Knock-Out Zertifikate (auch Turbo-Zertifikate genannt) sind spekulative Derivate mit einer Knock-out Schwelle und beim Erreichen einer festgelegten Knock-Out Schwelle verfällt das Zertifikat sofort und Sie verlieren Ihr eingesetztes Kapital. KO Scheine ermöglichen überproportionale Gewinne bei vergleichsweise geringem Kapitaleinsatz, da sie als Hebelprodukte konzipiert sind.

Knock-Out Zertifikate Definition und Erklärung

Der Hebel verstärkt Kursbewegungen des Basiswerts im positiven wie im negativen Sinne. Unseren Erfahrungen nach bieten Knock-Out Zertifikate erfahrenen Tradern die Möglichkeit, von kurz- bis mittelfristigen Marktbewegungen zu profitieren. Dabei müssen Sie den Basiswert nicht direkt kaufen. Für den Handel mit Turbo-Zertifikate benötigen Sie ein Wertpapierdepot bei einem Broker, der den Handel mit Derivaten ermöglicht.

Das Risiko bei Knock-Out Zertifikaten ist erheblich und reicht bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals. Die Gewinnchancen sind theoretisch unbegrenzt, praktisch jedoch durch die Marktvolatilität und die tägliche Anpassung der Knock-Out Schwelle limitiert. Knock-Out Zertifikate können Sie immer verkaufen, solange die Knock-Out Schwelle nicht erreicht wurde.

MerkmalBeschreibung
NutzungSpekulation auf steigende oder fallende Kurse mit Hebelwirkung
ArtenLong Knock-Out Zertifikate (Call) und Short Knock-Out Zertifikate (Put)
HebelVariabel zwischen 2:1 und 100:1, abhängig vom Abstand zur Knock-Out-Schwelle
EmittentenBanken und Finanzinstitute wie BNP Paribas, Société Générale, HSBC, Morgan Stanley
Risiko Totalverlust bei Erreichen der Knock-Out-Schwelle möglich
LaufzeitUnbegrenzt (Open End) oder mit festem Verfallsdatum
BasiswerteAktien, Indizes, Rohstoffe, Währungen, Kryptowährungen
Knock-Out-Schwelle Festgelegter Kurs, bei dessen Erreichen das Zertifikat verfällt
FinanzierungskostenTägliche Anpassung der Knock-Out-Schwelle durch Finanzierungszinsen
HandelbarkeitBörsenhandel
Stop-Loss-FunktionIntegrierter Schutzmechanismus durch Knock-Out-Barriere

In unserem Beitrag erfahren Sie, wie Knock-Out Zertifikate funktionieren, welche Risiken bestehen und wie Sie diese Finanzinstrumente in Ihrer Trading-Strategie einsetzen. Wir erklären die Mechanismen, zeigen praktische Beispiele und beantworten die wichtigsten Fragen zum Handel mit KO Scheinen.

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Wie funktionieren Knock-Out Zertifikate?

Knock-Out Zertifikate funktionieren, indem sie die Kursbewegung eines Basiswerts mit Hebelwirkung abbilden. Der Emittent, typischerweise eine Bank, gibt das Zertifikat aus und garantiert die kontinuierliche Preisstellung. Im Hintergrund sichern die Emittenten ihre Position durch entsprechende Absicherungsgeschäfte am Terminmarkt oder durch direkten Kauf des Basiswerts ab.

Knock-out Schwelle: Die zentrale Besonderheit liegt in der Knock-Out-Schwelle. Berührt oder durchbricht der Kurs des Basiswerts diese Barriere, erlischt das Turbo-Zertifikate sofort. Bei klassischen Knock-Out Zertifikaten erhalten Anleger keinen Restwert zurück – das investierte Kapital ist verloren.

Long vs. Short Knock-Out Zertifikate

Vergleich von Long vs. Short Knock-Out Zertifikate mit Kursverlauf und Knock-Out Schwelle unter oder über dem aktuellen Preis.
  • Long Knock-Out Zertifikate setzen auf steigende Kurse. Die Knock-Out-Schwelle liegt unterhalb des aktuellen Kurses. Steigt der Basiswert, partizipiert das Zertifikat überproportional nach oben. Fällt der Kurs jedoch auf die Schwelle, verfällt das Produkt wertlos.
  • Short Knock-Out Zertifikate profitieren von fallenden Kursen. Die Knock-Out-Schwelle liegt oberhalb des aktuellen Kursniveaus. Bei steigenden Kursen droht der Knock-Out, während fallende Kurse gehebelte Gewinne ermöglichen.

Wir sind der Meinung, dass das Verständnis der exakten Funktionsweise elementar ist, bevor man mit dem Trading beginnt. Die Hebelwirkung entsteht durch den geringen Abstand zwischen aktuellem Kurs und Knock-Out-Schwelle: Je näher die Schwelle, desto höher der Hebel und desto riskanter die Position.

Wo kann man Knock-Out Zertifikate traden?

Für den Handel mit Knock-Out Zertifikaten benötigen Sie ein Wertpapierdepot bei einem Broker, das den Handel mit Derivaten ermöglicht. Die meisten Online-Broker bieten heute Zugang zu KO Scheinen über den Handel an verschiedenen Börsen oder über ein OTC Desk (außerbörslicher Handel).

Knock-Out Zertifikate lassen sich an folgenden deutschen Börsen handeln:

  • Börse Stuttgart
  • Börse Frankfurt 
  • Xetra (Elektronische Handelsplattform)

Der außerbörsliche Direkthandel bei den Emittenten stellt eine weitere Möglichkeit dar und bietet oft längere Handelszeiten von 8 bis 22 Uhr.

