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Das Trading Mindset beschreibt die mentale Einstellung und das Verhalten eines Traders während des Handels. Es entscheidet maßgeblich darüber, ob ein Trader Regeln konsequent umsetzt oder emotionale Entscheidungen trifft. Ein gutes Trading Mindset gehört deshalb für uns zu den wichtigsten Grundlagen für langfristiges erfolgreiches und vor allem strategisches Trading.

Jeder Trader, und sei er noch so professionell, wird irgendwann während des Handels emotional beeinflusst. Welche Auswirkungen das haben kann und wie das richtige Mindset das Trading verbessert, schauen wir uns in diesem Beitrag an.

Wissenswertes zum Trading Mindset:

  • Das Trading Mindset beschreibt die mentale Einstellung eines Traders beim Handel an der Börse.
  • Emotionen wie Angst, Gier oder Ungeduld beeinflussen Trading-Entscheidungen direkt.
  • Typische mentale Fehler sind Revenge Trading, Overtrading oder das Verschieben von Stop-Loss-Marken.
  • Erfolgreiche Trader arbeiten mit Strategien, Risiko-Regeln und einem festen Trading-Plan.
  • Ein stabiles Mindset begünstigen Selbstreflexion, Wiederholung und feste Prozesse.

Was ist ein Trading Mindset?

Das Trading Mindset beschreibt die mentale und emotionale Haltung eines Traders während des Handels. Es beeinflusst, wie du auf Gewinne, Verluste, Stress oder Unsicherheit reagierst und ob du deinen Trading-Plan auch unter Druck konsequent umsetzt. Wir finden das Trading Mindset extrem wichtig, da es über Verluste und Gewinne im Trading massiv entscheidet. Typische Folgen sind verschobene Stop-Loss-Marken, impulsive Nachkäufe oder spontane Trades außerhalb des eigentlichen Setups.

Die Verhaltenspsychologie beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit solchen Entscheidungsprozessen. Der Psychologe und Nobelpreisträger Daniel Kahneman beschreibt in seinem Modell des schnellen und langsamen Denkens zwei unterschiedliche Systeme im menschlichen Gehirn:

  • Ein schnelles, emotionales und impulsives Denksystem
  • Ein langsames, analytisches und regelbasiertes Denksystem

Unter Stress greifen Menschen oft automatisch auf impulsive Entscheidungen zurück. Im Trading zeigt sich das beispielsweise nach mehreren Verlusttrades oder in stark volatilen Marktphasen.

Was ist ein positives Trading Mindset?

Ein positives Trading Mindset sorgt dafür, dass du auch unter Druck kontrolliert handelst und deine Strategie konsequent umsetzt. Ein positives Trading Mindset ist in anderen Worten also resilient sein bzw. auch in volatilen Phasen emotional stabil zu bleiben, also trotz Stress, Angst oder Euphorie nach festen Regeln weiter zu handeln.

Ein stabiles Mindset zeigt sich im Trading vor allem an klaren Verhaltensmustern:

  • Trades werden vor dem Einstieg vollständig geplant
  • Risiko und Positionsgröße bleiben konstant
  • Verluste führen nicht zu impulsiven Reaktionen
  • Regeln werden auch in volatilen Marktphasen eingehalten
  • Einzelne Trades werden nicht emotional überbewertet

Was ist ein negatives Trading Mindset?

Ein negatives Trading Mindset zeigt sich vor allem dann, wenn Regeln im entscheidenden Moment nicht mehr eingehalten werden. Wir bemerken das an typischen Anzeichen wie dem Overtrading, Verschieben von Stops, impulsiven Nachkäufen oder dem Eröffnen zusätzlicher Positionen nach Verlusttrades.

Die Anzeichen eines negativen Trading Mindsets lassen sich besonders einfach anhand von Emotionen feststellen.

