André Kostolany (1906–1999) war ein ungarisch-französischer Börsenexperte, Spekulant und Autor, der mit langfristigen Investments und Strategien wie Value Investing ein geschätztes Vermögen von rund 40 Millionen Euro hinterlassen hat.
Geboren: | Februar 1906 in Budapest |
Beruf: | Spekulant, Börsenjournalist, Autor |
Erfolge: | Vervielfachung des Privatvermögens während der Great Depression und durch Investitionen in deutsche Staatsanleihen nach Ende des 2. Weltkriegs |
Strategie: | Langfristige Investments, Value Investing |
Geschätztes Vermögen: | geschätzt bis zu 40 Millionen Euro |
Kritik an André Kostolany: | Einige Anleger sehen in seinen Ansichten zuviel Spekulation und kritisieren seine Ansichten zum neuen Markt |
Bekannteste Bücher: | Die Kunst, über Geld nachzudenken Kostolanies Wunderland von Geld und Börse Weisheit eines Spekulanten |
Wohnort: | Zuletzt in Paris |
Wie hoch ist das Vermögen von André Kostolany?
André Kostolanys hinterbliebenes Vermögen wird auf ungefähr 40 Millionen Euro geschätzt. Wie hoch genau sein Vermögen war, ist bis heute nicht bekannt, und kann nur geschätzt werden.
Sicher ist: André Kostolany war mehrfacher Millionär, ging allerdings auch zweimal in seinem Leben pleite. Selbst im hohen Alter lebte er noch für die Börse und warnte vor dem Platzen der Internetblase. Der Zusammenbruch der Pariser Börse hatte André Kostolany in die Karten gespielt und katapultierte sein Vermögen über Nacht in die Höhe.
Kostolany hatte auf fallende Kurse gesetzt. Erst als die Kurse in die Höhe schossen, verlor er zum ersten Mal sein gesamtes Vermögen. Diese Kurserhöhung entstand unter anderem dadurch, dass US-Präsident Hoover Deutschlands Reparationszahlungen verlängerte. Nachdem sich André Kostolany weiter verschuldet hatte, wurde er wieder als Makler tätig und setzte daraufhin in den 1930er-Jahren erfolgreich auf fallende Kurse. Nachdem er in die USA ausgewandert war, änderte er seine Strategie und setzte auf steigende Kurse. Er war erfolgreich.
Wie wurde André Kostolany reich?
Kostolany erlangte seinen Reichtum durch mehrere große Gewinne, die er in seiner Laufbahn erzielte. Dabei setzte er auf Strategien wie Value Investing und antizyklisches Handeln. Durch Trades wie diese wurde Kostolany reich:
- Kauf unterbewerter deutscher Aktien nach dem Zweiten Weltkrieg
- Kauf von französischen Staatsanleihen nach dem Zweiten Weltkrieg
- Spekulation mit Gold in den 1970er-Jahren
- Währungswetten mit dem US-Dollar gegen den französischen Franc
Als der Zweite Weltkrieg zu Ende war, folgte André Kostolany übrigens trotz normalerweise antzyklischem Trading Stil globalen Trends und wurde als Spekulant bezeichnet. Teil von Kostolanys Portfolio waren Auslandsanleihen, welche er für 250 Franc pro Stück in Paris kaufte. Ein paar Jahre später notierte jede dieser Anleihen bei 35.000 Franc.
Welche Trading Strategien verfolgte André Kostolany für Investments?
André Kostolany verfolgte eine langfristige und psychologisch geprägte Trading Strategie, die auf Geduld, antizyklischem Investieren und Marktpsychologie basierte. Den Großteil seines Vermögens erzielte er unter anderem damit, dass er die ständigen Auf- und Abs gewinnbringend und geschickt für sich nutzen konnte.