Trading-Plattformen wie IG, Flatex, comdirect oder Trade Republic ermöglichen den Zugang zu Knock-Out Zertifikaten. Professionelle Trader nutzen nach unseren Erfahrungen häufig Plattformen mit erweiterten Charting Funktionen und Analysetools. Die Kontoeröffnung erfolgt online und dauert üblicherweise wenige Tage. Nach der Legitimation und Freischaltung für den Derivatehandel steht dem Trading mit Knock-Out Zertifikaten nichts mehr im Weg.

Unser Meinung nach bietet der außerbörsliche Handel den Vorteil engerer Spreads und sofortiger Ausführung, während der Börsenhandel mehr Transparenz durch den Orderbuch-Einblick gewährleistet.

Bekannte Emittenten für KO Scheine:

Es gibt eine Reihe großer Emittenten für KO Scheine, in erste Linie die folgenden Banken:

Übersicht über 7 bekannte Emittenten für KO Scheine wie Morgan Stanley, UBS, Societe Generale, Citi, Commerzbank, HSBC und BNP Paribas.
  • BNP Paribas: BNP Paribas zählt zu den größten Anbietern von Knock-Out Zertifikaten in Deutschland. Die französische Bank bietet eine breite Palette an Produkten auf zahlreiche Basiswerte und gilt als marktführend im Segment der Hebelprodukte.
  • Société Générale: Die Société Générale positioniert sich als weiterer wichtiger Player im Markt für Derivate. Der französische Finanzkonzern zeichnet sich durch enge Spreads und eine große Produktpalette aus, die von Aktien über Indizes bis zu Rohstoffen reicht.
  • HSBC: HSBC bietet als internationale Großbank ebenfalls ein umfangreiches Angebot an Knock-Out Zertifikaten. Die Bank punktet mit einer benutzerfreundlichen Produktsuche und transparenter Preisstellung.
  • Morgan Stanley: Morgan Stanley richtet sich mit seinen Hebelprodukten primär an erfahrene Trader. Die US-amerikanische Investmentbank bietet hochspekulative KO Scheine mit extremen Hebeln für professionelle Marktteilnehmer.
  • Citigroup: Citigroup stellt Knock-Out Zertifikate mit Fokus auf internationale Märkte bereit. Die Bank ermöglicht den Zugang zu exotischen Basiswerten und Nischenmärkten.
  • UBS: Die UBS als Schweizer Finanzinstitut konzentriert sich auf qualitativ hochwertige Hebelprodukte mit konservativer Ausrichtung. Die Bank gilt als verlässlicher Partner für institutionelle und private Anleger.
  • Commerzbank: Die Commerzbank bietet als deutsche Bank lokale Expertise und schnelle Reaktionszeiten. Die inländische Präsenz erleichtert die Kommunikation und den Support für deutschsprachige Trader.

Kann eine Bank die Auszahlung oder den Verkauf von Knock-Outs verweigern?

Ja, das ist tatsächlich schon vorgekommen, sodass Trader ihre Turbo-Zertifikate zeitweise nicht verkaufen konnten. Alternativ war der Spread zu hoch, weil die Bank sich mit den Knock-Outs verspekuliert hat. Viele Fälle der Verweigerung einer Auszahlung sind allerdings aus folgenden Gründen nicht dokumentiert, haben jedoch de facto stattgefunden:

Auszahlungskonflikte treten meist nicht in Form „Bank verweigert Zahlung trotz Anspruch!“ auf, sondern z. B.:

  • Emittenten kündigen Knock-Outs vorzeitig mit späterer Abwicklung
  • Zertifikate verfallen wertlos durch Knock-Out-Ereignisse. Das ist jedoch schlichtweg ein Bestandteil des Vertrages
  • Streit entsteht häufig erst auf dem rechtlichen Weg, wenn Trader denken, falsch verkauft bzw. nicht ausreichend informiert worden zu sein.

Wie tradet man Knock-Out Zertifikate?

In der folgenden Anleitung zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie Knock-Out Zertifikate nach unseren Erfahrungen einfach traden können.

Knock-Out Zertifikate traden in 7 Schritten

Schritt 1: Marktanalyse durchführen

Bevor Sie ein Knock-Out Zertifikat kaufen, analysieren Sie den Basiswert gründlich. Untersuchen Sie Charts, identifizieren Sie Trends und nutzen Sie technische Indikatoren wie RSI oder MACD. Fundamentale Faktoren beeinflussen die Kursentwicklung maßgeblich, wie zum Beispiel:

  • Quartalszahlen
  • Wirtschaftsdaten
  • Geopolitische Ereignisse

Beispiel: Bei einer Aktie im Aufwärtstrend mit steigenden Handelsumsätzen und positivem RSI deutet vieles auf weitere Kurssteigerungen hin. Diese Konstellation eignet sich für ein Long Knock-Out Zertifikat. Wir empfehlen, mehrere Zeitebenen zu betrachten – vom Tageschart bis zum Stundenchart – um ein vollständiges Bild zu erhalten.

Schritt 2: Richtung und Basiswert festlegen

Entscheiden Sie sich basierend auf Ihrer Analyse für Long oder Short. Long-Positionen setzen auf steigende, Short-Positionen auf fallende Kurse. Wählen Sie einen Basiswert mit ausreichender Liquidität und Volatilität. Der DAX-Index eignet sich zum Beispiel hervorragend für kurzfristiges Trading, da er hohe Liquidität und enge Spreads bietet.

Eine Aktie wie Tesla zeigt starke Kursbewegungen, birgt aber ein höheres Risiko durch größere Schwankungen. Unseren Erfahrungen nach sollten Einsteiger bei Turbo Zertifikaten mit bekannten Indizes beginnen, bevor sie zu Einzelaktien oder exotischen Basiswerten wechseln. Die Wahl des richtigen Basiswerts beeinflusst Erfolg und Risiko erheblich.

