.
Wie lange kann man CFDs halten?
Prinzipiell kann man CFDs so lange halten wie man will, da sie unbegrenzt haltbar sind. Es gibt keine Beschränkungen oder Enddaten wie bei Optionen oder Futures. Somit kannst du nicht nur kurzfristige, sondern auch mittelfristige und langfristige Strategien über Wochen, Monate und Jahre verfolgen. Nach Börsenschluss fallen jedoch jeden Tag Kosten an. Die sogenannten Swaps schmälern also Nacht für Nacht und Wochenende für Wochenende die Gewinne. Daher entscheiden sich die meisten CFD-Trader eher für kurz- bis mittelfristige Strategien.
Aufpassen müssen Trader allerdings bei CFDs auf Future Kontrakte, diese Differenzkontrakte laufen zur gleichen Zeit wie der Future Kontrakt aus. Deshalb ist es von Vorteil CFDs immer auf “Cash” Märkte zu traden.
Haben CFDs eine Ablaufzeit?
Nein, die CFDs haben in der Regel keine Ablaufzeit, weil man sie ohne Margin Call und bei Bezahlung der Gebühren so lange man will aufrechterhalten kann. Diesen Aspekt sehen durchaus viele Trader – insbesondere im Vergleich zu Optionen und Futures – als Vorteil an, weil sie nicht unter Zeitdruck stehen, dass der Kurs des Basiswertes unbedingt innerhalb eines bestimmten Zeitraumes steigen oder fallen muss, damit sie keine Verluste erleiden. Negativ ist an dieser Strategie aber, dass höhere Kosten durch nächtliche Swaps anfallen. Darin sehen wir einen Nachteil am langfristigen Halten von CFDs.
Eine Ausnahme sind übrigens die CFDs, die auf Future-Kontrakten basieren. In diesem Fall gibt es fast immer ein Ablaufdatum, sodass der CFD Broker zu bestimmten Terminen die entsprechenden Kontrakte schließt. Zu diesem Zeitpunkt haben Trader bei den entsprechenden CFDs die folgenden drei Optionen:
- Position glattstellen
- CFDs verkaufen
- CFDs kaufen
In den meisten Fällen wird die auslaufende Position bzw. der ablaufende Kontrakt schlichtweg verlängert, was auch als Rollover bezeichnet wird. Letztendlich bedeutet in der Praxis auch das, dass es keine echte, begrenzte Haltedauer bei den CFDs gibt.
Was sind die Vorteile am langfristigen Halten von CFD Trade?
Zu den Vorteilen vom langfristigen CFD Trade gehören u. a. das Aussitzen von temporären Kursschwankungen, die Senkung der Spread-Gebühren und die Ausnutzung von langfristigen Trends. Diese Pluspunkte werden unserer Erfahrung nach jedoch über die Swaps erkauft, weswegen wir dazu raten, die Kosten und möglichen Gewinne immer gegenzurechnen.
Vorübergehende Kursschwankungen können ausgesessen werden
Einen Vorteil sehen manche Trader darin, dass vorübergehende Kursschwankungen besser ausgesessen werden können. Dies erfordert allerdings stets eine ausreichende Margin. Während sie vielleicht beim traditionellen CFD Trading die Position bei größeren Kursbewegungen glatt gestellt hätten, können Trader unter Umständen beim langfristigen Trading die daraus resultierenden Verluste vermeiden, wenn sich die Kurse nämlich wieder positiv entwickeln.
Spreadgebühren durch langfristige CFDs minimieren
Ein weiterer Vorteil besteht aus unserer Sicht beim längerfristigen Trading und dem langfristigen Halten von CFDs darin, dass seltener Gebühren in Form der Spreads anfallen. Beim traditionellen CFD Trading, insbesondere beim Daytrading, werden Differenzkontrakte relativ häufig gekauft und verkauft. In diesen Fällen gibt es Kosten, nämlich in Form des Spreads. Das ist die Differenz zwischen dem vom Broker gestellten An- und Verkaufskurs. Wenn Trader hingegen CFDs langfristig erhalten, fallen diese Spreads entsprechend seltener an.

Langfristige Trends ausnutzen
Ein dritter Vorteil, den Trader haben, wenn sie CFDs langfristig halten, sind die Aussichten auf hohe Kursgewinne. Die Chancen steigen insbesondere dann, wenn es im Hinblick auf den Basiswert einen relativ starken und auch langfristigen Trend in die richtige Richtung gibt. Hätten Trader zum Beispiel kurz nach Beginn des Irankriegs im März 2026 Öl-CFDs gekauft und diese über Wochen hinweg gehalten, hätte das zu einem enorm hohen Gewinn geführt.