Das sind Grundelemente von André Kostolanys Investment-Strategie:
- Antizyklisches Investieren: kaufen, wenn die Mehrheit pessimistisch ist, und verkaufen, wenn Euphorie herrscht
- Geduld und Zeit: Aktien langfristig halten, da Märkte Schwankungen durchlaufen
- Psychologie und Sentiment: Kurse sind nicht nur von Fundamentaldaten getrieben, sondern auch stark von Emotionen
- Liquidität und Spekulation: unterschied zwischen Anlegern (Langfristige) und Spekulanten (Kurzfristige) und sah Spekulation als intelligenten, gut durchdachten Risikoeinsatz.
- Schlaftabletten-Strategie – Einmal gekaufte Qualitätsaktien sollte man liegen lassen, anstatt täglich die Kurse zu überprüfen
Zu seiner Zeit galt André Kostolany übrigens nicht als Investor, sondern viel eher als Spekulant. Seine Methoden und Strategien unterscheiden ihn von anderen Börsenlegenden, wie z. B. Warren Buffett. Der ungarische Spekulant sagte zwar, dass es auf das notwendige Wissen um eine bestimmte Investition ankommt, dennoch beschäftigte er sich wenig mit technischen oder tiefgründigen Analysen, geschweige denn ökonomischen Hintergründen.
André Kostolany war seit längerer Zeit gegenüber der Lehren der klassischen Volks- und Betriebswirtschaftslehren abgeneigt. Daher drängte er seine Anhänger auch sich vorher intensiv mit seinen Investment-Cases zu beschäftigen, anstelle sich von Marktstimmungen oder Emotionen beeinflussen zu lassen. Man sollte als Investor inhaltlich verstehen, wie das jeweilige Unternehmen agiert und seine Einnahmen erwirtschaftet. Wichtig zu wissen ist es, ob es sich um solide Geschäftskonzepte handelt oder alles nur auf einen „Hype” aufbaut.
Was ist der Antizyklischer Handel nach Kostolany?
Der antizyklische Handel nach Kostolany bestand immer darin, erst dann zu kaufen, wenn die Kurse niedrig sind. Somit ist der richtige Zeitpunkt für den Kauf vor dem Anstieg eines Kurses. Sollten die Kurse hoch sein, so sollte man auch verkaufen. Der Verkauf erfolgt im besten Fall kurz vor einem anstehenden Abwärtstrend. Das antizyklische Handeln war ein sehr wichtiger Bestandteil der „Methode Kostolany”.
Laut André Kostolany hat jeder Trend drei Phasen:
- Korrektur
- Stimmungsschwankung (Trendwende)
- Übertreibung
Die Phase der Übertreibung zieht stets eine Korrektur in die entgegengesetzte Richtung nach sich, woraus sich im Nachhinein wieder ein Trend ausbildet, welcher dann wieder zu einer Übertreibung führt. Danach schlägt die Stimmung wieder um, es kommt zu einer Korrektur. Die große Aufgabe und Schwierigkeit besteht darin, zu erkennen, wann die jeweilige Phase startet, um im richtigen Zeitpunkt ein- oder aussteigen zu können.
Welchen Markteinfluss hatte André Kostolany als Trader?
Kostolanys Strategien haben bis heute einen Einfluss darauf, wie Trader die Märkte verstehen –
vor allem auf psychologischer und strategischer Ebene. Somit war Kostolany kein Marktmanipulator im klassischen Sinne, aber er hatte eine enorme gedankliche Macht über die Märkte. Gerade durch seine Bücher, Kolumnen und Vorträge in den 1970er bis 1990er Jahren hatte Kostolany einen erheblichen Einfluss auf die Anlagestrategien vieler deutschsprachiger Investoren.
Dennoch konnte Kostolany selbst zumindest etwas Einfluss auf die Märkte nehmen: Während seiner Karriere hatte Kostolany immer wieder Zugang zu großen Geldmitteln, insbesondere durch reiche Investoren, die ihn mit Kapital für Spekulationen ausstatteten. In weniger liquiden Märkten konnte er mit großen Einzelorders durchaus kurzfristige Preissprünge auslösen – insbesondere in kleineren Aktien oder Rohstoffen.
Wie hat André Kostolany das Trading gelernt?
