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Ja, Trading kann süchtig machen; die Leidenschaft zum Handel kann manchmal zu einer Sucht werden, denn wie bei einem Glücksspiel kann man durch hervorgerufene Emotionen und Dopamin ebenso süchtig nach Trading werden. Trading ist jedoch kein reines Glücksspiel. Anders als beim Roulette oder klassischen Casinospielen lassen sich Wahrscheinlichkeiten im Trading aktiv beeinflussen — beispielsweise über Strategie, Risiko-Management, Stop-Loss-Marken und ein positives Chance-Risiko-Verhältnis (CRV). 

In diesem Artikel zeigen wir dir die Unterschiede zwischen Trading und Glücksspiel und erklären, woran du problematisches Trading frühzeitig erkennen kannst.

Trading vs. Glücksspiel - Wo liegen Gemeinsamkeiten und Unterschiede?

Die wichtigsten Fakten im Überblick:

  • Zwischen Trading und Glücksspiel existieren Gemeinsamkeiten, weshalb in beiden Bereichen Suchtgefahr entstehen kann.
  • Emotionen wie Euphorie, Angst, Frust oder Gier treten sowohl beim Trading als auch beim Glücksspiel auf.
  • Warnsignale für eine mögliche Trading-Sucht sind beispielsweise Kontrollverlust, Overtrading oder das Vernachlässigen von Familie, Arbeit und Alltag.
  • Professionelles Risikomanagement, feste Trading-Pläne und Stop-Loss-Regeln gehören zu den wichtigsten Maßnahmen gegen emotionales Zocken.

Was sind die größten Unterschiede zwischen Trading und Glücksspiel?

Der größte Unterschied zwischen Glücksspiel und Trading liegt darin, dass sich Risiken und Wahrscheinlichkeiten beim Trading aktiv beeinflussen lassen – etwa mittels strategischer Überlegungen, allgemeinem Risikomanagement sowie Orderzusätzen wie Stop-Loss-Marken. Glücksspiel basiert dagegen langfristig auf Zufall und einem mathematischen Vorteil für das Casino oder den Anbieter.

Ein weiterer Unterschied ist außerdem der sogenannte Erwartungswert. Beim Glücksspiel ist dieser langfristig meist negativ, weil der Anbieter statistisch immer einen Vorteil besitzt. Im Trading kann der Erwartungswert dagegen positiv sein, wenn eine Strategie langfristig mehr Gewinn erzielt als Verlust. Entscheidend ist dabei nicht nur die Trefferquote, sondern vor allem das Verhältnis zwischen Risiko und möglichem Gewinn, also das Chance-Risiko-Verhältnis (CRV). Eine Strategie muss also keine Trefferquote von 80 % haben, um profitabel zu sein. Eine Trefferquote von 50 % ist immer noch profitabel, wenn die Gewinne doppelt so groß wie die Verluste sind (CRV 2:1). Mit unserem Trefferquote-Rechner kannst du deine individuelle Trefferquote berechnen.

Das sind die wichtigsten Unterschiede zwischen Trading und Glücksspiel:

TradingGlücksspiel
GrundprinzipHandel auf Basis von Strategie, Analyse und WahrscheinlichkeitenZufallsbasiertes Spiel
Einfluss auf ErgebnisseRisiken lassen sich aktiv steuernRisiken lassen sich nicht steuern
RisikomanagementStop-Loss, Positionsgröße und CRV begrenzen VerlusteMeist keine echte Verlustbegrenzung
ErwartungswertKann langfristig positiv seinLangfristig statistisch negativ
AnalyseTechnische und fundamentale Analyse möglichKaum möglich, in den meisten Spielen gar nicht
LernkurveWissen und Erfahrung können Ergebnisse verbessernErfahrung verändert den Hausvorteil nicht
HandelsdauerPositionen können geplant und flexibel verwaltet werdenErgebnisse sind zufallsabhängig

Was sind Gemeinsamkeiten von Trading und Glücksspiel?

