Das Time and Sales (auch Tape Reading genannt) ist eine Echtzeit Tabelle bzw. Software, in der jede ausgeführte Transaktion mit Zeitpunkt, Preis und Volumen erfasst wird. Die Daten kommen direkt ohne Verzögerung aus dem Matching Engine der Börse.

Scalper und Daytrader nutzen das Tape, um institutionelle Aktivität zu erkennen, Liquidität einzuschätzen und kurzfristiges Momentum zu bestätigen, bevor sich ein Signal im Chart zeigt. Bei Trading.de setzen wir Time and Sales primär zur Bestätigung von Orderflow Setups ein und nie als alleiniges Signal.
In diesem Guide erfährst du, wie das Tape aufgebaut ist, welche Signale wirklich zählen, welche Software du brauchst und welche Fehler Anfänger am häufigsten machen. Mit konkreten Schwellenwerten, Praxis Tipps von Andre Witzel und einer Schritt für Schritt Strategie.
Alles Wichtige zu Time and Sales im Trading
- Time and Sales (Tape Reading) zeigt jede ausgeführte Transaktion in Echtzeit mit Zeitpunkt, Preis und Volumen
- Käufe werden grün, Verkäufe rot dargestellt für einen schnellen Überblick über die Marktrichtung
- Hauptnutzen ist das Erkennen von institutioneller Aktivität, Liquidität und kurzfristigem Momentum
- Geeignet für Scalper, Daytrader und Orderflow-Trader. Ungeeignet für Swing Trader
- Softwares: TradingView, Sierra Chart, ATAS und Bookmap (kostenlos und kostenpflichtig)
Wie funktioniert Time and Sales?
Time and Sales zeigt in Echtzeit jede ausgeführte Transaktion des Marktes als tabellarische Liste. Die wichtigsten Datenpunkte sind:
- Preis bzw. Ausführungskurs
- Volumen (Anzahl Aktien, Kontrakte oder Lots)
- Zeitpunkt (bei Futures auf Millisekunden genau)
- Handelsrichtung: Kauf in Grün oder Verkauf in Rot
- Geld- und Briefkurs (Bid/Ask)
- Frequenz der Ausführungen

Auf liquiden Märkten wie AAPL siehst du 5 bis 10 Prints pro Sekunde. In der Eröffnungsphase von DAX-Futures (FDAX) sind es 20 bis 40 Prints pro Sekunde. Das Tape zeigt in Echtzeit, was gerade tatsächlich passiert, während der Chart mit Verzögerung folgt. In der Darstellung erscheinen Käufe grün und Verkäufe rot. Anhand dieser Farben erkennst du, auf welcher Seite der Markt gerade Druck aufbaut.
Vor- und Nachteile der Time and Sales
Vorteile Time and Sales
- Echtzeit Einblick in jede ausgeführte Transaktion
- Transparente Ansicht des tatsächlichen Orderflows
- Markttrends und Momentum lassen sich direkt ablesen
- Unterstützungen und Widerstände identifizieren
- Hilfe zur Entscheidungsfindung
- Vor News Events erkennst du an versiegenden Prints (Liquidity Withdrawal), wie sich institutionelle Trader vorpositionieren. Typischerweise 10 bis 30 Sekunden, bevor die Bewegung im Chart sichtbar wird
Nachteile Time and Sales
- 60 bis 80 % aller Prints sind algorithmische Microtrades unter 200 Shares. Diese mit institutionellen Block Trades über 10.000 Shares oder 50 Futures-Kontrakten zu verwechseln, ist die häufigste Anfängerfalle
- Ohne Volumenfilter ist Tape Reading reines Noise Training
- Kein Ersatz für Fundamentaldaten
- Große Disziplin erforderlich, damit man nicht bei jedem Print reagiert
Wofür wird Time and Sales verwendet?
Time and Sales wird hauptsächlich für 3 Zwecke verwendet:
- Entry Timing beim Scalping: Scalper nutzen das Tape in der Eröffnungsphase, um Print Frequenz und Volumenspitzen zu erkennen und das Entry Timing zu optimieren.
- Volumenbestätigung an News Releases: Daytrader setzen es an News Releases ein, um zu beurteilen, ob das Volumen mit der Kursreaktion übereinstimmt.
- Orderflow: Orderflow Trader kombinieren Time and Sales mit Level-2-Daten aus dem Orderbuch, um Ungleichgewichte zwischen Bid und Ask zu erkennen.
So wird das Tape in Trading-Software angezeigt
Das Time and Sales wird in der Regel als fortlaufende Tabelle angezeigt. Neue Prints erscheinen oben, ältere rutschen nach unten. Die typischen Spalten sind Uhrzeit, Preis, Volumen und Geld-/Briefkurs (Bid/Ask).