André Kostolany hat das Trading nicht etwa durch Theorie, sondern durch Praxis erlernt. Kostolany selbst sagt von sich, dass er das Trading durch „Hören, Sehen und Verlieren” gelernt habe. Er beobachtete erfahrene Händler an der Pariser Börse, sprach mit ihnen und analysierte deren Strategien. Sein Grundlagenwissen für die Finanzmärkte erlangte er durch seine Berufsausbildung und -erfahrung als Börsenmakler in den 1920er-Jahren.
Kostolany war aber auch ein begeisterter Leser und studierte nicht nur Wirtschaftsbücher, sondern auch Philosophie und Psychologie. Ergo: André Kostolany erkannte früh, dass die Märkte nicht nur von Zahlen, sondern vor allem von Emotionen wie Gier und Angst getrieben werden.
Welche Bücher hat André Kostolany veröffentlicht?
Von André Kostolany gibt es etliche Trading Bücher rund um das Investieren an der Börse. Das kann von herkömmlichen Biografien über sein Leben bis hin zu spezifischen Sachbüchern reichen, die explizit seine Trading Strategien und Methoden unter die Lupe nehmen.
Insgesamt hat André Kostolany 13 Bücher geschrieben.
Buchtitel | Erscheinungsjahr |
---|---|
Kostolanys Börsenpsychologie | 1966 |
Die Kunst, über Geld nachzudenken | 1999 |
Die Kunst, an der Börse Geld zu verdienen | 1998 |
Kostolanys beste Geldgeschichten | 1995 |
Kostolanys Wunderland | 1993 |
Kostolanys Bilanz | 1992 |
Kostolanys Börsenweisheit | 1987 |
Einstieg in die Börse | 1981 |
Das ist die Börse | 1972 |
Der Friede dem Markt, der Krieg dem Zins | 1972 |
Börse für Kapitalisten | 1961 |
Börse für Spekulanten | 1957 |
Börse für jedermann | 1955 |
Das sind die bedeutensten Werke von Kostolany:
Buch Nr. 1: „Der große Kostolany”
In diesem Sammelband werden auf 816 Seiten seine drei erfolgreichsten Bücher zusammengefasst. Deshalb ist es besonders umfangreich. Die Themen sind unter anderem: eine Strategie, seine Fehler und wie man aus diesen lernen kann sowie die Bedeutung der Börsenpsychologie und seine Erfahrung an der Börse.
Vorteile des Buches:
- Lehrreich, informativ, unterhaltsam und humorvoll
- Das Thema Börsenpsychologie spielt eine wichtige Rolle
Buch Nr. 2: „Die Kunst, über Geld nachzudenken”
Dieses Buch ist 240 Seiten lang und dreht sich hauptsächlich um die Börsenweisheiten des ungarischen Finanzexperten, die in zahlreiche Börsengeschichten zu seinen Spekulationen eingebunden werden.
Vorteile des Buches:
- Wertvolle Börsenweisheiten von André Kostolany, die einem dabei helfen können, mehr Erfolg an der Börse zu haben
- Unterhaltsame und wichtige Börsengeschichten
Bekannte Börsenweisheiten von André Kostolany
Während seines bewegten Lebens sind einige Zitate und Börsenweisheiten von André Kostolany entstanden, die bei Anlegern auch lange nach seinem Tod noch sehr bekannt sind. Beispielsweise diese hier:
„Ich kann Ihnen nicht sagen, wie man schnell reich wird; ich kann Ihnen aber sagen, wie man schnell arm wird: Indem man nämlich versucht, schnell reich zu werden.“
wikipedia.org
Das Zitat verdeutlich nochmals deutlich sein Glauben an langfristige Investments in klassische Anlageprodukte, als beste Möglichkeit zum Vermögensaufbau.
„Kaufen Sie Aktien, nehmen Sie Schlaftabletten und schauen Sie die Papiere nicht mehr an. Nach vielen Jahren werden Sie sehen: Sie sind reich.“
von André Kostolany
Ein berühmtes Zitat aus den 1990ern, das seine Strategie des langfristigen Investierens betont.
von André Kostolany aus seinen Vorträgen aus den 1990ern.
