Die Equity ist der Gesamtwert eines Trading-Kontos. Dieser Wert ergibt sich aus dem Eigenkapital sowie aus der Margin, die für offene Positionen hinterlegt wurde. Hat ein Trader keine offenen Positionen, wird seine Equity auch als freie Margin bezeichnet und entspricht dem Kontostand. Equity Trading bedeutet auf Deutsch übersetzt Trading mit Eigenkapital.
Wichtige Fakten zum Equity Trading
- Equity beschreibt den gesamten Wert eines Kontos beim Trading
- Die Equity besteht aus Margin, Kapital und dem Kontostand
- Es gibt verschiedene Arten zu handeln – unter anderem mit Fremdkapital
Die Parameter zur Bestimmung des Equitys im Handelskonto
Um die Berechnung des Equitys zu verstehen, werden nachfolgend die entscheidenden Parameter erklärt, wie sie auch von den Trading-Plattformen verwendet werden.
Margin
Der Trader nutzt beim Margin-Handel nur einen kleinen Teil seines Kapitals, um eine Position zu eröffnen und aufrechtzuerhalten. Margin ist eine Sicherheit, die der Trader hinterlegen muss, um einen Teil des Risikos abzudecken, das er für den Broker generiert. Es handelt sich somit um eine Sicherheitsleistung für mögliche Verluste.
Beim Handel ist zwischen zwei Arten zu unterscheiden: Die Margin, die für die Eröffnung einer Position benötigt wird und die freie Margin. Die Margin, die für die Eröffnung einer Position benötigt wird, ist der Geldbetrag, den der Trader in die Position investieren muss, um sie zu eröffnen. Die freie Marge ist der Geldbetrag, der dem Trader zur Verfügung steht, falls er entscheidet, seine Positionen zu schließen, auch wenn er noch andere offen hat. Sie errechnet sich aus dem Equity, vermindert um die Margin. Da sie sich ständig verändert, wird sie erst nach Schließung entsprechender Positionen zum Kontostand gezählt.
Kontostand
Der Kontostand beinhaltet alle Mittel des Tradings. Offene Positionen verändern diesen erst, wenn die Positionen geschlossen werden
Kapital
Das Kapital ist in dem Zusammenhang der echte Kontostand zu dem Zeitpunkt, an dem alle Positionen geschlossen sind. Das bedeutet, der Kontostand des Traders ist die Summe aus Eigenkapital sowie den Gewinnen und Verlusten aus den offenen Positionen, die bisher nicht realisiert wurden.
Wie funktioniert Trading mit Equity (Eigenkapital) und Margin?
Der Handel mit Equity Margin erlaubt, mit einem geringen Kapitalanteil eine größere Position bei einem Wertpapier zu eröffnen. Dies ermöglicht es Anlegern, auch mit wenig Geld am Börsenhandel teilzunehmen. Zudem bietet Equity und Margin die Möglichkeit, auch mit fallenden Kursen Gewinne zu erzielen. Allerdings birgt der Handel mit Equity und Margin auch ein hohes Risiko, da der Kursverlust des Wertpapiers auch den Verlust des gesamten eingesetzten Kapitals bedeuten kann.
Equity Trading Beispiel:
Der Begriff Equity bezeichnet das Eigenkapital. Wenn man also 10.000 Euro auf dem Handelskonto hat, so entspricht dies auch dem Equity. Wenn der Trader eine Position eröffnet, ändert sich die Situation.
Beispiel:
- Basiswert ist der DAX.
- Der deutsche Leitindex notiert bei 10.000 Punkten.
- Es wird bei einem CFD-Broker gehandelt.
- Das Handelskapital beträgt 10.000 Euro.
Über einen CFD-Broker haben Sie die Möglichkeit, am Margin-Trading teilzunehmen. Beim Handel mit dem Leitindex DAX bedeutet dies, dass bei einer beabsichtigten Investition von 10.000 Euro nicht das gesamte Equity zur Verfügung gestellt werden muss. Beim Handel mit Aktienindizes reichen beispielsweise 5 Prozent Margin. Für die Investition von 10.000 Euro in den DAX werden somit lediglich 500 Euro Margin hinterlegt. Die Differenz wird über den Broker kreditiert. An dem Beispiel wird deutlich, dass sich mit Equity Trading die Investitionsmöglichkeiten des eigenen Kapitals deutlich erhöht.