Käufe werden grün und Verkäufe rot markiert. Diese Farbkodierung ist in TradingView, Sierra Chart, ATAS und Bookmap gleich aufgebaut, sodass du die Richtung sofort erkennst.
Zeitpunkt der Transaktionen
Jedes Mal, wenn ein Kauf oder Verkauf des Basiswerts stattfindet, wird dies im Tape vermerkt. Daraus erkennst du, wie stark ein Asset aktuell nachgefragt wird. Ein hohes Interesse liegt häufig vor, wenn der Basiswert innerhalb einer Sekunde mehrfach gehandelt wird.
Bei Futures liefern Timestamps Millisekunden Genauigkeit. Das ist wichtig, zur Unterscheidung Single-Big-Order vs. Sweep. Mehrere Prints in wenigen Millisekunden auf dem Ask bedeuten Kaufdruck.
Volumen und Anzahl
Das Volumen ist das wichtigste Signal im Tape. An der Größe der Positionen erkennst du, welche Marktteilnehmer, wie zum Beispiel Banken, gerade aktiv sind.
Volumen-Schwellen: Aktien, Futures, Forex (Retail vs. Institutionell)
| Markt | Retail | Mittelgroß | Institutionell |
|---|---|---|---|
| US-Aktien (Shares) | unter 500 | 500 bis 10.000 | über 10.000 |
| FDAX (Kontrakte) | unter 10 | 10 bis 50 | über 50 |
| ES / NQ (Kontrakte) | unter 20 | 20 bis 200 | über 200 |
| Forex (Lots) | unter 1 Lot | 1 bis 50 Lots | über 50 Lots |
Frequenz der Ausführungen
Das Tape liefert auch Informationen darüber, wie häufig ein Basiswert gehandelt wird. Daraus kannst du wichtige Rückschlüsse auf die aktuelle Nachfrage ziehen. Grundsätzlich gilt kannst du dir merken: Je häufiger ein Wert gehandelt wird, desto höher ist in der Regel das Interesse der Marktteilnehmer.
Stellst du beispielsweise im Daytrading fest, dass eine Aktie plötzlich deutlich häufiger gehandelt wird als zuvor, kann das auf neue Informationen oder veränderte Marktbedingungen hindeuten. Dadurch wird der Wert für dich interessanter und kann dir bei der Entscheidung helfen, eine Long- oder Short Position einzugehen.
Über die Handelsfrequenz im Time and Sales kannst du unter anderem folgende Fragen beantworten:
- Wie gefragt ist der Basiswert?
- Wie liquide ist der Basiswert?
- Wie hoch ist der aktuelle Spread?
Geld- und Briefkurs (Bid/Ask-Spread)
Die letzte Information, die du innerhalb der Time and Sales ablesen kannst, sind Geld- und Briefkurs. Beim Geldkurs handelt es sich um den Kurs, zu dem ein Käufer bereit ist, den Basiswert zu kaufen. Der Briefkurs zeigt dir, zu welchem Kurs ein Verkäufer bereit ist zu verkaufen. Am Geld- und Briefkurs kannst du sehen, wie das Verhältnis von Angebot und Nachfrage ist. Daraus lässt sich erkennen, ob der Basiswert aktuell gefragt ist oder stattdessen das Angebot überwiegt.
In über 10 Jahren Trading-Erfahrung nutzen wir bei Trading.de den Bid/Ask-Spread als primären Liquiditätsfilter. Alles über 2 Ticks Spread bei Index-Futures überspringen wir wegen zu hohem Slippage-Risiko.
Wie entstehen bei Time and Sales Kauf- und Verkaufssignale?