Die 3 besten Broker zum langfristigen Halten von CFDs mit geringen Haltungsgebühren sind unserer Erfahrung nach:
- Sehr nutzerfreundliche Plattform
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Welche Nachteile hat das langfristige Halten von CFDs?
Zu den wichtigsten Nachteilen des langfristigen Haltens von CFDs gehört die Tatsache, dass die Kosten mit jeder Nacht steigen. Nach Börsenschluss müssen Finanzierungsgebühren, die so genannten Swaps oder Rollovers gezahlt werden. Dadurch schmelzen die Gewinne ab. Außerdem muss die Margin aufrechterhalten werden, damit die Position nicht vom Broker geschlossen wird.
Akkumulierende Rollovergebühren
Der wohl größte Nachteil beim langfristigen Halten von CFDs sind die anfallenden Kosten. Diese existieren bei Long-Positionen in erster Linie in Form von Finanzierungskosten, häufig auch als Overnight-Gebühren oder Swaps bezeichnet. Bei einer längeren Haltedauer können diese Kosten erheblich sein.

Langfristige Margin-Belastung
Wenn Trader Differenzkontrakte zum Beispiel über mehrere Monate hinweg halten, ist natürlich die Gefahr größer, dass – zumindest vorübergehend – größere Kursbewegungen dazu führen, dass die Margin nicht mehr ausreicht. Langfristig belasten Trader also ihre Margin.
Das wiederum bedeutet, dass der Broker die Position eventuell schließen muss und Trader einen Totalverlust erleiden. Kursveränderungen von beispielsweise 20 Prozent sind natürlich innerhalb einer Haltedauer von mehreren Monaten wesentlich wahrscheinlicher, als beim traditionellen CFD Trading für kurzfristige Spekulationen.
Darüber hinaus sollten Trader die Märkte bzw. ihren mittels CFD gewählten Basiswert fortlaufend überwachen. Das kann mit einem erhöhten Zeitaufwand verbunden sein. Beim kurzfristigen Traden lassen die Händler die Kursentwicklung mitunter auch mal einige Tage außer Acht lassen, ohne dabei ein allzu großes Risiko einzugehen. Daher sollten Trader gerade beim langfristigen Halten zumindest eventuelle Margin Calls beachten – falls der Broker mit diesen Alarmen arbeiten sollte.
In der folgenden Tabelle möchten wir noch einmal die wichtigsten Vor- und Nachteile zusammengefasst, die für oder gegen das langfristige Halten von CFDs sprechen:
Vorteile
- Kursschwankungen besser aussitzen
- Weniger Gebühren durch Spreads
- Aussichten auf hohe Kursgewinne bei längeren Trends
- Mittelfristige Strategien nutzbar
Nachteile
- Keine langfristige Handelsstrategie sinnvoll
- Hohe Finanzierungskosten möglich
- Größere Kursrisiken
- Höheres Risiko des Totalverlustes
- Ständige Überwachung der Märkte wichtig
Wann ist es sinnvoll, CFDs langfristig zu halten?
Es ist nur sinnvoll, CFDs langfristig zu halten, wenn es eine klare Strategie und einen deutlich identifizierbaren Trend gibt. In diesem Fall könnte man den Schwung über mehrere Wochen mitnehmen. Hierfür sollte man aber neben den technischen Daten auch einige fundamentale Faktoren sowie die News mit einbeziehen. Insgesamt kennen wir nur wenige Situationen, in denen wir es als klug erachten, CFDs über lange Monate hinweg zu halten. Unsere Erfahrungen mit CFDs sind positiver mit kurzfristigen Strategien.
Die Wahl der passenden Positionsgröße spielt ebenfalls eine große Rolle im Rahmen des Risikomanagements. Die entsprechenden Strategien sollten allerdings nicht nur auf möglichst hohe Gewinne ausgerichtet sein, sondern ebenfalls die eventuellen Kosten berücksichtigen. Doch welche Finanzierungskosten können eigentlich für eine Long-Position anfallen? Dazu möchten wir im Folgenden ein kurzes Beispiel nennen.
Angenommen, du hast dich für den Kauf von DAX-CFDs entschieden und so eine Positionsgröße von 30.000 Euro (inklusive Hebel) aufgebaut. Die Berechnungsgrundlage für die Finanzierungskosten, die so genannten Overnight Gebühren, stellt in der Regel einen Referenzzins plus einen individuellen Zinssatz des CFD Brokers dar. Im Beispiel gehen wir davon aus, dass dieser Zinssatz bei insgesamt 5,26 Prozent liegt. Um nun die Kosten pro Tag bzw. Nacht zu ermitteln, muss die folgende Berechnung durchgeführt werden:
(5,26 Prozent / 365 Tage) * 30.000 Euro = 4,32 Euro
Wenn du deine Position zum Beispiel einen Monat (30 Tage) hältst, würden sich die Gesamtkosten entsprechend auf rund 120 Euro belaufen. Diese Kosten reduzieren selbstverständlich den möglichen Gewinn. Da ein langfristiges Halten von CFDs allerdings meistens nicht nur einen Monat, sondern mehrere Monate oder teilweise sogar über ein Jahr meint, können die Kosten noch erheblich höher ausfallen. Wenn die Haltedauer beispielsweise sechs Monate beträgt, würden in dem Fall Gesamtkosten von über 700 Euro anfallen. In diesem Fall rechnen sich die Kosten unserer Erfahrung nach nicht.