  • Euphorie: Nach mehreren Gewinnen werden Risiko-Regeln ignoriert und Positionen zu aggressiv gehandelt.
  • Gier: Gewinne werden überzogen laufen gelassen, Positionsgrößen unnötig erhöht oder Trades ohne sauberes Setup eröffnet.
  • Angst: Positionen werden zu früh geschlossen oder gute Einstiege aus Unsicherheit gar nicht erst umgesetzt.
  • Panik: Verluste werden emotional ausgesessen oder Positionen hektisch geschlossen.
  • Ungeduld: Trader springen ohne klare Strategie in den Markt, weil sie „nichts verpassen“ wollen.
  • Ärger: Nach Verlusten entstehen impulsive Revenge Trades, um Verluste sofort zurückzugewinnen.

Meine größten Anfängerfehler im Trading durch emotionales Handeln

Andre Witzel - Trader und Experte bei Trading.de
Andre Witzel
Trader & Experte

In meinen ersten Trading-Jahren habe ich selbst gemerkt, wie stark Emotionen Entscheidungen beeinflussen können. Einer der größten Fehler war damals, nach mehreren Verlusttrades die Positionsgröße zu erhöhen, um das Minus schneller auszugleichen. Rational wusste ich, dass genau das falsch ist.

Emotional wollte ich den Verlust trotzdem sofort zurückholen. Solche Situationen passieren im Trading extrem schnell. Deshalb ist es mir so wichtig, dass unsere Teilnehmer in der Trading.de Ausbildung lernen, mit ihren Emotionen umzugehen.

Trading Mindset entwickeln: Wie funktioniert es Schritt für Schritt?

Aus unserer Sicht entstehen mentale Fortschritte im Trading deshalb vor allem durch feste Prozesse, Wiederholungen und klare Routinen. So gehen wir Schritt für Schritt vor:

1. Den Trading-Plan wie ein Regelwerk behandeln

Die meisten emotionalen Fehler entstehen durch spontane Entscheidungen während des Trades. Trader verändern aufgrund von Emotionen also plötzlich Einstellungen wie den Stop-Loss oder die Positionsgröße. Typisch ist auch einfach einzusteigen, obwohl es nicht zur Strategie passt, das Risiko zu erhöhen oder den ursprünglichen Trading-Plan vollständig zu ignorieren.

Wir empfehlen:

  • Halte dein Risiko vor jedem Trade schriftlich fest, am besten in einem Trading Journal.
  • Zeichne dir deine Strategie vorab in das Chart ein und beginne erst zu traden, wenn der Kurs deiner Strategie entspricht.
  • Definiere zudem vorab Entry, Stop-Loss und Ziel.
  • Verändere deine Positionsgrößen während des Trades nicht. Dann schließ sie lieber und öffne eine neue.
  • Eröffne niemals „Ausnahme-Trades“, die deiner Strategie nicht entsprechen.

*Das ist keine Anlageberatung.

2. Verluste als normalen Teil des Systems akzeptieren

Einer der wichtigsten Aspekte einer starken Mentalität ist es, sich niemals von Verlusten beeinflussen zu lassen. Trader kennen den Reflex nur zu gut: Einmal einen Trade mit Verlust geschlossen und schon wird zwanghaft versucht, diesen über hohes Risiko per Gewinn wieder ins Depot zu bekommen. Druck ist jedoch selten ein guter Ratgeber, weshalb jeder Verlusttrade ohne Rückschlüsse auf das an sich funktionierende Trading abgehakt werden sollte.

Der Ablauf ist fast immer derselbe:

  • Verlusttrade
  • Frust
  • Sofortiger neuer Einstieg
  • Höheres Risiko
  • Nächster Fehler

Trader verlassen dann ihren eigentlichen Plan und versuchen, Verluste emotional „zurückzugewinnen“. Professionelle Trader denken dagegen in Wahrscheinlichkeiten. Ein einzelner Verlust verändert nicht automatisch die Qualität der Strategie.

Eine Routine, die wir im Trading sehr sinnvoll finden:
Nach zwei emotional belastenden Verlusttrades wird der Handelstag beendet. Dadurch entwickelst du Abstand zum Markt und vermeidest impulsive Entscheidungen.

3. Bei Gewinnserien nicht in Euphorie verfallen

Gewinnserien gehören unserer Meinung zu den gefährlichsten Phasen im Trading, psychologisch oft sogar gefährlicher als Verlustphasen. Nach mehreren erfolgreichen Trades entsteht gerne mal das Gefühl, den Markt „verstanden“ zu haben. Dann werden Regeln weniger streng eingehalten und Risiken sowie Gelder schrittweise erhöht.