Kauf- und Verkaufssignale entstehen im Tape, wenn sich in den ausgeführten Transaktionen wiederkehrende Muster bei bestimmten Preiszonen abzeichnen. Insbesondere bei folgenden:
- Unterstützungen
- Widerständen
- Trendumkehrungen
- Ausbruchsmöglichkeiten (Breakouts)
Stellst du zum Beispiel anhand des Tapes fest, dass ein Basiswert immer wieder an einem bestimmten Punkt aufgefangen wird, deutet das auf eine klare Unterstützung hin und kann als Kaufsignal gewertet werden. Schafft es der Kurs hingegen nicht, einen bestimmten Widerstand mehrfach zu durchbrechen, ist das ein konkreter Hinweis auf eine mögliche Trendumkehr.
Sweep vs. Block Trade: der Unterschied im Tape
Im Tape erkennst du zwei unterschiedliche Arten großer Ausführungen:
Ein Block Trade erscheint meist als einzelner großer Print mit hohem Volumen. Dahinter stehen häufig institutionelle Marktteilnehmer. Allein anhand des Block Trades lässt sich jedoch nicht erkennen, ob eine Position eröffnet, geschlossen oder abgesichert wurde.
Ein Sweep zeigt sich als schnelle Folge vieler Prints auf mehreren Preisniveaus innerhalb von Millisekunden. Dabei wird die verfügbare Liquidität aggressiv aus dem Markt genommen, sodass die Order über mehrere Preisstufen ausgeführt wird. Im Tape erkennst du das an vielen Prints in kurzer Zeit, die sich in dieselbe Richtung bewegen. Das weist auf aggressives Kauf- oder Verkaufsinteresse hin und kann kurzfristig zusätzlichen Druck auf den Kurs ausüben.
In ATAS und Sierra Chart lässt sich die Sweep Erkennung über entsprechende Aggregationsfilter aktivieren.
Interpretation und Trading Strategien mit Time and Sales
Für die Interpretation des Tapes sind vier Kerngrößen entscheidend: Volumen, Trend der Orders, Frequenz und Spread. Die wichtigste davon ist das Volumen. Steigt es an, lässt sich daraus unseren Erfahrungen nach ableiten, dass ein Trend einsetzen könnte. Entscheidend ist, ob das Volumen eher auf der Kauf- oder Verkaufsseite zunimmt.
Ebenfalls wichtig für die Interpretation ist, dass du dir ein Bild von der Frequenz der Transaktionen machst. Gibt es besonders viele Transaktionen in kurzer Zeit, kann das auf ein steigendes Interesse seitens der Käufer bzw. Verkäufer hinweisen. Das wiederum deutet auf eine erhöhte Liquidität hin, die auf vermehrt aktive institutionelle Anleger am Markt zurückzuführen sein könnte.
Um eine möglichst gute Interpretation des Time and Sales Indikators vorzunehmen, solltest du dich vor allem mit den folgenden Informationen beschäftigen, die dir das Tape liefert:
Umfang des Handelsvolumens
Der Umfang des Handelsvolumens ist deshalb für die Interpretation von Bedeutung, weil ein deutlich steigendes Volumen darauf hindeutet, dass zum Beispiel gerade Banken als institutionelle Investoren am Markt aktiv sind. Das wiederum bedeutet nicht selten, dass sich die Kurse schnell in die eine oder andere Richtung bewegen könnten.