Die größten Gemeinsamkeiten zwischen Trading und Glücksspiel entstehen vor allem durch Emotionen, schnelle Belohnungen und den psychologischen Druck bei Gewinnen oder Verlusten. Sowohl beim Trading als auch beim Glücksspiel entstehen unvorhersehbare Ergebnisse. Kein Trader kann Märkte vollständig kontrollieren oder jede Bewegung exakt vorhersagen. Selbst professionelle Strategien arbeiten deshalb immer nur mit Wahrscheinlichkeiten und niemals mit garantierten Gewinnen. Deshalb sehen wir bei Trading.de emotionale Kontrolle und Risikomanagement als einen der wichtigsten Bestandteile im Trading überhaupt.

Die größten Gemeinsamkeiten zwischen Trading und Glücksspiel zeigt die folgende Tabelle:

TradingGlücksspiel
Emotionale ReaktionenEuphorie, Angst, Frust oder Gier beeinflussen Trading-EntscheidungenGewinne und Verluste lösen starke Emotionen und weitere Spiele aus
Dopamin/ BelohnungssystemSchnelle Gewinne können emotional „belohnend“ wirkenGlücksspiel aktiviert ebenfalls stark das Belohnungssystem
UnvorhersehbarkeitMärkte bleiben kurzfristig nie vollständig kontrollierbarErgebnisse basieren stark auf Zufall
VerlustspiralenOvertrading und Revenge Trades sind Folgen emotionalen Handelns im TradingVerluste führen oft zu weiterem Spielen
Impulsives VerhaltenPositionsgrößen werden emotional erhöhtEinsätze steigen häufig nach Verlusten
Psychologischer DruckGewinne und Verluste beeinflussen Stimmung und VerhaltenGleiche emotionale Mechanismen entstehen

Ist Trading eine Form von Glücksspiel?

Nein, Trading ist keine Form von Glücksspiel. Denn professionelle Trader arbeiten nicht mit reinem Zufall, sondern mit festen Strategien, statistischen Wahrscheinlichkeiten und kontrollierbarem Risiko. Trading wird gerne unterstellt, dass es sich um Glücksspiel handelt, da Trader eben auch Verluste erwirtschaften. Selbst profitable Trading-Strategien erreichen unserer Erfahrung nach langfristig nur Trefferquoten zwischen 40 und 60 %.

Deshalb ist der Erfahrungswert im Trading so wichtig. Glücksspiel besitzt langfristig meist einen mathematischen Nachteil für den Spieler. Professionelles Trading zielt darauf ein, über viele Trades hinweg einen positiven Erwartungswert zu erreichen — also Gewinne langfristig größer ausfallen zu lassen als Verluste. Die Verluste sind dabei fest einkalkuliert und somit Teil der Trading-Strategie.

Experten-Erfahrung: Trading kann glücksspielähnlich sein

Andre Witzel - Trader und Experte bei Trading.de
Andre Witzel
Trader & Experte

Meiner Erfahrung nach können fehlende Regeln und emotionales Verhalten dafür sorgen, dass Personen an den Börsen so handeln, dass es an Glücksspiel grenzt. Das passiert in der Regel, wenn sie impulsiv handeln, Verluste „zurückholen“ wollen oder Stop-Loss-Marken ignorieren. Dann wird Trading einfach nur noch zur Zockerei. Trading selbst ist aber eine strategische Einkommensquelle.

Was sind Suchtgefahren im Trading?

Die Suchtgefahr im Trading ist real. Häufig ist es ein schmaler Grat, auf den sich Händler beim Trading begeben. Leidenschaft und Sucht liegen häufig nahe beieinander. Eine Studie des Leibniz-Instituts SAFE aus dem Jahr 2021 zeigte, dass besonders App-basiertes Daytrading impulsiveres Verhalten und höhere Risiken fördern kann. Schnelle Verfügbarkeit, Push-Benachrichtigungen und unmittelbare Gewinne oder Verluste aktivieren dabei ähnliche Mechanismen wie beim klassischen Glücksspiel.