Typischerweise entstehen dabei dieselben Verhaltensmuster:

  • Positionsgrößen werden ohne klaren Grund erhöht
  • Trader steigen früher in Trades ein
  • schlechte oder mittelmäßige Setups werden plötzlich akzeptiert
  • Stop-Loss-Marken werden weiter gesetzt
  • Gewinne werden aggressiver laufen gelassen
  • Trades außerhalb der eigentlichen Handelszeiten entstehen
  • Risiko-Regeln werden als „zu konservativ“ empfunden

Psychologisch spielt dabei vor allem Overconfidence eine große Rolle, also die Überschätzung der eigenen Fähigkeiten nach kurzfristigen Erfolgen. Dieses Phänomen ist in der Behavioral Finance gut dokumentiert und zählt zu den häufigsten mentalen Fehlern im Trading. Wir sehen genau diesen Effekt regelmäßig bei Tradern nach ihren ersten starken Gewinnwochen. Anfangs wird nach Plan gehandelt. Nach einigen erfolgreichen Trades entstehen dann plötzlich spontane Entries, höhere Risiken und unnötige Zusatztrades. Die eigentliche Strategie wird immer weiter verlassen, obwohl genau diese zuvor die Gewinne erzeugt hat.

Sinnvoll sind dabei feste Routinen wie:

  • Risiko pro Trade niemals nach Gewinnen erhöhen
  • Nach starken Trading-Tagen bewusst weniger handeln statt mehr
  • Gewinne nicht sofort reinvestieren
  • Weiterhin nur A-Setups handeln
  • Jede Positionsgröße vor dem Einstieg fest definieren
  • Gewinnserien im Trading-Journal dokumentieren und reflektieren

4. In Wahrscheinlichkeiten und CRVs denken, nicht in einzelnen Trades

Professionelles Trading funktioniert über statistische Vorteile, die sich erst über viele Positionen hinweg entfalten. Das Chance-Risiko-Verhältnis (CRV) gehört zu den wichtigsten Grundlagen profitabler Trading-Systeme. Ein Trader mit einem CRV von 1:3 riskiert beispielsweise 100 €, um potenziell 300 € zu gewinnen. Dadurch kann selbst eine relativ niedrige Trefferquote langfristig profitabel sein.

Anfänger unterschätzen diesen Zusammenhang massiv. Sie glauben, eine profitable Strategie müsse permanent hohe Trefferquoten liefern. In der Praxis arbeiten jedoch viele erfolgreiche Trader mit Trefferquoten zwischen 40 % und 60 %. Ein einfaches Beispiel:

  • Ergebnis: +1.000 € Gesamtgewinn trotz nur 50 % Trefferquote
  • 10 Trades insgesamt
  • 5 Verlusttrades à -100 €
  • 5 Gewinntrades à +300 €

Was sind typische Denkfehler von Tradern und wie beeinflussen sie Entscheidungen?

In der Trading-Psychologie spricht man dabei von kognitiven Verzerrungen (Cognitive Biases). Gemeint sind Denkfehler, die dazu führen, dass Informationen falsch bewertet oder Risiken emotional eingeschätzt werden. Wir sehen diese Muster im Trading permanent.

Im Folgenden zeigen wir dir die bekanntesten Biases:

  • Overconfidence Bias: Nach mehreren erfolgreichen Trades entsteht das Gefühl, den Markt „lesen“ zu können. Trader erhöhen dann ihre Positionsgröße, die Anzahl der Trades, das Risiko pro Position.
  • Loss Aversion: Verluste lösen psychologisch deutlich stärkere Emotionen aus als vergleichbare Gewinne.gst
  • Gambler’s Fallacy: Trader glauben nach mehreren Verlusttrades, dass „jetzt endlich wieder ein Gewinn kommen muss“. Andere erwarten nach langen Gewinnserien automatisch eine Gegenbewegung.

Trading Mindset in Drawdown-Phasen: Wie lassen sich teure Fehler vermeiden?