Schritt 3: Passenden Hebel auswählen

Der Hebel bestimmt Chance und Risiko Ihrer Position. Ein Hebel von 5:1 bedeutet, dass das Knock-Out Zertifikat fünfmal stärker auf Kursbewegungen reagiert als der Basiswert. Höhere Hebel versprechen größere Gewinne, erhöhen aber das Totalverlustrisiko dramatisch.

Beispiel: Bei einem DAX-Stand von 16.000 Punkten wählen Sie ein Long Zertifikat mit Knock-Out-Schwelle bei 15.200 Punkten, was einen Hebel von etwa 20:1 ergibt. Steigt der DAX um ein Prozent, gewinnt Ihr Zertifikat 20 Prozent. Fällt er um fünf Prozent, tritt der Knock-Out ein. Wir raten zu moderaten Hebeln zwischen 5:1 und 10:1 für kontrolliertes Risikomanagement.

Schritt 4: Knock-Out Zertifikate suchen und finden

Nutzen Sie für Knock-Out Zertifikate Produktfinder auf Broker-Plattformen oder Emittenten-Webseiten. Geben Sie den Basiswert, die gewünschte Richtung und den präferierten Hebel ein. Die Suchfunktion zeigt passende Zertifikate mit WKN, ISIN, aktueller Knock-Out-Schwelle und Laufzeit an.

Beispiel: Sie suchen Long Zertifikate auf die Allianz-Aktie mit Hebel 10. Die Produktsuche listet mehrere Optionen verschiedener Emittenten mit unterschiedlichen Knock-Out Schwellen. Vergleichen Sie Spread, Finanzierungskosten und Restlaufzeit. Bei Open-End Produkten besteht nach unserer Erfahrung keine zeitliche Begrenzung, während Zertifikate mit Verfallsdatum zu einem bestimmten Zeitpunkt auslaufen. Wir bevorzugen Open-End Produkte für flexible Haltedauern.

Schritt 5: Order platzieren

Geben Sie die WKN oder ISIN des gewählten Turbo-Zertifikats auf Ihrer Trading-Plattform ein. Legen Sie die Stückzahl fest und wählen Sie den Ordertyp. Market-Orders führen sofort zum aktuellen Kurs aus, Limit-Orders nur beim gewünschten Preis oder besser.

Beispiel: Sie möchten 100 Stück eines DAX Long Zertifikats zum Kurs von 5,20 Euro kaufen. Mit einer Limit-Order bei 5,20 Euro stellen Sie sicher, nicht teurer zu kaufen. Die Gesamtinvestition beträgt 520 Euro plus Ordergebühren. Berücksichtigen Sie den Spread zwischen Geld- und Briefkurs – je enger der Spread, desto günstiger der Einstieg. Im außerbörslichen Handel entfallen Börsengebühren.

Schritt 6: Position überwachen

Nach dem Kauf überwachen Sie die Position kontinuierlich. Beobachten Sie den Kurs des Basiswerts und die Knock-Out-Schwelle. Bei Open-End Zertifikaten passt der Emittent die Schwelle täglich aufgrund von Finanzierungskosten an – sie wandert langsam in Richtung des aktuellen Kurses. 

Beispiel: Sie halten ein Long Zertifikat auf eine Aktie, die seitwärts tendiert. Durch die tägliche Anpassung der Knock-Out-Schwelle verringert sich der Abstand zum aktuellen Kurs, was den Hebel erhöht und das Risiko steigert. Wir sind der Meinung, dass aktives Monitoring entscheidend ist. Setzen Sie Kursalarme, um bei kritischen Bewegungen sofort reagieren zu können.

Schritt 7: Exit-Strategie umsetzen

Definieren Sie vor dem Einstieg Gewinnziel und maximalen Verlust. Verkaufen Sie bei Erreichen Ihres Zielkurses oder wenn sich die Marktlage gegen Sie entwickelt.

Beispiel: Sie kaufen ein Short Zertifikat auf eine Aktie bei 50 Euro mit dem Ziel, bei 45 Euro zu verkaufen. Die Aktie fällt tatsächlich auf 46 Euro und Ihr Zertifikat zeigt 30 Prozent Gewinn. Sie verkaufen, um den Gewinn zu realisieren, statt auf weitere Kursrückgänge zu spekulieren. Gier führt aus unseren Erfahrungen heraus oft zu Verlusten, realisieren Sie Gewinne daher konsequent.

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Wie hoch ist das Risiko bei Knock-Out Zertifikaten?

Das Risiko bei Knock-Out Zertifikaten ist erheblich und reicht bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals. Bei Erreichen der Knock-Out-Schwelle verfällt das Turbo-Zertifikat wertlos – unabhängig davon, wie sich der Kurs danach entwickelt. Der maximale Verlust beschränkt sich auf die Investitionssumme, da keine Nachschusspflicht besteht.

Die Gewinnchancen sind theoretisch unbegrenzt, praktisch jedoch durch die Marktvolatilität und die tägliche Anpassung der Knock-Out-Schwelle limitiert. Ein Hebel von 10:1 bedeutet: Bewegt sich der Basiswert ein Prozent in die gewünschte Richtung, gewinnen Sie zehn Prozent. Bewegt er sich ein Prozent in die falsche Richtung, verlieren Sie zehn Prozent.

Unseren Erfahrungen nach liegt die Verlustquote bei unerfahrenen Tradern mit Hebelprodukten bei über 70 Prozent. Die Kombination aus Hebel, Zeitwertverfall durch Finanzierungskosten und emotionalen Fehlentscheidungen führt oft zu Verlusten. Wir schätzen das Chance-Risiko-Verhältnis wie folgt ein: Bei diszipliniertem Risikomanagement, klarer Strategie und begrenztem Kapitaleinsatz pro Trade (maximal 2-3% des Gesamtkapitals) lässt sich das Risiko kontrollieren. 