Typische Kriterien einer Verhaltenssucht laut ICD-11 sind beispielsweise:

  • Kontrollverlust,
  • Steigende Einsätze
  • Vernachlässigen anderer Lebensbereiche
  • Fortsetzen des Verhaltens trotz negativer Konsequenzen

Auch die Kriterien problematischen Glücksspielverhaltens aus dem DSM-5 zeigen deutliche Überschneidungen mit emotionalem Trading. Dazu gehören beispielsweise Kontrollverlust, steigende Risiken, permanentes Denken an den nächsten Trade oder das zwanghafte Zurückholen von Verlusten durch sogenannte Revenge Trades.

Diese Suchtgefahren können auch im Trading entstehen:

Verluste und schnelle Gewinne aktivieren das Belohnungssystem

Eine Ursache für die Gefahr der Sucht im Trading ist, dass oft nur Winzigkeiten darüber entscheiden, ob Trader einen Gewinn erzielen oder einen Verlust erleiden. Erfolg und Misserfolg liegen entsprechend beim Trading meistens sehr nahe beieinander. Die Gefahr der Sucht ergibt sich auch daraus, dass Trader nach Verlusten eine psychische Belastung haben, diese möglichst schnell auszugleichen. Daraus wiederum wächst die Versuchung, diese Verluste auszugleichen, nämlich durch einen möglichen Gewinn beim nächsten Trade. Das allerdings kann eine gefährliche Abwärtsspirale auslösen, wenn Trader auch den nächsten Trade mit einem Verlust abschließen. 

Die Verlustspiralen entstehen sowohl bei einer Gewinnserie als auch bei Verlusten:

Verlustspirale im TradingGewinnspirale im Trading
Verlusttrade entstehtMehrere erfolgreiche Trades entstehen
Frust und emotionaler Druck steigenEuphorie und Selbstüberschätzung entstehen
Verluste sollen schnell zurückgewonnen werdenTrader fühlt sich „unbesiegbar“
Positionsgrößen werden erhöhtRisiko-Regeln werden lockerer
Stop-Loss wird verschoben oder entferntSchlechtere Setups werden gehandelt
Revenge Trades und impulsive Entries entstehenOvertrading und Überhebelung entstehen
Weitere Verluste verstärken den KontrollverlustGroße Verluste geben Gewinne oft schnell wieder ab

Kognitive Verzerrungen des Gehirns verstärken diese Spiralen zusätzlich. Dabei handelt es sich um typische Denkfehler, auch Biases genannt, die unter emotionalem Druck entstehen und rationale Entscheidungen erschweren. Das sind die zwei größten Biases:

  • Overconfidence Bias: Nach mehreren erfolgreichen Trades überschätzen sich viele Trader und gehen höhere Risiken ein, weil sie glauben, den Markt „verstanden“ zu haben.
  • Confirmation Bias: Trader suchen gezielt nach Informationen, die ihre ursprüngliche Meinung bestätigen, obwohl der Markt bereits gegen sie läuft.

Trading als emotionale Flucht

Eine weitere Suchtgefahr basiert beim Trading darauf, dass dieses häufig genutzt wird, um entweder berufliche oder private Probleme zu kompensieren. Besonders groß ist diese Gefahr, wenn es zum Beispiel in der Familie oder im engeren Freundeskreis bereits Personen gibt, die süchtig geworden sind. 

Warnsignale dafür sind beispielsweise:

  • Permanentes Kontrollieren von Kursen
  • Vernachlässigung von Familie oder Alltag
  • Starke Stimmungsschwankungen abhängig vom Trading-Erfolg
  • Heimliches Trading
  • Immer höhere Risiken für den „nächsten großen Gewinn“
  • Emotionaler Druck nach Verlusten

Schau dir dazu auch unser YouTube-Video an. Dort erklären wir, welche Emotionen es bei der Trading-Sucht gibt und warum so viele Trader daran scheitern:

Welchen Einfluss haben Emotionen auf die Suchtgefahr im Trading?