Längere Verlustphasen führen psychologisch schnell dazu, dass Trader ihre komplette Handelslogik infrage stellen. Oft liegt das Problem jedoch gar nicht an der Strategie selbst, sondern daran, dass sie nicht konsequent genug oder nicht über ausreichend viele Trades umgesetzt wurde. Ganz wichtig dabei: Selbst professionelle Trader haben immer wieder mal längere Drawdown-Phasen.

Wie sie mit ihnen umgehen, unterscheidet sich aber. Professionelle Trader reduzieren in solchen Phasen meist bewusst das Risiko und erhöhen nicht die Aggressivität. Genau das empfehlen wir auch in der Trading.de Ausbildung. Diese Maßnahmen kannst du während eines Drawdowns potenziell anwenden:

  • Risiko pro Trade temporär reduzieren
  • Das Trading-Journal detailliert auswerten
  • Fehler von normalen Verlusttrades unterscheiden
  • Feste Trading-Pausen einbauen
  • Keine neue Strategie mitten im Drawdown beginnen

Trading Mindset Selbstcheck: 6 Tipps und Strategien für besseres Trading

Diese 6 Tipps und Strategien kannst du direkt umsetzen, um dein Trading Mindset langfristig zu verbessern und gleichzeitig ehrlich zu überprüfen, wie stabil du mental bereits handelst.

  • Selbstreflektion durchführen: Prüfe nach deinen Trades ehrlich, ob du wirklich nach Plan gehandelt hast oder emotional reagiert hast. Hast du schon einmal einen Stop-Loss verschoben, Gewinne zu früh geschlossen oder nach Verlusten impulsiv weitergetradet? Diese Verhaltensmuster zeigen dir, wo deine größten mentalen Schwächen liegen.
  • Handelsplan erstellen: Frage dich vor jedem Einstieg, ob dein Trade wirklich vollständig geplant ist. Kennst du deinen Einstieg, deinen Stop-Loss, dein Kursziel und dein maximales Risiko bereits vor dem Klick? Oder entscheidest du Teile davon spontan im laufenden Trade?
  • Geduld entwickeln: Hinterfrage ehrlich, ob du wirklich auf gute Setups wartest oder einfach permanent aktiv sein willst. Nicht, dass du Positionen aus Langeweile, FOMO oder Ungeduld eröffnest. Ein starkes Trading Mindset erkennst du daran, dass du auch bewusst keinen Trade eingehst, wenn die Marktbedingungen gerade nicht deiner Strategie entsprechen.
  • Anpassungsfähig sein: Schaue, ob deine Strategie überhaupt zur aktuellen Marktphase passt. Handelst du trotz hoher Volatilität oder wichtiger News genauso aggressiv weiter wie zuvor? Oder passt du Risiko, Positionsgröße und Aktivität an? Es ist dabei kein Widerspruch, sich an Pläne zu halten und trotzdem flexibel und anpassungsfähig zu sein. Denn nicht jeder Börsentag ist gleich. Strategien können in einem Bullenmarkt funktionieren und in einem Bärenmarkt nicht. Oder die Volatilität ist aufgrund von Feiertagen völlig unvorhersehbar. Außerdem kann es sinnvoll sein, vor wichtigen Ereignissen wie der Zinsentscheidung der FED nicht investiert zu sein.
  • Gewinne und Verluste akzeptieren: Beobachte genau, wie du emotional auf Ergebnisse reagierst. Versuchst du Verluste sofort „zurückzuholen“? Fühlst du dich nach mehreren Gewinnen schnell unbesiegbar? So entstehen oft die größten Fehler im Trading.
  • Trading-Protokoll führen: Überprüfe, ob du deine Trades wirklich dokumentierst oder dich ausschließlich auf dein Gedächtnis verlässt. Ein gutes Trading-Journal zeigt dir langfristig wann du impulsiv handelst, wann du Regeln brichst, wie du auf Gewinne und Verluste reagierst und welche Denkfehler bzw. Glaubenssätze du immer wieder hast.