Für spekulative Trader mit Erfahrung bieten Knock-Out Zertifikate attraktive Gewinnmöglichkeiten. Anfänger unterschätzen jedoch oft die Geschwindigkeit, mit der Positionen gegen sie laufen. Die Volatilität des Basiswerts spielt eine zentrale Rolle. In ruhigen Marktphasen bleibt die Knock-Out-Schwelle fern, während turbulente Zeiten häufige Totalverluste verursachen. Ein durchdachtes Positionsmanagement mit definierten Ausstiegspunkten minimiert das Risiko nach unseren Erfahrungen beim Traden von bei Turbo-Zertifikaten erheblich.

Was ist der maximale Verlust bei KO Zertifikaten?

Der maximale Verlust bei Knock-Out Zertifikaten entspricht dem eingesetzten Kapital. Erreicht der Basiswert die Knock-Out-Schwelle, verfällt das Zertifikat und Sie verlieren Ihre gesamte Investition. Bei klassischen Knock-Out Produkten gibt es keinen Restwert – der Verlust beträgt 100 Prozent des investierten Betrags. Wir empfehlen daher, nur Kapital zu riskieren, dessen Verlust Sie verkraften können.

Kann ich ein Knock-Out Zertifikat immer verkaufen?

Ja, Knock-Out Zertifikate immer zu verkaufen ist grundsätzlich möglich, solange die Knock-Out-Schwelle nicht erreicht wurde. Der Verkauf erfolgt während der Handelszeiten über Ihre Trading-Plattform. Emittenten stellen kontinuierlich An- und Verkaufskurse, was die Handelbarkeit sicherstellt. In extremen Marktsituationen mit hoher Volatilität weiten sich die Spreads jedoch stark aus, was den Verkauf ungünstig macht. Nach einem Knock-Out endet die Handelbarkeit sofort – ein Verkauf ist dann ausgeschlossen.

Gibt es eine Nachschusspflicht bei Knock-Out Zertifikaten?

Nein, eine Nachschusspflicht bei Knock-Out Zertifikaten besteht nicht. Anders als bei CFDs oder Termingeschäften haften Sie ausschließlich mit dem investierten Betrag. Im schlimmsten Fall verlieren Sie Ihren Einsatz vollständig, müssen aber kein weiteres Kapital nachschießen. Diese Eigenschaft macht Knock-Out-Zertifikate kalkulierbarer als andere Hebelprodukte, da keine Nachschusspflicht besteht. Das maximale Risiko steht von Beginn an fest und übersteigt nie die Investitionssumme.

Wie hoch kann der Hebel bei Knock-Out Zertifikaten sein?

Der Hebel bei Knock-Out Zertifikaten bewegt sich typischerweise zwischen 2:1 und 100:1, abhängig vom Abstand zwischen aktuellem Kurs und Knock-Out-Schwelle. Konservative Produkte bieten Hebel von 2:1 bis 5:1, aggressive Zertifikate erreichen 20:1 bis 100:1 oder noch mehr.

Beispiel: Bei einem DAX-Stand von 16.000 Punkten und einer Knock-out-Schwelle bei 15.000 Punkten beträgt der Abstand 1.000 Punkte bzw. 6,25 Prozent. Daraus ergibt sich ein Hebel von rund 16:1. Steigt der DAX um ein Prozent, legt das Zertifikat entsprechend um etwa 16 Prozent zu.

Sind Knock-Out Zertifikate für Anfänger geeignet?

Nein, Knock-Out Zertifikate sind unserer Auffassung nach nicht für Anfänger geeignet. Diese Hebelprodukte richten sich primär an erfahrene Trader mit fundiertem Marktverständnis und ausgeprägtem Risikobewusstsein. Die Kombination aus Hebelwirkung, Totalverlustrisiko und schnellen Kursbewegungen überfordert Einsteiger häufig.

Wir sind der Meinung, dass Anfänger zunächst den Handel mit Aktien ohne Hebel erlernen sollten. Das Verständnis von Charts, Indikatoren und Risikomanagement bildet die Grundlage für erfolgreiches Trading. Erst nach mindestens sechs Monaten praktischer Erfahrung und nachweislich profitablen Trades ohne Hebel empfehlen wir den Einstieg in Hebelprodukte.

Professionelle Trader nutzen Knock-Out Zertifikate für präzise taktische Positionen, um von kurzfristigen Marktbewegungen zu profitieren. Sie verfügen über die Disziplin, Verluste schnell zu begrenzen und Gewinne konsequent mitzunehmen. Emotionale Kontrolle ist entscheidend. Das ist ein Faktor, der bei Anfängern oft fehlt.

Unseren Erfahrungen nach scheitern über 80 Prozent der Trading Anfänger beim Handel mit Hebelprodukten innerhalb der ersten drei Monate. Das Üben mit einem Demokonto ist unerlässlich, bevor Sie echtes Geld riskieren. Investieren Sie Zeit in Ihre Ausbildung, entwickeln Sie eine tragfähige Strategie und testen Sie diese ausgiebig, bevor Sie mit Knock-Out Zertifikaten handeln.

Kann man das KO Scheine Trading kostenlos testen?

Ja, das KO Scheine Trading lässt sich kostenlos testen. Die meisten Broker bieten Demokonten mit virtuellem Geld an, auf denen Sie den Handel mit Knock-Out Zertifikaten risikofrei üben können.

Als Beispiel bietet IG ein umfangreiches Demokonto mit 30.000 Euro virtuellem Startkapital. Die Plattform bildet reale Marktbedingungen ab und ermöglicht den Zugriff auf Tausende Knock-Out Zertifikate auf verschiedene Basiswerte. Sie handeln mit echten Kursen in Echtzeit, ohne eigenes Geld zu riskieren. Die Anmeldung erfolgt innerhalb weniger Minuten ohne Verpflichtungen.