Es gibt aus unseren Erfahrungen nach einige Gefühle, die sowohl beim Glücksspiel als auch beim Trading für eine Suchtgefahr sorgen können. Verantwortlich dafür ist das Belohnungssystem im Gehirn. Gewinne führen unter anderem zur Ausschüttung von Dopamin — einem Neurotransmitter, der Motivation und kurzfristige Glücksgefühle verstärkt. Genau deshalb können schnelle Gewinne emotional regelrecht süchtig machen. Verluste versucht das Gehirn hingegen emotional sofort auszugleichen. Deshalb ist der Verlustschmerz auch meist deutlich höher als die Dopamin-Suche bei Gewinnen.

Besonders gefährlich sind Emotionen im Trading, da Trader binnen einer Trading-Session oft mehrere Emotionen durchlaufen, von Euphorie zu Gier und Selbstüberschätzung hin zu Angst und Panik. Alle Emotionen triggern dabei Impulshandlungen:

EmotionTypisches Verhalten
EuphorieRisiko wird erhöht, Regeln werden ignoriert
GierTrades laufen zu lange weiter
AngstGewinne werden zu früh geschlossen
FrustRevenge Trades entstehen
PanikPositionen werden hektisch geschlossen
SelbstüberschätzungZu große Positionsgrößen und Overtrading
Neid/FOMOSpontane Trades aus Angst etwas zu verpassen
Lies dazu auch unseren Artikel zur Trading Psychologie!

Wie vermeidest du Glücksspiel und Suchtgefahren im Trading?

Damit Trading nicht zur Sucht wird, ist es äußerst wichtig, möglichst von Beginn an eine gesunde Einstellung zur Börse entwickeln. Zwar sind jene, die das Trading lernen wollen und am Anfang stehen, meistens nicht so gefährdet wie erfahrene Trader, weil sie zu Beginn häufig vorsichtiger agieren. Trotzdem sind auch Neulinge im Trading nicht davor geschützt, relativ schnell in eine Sucht zu fallen. 

Umso wichtiger ist es, von Beginn an eine realistische und gesunde Einstellung zum Handel sowie zum Trading haben. Die meisten Faktoren lassen sich schlichtweg nicht beeinflussen, die sich auf die Kurse auswirken. Das sind zum Beispiel: 

  • Wirtschaftliche Entwicklungen
  • Politische Ereignisse
  • News zu Unternehmen und Branchen
  • Verhalten anderer Trader an den Märkten

Darüber hinaus ist es wichtig, nicht regelrecht versessen auf immer höhere Gewinne zu sein. Freue dich stattdessen über kleinere Gewinne, wenn diese auf Grundlage deiner Handelsstrategie erreicht werden.

1. Geduld behalten und nicht jede Marktbewegung handeln

Zu einer gesunden Einstellung an der Börse gehört auch, geduldig zu sein. Du musst nicht jede mögliche Kursentwicklung mitmachen oder sofort in den Markt gehen, sondern kannst ebenso auf noch bessere Chancen warten. Das gilt natürlich nicht für alle Trader, denn beispielsweise bei Scalpern besteht das Trading darin, Positionen schnell zu öffnen und schnell zu schließen. In unserer Trading.de Ausbildung arbeiten wir beispielsweise mit festen Kriterien vor jedem Einstieg:

  • Wurde die Strategie ins Chart eingezeichnet?
  • Passt die aktuelle Marktphase zur Strategie?
  • Stimmt das Chance-Risiko-Verhältnis?
  • Befindet sich der Markt an einer wichtigen Unterstützung oder einem Widerstand?
  • Ist die Volatilität aktuell sinnvoll handelbar?