Trading Mindset in einer Trading-Ausbildung lernen

Die vorgestellten Tipps zur Verbesserung des Trading Mindsets sind auf dem Papier und in der Theorie einfach. Doch wie sieht es in der Praxis aus? Aus eigener Erfahrung können wir sagen, dass der Transfer von der Theorie in die Praxis gar nicht so einfach ist, wie es scheint. Und: An einem Tag kannst du mental sehr resilient handeln und am nächsten Tag sind die Emotionen wieder dabei. Das ist komplett normal.

Wir haben bei Trading.de eine Trading Ausbildung entwickelt, die dir nach fester Strategie Daytrading beibringt. Das Thema Trading Mindset gehört bei uns fest zur Ausbildung dazu. In der Ausbildung machen wir emotionale Fehler überhaupt erst sichtbar und bauen feste Routinen für dich auf, damit du kontrollierte Entscheidungen im Handel triffst. Zudem sind unsere Coaches an deiner Seite und begleiten dich auf dem Weg.

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Ist ein Trading Mental Coach sinnvoll? 

Ein Trading Mental Coach lohnt sich für dich, wenn deine emotionalen Fehler immer wieder zu denselben Trading-Mustern führen. Das sind zum Beispiel Revenge Trades, impulsive Positionsgrößen, Angst vor dem Einstieg oder panische Positionen zu schließen, wenn die Trades gegen deine Prognose laufen.

Das sind Aufgaben von einem Trading Mental Coach:

  • Emotionale Muster erkennen
  • Feste Routinen aufbauen
  • Impulsive Entscheidungen zu reduzieren
  • Mehr Konstanz für dein Trading durch mehr Resilienz zu begünstigen

Das Problem: Ein externer Mindset Coach wird deine Trading Strategie wahrscheinlich niemals im Detail richtig kennen. Der Coach schaut sich dann deine Emotionen an und erkennt ggf. auch den ein oder anderen Trigger versteht, aber den Markt und deine Strategie überhaupt nicht. Aus unserer Sicht funktioniert mentale Arbeit im Trading deshalb am besten direkt im Zusammenhang mit echten Trades, echten Marktphasen und echtem Risikomanagement.

Mental Coaching ist uns in der Trading.de Ausbildung entsprechend extrem wichtig. Wir analysieren also in Feedbackgesprächen neben den Trades auch Fragen wie:

  • Warum wurde der Stop-Loss verschoben?
  • Warum wurde der Gewinn zu früh geschlossen?
  • Warum wurde nach einem Verlust direkt der nächste Trade eröffnet?
  • Wurde der Trade nach Plan umgesetzt oder emotional verändert?

Pre-Trade-Phase: Unsere Pre-Trade-Routine bei Trading.de für resilientes Trading

Emotionale Fehler entstehen oft mitten in Trades, sind jedoch nicht dort zu verorten. Die meisten Fehler lassen sich unserer Erfahrung nach vermeiden, wenn du deinen Trade richtig eröffnest. So sieht unsere Pre-Trade-Routine aus:

  1. Marktphase analysieren: Zuerst prüfen wir, ob die aktuelle Marktphase überhaupt zur Strategie passt. Wir analysieren beispielsweise Trend- oder Seitwärtsphase, aktuelle Volatilität, wichtige Unterstützungen und Widerstände und Liquidität im Markt.
  2. News- und Terminlage prüfen: Vor jedem Trade prüfen wir wichtige Wirtschaftsdaten und Events. Die wichtigsten sind beispielsweise FED-Entscheidungen, CPI- und Inflationsdaten, Arbeitsmarktdaten, EZB-Termine und geopolitische Ereignisse.
  3. Setup exakt definieren: Danach prüfen wir, ob der Trade wirklich unserer Strategie entspricht.
  4. Risiko und CRV berechnen: Bevor ein Trade eröffnet wird, stehen Risiko und Chance bereits fest. Wir definieren deshalb vor jedem Einstieg Stop-Loss, Take-Profit, Positionsgröße, maximales Risiko pro Trade und CRV.
  5. Mentale Verfassung prüfen: Der Schritt ist für uns der Wichtigste. Negative Emotionen sind beim Trading normal. Sobald du diese aber wahrnimmst, solltest du an dem Tag besser nicht mehr traden.

Welche Bücher helfen bei der Entwicklung eines Trading Mindsets?