„Die Börse reagiert nicht auf die Gegenwart, sondern auf die Zukunft. Aber die Zukunft kennt sie nicht.“
Ein weiteres berühmtes Zitat befasst sich mit den Risiken an den Finanzmärkten:
„Wer viel Geld hat, kann spekulieren; wer wenig Geld hat, darf nicht spekulieren; wer kein Geld hat, muss spekulieren.“
“Die Kunst, über Geld nachzudenken” von André Kostolany (Ullstein Verlag, 2015)
Wie ist der Werdegang von André Kostolany?
André Kostolany wurde am 9. Februar 1906 in der damaligen Hauptstadt von Österreich-Ungarn, Budapest, als viertes Kind einer jüdischen Familie geboren. Die Familie, in die er hineingeboren wurde galt generell als sehr wohlhabend. Das Unternehmen des Vaters produzierte nämlich verschiedenste Spirituosen nach industriellem Stil und einige Marken, wie beispielsweise Herkules, waren auch über die Grenzen Österreich-Ungarns sehr bekannt. Das Unternehmen, das seit 1830 existierte, exportierte große Mengen in die USA.
Kostolany selbst beschrieb seine damalige Familiensituation als wohlhabend und es war zunächst seine Absicht, Kunstkritiker zu werden. Dem folgend begann er ein Studium der Philosophie und Kunstgeschichte, jedoch änderte sich seine Richtung relativ zügig. Auf Wunsch seines Vaters absolvierte er nämlich beim Börsenmakler Adrien Perquel Mitte der 1920er-Jahre eine Lehre. André sammelte als Börsenspekulant bereits 1924 seine ersten Erfahrungen im Handelsbereich. Manche behaupten aber, dass er seine ersten spekulativen Geschäfte bereits mit 13 Jahren durchführte, indem er mit Währungen handelte.
Damals war er nach Paris gezogen und arbeitete dort als Börsenspekulant. 1940, nach Beginn des Zweiten Weltkrieges flüchtete André Kostolany aufgrund seiner jüdischen Herkunft in die USA. Dort erhielt er die amerikanische Staatsbürgerschaft. Seine Ehefrau Françoise Russell lernte er kennen, nachdem er nach dem Krieg nach Paris zurückgekehrt war. Diese heiratete er im Alter von 58 Jahren. Kinder hatte Kostolany keine.
Was lehrt uns André Kostolany?
Was man von André Kostolany noch heute lernen kann, ist, dass Geduld der wohl wichtigste Faktor im Trading ist und dass man ohne sie wohl oder übel irgendwann in Schwierigkeiten gerät. Leute ohne Geduld gehören laut Kostolany nicht mal in die Nähe einer Börse.
Diese Meinung spiegelt sich auch in seiner generellen Strategie wider: Man solle langfristig investieren und dabei natürlich immer die Nerven behalten. Dabei hat André die Trader in verschiedene Gruppen unterteilt.
Hartgesonnene waren laut Kostolany jene, die fachliche Kompetenzen aufweisen und die nötige Geduld haben. Die Zittrigen hingegen sind jene, die schnell die Nerven verlieren und keine Geduld aufweisen können. Deshalb handeln diese oftmals emotional, sobald sich die Kurse nicht wie erwünscht bewegen.
Was braucht es laut Kostolany, um an der Börse erfolgreich zu sein?
André Kostolany war davon überzeugt, dass die Geduld beim Anlegen zu den wichtigsten Faktoren zählt, da Kurse niemals linear steigen, sondern es regelmäßig zu Kurseinbrüchen kommen kann. Man solle sich allerdings nicht von kurzfristigen Kurseinbrüchen verunsichern lassen, denn Anleger mit einem kurzzeitigen Anlagehorizont laufen Gefahr, dass sie in Marktphasen mit Schwankungen ihre potenziellen Renditeziele verpassen. Laut André Kostolany sind Anleger, die auf kurzfristige Gewinne hoffen, keine Investoren, sondern Spekulanten.
Quellen und Referenzen zu André Kostolany
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