Bei einer Slippage im Trading wird die Order zu einem Preis ausgeführt, der nicht mit dem Kurs bei der Abgabe der Order übereinstimmt. Der Markt bewegt sich gegenläufig und der Kurs verändert sich innerhalb des Zeitraums, bis der Broker seinen Auftrag ausgeführt hat. Das Phänomen tritt zumeist in volatilen Phasen auf (schnelle Bewegungen) oder wenn ein großer Handel die Liquidität aufgebraucht hat. Illiquide Märkte oder schlechte Broker können die Slippage im Trading erhöhen, da die Orders zu einem anderen Preis gezwungenermaßen platziert werden.

Trader können eine Slippage komplett durch die Nutzung von Limit-Ordern vermeiden. Diese haben aber den Nachteil, dass sie nicht immer ausgeführt werden vom Markt. Lesen Sie jetzt alles Nötige über die Slippage im Trading, deren Ursachen und Möglichkeiten zur Vermeidung in unserem Artikel:

Wann kommt es häufig zu einer Slippage?

Slippage tritt häufig in Momenten starker Marktvolatilität auf, wenn Preise sich in Sekundenbruchteilen verändern. Besonders während bedeutender Wirtschaftsdaten, geldpolitischer Entscheidungen oder Unternehmensveröffentlichungen verschiebt sich das Verhältnis von Angebot und Nachfrage stark. Der Markt reagiert auf diese Impulse mit sprunghaften Kursbewegungen, wodurch Orderpreise nicht mehr zum gewünschten Niveau ausgeführt werden.

In solchen Situationen ist die Liquidität im Orderbuch ungleich verteilt. Viele Trader möchten gleichzeitig kaufen oder verkaufen, wodurch verfügbare Ordermengen auf bestimmten Preisniveaus schnell aufgebraucht werden. Unseren Erfahrungen nach entstehen die meisten Slippages in Phasen, in denen Marktteilnehmer überreagieren und Liquiditätsanbieter ihre Spreads kurzfristig erweitern. In diesen Sekundenbruchteilen kann der Preis bereits weitergelaufen sein, bevor die Order den Markt erreicht.

Eine Schritt-für-Schritt-Abfolge, was am Markt bei einer Slippage passiert, sieht wie folgt aus: 

  1. Veröffentlichung einer wichtigen Wirtschaftszahl oder Nachricht.
  2. Trader reagieren sofort mit großen Kauf- oder Verkaufsorders.
  3. Das Orderbuch leert sich auf bestimmten Preisniveaus sehr schnell.
  4. Der Broker/Händler sucht nach dem nächsten verfügbaren Preis.
  5. Die Order wird zu diesem neuen Preis ausgeführt, wodurch Slippage entsteht.

Sieh dir hier auch unser Video zur Slippage an:

Was sind die Hauptursachen für Slippage?

Die häufigsten Hauptursachen für Slippage lassen sich auf mehrere zentrale Faktoren zurückführen:

  • Volatilität: In Zeiten hoher Marktvolatilität können die Preise in Sekundenbruchteilen stark schwanken, was es schwierig macht, den gewünschten Preis zu erhalten.
  • Liquidität: Wenn ein Finanzinstrument geringe Liquidität aufweist, kann es schwer sein, größere Positionen ohne Slippage zu handeln. Schließlich gibt es nicht genügend Käufer oder Verkäufer, um die Order ohne Preisänderungen auszuführen.
  • Große Order: Order mit einem überdurchschnittlichen Volumen können den Markt bewegen und dazu führen, dass der Ausführungspreis von dem erwarteten Preis abweicht.
  • Marktnachrichten: Wichtige Nachrichten können starke Preisschwankungen verursachen, die zu Slippage führen.
  • Nachbörsliche Zeiten: Außerhalb der regulären Handelszeiten kann die Liquidität niedriger sein, was zu Slippage führen kann.
  • Technische Probleme: Probleme mit der Handelsplattform oder der Internetverbindung können zu Verzögerungen bei der Orderausführung und damit zur Slippage führen.

Welche Märkte sind am besten für Trading ohne Slippage?

Märkte mit hoher Liquidität und engen Spreads sind für Trading ohne Slippage am besten geeignet. Dazu gehören vor allen Dingen die folgenden Märkte:

  • S&P 500: Der S&P500 zählt dazu, da das Handelsvolumen bei diesem Index extrem hoch ist. Durch die Vielzahl institutioneller Teilnehmer werden Orders im S&P500 meistens sehr schnell ausgeführt, wodurch Preisdifferenzen minimal bleiben.
  • EUR/USD: EUR/USD gehört zu den liquidesten Währungspaaren weltweit. Durch das enorme tägliche Volumen im Devisenhandel entstehen nur selten größere Preisabweichungen. Slippage im EUR/USD ist daher meistens auf außergewöhnliche Nachrichtenereignisse beschränkt.
  • Gold: Gold ist im Vergleich volatiler, zeigt jedoch in Phasen mit hohem Handelsvolumen, zum Beispiel während der europäischen und US-Handelszeiten, eine stabile Liquidität. Dadurch bleibt das Risiko von Slippage überschaubar, sofern keine extremen Marktbewegungen auftreten.
  • Blue Chips: Große Aktien wie Apple oder Microsoft weisen hohe Handelsvolumina und dichte Orderbücher auf. Diese Markteigenschaften führen dazu, dass Orders nahezu punktgenau ausgeführt werden. Wir sind der Meinung, dass große Aktien aufgrund ihrer Stabilität eine solide Basis für Trader bieten, die Slippage vermeiden wollen.