Bücher helfen enorm dabei, Psychologie, Verhaltensmuster und Entscheidungsprozesse hinter dem Trading zu verstehen. Diese empfehlen wir:

BuchAutorInhalt
Trading in the ZoneMark DouglasEiner der bekanntesten Klassiker zur Trading-Psychologie. Das Buch erklärt, warum erfolgreiche Trader in Wahrscheinlichkeiten denken und weshalb emotionale Einzelentscheidungen langfristig problematisch werden
The Daily Trading CoachBrett SteenbargerSehr praxisnahes Buch mit konkreten Übungen zur Selbstreflexion, Routinen und mentalen Stabilität im Trading-Alltag
Trading for a LivingAlexander ElderKombination aus Trading-Psychologie, Risikomanagement und Strategieaufbau, gut für Anfänger.
The Disciplined TraderMark DouglasInhalte beziehen sich auf Disziplin, emotionale Kontrolle und mentale Denkfehler beim Trading
Thinking, Fast and SlowDaniel KahnemanNobelpreisträger Daniel Kahneman erklärt typische Denkfehler, Biases und impulsive Entscheidungen unter Unsicherheit, Inhalte lassen sich auf das Trading anwenden

Fazit: Das richtige Mindset ist im Trading wichtig

Uns ist ganz wichtig am Ende nochmal klarzustellen, dass ein Trading Mindset nicht emotionslos ist. Es ist nicht das Ziel, wie eine Maschine zu handeln, auch wenn das viele Ratgeber predigen. Für uns bedeutet ein resilientes Trading Mindset trotz Angst, Stress, Euphorie oder Druck kontrolliert nach festen Regeln handeln zu können. Und das kann Spaß machen! Am besten siehst du es als Chance, dich und dein Trading besser kennenzulernen und nicht als weitere To do.

Schau dir hierzu auch das Video unseres Trading.de Coaches JT an:

Meist gestellte Fragen:

Ist das Trading Mindset angeboren?

Grob gesagt ist das Trading Mindset die Psyche bzw. die Mentalität, die ein Trader mit an die Börse bringt. Psyche und Mentalität stecken in jedem Menschen und sind somit immer vorhanden. Es macht jedoch einen Unterschied, ob ein Trader sein Mindset bewusst wahrnimmt oder unterbewusst handelt.

Wie nehme ich mein Trading Mindset wahr?

Ein Trader sollte eine Selbstreflexion durchführen, um herauszufinden, welches Mindset er an der Börse an den Tag legt und wie er sich beeinflussen lässt. Dies ist am besten mit einem Trading-Tagebuch möglich.

Kann das Trading Mindset verbessert werden?

Es ist möglich, das Trading Mindset zu stärken. Dies geschieht durch verschiedene Handlungsempfehlungen, die sich vor allem um das Thema Selbstreflexion drehen. Ein Trader braucht eine Strategie, an die er sich ausnahmslos halten sollte.

Was tun bei Verlusten?

Wenn die Strategie aufgeht, sind Verluste Teil des Tradings. Es ist keine Besonderheit, wenn ein einzelner Trade negativ ist. Aus diesem Grund ist bei einem negativen Trade schlicht nichts zu tun.

Hilft ein Trading Journal dem Mindset?

Ja. Ein Trading Journal ist vergleichbar mit einem Tagebuch, in dem alle Trades protokolliert und aufgelistet werden. Zur Selbstreflexion sollte das Tagebuch eine Spalte für Emotionen enthalten. Auf diesem Weg kann sehr gut Selbstreflexion betrieben werden.

Welche Positionsgröße ist für die Psyche optimal?

Je höher das Risiko des einzelnen Trades für das gesamte Depot ausfällt, desto stärker wird die Psyche belastet. Daher ist es ratsam, pro Position maximal 1 bis 2 % des Depotwertes zu riskieren.

Andre Witzel
Andre Witzel hat über 10 Jahre Erfahrungen im Trading und ist der Gründer von Trading.de. Als Experte, Coach in der Trading.de Ausbildung und Trader teilt seine Strategien und Methoden mit seinen Lesern. Er weiß genau welche Fehler Anfänger machen und kann ihnen die besten Tipps zum erfolgreichen Handel geben.
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