Die Hebelwirkung beim Trading mit Equity und Margin
Die in dem Beispiel dargestellte Hebelwirkung zeigt, dass mit einem geringen Kapitaleinsatz eine hohe Wirkung erzielt werden kann. Eine solche Hebelwirkung ist dabei abhängig von der Fremdleistung, die der Broker seinen Kunden zur Verfügung stellt. Je höher diese Fremdleistung ist, desto höher ist die Hebelwirkung. Das bedeutet, dass der Anleger mit einem geringen Kapitaleinsatz eine hohe Position erwerben kann. Die effektive Hebelwirkung kann variieren, je nachdem, wie hoch die Margin ist, dass der Anleger zur Verfügung stellen muss.
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Wesentliche Grundlage des Equity: Wie die Margin berechnet wird
Nachfolgend erkennen Sie, wie Sie die erforderliche Margin beim Trading berechnen können. In diesem Zusammenhang ist die wichtigste Variable der Hebel. Je nach gehandeltem Basiswert variiert die Hebelwirkung bei einem Broker. Für EU-regulierte Broker gelten die folgenden Höchstwerte:
- Währungspaare (beispielsweise EUR/USD): maximale Hebelwirkung 1:30
- Aktienindizes (beispielsweise Dax): Maximale Hebelwirkung 1:20
- Rohstoffe (beispielsweise Kaffee): Maximale Hebelwirkung 1:10
- Aktien (Einzelwerte): maximale Hebelwirkung 1:5
- Kryptowährungen (beispielsweise Bitcoin): Maximale Hebelwirkung 1:2
Kennen Sie die Hebelwirkung, ist die Marge nach folgender Formel zu berechnen:
Was bedeutet Margin-Level?
Für ein besseres Verständnis des Margin-Handels sollten Sie die Bedeutung des Begriffs Margin-Level kennen. Margin-Level bezeichnet das Verhältnis von Equity zu Margin.
Der Margin-Level ist der Prozentsatz des Equitys an der Margin, die Sie verwenden. Mit anderen Worten: Es ist das Verhältnis von Equity zu Margin. Um den Margin-Level zu berechnen, nutzen Sie die folgende Formel:
Broker nutzen den Margin-Level, um festzulegen, ob der Trader zusätzliche Positionen eröffnen kann. Dabei legen die Anbieter unterschiedliche Grenzwerte für die Höhe des Margin-Levels fest. Viele Broker setzen die Grenze auf 100 Prozent. Diese Grenze wird als „Margin-Call-Level“ bezeichnet.
Margin-Call: die Warnung
Der Margin-Call ist eine Art Notfallmechanismus, bei dem ein Broker zusätzliche Sicherheiten von seinem Kunden einfordert. Es wird ein Margin-Call ausgelöst, wenn der Marktwert einer Position unter dem ursprünglichen Einsatz fällt. Der Wert des Handelskontos fällt dann unter das vom Broker geforderte Limit, dem Margin-Level.
In diesem Fall müssen Sie Geld nachzahlen, um die Position aufrechtzuerhalten. Da der Trader ab diesem Zeitpunkt Geld verliert, entsteht beim Margin-Call auch beim ihm eine entsprechende Nervosität.
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Eigenkapital Trading vs. Fremdkapital Trading
Beim Handel mit Eigenkapital besteht das maximale Risiko aus dem Totalverlust der eingesetzten Mittel. Setzt man Fremdkapital im Trading ein und verliert dieses, geht der Verlust über das eigene Kapital hinaus. Je nach Rechtslage kann ein Finanzinstitut vom Anleger in einem solchen Fall weitere Mittel zur Abdeckung des Verlusts einfordern und es kommt zuschulden.
Eigenkapital: | Fremdkapital: |
---|---|
Totalverlust möglich | Totalverlust und Schulden möglich |
Nur geringer Positionsgrößen möglich | Erlaubt hohe Positionsgrößen dank Hebel |
Prop Trading als Alternative zum Equity Trading
Das Wort „Prop“ ist eine Abkürzung von „proprietary“, was sich mit „auf eigene Rechnung“ übersetzen lässt. Es handelt sich also um die englische Bezeichnung für Eigenhandel (Prop Trading). Darunter versteht man Handel, den ein Finanzinstitut wie eine Bank mit eigenem Kapital auf eigene Rechnung ausführt, statt auf Anweisung von Kunden zu handeln.