Das Demokonto erlaubt es Ihnen, verschiedene Strategien zu testen, die Hebelwirkung zu verstehen und ein Gefühl für das Risikomanagement zu entwickeln. Wir empfehlen, mindestens drei Monate im Demokonto zu üben und dabei eine positive Performance zu erzielen, bevor Sie auf ein Echtgeldkonto wechseln. Die psychologische Komponente des Trading mit echtem Geld unterscheidet sich erheblich vom Demotrading. Dennoch bildet das Übungskonto eine unverzichtbare Grundlage.

Welche Strategien eignen sich zum Knock-Out Zertifikate Trading?

Es gibt einige Strategien, die Sie gut zum Knock-Out Zertifikate Trading nutzen können, insbesondere die folgenden:

Strategien für Knock-Out Zertifikate

Trendfolge-Strategie

Die Trendfolge-Strategie nutzt bestehende Markttrends für gehebelte Positionen. Sie identifizieren einen klaren Aufwärts- oder Abwärtstrend und positionieren sich entsprechend mit Long- oder Short Zertifikaten. Technische Indikatoren wie gleitende Durchschnitte bestätigen die Trendrichtung. 

Beispiel: Der DAX zeigt seit Wochen einen stabilen Aufwärtstrend mit höheren Hochs und höheren Tiefs. Sie kaufen ein Long Zertifikat mit moderatem Hebel von 5:1. Der Stop-Loss liegt knapp unter dem letzten Tief. Die Trendfolge-Strategie funktioniert in trendstarken Märkten hervorragend, versagt jedoch meistens in Seitwärtsphasen.

Breakout-Strategie

Breakout-Trading zielt auf den Ausbruch aus Konsolidierungszonen oder Chartmustern ab. Sie warten auf das Durchbrechen wichtiger Widerstände oder Unterstützungen und steigen mit Knock-Out Zertifikaten ein. Der Hebel verstärkt die oft explosiven Bewegungen nach Breakouts. 

Beispiel: Eine Aktie konsolidiert seit Wochen zwischen 45 und 50 Euro. Beim Ausbruch über 50 Euro kaufen Sie ein Long Zertifikat mit Hebel 10:1. Das erhöhte Handelsvolumen beim Breakout bestätigt die Bewegung. Setzen Sie den Stop-Loss knapp unter die Ausbruchsmarke, um bei Fehlausbrüchen Verluste zu begrenzen. Die Breakout-Strategie erfordert schnelle Reaktion und präzises Timing.

Reversal-Strategie

Die Reversal-Strategie identifiziert überkaufte oder überverkaufte Situationen und setzt auf Trendumkehrungen. RSI Werte über 70 signalisieren überkaufte, Werte unter 30 überverkaufte Märkte. Sie positionieren sich gegen den bisherigen Trend mit entsprechenden Knock-Out Zertifikaten. 

Beispiel: Eine Aktie ist nach starkem Anstieg mit RSI 85 deutlich überkauft. Sie kaufen ein Short Zertifikat und profitieren von der erwarteten Korrektur. Diese Strategie ist riskant, da Trends sich oft länger fortsetzen als erwartet. Nutzen Sie enge Stops und kleine Positionsgrößen. Wir empfehlen aus unseren Erfahrungen heraus, Reversals nur in Kombination mit weiteren Bestätigungssignalen zu handeln.

Momentum-Strategie

Momentum Trading nutzt starke Kursbewegungen mit hoher Dynamik. Sie steigen in bereits laufende Bewegungen ein, die durch Nachrichten, Earnings oder technische Signale ausgelöst wurden. Knock-Out Zertifikate verstärken die Momentum-Gewinne.

Beispiel: Eine Aktie springt nach positiven Quartalszahlen um fünf Prozent nach oben mit stark erhöhtem Volumen. Sie kaufen ein Long Zertifikat mit Hebel 8:1 und profitieren von der Fortsetzung der Bewegung. Die Haltedauer beträgt oft nur Stunden oder Tage. Steigen Sie aus, sobald das Momentum nachlässt. Die Momentum-Strategie erfordert ständige Marktbeobachtung und schnelle Entscheidungen.

News-Trading

News-Trading nutzt Marktreaktionen auf wichtige Wirtschaftsdaten, Unternehmensmeldungen oder geopolitische Ereignisse. Sie positionieren sich unmittelbar nach Veröffentlichung mit Knock-Out Zertifikaten. Die hohe Volatilität rund um News-Events bietet erhebliche Gewinnchancen. 

Beispiel: Die EZB kündigt überraschend eine Zinssenkung an. Der DAX springt innerhalb von Minuten zwei Prozent nach oben. Mit einem Long Zertifikat und Hebel 15:1 erzielen Sie 30 Prozent Gewinn. Das Risiko liegt in unvorhersehbaren Marktreaktionen und extrem weiten Spreads direkt nach News-Veröffentlichungen. Nutzen Sie News-Trading nur bei klarer Marktrichtung und mit striktem Risikomanagement.

Absicherungsstrategie/Hedging

Die Absicherungsstrategie verwendet Short Knock-Out Zertifikate als Hedge für bestehende Aktienportfolios. Bei erwarteten Markteinbrüchen schützen Short-Positionen Ihr Depot vor Verlusten. 

Beispiel: Sie halten ein Portfolio deutscher Aktien im Wert von 50.000 Euro. Angesichts schwacher Wirtschaftsdaten kaufen Sie Short Zertifikate auf den DAX im Wert von 5.000 Euro mit Hebel 5:1. Fällt der Markt um fünf Prozent, verliert Ihr Portfolio 2.500 Euro, während die Short Zertifikate 1.250 Euro gewinnen. Die Absicherung reduziert den Gesamtverlust. 