Trend der Orders
Der Trend der Aufträge ist insofern wichtig, weil du zum Beispiel am Verhältnis zwischen Angebot und Nachfrage ablesen kannst, ob eher mit steigenden oder fallenden Kursen zu rechnen ist. So lässt sich anhand des Tapes schnell herausfinden, ob es momentan in der überwiegenden Mehrheit Kaufaufträge (Nachfrage) oder Verkaufsaufträge (Angebot) gibt.

Geschwindigkeit (Frequenz) der Transaktionen
Ebenfalls solltest du zur Interpretation mit Time and Sales die Geschwindigkeit der Transaktionen nutzen. Sind diese besonders hoch, deutet das darauf hin, dass es einen zumindest kurzfristigen Trend gibt. Das wäre zum Beispiel der Fall, wenn Kaufaufträge mit hoher Geschwindigkeit zunehmen. Dann könnte es sich um einen sich bildenden Aufwärtstrend handeln.

Diskrepanz zwischen Kauf- und Verkaufsaufträgen
Für die Interpretation ist ebenso die Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage von Bedeutung. Merkst du zum Beispiel anhand der Daten der Time and Sales, dass die Mehrheit aller Trader momentan als Käufer am Markt aktiv ist, so dürfte die Nachfrage sehr wahrscheinlich überwiegen. Das wiederum ist die Grundlage für steigende Kurse.
Für welche Märkte eignet sich Tape Reading?
Tape Reading funktioniert am besten in liquiden Märkten mit hohem Handelsvolumen und enger Bid Ask Spanne. Je mehr Transaktionen stattfinden, desto aussagekräftiger sind die Informationen aus dem Tape. Besonders häufig kommt Tape Reading in folgenden Märkten zum Einsatz:
- Aktien
- Futures
- Optionen
- ETFs
- Devisen
- Index CFDs
- Rohstoff CFDs
Time and Sales Strategie: Konkretes Beispiel mit der Colgate-Aktie
Wie du den Time and Sales Indikator für deine Strategie nutzen und daraus im Idealfall Kauf- oder Verkaufssignale ableiten kannst, soll das folgende Beispiel verdeutlichen. Nehmen wir dazu an, dass du dir die Time and Sales vom 28. Juni 2024 ansiehst und feststellst, dass vor wenigen Minuten mehrere größere Kauforders für die Colgate-Aktie am Markt platziert und ausgeführt wurden. Die Ausführung erfolgte zu einem Kurs von 97,04 US-Dollar.

Da es sich um ein sehr hohes Volumen handelt, gehst du davon aus, dass momentan institutionelle Trader aktiv sind. Deshalb entscheidest du dich dafür, in den Wert einzusteigen, und kaufst ebenfalls Colgate-Aktien zu einem Kurs von 97,04 US-Dollar. Sollte es in den kommenden Minuten oder Stunden zu weiteren Käufen durch Banken oder andere institutionelle Marktteilnehmer kommen, könnte der Kurs weiter steigen.
Du könntest beispielsweise als Daytrader deine Position am Ende des Tages schließen und im besten Fall einen Gewinn erzielen. Die Grundlage für diese Handelsentscheidung war in diesem Fall der Time and Sales Indikator, denn dem Tape konntest du sowohl das gehandelte Volumen als auch die Richtung der Kursbewegung entnehmen.
Welche Software bietet Time and Sales an?
TradingView, Sierra Chart, ATAS und Bookmap bieten alle Time and Sales, unterscheiden sich aber in Filtertiefe und Preis. Für den Einstieg reicht TradingView vollkommen aus. Für professionelles Orderflow Trading empfehlen wir bei Trading.de ATAS. Mit den Features Cluster Search, Big Trades Filter und Volume Filter bekommst du ein deutlich klareres Bild des Tapes.

| Software | Preis pro Monat | Filter-Optionen | Sweep-Erkennung | Geeignet für |
|---|---|---|---|---|
| TradingView | kostenlos / ab 14,95 $ | Basis-Volumenanalyse, Screener, Volume Profile | Nein | Einsteiger |
| Sierra Chart | ab 26 $ | Orderflow, Footprint, DOM-Filter | Ja | Fortgeschrittene |
| ATAS | kostenlos / ab ca. 24,95 € | Cluster Search, Big Trades Filter, Volume Filter | Ja | Orderflow Trader |
| Bookmap | kostenlos / ab 19 $ | Heatmap, Liquidity-Filter, Orderflow-Analyse | Ja | Profis und Institutionelle |
So aktivierst du Time and Sales in TradingView in 3 Schritten
Du aktivierst Time and Sales in TradingView, indem du ein passendes Community Skript über das Indikatoren Menü in deinen Chart lädst. Da TradingView kein standardmäßiges Tap Fenster besitzt, ist dieser Weg über die Indikatoren die einzige Option.
Schritt 1: Indikatoren Menü öffnen
Du öffnest das Menü, indem du in der oberen Leiste deines Charts auf das Feld „Indikatoren“ klickst. Es öffnet sich das Suchfenster für Indikatoren und Strategien.

Schritt 2: Nach „Time and Sales“ suchen
Du suchst das Tool, indem du „time and sales“ oben in die Suchmaske eintippst. Wir empfehlen und benutzen selber das Skript „Tape (Time and Sales)“ von „liquid-trader“, welches du in der Liste unter der Community Kategorie findest.

Schritt 3: Indikator aktivieren
Du aktivierst die Anzeige, indem du auf das ausgewählte Skript klickst. Die Time and Sales Liste erscheint sofort am rechten Rand deines Bildschirms und zeigt dir live Preise, Kontraktgrößen und exakte Uhrzeiten an.