Was ist ein Beispiel für ein Slippage im Trading?

Der vorliegende EUR/USD-Chart zeigt eine typische Slippage-Situation, wie sie im Forex-Trading häufig vorkommt. In unserem Beispiel beobachten wir den EUR/USD-Kurs am 15. Januar während einer volatilen Marktphase. Wir eröffnen eine Short-Position und platzieren entsprechend unserer Verkaufsorder bei einem Preis von 1.03055. Das ist der Kurs, zu dem unser Trade idealerweise ausgeführt werden soll. Doch was dann passiert, ist ein klassisches Beispiel für Slippage.

In den Sekundenbruchteilen zwischen Orderplatzierung und tatsächlicher Ausführung kommt es zu einer schnellen Abwärtsbewegung im Markt. Statt der gewünschten Ausführung bei 1.03055 wird unsere Order erst bei 1.03042 ausgeführt. Das entspricht einer negativen Slippage von 1,3 Pips. In diesem Fall bedeutet die negative Slippage, dass der Trade zu einem ungünstigeren Kurs ausgeführt wurde als ursprünglich beabsichtigt.

Wie funktioniert die Slippage im Forex Trading?

Im Forex (Devisenmarkt) ist Slippage besonders relevant. Der Markt ist äußerst liquide und es wird an Werktagen rund um die Uhr gehandelt. Da Währungspaare oft in Sekundenbruchteilen Preisschwankungen aufweisen, ist es üblich, dass Slippage auftritt, insbesondere bei großen Handelsaufträgen.

Ferner ist die Volatilität des Forex Markts sehr hoch. So kann etwa bei wichtigen Währungspaaren wie EUR/USD mit regelmäßigen Kursbewegungen von etwa 50 bis 100 Pips gerechnet werden.

Ein weiterer Faktor, der Slippage im Forex Trading begünstigt, ist die Verwendung von Hebeln. Je höher der Hebel, desto größer ist die Position, die ein Händler kontrollieren kann. Dies kann jedoch auch dazu führen, dass die Slippage größer wird, wenn der Markt sich schnell bewegt.

Wie können Trader Slippage vermeiden?

Auch wenn es unmöglich ist, Slippage vollständig zu verhindern, gibt es einige Strategien, um ihr Ausmaß zu minimieren:

  • Verwendung von Limit-Ordern: Limit-Ordern ermöglichen, Trades zu einem bestimmten Preis auszuführen. Wenn der Markt diesen Preis erreicht, wird die Order automatisch ausgeführt – ohne Slippage.
  • Handel zu Zeiten geringer Volatilität: Eine weitere Strategie besteht darin, die Handelszeiten sorgfältig zu wählen. In Zeiten hoher Volatilität, wie beispielsweise während wichtiger Wirtschaftsankündigungen, kann das Risiko von Slippage erhöht sein. 
  • Verwendung von Brokern mit geringer Slippage: EinigeBroker, wie GBE Brokers, sind für ihre geringe Slippage-Rate bekannt.

Gibt es eine positive Slippage?

Es gibt auch eine positive Slippage, bei welcher der Ausführungspreis besser ist als der ursprünglich erwartete Preis. Eine solche positive Slippage kann besonders vorteilhaft sein, wenn der Händler eine große Position hat. In diesem Fall kann eine kleine Verbesserung des Ausführungspreises zu einem erheblichen Gewinn führen.

Eine positive Slippage kann entstehen, wenn der Markt sich schnell in eine für den Händler günstige Richtung bewegt. Anleger sollten allerdings beachten, dass eine positive Slippage ebenso zufällig ist wie eine negative Slippage. Es ist nicht möglich, sie vorherzusagen oder zu kontrollieren.

Beispiel für eine positive Slippage

Von einer positiven Slippage wird etwa gesprochen, wenn ein Händler eine Aktie zu 10,00 Euro verkaufen möchte, der Auftrag jedoch aufgrund der Slippage zu 10,05 Euro ausgeführt wird. In diesem Fall erhält der Händler mehr, als er ursprünglich erwartet hatte.

Was sind die Gefahren einer Slippage?

Slippage im Trading kann erhebliche Konsequenzen mit sich bringen, die sich auf die Rentabilität und den Erfolg eines Traders auswirken können. Die wesentlichen Auswirkungen sind:

Verlust von Geld

Die offensichtlichste Gefahr von Slippage ist der Verlust von Geld. Wenn eine Order zu einem bestimmten Preis platziert, aber aufgrund von Slippage zu einem schlechteren Preis ausgeführt wird, führt dies zu finanziellen Verlusten. Dies gilt insbesondere bei größeren Positionen oder in volatilen Märkten, in denen die Preisbewegungen signifikant sein können.