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Wie hoch sind die Trading Gebühren bei Knock-Out Zertifikate-Handel?

Kosten beim Knock-Out Zertifikate-Handel
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Die Trading-Gebühren bei Knock-Out Zertifikaten setzen sich aus mehreren Komponenten zusammen. Die Ordergebühr fällt beim Kauf und Verkauf von Turbo-Zertifikaten an und variiert je nach Broker zwischen 0 und 10 Euro pro Trade. Beim börslichen Handel kommen Börsengebühren von etwa 1 bis 3 Euro hinzu.

Der Spread zwischen Geld- und Briefkurs stellt eine versteckte Kostenkomponente dar. Emittenten verdienen an dieser Differenz. Enge Spreads von 0,1 Prozent sind günstig, weite Spreads von ein Prozent und mehr verteuern das Trading erheblich. Im außerbörslichen Direkthandel entfallen Börsengebühren, dafür sind die Spreads manchmal breiter.

Finanzierungskosten entstehen bei Open-End Zertifikaten täglich durch die Anpassung der Knock-Out-Schwelle. Diese belaufen sich auf etwa 2 bis 5 Prozent pro Jahr, umgerechnet auf die Haltedauer. Bei kurzfristigem Trading spielen sie eine untergeordnete Rolle, bei längeren Haltedauern summieren sie sich jedoch.

Unseren Erfahrungen nach machen die Gesamtkosten bei aktiven Tradern mit Turbo-Zertifikaten oft den Unterschied zwischen Gewinn und Verlust aus. Vergleichen Sie Broker sorgfältig. Gebühren ausgewählter Broker sind:

  • Flatex: Ordergebühr 5,90 Euro pauschal, Börsengebühren zusätzlich, Spreads emittentenabhängig
  • Trade Republic: 1 Euro Ordergebühr beim außerbörslichen Handel, keine Börsengebühren, sehr enge Spreads
  • comdirect: 4,90 Euro Grundgebühr plus 0,25 Prozent vom Ordervolumen, maximal 59,90 Euro, Börsengebühren separat
  • IG: Keine Ordergebühren im außerbörslichen Handel, Kosten im Spread enthalten, sehr enge Spreads
  • XTB: Keine Ordergebühren bei außerbörslichem Handel, Spreads ab 0,1 Prozent,
  • Consorsbank: 3,95 Euro Grundgebühr plus 0,25 Prozent vom Ordervolumen, Börsengebühren abhängig vom Handelsplatz

Gibt es ein Aufgeld bei Knock-Out Zertifikaten?

Ja, bei Knock-out Zertifikaten gibt es ein Aufgeld. Das Aufgeld beschreibt die Differenz zwischen dem aktuellen Kurs des Basiswerts und dem tatsächlichen Preis des Zertifikats. Es entsteht, weil Emittenten Finanzierungskosten, Zinskosten und gegebenenfalls Währungsrisiken einpreisen. Dieses Aufgeld sichert ihre Kalkulation ab und sorgt für einen fairen Handelswert.

Unser Beispiel verdeutlicht das Prinzip: Beträgt der Kurs des DAX 17.000 Punkte und ein Knock-out Zertifikat mit Hebel 10 kostet 170 Punkte, kann ein kleiner Teil dieses Preises als Aufgeld betrachtet werden. Unserer Einschätzung nach fällt das Aufgeld bei liquiden Basiswerten meist gering aus, während exotische Underlyings höhere Aufschläge zeigen.

Welche Steuern zahlt man bei Knock Out Zertifikaten?

Knock-out Zertifikate unterliegen der Kapitalertragsteuer (Abgeltungssteuer). Gewinne aus dem Handel werden mit 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer besteuert. Verluste lassen sich nur mit Gewinnen aus anderen Termingeschäften verrechnen. Nach unserer Erfahrung ist eine genaue Dokumentation aller Transaktionen mit Turbo-Zertifikaten für die korrekte Behandlung der Trading Steuern wichtig.

Welche Alternativen gibt es zu Knock-Out Zertifikaten?

Knock-Out Zertifikate weisen Nachteile auf wie das Totalverlustrisiko durch die Knock-Out-Schwelle, die täglichen Finanzierungskosten bei Open-End Produkten und die Abhängigkeit von der Bonität des Emittenten schaffen Risiken. Für Trader, die Hebelwirkung nutzen möchten, existieren mehrere Alternativen zu Knock-Out Zertifikaten.

Alternativen zu Knock-Out Zertifikaten: Optionsscheine, Aktien mit Margin, Faktor-Zertifikate, Futures und CFDs.

CFDs

CFDs ermöglichen den gehebelten Handel auf steigende und fallende Kurse ohne Knock-Out-Schwelle. Die Hebelwirkung ist flexibel einstellbar und Positionen lassen sich mit Stop-Loss-Orders absichern. Im Gegensatz zu Knock-Out Zertifikaten besteht bei CFDs jedoch eine Nachschusspflicht bei professionellen Konten. Für Retail Kunden gilt in Europa ein Ausschluss dieser Nachschusspflicht. CFDs bieten engere Spreads und niedrigere Kosten, erfordern aber intensives Risikomanagement.

Optionsscheine

Optionsscheine verbriefen das Recht, einen Basiswert zu einem festgelegten Preis zu kaufen oder verkaufen. Anders als bei Knock-Out Zertifikaten existiert kein automatischer Totalverlust. Selbst bei ungünstiger Kursentwicklung behält der Schein einen Zeitwert bis zum Verfallsdatum. Die Preisbildung ist auch unseren Erfahrungen nach jedoch komplexer, da Zeitwert und implizite Volatilität den Kurs beeinflussen. Optionsscheine eignen sich für längerfristige Positionen mit definierten Laufzeiten.