Parameter und Einstellungsmöglichkeiten
Die wichtigsten Parameter bei Time and Sales betreffen nicht die Darstellung, sondern die Filterung des Rauschens:
- Volumenfilter: Zeigt nur Transaktionen ab einem definierten Mindestvolumen. Sinnvoll ist ein Filter ab 100 Kontrakten bei Index Futures oder ab 5.000 Shares bei US-Aktien.
- Aggregationsfilter und Sweep Erkennung: Fasst Prints zusammen, die innerhalb weniger Millisekunden auf demselben oder benachbarten Preisniveaus ausgeführt wurden, und macht Sweeps sichtbar.
- Highlight großer Trades: Färbt Prints über einem definierten Schwellenwert besonders hervor.
Kombinationsmöglichkeiten der Time and Sales mit anderen Indikatoren
Zwar erhältst du im Rahmen der Time and Sales interessante Informationen zu aktuellen Transaktionen, insbesondere die Zeit- und Umsatzdaten. Dennoch reicht das unseren Erfahrungen nach nicht aus, um allein auf dieser Basis eine Kauf- oder Verkaufsentscheidung zu treffen. Daher ist es sinnvoll, das Tape mit anderen Indikatoren zu kombinieren. Dazu stehen einige technische Indikatoren zur Verfügung, wie zum Beispiel:
Wie könnte eine Strategie auf Grundlage der Kombination zwischen der Time and Sales und zum Beispiel einem gleitenden Durchschnitt aussehen? Gehen wir davon aus, dass du aktuell eine sogenannte Crossover-Strategie verfolgst und dazu Moving Averages nutzt, mit denen du Kauf- und Verkaufssignale identifizieren kannst.

Sollte nun der schnellere MA den langsameren Moving Average überschreiten, würdest du vermutlich eine Long-Position eingehen. Diese lässt du dir durch eine gesteigerte Käuferaktivität in der Time and Sales bestätigen. Der aktuelle Trend wird sich aller Voraussicht nach fortsetzen.
Alternativen und Ergänzungen: Level 2 und Orderbuch
Das Orderbuch (Level 2) ist keine echte Alternative zu Time and Sales, sondern die ideale Ergänzung. Das Tape zeigt, was bereits passiert ist. Level 2 zeigt, was als Nächstes passieren könnte.
Unseren Erfahrungen nach bei Trading.de ist die Kombination aus beiden die stärkste Grundlage für Orderflow Trading- Level 2 liefert potenzielle Unterstützungs- und Widerstandsniveaus durch offene Limit Orders, das Tape bestätigt, ob diese Niveaus tatsächlich gehalten oder gebrochen werden.
Diese Kombination solltest du erst angehen, wenn du die Grundlagen des Tape Readings sicher beherrschst. Unsere Trading.de Ausbildung führt dich schrittweise an beide Tools heran.
Meine Tipps aus 10+ Jahren Tape Reading