Beeinträchtigung des Risikomanagements

Slippage kann die Fähigkeit eines Traders, effektives Risikomanagement zu betreiben, beeinträchtigen. Wenn Stop-Loss-Order oder Take-Profit-Order aufgrund von Slippage nicht wie geplant ausgeführt werden, kann dies zu größeren Verlusten oder verpassten Gewinnmöglichkeiten führen.

Mangelnde Konsistenz

Trader, die häufig Slippage erleben, können Schwierigkeiten haben, konsistente Handelsstrategien zu entwickeln und umzusetzen. Unvorhersehbare Ausführungspreise können das Vertrauen in die eigenen Handelsentscheidungen erschüttern.

Geringere Rentabilität

Die kumulative Wirkung von Slippage über mehrere Trades kann die Rentabilität eines Traders erheblich beeinträchtigen. Wenngleich die Handelsstrategie ansonsten profitabel ist, können wiederholte Slippage-Ereignisse die Gesamtperformance negativ beeinflussen.

Fehlende Transparenz

In einigen Fällen kann Slippage aufgrund von undurchsichtigen Orderausführungspraktiken eines Brokers auftreten. Dies kann das Vertrauen des Traders in den Broker erschüttern und zu rechtlichen Konsequenzen führen.

Beeinflussung der Handelsstrategie

Trader könnten dazu geneigt sein, ihre Handelsstrategie anzupassen, oder sogar auf profitable Trades zu verzichten, um das Risiko von Slippage zu minimieren. Dies kann langfristig zu Verlusten führen.

Die besten Broker ohne Slippage

Die besten Broker ohne Slippage sind Vantage Markets, GBE Brokers und StarTrader. Diese zeichnen sich durch eine hohe Liquidität im Handel aus. 

Broker:
Vorteile:
Bewertung:
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Broker:
1. Vantage Markets
Vantage Markets Logo
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Bewertung:
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Broker:
2. GBE Brokers
GBE brokers Logo
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Broker:
3. StarTrader
Startrader Logo
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  • Große Auswahl an handelbaren Instrumenten
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  • Enge Spreads ab 0.0 Pips
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  • Kostenloses Demokonto
  • Deutschsprachiger Kundensupport
Bewertung:
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4.8 / 5
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Hohe Liquidität bedeutet, dass ständig genügend Kauf- und Verkaufsorders im Markt vorhanden sind. Dadurch werden Orders unmittelbar zum gewünschten Preis ausgeführt, ohne dass der Markt erst nach einem passenden Gegenangebot suchen muss. Eine tiefe Liquiditätsstruktur sorgt zudem dafür, dass selbst große Handelsvolumina keine Preisverschiebungen auslösen. 

In einem liquiden Markt entstehen daher kaum Lücken zwischen erwartetem und tatsächlichem Ausführungspreis und Slippage wird nahezu ausgeschlossen. 

  • Vantage Markets gehört zu den besten Brokern ohne Slippage, da das Unternehmen direkten Zugang zu Liquiditätspools führender Banken bietet. Vantage überzeugt durch schnelle Orderausführung, enge Spreads und stabile Handelsserver.
  • GBE Brokers bietet eine institutionelle Handelsumgebung mit hoher Markttransparenz. Der Broker zeichnet sich durch geringe Latenzzeiten, präzise Kursstellung und professionelle Kundenbetreuung aus. 
  • StarTrader arbeitet mit einem tiefen Liquiditätsnetzwerk, was zu stabilen Preisen selbst in volatilen Marktphasen führt. Der Anbieter überzeugt durch schnelle Marktausführung, hohe Zuverlässigkeit und eine klare Preisstruktur.

Unserer Einschätzung nach sind diese drei Broker besonders empfehlenswert, da sie durch ihre technologische Infrastruktur und Liquiditätsanbindung das Risiko von Slippage erheblich reduzieren.

Fazit

Slippage im Trading kann am Markt ganz einfach entstehen und jeden Trader treffen. Die Auswirkungen können gering sein, aber auch sehr schnell mit hohen Verlusten für den Trader enden. Deshalb sollte man vorab versuchen, dem Slippage im Trading aus dem Weg zu gehen. Dies kann man vor allem durch genaue Marktüberprüfung tun. Märkte mit hoher Volatilität sind tabu, nur liquide Märkte dürfen für den Trader in Frage kommen. Aber auch die Wahl des Brokers kann entscheidend sein, um Slippage zu vermeiden.

Überprüfen Sie genau, welche Konditionen Ihr Broker Ihnen anbietet und vergleichen Sie diese mit den Konditionen anderer Anbieter. Weichen seine Konditionen gravierend von anderen Brokern ab, ist hier etwas faul. Denn bedenken Sie immer: Auch ein Broker ist auf die eigene Gewinnerzielung aus. Deshalb wird er kaum etwas verschenken wollen!

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