Für Anleger ist wichtig, dass solcher Eigenhandel ein Risiko für das Weiterbestehen des Finanzinstituts darstellt. Ein Beispiel dafür ist das Schicksal der Barings Bank in den 1990er Jahren, die durch unkontrollierten Eigenhandel kollabierte. Führen Verluste aus Prop Trading zur Zahlungsunfähigkeit einer Bank, können Kundengelder je nach rechtlichem Status für die Kunden verloren gehen. Dieser Fall tritt nicht ein, wenn von der Bank für Kunden gehaltene Wertpapiere als Sondervermögen gelten. Als Anleger sollte man also auf diese rechtlichen Rahmenbedingungen achten.
Eigenhandel der Bank kann bis zu einem bestimmten Ausmaß für Kunden vorteilhaft sein, denn die Bank fungiert dann als sogenannter Market Maker und ist jederzeit bereit, ihren Kunden ihre Wertpapiere zum gerade gültigen Kurs abzukaufen. Eigenhandel der Depotbank für Wertpapiere bedeutet allerdings auch einen Interessenkonflikt. Die Depotbank hat Kenntnisse über den Handel ihrer Kunden, die sich unter Umständen zum Nachteil der Kunden verwerten lassen.
Trading-Ausbildung: Equity Trading lernen
In unserer Trading-Ausbildung bei trading.de erklären wir die ausführlich, wie Equity Trading funktioniert – so wirst du Schritt für Schritt zum besseren Trader. In unserer Community begegnen sich viele verschiedene Trader, die tagtäglich von ihren Trades und Strategien berichten. Als Teil davon lernst du also nicht nur Equity Trading, sondern profitierst auch vom laufenden Austausch mit anderen Händlern.
Fazit: Equity Trading bedeutet Handel mit Eigenkapital
Es ist für Anleger kaum möglich, Equity nur mit geliehenem Fremdkapital zu handeln. Ein bestimmter Prozentsatz muss also eigenes Kapital des Bankkunden sein. Trotz der Chancen auf Gewinne ist das Equity Trading auch mit Risiken verbunden, einschließlich Marktvolatilität und möglichen Verlusten – daher ist Risikomanagement besonders wichtig.
Meist gestellte Fragen:
Ist Fremdkapital Trading gefährlicher als Equity Trading?
Ja, denn über den Verlust des Eigenkapitals ist eine Belastung mit Schulden bei der Nutzung von Fremdkapital möglich. Das ist auch nachvollziehbar, denn wenn man mit Kapital handelt, das einem nicht gehört, kann man dieses Kapital verlieren und schuldet dann dem Kreditgeber die entsprechende Summe.
In Deutschland bestehen Einschränkungen für die Möglichkeit, solche Schulden bei Privatanlegern geltend zu machen. Handel mit Fremdkapital ist trotzdem riskanter, denn wenn das Eigenkapital durch Fallen des Kurses des Basiswerts aufgebraucht ist, wird die Position von der Depotbank geschlossen und es tritt ein Totalverlust ein. Dieser ist auch dann endgültig, wenn der Basiswert bis zum Ende der Laufzeit wieder steigen sollte.
Wo kann man Equity Trading durchführen?
Das ist überall möglich, wo man als Anleger mit Wertpapieren handeln kann. Als solche Depotbank ist die Hausbank eine Möglichkeit. In der Regel wird ein Online Broker ein größeres Angebot an Anlagemöglichkeiten und niedrigere Gebühren bieten. Ein interessanter solcher Online Broker ist XTB.
Wie viel Eigenkapital braucht man zum traden?
Das Minimum ist die Summe, die zum Erwerb der kleinsten Einheit des gewünschten Wertpapiers nötig ist. Bei börsengehandelten Fonds oder ETFs bewegt sich das Startkapital üblicherweise zwischen 1.000 und 2.000 Euro, aber auch davon gibt es Ausnahmen. Optionsscheine und Differenzkontrakte oder CFDs sind oft schon mit einer dreistelligen Summe handelbar.