In mehr als 10 Jahren als Daytrader habe ich gelernt: Ohne Volumenfilter ist Tape Reading reines Augenkrebs Training! 80 Prozent der Prints sind algorithmischer Noise. Setze deinen Filter mindestens auf 100 Kontrakte bei Futures, erst dann siehst du das, was wirklich zählt.
In unseren Trading.de Coachings sehen wir täglich, dass Anfänger zu früh auf jeden einzelnen Print reagieren. Meine Empfehlung: Beobachte das Tape mindestens 30 Minuten ohne zu traden, bevor du deinen ersten Trade platzierst.
Meine persönlichen Filter-Schwellen für Index-Futures: Volumenfilter ab 100 Kontrakten, Aggregationsfilter aktiv, Spread-Filter auf 2 Ticks. Ich nutze ATAS und Sierra Chart täglich. Für Einsteiger empfehle ich, mit TradingView zu starten und erst mit wachsender Erfahrung auf spezialisierte Software umzusteigen.
Nach meiner Erfahrung eignet sich Tape Reading vor allem für Scalper, Daytrader und Orderflow-Trader mit kurzen Haltedauern. Für Swing-Trader und langfristig orientierte Anleger spielt das Tape dagegen meist eine untergeordnete Rolle.
Die 3 häufigsten Anfängerfehler beim Tape Reading
Die meisten Anfänger machen beim Tape Reading dieselben Fehler und interpretieren Daten falsch. Bei Trading.de sehen wir immer wieder, dass diese Fehler zu unnötigen Verlusten und Fehleinstiegen führen.
1. Einzelne Orders überbewerten
Der häufigste Fehler ist die Interpretation einzelner großer Orders als klares Kauf- oder Verkaufssignal. Viele Anfänger sehen einen Trade über 1.000 oder 2.000 Kontrakte im Time & Sales Fenster und steigen sofort ein. Aus unserer Erfahrung bei Trading.de zählt jedoch nicht eine einzelne Order, sondern ob sich Kauf- oder Verkaufsdruck über mehrere Transaktionen hinweg bestätigt.
2. Fehlender Kontext
Tape Reading funktioniert nur im Zusammenhang mit der Marktstruktur. Wer ausschließlich auf das Tape schaut und wichtige Kurszonen ignoriert, handelt häufig Fehlsignale. Deshalb nutzen wir bei Trading.de das Tape immer zusammen mit Unterstützungen & Widerständen, Tageshoch & Tagestief oder dem VWAP.
3. Zu viele Informationen gleichzeitig analysieren
Zu viele Daten gleichzeitig zu analysieren führt oft zu schlechteren Entscheidungen. Viele Anfänger beobachten parallel das DOM, Time & Sales, Footprint Charts, Heatmaps und weitere Tools. Aus unserer Erfahrung bei Trading.de reichen für den Einstieg eine saubere Marktstruktur, das Time & Sales Fenster und ein Footprint Chart völlig aus.
Fazit: Für wen eignet sich Time and Sales?
Time and Sales eignet sich am besten für Scalper, kurzfristige Daytrader und Orderflow Trader. Für Swing Trader und langfristige Anleger ist der Nutzen gering. Das Tool zeigt in Echtzeit, was gerade tatsächlich passiert, ohne Verzögerung und ohne Glättung.
Für Scalper und kurzfristige Daytrader ist das Tape unverzichtbar. Es zeigt institutionelle Aktivität, Liquiditätsverschiebungen und Momentumschübe, bevor der Chart reagiert. Wer auf Ticks oder wenige Minuten handelt, braucht diesen Vorsprung. Für Swing Trader und alle, die auf Tages- oder Wochenbasis arbeiten, ist der Mehrwert gering.
Unsere Empfehlung bei Trading.de:
- Starte mit TradingView und beobachte das Tape mindestens zwei Wochen lang passiv, ohne darauf zu handeln
- Lerne erst den normalen Rhythmus des Marktes kennen
- Setze dann einen Volumenfilter, kombiniere das Tape mit klaren Chart Levels und nutze es konsequent als Bestätigungstool, nie als alleiniges Signal!
FAQs – Häufig gestellte Fragen zu Time and Sales im Trading:
Gibt es eine Berechnungsformel für Time and Sales?
Nein. Da Time and Sales kein Indikator im technischen Sinne ist, gibt es keine Berechnungsformel. Das Tape ist eine Datenbank ausgeführter Trades. Es zeigt, was passiert ist, nicht was passieren könnte. Alle Werte kommen direkt aus dem Matching Engine der Börse.
Ist Time and Sales für Anfänger geeignet?
Ja, Time and Sales ist für Anfänger geeignet, aber mit einer wichtigen Einschränkung: Die Grundstruktur mit Preis, Volumen und Zeit ist schnell verstanden. Die eigentliche Herausforderung ist die Interpretation. Was ist Noise, was ist Signal? Wir empfehlen bei Trading.de, mindestens 2 Wochen das Tape passiv zu beobachten, bevor du es aktiv in dein Trading benutzt.
Was unterscheidet Time and Sales vom Orderbuch?
Das Orderbuch zeigt offene, noch nicht ausgeführte Limit Orders, also was Marktteilnehmer kaufen oder verkaufen wollen. Time and Sales zeigt ausgeführte Transaktionen, also was tatsächlich passiert ist. Beide Tools zusammen ergeben das vollständige Bild des Orderflows.
Welche Software empfiehlt Trading.de für Tape Reading?
Für Einsteiger empfehlen wir TradingView (kostenlos verfügbar). Für fortgeschrittenes Orderflow Trading bietet ATAS mit Cluster Search und Big Trades Filter oder Sierra Chart mit dem Trade-Size-Threshold deutlich mehr Möglichkeiten. Bookmap eignet sich besonders gut zur Visualisierung von Liquidität und institutionellen Levels.