2. Verluste annehmen und aktiv begrenzen

Verluste lassen sich im Trading niemals vollständig vermeiden. Deshalb arbeiten wir im Trading bewusst mit festen Risiko-Regeln:

Zockerei im Trading
Handel nicht unverhältnismäßig viel
  • Risiko nach Verlustserien bewusst reduzieren
  • Maximal 1–2 % Risiko pro Trade
  • Feste Stop-Loss-Marken vor jedem Einstieg
  • Chance-Risiko-Verhältnisse definieren
  • Keine Positionsgrößen spontan erhöhen

Unserer Erfahrung nach entsteht durch ein gut definiertes CRV deutlich weniger emotionaler Druck. Selbst mehrere Verlusttrades hintereinander gefährden das gesamte Konto dann nicht sofort. Die einfachste Möglichkeit, Verluste zu begrenzen, ist zudem der Stop Loss. Für die korrekte Berechnung von Risiko, Positionsgröße und Stop-Loss kannst du unseren Stop-Loss-Rechner kostenlos nutzen.

Expertentipp: Die 24-Stunden-Regel

Wenn du das Gefühl hast, dass Emotionen dein Trading beeinflussen oder du keine gesunde Einstellung mehr zur Börse hast, kann die sogenannte 24-Stunden-Regel helfen. Diese geben wir unseren Teilnehmern aus der Trading.de Ausbildung immer als Tipp mit: Im Prinzip geht es bei der 24-Stunden-Regel darum, einen Tag komplett mit dem Trading auszusetzen und Abstand zum Markt zu gewinnen.

Nutze diese Zeit, um dein eigenes Verhalten zu reflektieren:

  • Hast du zu hohe Gewinnerwartungen?
  • Hast du impulsiv gehandelt?
  • Oder wolltest du Verluste möglichst schnell wieder ausgleichen?

Falls du ein Trading Journal hast, nimm diese Gedanken hier mit auf.

Übrigens kann die 24-Stunden-Regel auch schon deutlich früher sinnvoll sein — zum Beispiel dann, wenn du bei zwei Trades hintereinander merkst, dass starke Emotionen hochkommen.

3. Mit Money Management Risiken begrenzen

Im Idealfall wirst du gar nicht erst süchtig nach dem Trading, sondern reduzierst mögliche Risiken bereits von Anfang an. Ein wichtiger Baustein dafür ist ein gutes Money Management. Es gehört zum Risikomanagement und sorgt dafür, dass du nur begrenztes Kapital einsetzt, anstatt immer größere Summen zu riskieren oder sogar dein gesamtes Vermögen anzugreifen.

Ein gutes Money Management beginnt vor allem mit einer klar definierten Positionsgröße, in der Regel 1 bis 2 Prozent deiner Kontosumme. Wenn du der Auffassung bist, dass eine erhöhte Suchtgefahr besteht, kannst du noch andere Maßnahmen in das Money Management einbinden. Du kannst zum Beispiel Kapital langfristig anlegen, sodass du keine Zugriffsmöglichkeiten hast und so nicht in Versuchung kommst, mehr Geld als geplant beim Trading einzusetzen.

Zocker-Selbsttest: Bist du süchtig nach Trading?

Wenn du merkst, dass dein Verhalten zunehmend ungesund wird, ist der wichtigste erste Schritt, dir das Problem ehrlich einzugestehen. Genau das fällt vielen Betroffenen allerdings schwer. Umso wichtiger ist es, typische Warnsignale frühzeitig zu erkennen. Schau hier, ob du diese Aussagen mit Ja beantwortest. Wenn mehrere zutreffen, bist du gefährdet:

  • Deine Stimmung hängt stark davon ab, ob du Gewinne oder Verluste gemacht hast
  • Deine Einsätze werden mit der Zeit immer größer
  • Du verbringst zunehmend mehr Zeit mit dem Trading
  • Du denkst selbst während der Arbeit oder in deiner Freizeit ständig an den nächsten Trade
  • Du nutzt nicht mehr nur dein geplantes Trading-Kapital, sondern greifst Rücklagen an oder nimmst sogar Kredite auf
  • Du machst sogenannte „Rache-Trades“, um Verluste schnell zurückzuholen
  • Du weichst immer häufiger von deiner eigentlichen Strategie ab
  • Du kannst nach Verlusten nur schwer aufhören zu handeln

Was tun, wenn man süchtig nach Trading ist?