Gibt es CFDs mit fester Laufzeit?
Nein, bei den meisten Differenzkontrakten gibt es keine feste Laufzeitbegrenzung. Bei wenigen CFD Brokern hingegen werden auch Differenzkontrakte mit begrenzter Laufzeit angeboten, die also einen Verfallstermin besitzen. Oft ist dann allerdings eine Kopplung mit dem entsprechenden Basiswert vorhanden, der ebenfalls einen Verfallstermin hat.
Typisch sind CFDs mit Laufzeitbegrenzung, wenn es sich bei den Basiswerten entweder um Währungen oder Rohstoffe handelt. In den meisten Fällen gibt es allerdings eine eher formelle Laufzeitbegrenzung, da der CFD Broker einen Rollover vornimmt. Das bedeutet, dass die fälligen CFDs faktisch automatisch durch neue Differenzkontrakte mit einer sich anschließenden Laufzeit ersetzt werden.
Fazit zum langfristigen Halten von CFDs
Das Fazit zum langfristigen Halten von CFDs kann relativ eindeutig ausfallen. Aus unseren langfristigen Erfahrungen können wir CFDs nicht für langfristiges Halten empfehlen, da die Risiken und hohen Kosten Gewinne schmälern oder sogar zu einer Schließung der Position führen können.
Gegen das langfristige Halten sprechen also vor allem die Finanzierungskosten, welche die Rendite auf Dauer erheblich verringern können. Nur mit wenigen Strategien und einem ausgeklügelten System ist es eventuell möglich, dauerhaft von einem längerfristigen Halten der CFDs zu profitieren. Das schaffen in der Praxis allerdings in der Regel nur sehr erfahrene und professionelle Trader.
FAQ – Häufig gestellte Fragen:
Eignen sich CFDs als langfristige Anlagestrategie?
Nein, unserer Erfahrung nach lohnen sich CFDs nicht als langfristige Anlagestrategie, da einerseits die Übernachtkosten zu hoch sind und andererseits durch Kursschwankungen Margin Calls ausgelöst werden können. Wir können diese Methode also nicht empfehlen.
Welche Vorteile hat das langfristige Halten von CFDs?
Ein großer Vorteil beim langfristigen Halten von CFDs ist, dass die Spreadgebühr weniger ins Gewicht fällt. Bei langfristigen Kursbewegungen macht die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs nur einen geringen Bruchteil der gesamten Kursdifferenz aus, so dass die Spreadgebühr vernachlässigt werden kann. Ein weiterer Vorteil ist, dass Verluste länger ausgesessen werden können und von großen Kursbewegungen im Laufe der Zeit profitiert werden kann.
Wie lassen sich die Kosten beim langfristigen Halten von CFDs vermeiden?
Kosten lassen sich beim langfristigen Halten von CFDs vermeiden, indem man sich einen Broker aussucht, der niedrige Swaps und schmale Spreads verlangt. Bei diesem können Trader dann langfristig über CFDs in Indizes wie den DAX investieren, ohne die üblichen Finanzierungskosten von CFDs bezahlen zu müssen.
Welche Kosten fallen beim langfristigen Halten von CFDs an?
Beim langfristigen Halten von CFDs fallen vor allem Kosten wie Finanzierungsgebühren bzw. Swaps an, da die Broker die Zinsen während der Schließzeiten der Börse anpassen. Hinzukommen die Spreads und eventuell Provisionen beim Kauf und Verkauf.
Wie lange kann man CFDs halten?
Grundsätzlich kann man CFDs so lange halten wie man will. Der Anleger kann sie also so lange halten, wie er mit den Übernachtgebühren klar kommt und bis ein Margin Call ausgerufen wird.
Gibt es eine maximale Haltedauer für CFDs?
Nein, die meisten CFDs haben keine maximale Haltedauer, da sich die Kontrakte jeden Tag erneuern. Das bedeutet, dass Trader theoretisch eine CFD-Position so lange halten können, wie sie möchten. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass bei Long-Positionen über Nacht Finanzierungskosten anfallen können.