Faktor-Zertifikate

Faktor Zertifikate bieten konstante Hebelwirkung ohne Knock-Out-Schwelle. Ein Faktor-Zertifikat mit Hebel 5 bildet die tägliche Wertentwicklung des Basiswerts fünffach ab. Bei längeren Haltedauern entsteht jedoch ein Pfadabhängigkeitseffekt, der die Performance verfälscht. Diese Produkte eignen sich für tägliches Trading, nicht für Buy-and-Hold Strategien. Das Emittentenrisiko bleibt bestehen.

Futures

Futures sind standardisierte Terminkontrakte, die an Terminbörsen gehandelt werden. Sie bieten hohe Liquidität, enge Spreads und Hebelwirkung durch die Margin-Anforderung. Futures eliminieren das Emittentenrisiko, da sie über Clearingstellen abgewickelt werden. Die Mindestinvestition liegt jedoch deutlich höher als bei Zertifikaten – ein DAX-Future repräsentiert 25 Euro pro Indexpunkt. Futures richten sich primär an professionelle Trader mit größerem Kapital.

Direkte Aktieninvestments mit Margin

Margin-Trading ermöglicht den Kauf von Aktien mit geliehenem Kapital. Broker gewähren einen Hebel von typischerweise 2:1 bis 5:1 auf das eigene Kapital. Margin-Trading eignet sich für mittelfristige Investments ohne das extreme Risiko von Hebelprodukten. Die Zinsen für das geliehene Kapital fallen kontinuierlich an. Bei starken Kursverlusten droht jedoch ein Margin Call mit Zwangsliquidation der Position

Was ist der Unterschied zwischen Knock Out Zertifikaten und Faktor Zertifikaten?

Knock-out Zertifikate und Faktor Zertifikate ermöglichen beide gehebeltes Trading, unterscheiden sich jedoch deutlich in ihrer Funktionsweise. Knock-Outs reagieren linear auf Kursbewegungen des Basiswerts und besitzen eine feste Knock-out Schwelle. Faktor Zertifikate dagegen bilden tägliche prozentuale Veränderungen multipliziert mit einem festen Faktor ab.

Unseren Erfahrungen nach sind Knock-Outs besser für kurzfristige Trades mit engen Stopps geeignet, während Faktor Zertifikate eher als Instrument für mittelfristige Trendbewegungen dienen. Die wichtigsten Unterschiede entnehmen Sie gerne der folgenden Übersicht: 

Vergleichsmerkmal   Knock-out Zertifikate Faktor Zertifikate
HebelmechanismusDirekt und linearTägliche prozentuale Multiplikation
Knock-out Grenze   Ja, führt zum Totalverlust Nein, kein Knock-out
HaltedauerKurzfristig optimalAuch über mehrere Tage möglich
Anpassung bei MarktschwankungenKeine tägliche AnpassungTägliche Neuberechnung des Faktors
RisikoHoher Hebel, Knock-out-Risiko Zeitabhängiger Wertverfall
TransparenzEinfach kalkulierbar Komplexere Preisbildung
Handelszeit Börslich handelbarBörslich handelbar
Zielgruppe  Daytrader und Swingtrader     Trendfolger und Strategie-Trader

Knock Out Zertifikate vs Optionsscheine – Der Unterschied

Knock-out Zertifikate und Optionsscheine (Warrants) verfolgen ähnliche Ziele, unterscheiden sich aber in Preisbildung und Risiko. Knock-Outs haben einen linearen Hebel und reagieren direkt auf Kursveränderungen des Basiswerts. Optionsscheine besitzen einen Zeitwert, dessen Verfall zu Wertverlust führen kann.

Wir sind der Meinung, dass Knock-Outs für Trader mit klarer Markterwartung besser geeignet sind, während Optionsscheine für komplexe Strategien mit Laufzeitbezug mehr Kontrolle bieten. Unsere folgende Übersicht hilft Ihnen, KO Zertifikate und Warrants gut zu unterscheiden:

VergleichsmerkmalKnock-out ZertifikateOptionsscheine
HebelstrukturDirekt linearAbhängig von Zeitwert und Volatilität
Knock-out GrenzeJa, Totalverlust möglichKeine Knock-out Schwelle
Zeitwert Nicht enthaltenBestandteil des Preises
KomplexitätEinfache PreisbildungKomplexer, mehrere Einflussfaktoren
Risiko Verlust bei Erreichen der Barriere Zeitwertverlust über die Laufzeit
LaufzeitUnbegrenzt Feste Laufzeit
TransparenzHochEingeschränkt durch Volatilitätskomponenten
ZielnutzerKurzfristige TraderStrategische Anleger mit Optionswissen

Sind Knock Out Zertifikate sogenannte Turbo Zertifikate?

Ja, Knock-out Zertifikate werden im Sprachgebrauch häufig als Turbo Zertifikate bezeichnet. Beide Begriffe beschreiben Produkte mit gleicher Funktionsweise: einem festen Hebel, einer Knock-out Schwelle und linearer Wertentwicklung. In der Praxis unterscheiden sich die Bezeichnungen hauptsächlich durch Marketing oder Sprache der jeweiligen Emittenten.

Risikoärmeres Trading in der Trading.de Ausbildung lernen

Wenn Sie Knock-out Zertifikate erfolgreich handeln möchten, benötigen Sie fundiertes Wissen über Hebelmechanismen, Marktverhalten und Risikoabsicherung. Unsere Trading.de Ausbildung vermittelt diese Grundlagen in strukturierter Form. Die Lerninhalte sind anfängerfreundlich aufgebaut, praxisorientiert erklärt und direkt auf reale Marktsituationen anwendbar. Unserer Meinung nach ist die Trading.de Ausbildung die ideale Wahl für Trader, die Sicherheit und Verständnis im Umgang mit Hebelprodukten wie Turbo Zertifikaten gewinnen wollen.