Wenn du mehrere dieser Punkte bei dir erkennst, solltest du dein Verhalten ernst nehmen und reflektieren, ob sich bereits eine problematische Abhängigkeit entwickelt hat. Im ersten Schritt kann manchmal Selbsthilfe funktionieren. Dazu gehört beispielsweise:

  • Nach emotionalen Trades bewusst einen Tag auszusetzen
  • Bewusst weniger zu traden
  • Feste Trading-Zeiten einzuführen
  • Klare Verlustlimits einzuhalten
  • Regelmäßige Pausen einzubauen
  • Konsequent nach Strategie statt aus Emotionen zu handeln

Wenn du merkst, dass du die Kontrolle über dein Trading nicht mehr alleine zurückgewinnst, solltest du professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Sucht- und Beratungsstellen kennen die typischen Muster hinter emotionalem und suchtähnlichem Verhalten sehr genau und können dich gezielt unterstützen. Dabei spielt es oft keine große Rolle, ob es sich um Trading, Glücksspiel oder andere Verhaltenssüchte handelt — viele Mechanismen ähneln sich stark.

Das sind Suchtanlaufstellen, an die du dich bei einer Trading-Sucht wenden kannst:

  • DHS Suchtberatung der Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen
  • Fachverband Glücksspielsucht e.V. mit Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen und Hilfsangeboten  
  • Forum Glücksspielsucht für den anonymen Austausch mit Betroffenen und Angehörigen  
  • Lokale Suchtberatungsstellen
  • Hausarzt

Fazit: Trading kann manchmal zur Sucht werden

Grundsätzlich bringt das Trading von Finanzprodukten durchaus ein gewisses Suchtpotenzial mit sich. Deshalb solltest du dein eigenes Verhalten regelmäßig reflektieren und Warnsignale ernst nehmen. Wenn du merkst, dass Emotionen zunehmend die Kontrolle übernehmen oder Trading deinen Alltag stark beeinflusst, ist es wichtig, frühzeitig gegenzusteuern.

Genau aus diesem Grund spielt bei uns in der  Trading.de Ausbildung nicht nur die reine Strategie eine wichtige Rolle, sondern auch das richtige Mindset. Wir haben einen Blick auf Emotionen im Trading und den Umgang mit Verlusten, Druck und impulsiven Entscheidungen. Unsere Coaches sind dabei immer zur Stelle und supporten dich auch in emotionalen Trading-Phasen.

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Meistgestellte Fragen:

Wie kann man eine Trading-Sucht erkennen?

Anzeichen einer Trading-Sucht sind zum Beispiel übermäßig häufiges Traden oder in der Freizeit sowie im Beruf schon an den nächsten Trade denken und es kaum abwarten können, diesen zu platzieren. Manchmal verlieren süchtige Trader auch das Interesse an anderen Aktivitäten, Freunden oder sogar an der Familie und isolieren sich.

Wie kann man einer Trading-Sucht vorbeugen?

Einer Trading-Sucht lässt sich vorbeugen, wenn du beispielsweise zunächst ausgiebig mit den Marktgegebenheiten und dem Handel vertraut machst, nämlich mittels eines Demokontos. Dort kannst du risikofrei handeln und bereits eine gesunde Einstellung zur Börse finden. Ein gutes Money- und Risikomanagement verringert ebenfalls die Gefahr einer Trading-Sucht.

Wie überwindet man eine Trading-Sucht?

Die erste Maßnahme zum Überwinden einer Trading-Sucht ist, großen Abstand zum Handel halten. Wende dich verstärkt anderen Aktivitäten zu. Sollten diese Maßnahmen nicht ausreichen, ist es sinnvoll, sich professionelle Hilfe bei Suchtberatungen zu suchen.

Andre Witzel
Andre Witzel hat über 10 Jahre Erfahrungen im Trading und ist der Gründer von Trading.de. Als Experte, Coach in der Trading.de Ausbildung und Trader teilt seine Strategien und Methoden mit seinen Lesern. Er weiß genau welche Fehler Anfänger machen und kann ihnen die besten Tipps zum erfolgreichen Handel geben.
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