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Fazit: Hohe Chancen und Risiken bei Knock-Outs

Knock-out Zertifikate sind leistungsstarke Instrumente für erfahrene Trader, die kurzfristige Marktbewegungen präzise handeln wollen. Der Hebel erlaubt hohe Gewinnchancen, gleichzeitig erhöht er die Verlustgefahr. Unseren Erfahrungen nach profitieren Trader, die konsequent Risikomanagement betreiben und die Mechanik der Produkte verstehen, langfristig stärker. Wenn Sie nachhaltigen Erfolg im Trading anstreben, sollten Sie auf klare Strategien und diszipliniertes Kapitalmanagement setzen.

FAQs – Meistgestellte Fragen zu Knock-Out Zertifikaten

Wie lange halten sollte man Knock Out Zertifikate?

Die Haltedauer von Knock-Out Zertifikaten richtet sich nach Ihrer Trading-Strategie und der Marktentwicklung. Kurzfristige Trader halten Positionen nur wenige Stunden oder Tage, um von schnellen Kursbewegungen zu profitieren. Bei längeren Haltedauern wirken die täglichen Finanzierungskosten negativ auf die Performance. Wir empfehlen, Positionen nicht über Wochen zu halten, da die Knock-Out-Schwelle durch Anpassungen kontinuierlich näher rückt und das Risiko steigt.

Wo finde ich Aktien Knock Out Zertifikate?

Aktien Knock Out Zertifikate suchen und finden Sie über Produktfinder auf Broker-Plattformen oder direkt bei Emittenten wie BNP Paribas, Société Générale oder HSBC. Geben Sie die gewünschte Aktie, die Richtung (Long/Short) und den bevorzugten Hebel ein. Die Suchmaske zeigt verfügbare Turbo-Zertifikate mit WKN, ISIN, Knock-Out-Schwelle und aktuellen Kursen an. Börsenportale wie onvista.de oder boerse-online.de bieten umfangreiche Suchfunktionen mit Filtermöglichkeiten für alle relevanten Parameter.

Welchen Spread muss ich bei Knock-Out Zertifikaten einkalkulieren?

Der Spread bei Knock-Out Zertifikaten variiert je nach Basiswert, Emittent und Marktlage. Bei liquiden Basiswerten wie DAX oder S&P 500 liegen die Spreads typischerweise zwischen 0,1 und 0,3 Prozent. Bei Einzelaktien oder exotischen Basiswerten weiten sich Spreads auf 0,5 bis über 1 Prozent. Der Spread stellt eine versteckte Kostenkomponente dar, die Sie bei jedem Kauf und Verkauf zahlen.

Was passiert bei Insolvenz des Emittenten?

Bei Insolvenz des Emittenten droht der Totalverlust Ihrer Knock-Out Zertifikate, da diese als Schuldverschreibungen konstruiert sind. Anders als bei Aktien, die Sondervermögen darstellen, haften Zertifikate-Besitzer im Insolvenzfall als nachrangige Gläubiger. Die Wahrscheinlichkeit einer Bankenpleite großer Emittenten ist gering, das Risiko existiert jedoch. Diversifizieren Sie daher über mehrere Emittenten und konzentrieren Sie sich auf etablierte Institute mit hoher Bonität. 

Kann ich Knock-Out Zertifikate über Nacht halten?

Ja, das Halten von Knock-Out Zertifikaten über Nacht ist möglich und bei Open-End Produkten problemlos. Beachten Sie jedoch das erhöhte Gap-Risiko: Öffnet der Markt am nächsten Tag mit großer Kurslücke, kann die Knock-Out-Schwelle bereits erreicht sein, bevor Sie reagieren. Dieses Overnight-Risiko ist besonders bei volatilen Basiswerten und vor wichtigen Ereignissen wie Quartalszahlen oder Notenbanksitzungen erheblich. 

Wie unterscheiden sich Mini Futures von klassischen Knock-Out Zertifikaten?

Mini Futures bezeichnen Knock-Out Zertifikate mit niedrigerem Hebel und größerem Abstand zur Knock-Out-Schwelle. Die Funktionsweise bleibt identisch, jedoch liegt der Hebel typischerweise zwischen 2:1 und 5:1 statt bei 10:1 oder höher. Diese konservativere Konstruktion reduziert das Knock-Out Risiko und eignet sich für längerfristige Positionen. Die Finanzierungskosten fallen bei Mini Futures stärker ins Gewicht, da die Haltedauer oft länger ausfällt.

Welche Rolle spielt die Volatilität bei Knock-Out Zertifikaten?

Die Volatilität beeinflusst Knock-Out Zertifikate primär durch das erhöhte Knock-Out Risiko in schwankungsstarken Phasen. Anders als bei Optionsscheinen wirkt sich die implizite Volatilität nicht direkt auf die Preisbildung aus, denn KO-Zertifikate folgen dem Basiswert nahezu linear. In hochvolatilen Märkten steigt jedoch die Wahrscheinlichkeit, dass der Kurs die Knock-Out-Schwelle erreicht. Weite Spreads und schnelle Kursbewegungen erschweren präzises Trading. 

Oliver Schoch
Oliver Schoch ist gelernter Bankkaufmann und er hat sich 2008 als Finanz-Journalist selbstständig gemacht. Seitdem verfasst er in Vollzeit als Freiberufler nahezu ausnahmslos Beiträge zu Finanz- und Wirtschaftsthemen wie Börse, Trading, Geldanlage, Vermögensaufbau, Versicherungen und Finanzierungen. Zu seinem Repertoire zählen u.a. Ratgeber, Fachtexte, News, Blogbeiträge und eBooks auf Trading.de. Er ist experte für CFDs sowie Optionen und Technische Analyse.
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