Jesse Livermore (26.07.1877 – 28.11.1940) war einer der bekanntesten Börsenspekulanten, der durch seine waghalsigen Wetten an der Wall Street bekannt wurde. Schätzungen zufolge belief sich Livermores Vermögen nach dem Crash von 1929 auf über 100 Millionen US-Dollar, was heute mehreren Milliarden entspräche, hauptsächlich verdient durch Aktien und Rohstoffe und einer trendbasierten Trading-Strategie. Jesse Livermoe gilt als einer der Pioniere des modernen Tradings und wurde durch das Buch “Reminiscences of a Stock Operator” (1923).
Zum Zeitpunkt seines Suizids im Jahr 1940 soll Livermores Vermögen laut Berichten auf weniger als 5.000 US-Dollar geschrumpft sein, während er Schulden in Millionenhöhe hatte.
Geboren: | 26. Juli 1877 |
Gestorben | 28. November 1940 |
Beruf: | Börsenhändler |
Erfolge: | Börsencrash von 1929 |
Strategie: | Short Selling |
Geschätztes Vermögen: | 0 US-Dollar |
Kritik an Jesse Livermore: | Es gibt wohl kein Investor, der sich mehrmals ein Millionenvermögen durch das Trading erschuff. Allerdings gelang es ihm nie, dieses Vermögen auch langfristig zu halten, was an seinem riskanten Handelsstil ohne wirkliche Analyse lag. |
Geschätztes Anfangskapital: | 5 USD |
Wie ist Jesse Livermores Werdegang?
Als Jesse Livermore mit dem Trading begann, sah der Börsenhandel noch anders aus als heutzutage. Der in 1877 in Massachusaetts geborene Investor begann bereits in jungen Jahren damit, an den Börsen Geld zu verdienen. Bereits mit 15 Jahren konnte Livermore erste Erfolge verzeichnen und verdiente mit dem Absetzen von Trades rund 1000 US-Dollar. Zu damaliger Zeit verdiente Livermore sein Geld damit, in einem Maklerbüro Preise auf einer Tafel zu notieren.
Von den Trading Gewinnen angespitzt, begann Jesse Livermore in Bucket Shops zu spekulieren. Solche Shops waren eigentlich dafür berüchtigt, dass man aus ihnen mit einem Verlust herausgeht. Nicht so Livermore. Jesse schlug die Bucket Shops regelmäßig mit seinem Geschick – bis er so viel Profit machte, dass er von ihnen ausgeschlossen wurde.
Karriere
Heute ist Jesse Livermore für seinen Super-Coup im Jahr 1929 bekannt. Kurz vor dem Börsencrash setzte Livermore auf eine Short-Position. Sie brachte Livermore schätzungsweise zwischen 90 bis 100 Millionen US-Dollar ein, was zu heutiger Zeit mehreren Milliarden entsprechen würde.
Ich hatte gelernt, das große Geld zu verdienen
~ Jesse Lauriston Livermore
Livermore selbst war sich einige Zeit sicher, dass der den Markt schlagen kann. So sagte er einst “Ich hatte gelernt, das große Geld zu verdienen”. Das liest sich heute in Livermores Buch “Das Spiel der Spiele”. Das Jesse Livermore mehr als nur ein Stratege war, zeigt sich in den Höhen und Tiefen seines Erfolges. Zwar ist Livermore für herausragende Gewinne bekannt. Sein Vermögen konnte Livermore jedoch nie lange halten und auch die Gewinne an den Börsen wurden durch Verluste in den Schatten gestellt.
Wie hoch ist das Vermögen von Jesse Livermore?
Zum Zeitpunkt seines Todes war Jesse Livermore quasi bankrott und es blieben nur Schulden zurück und das obwohl er in seinen besten Zeiten als Spekulant ein Multi-Millionen-Dollar-Vermögen aufwies. Die vielen Höhen und Tiefen der Investitionen von Jesse Livermore führten dazu, dass sich das Vermögen des Börsenhändlers stetig veränderte. In der Retrospektive war klar, dass er keine seiner Gewinne halten konnte.
Wie wurde Jesse Livermore reich?
Die größten Erfolge erwirtschaftete Jesse Livermore zwischen 1907 und 1929. Jesse Livermores höchstes Vermögen zu Lebzeiten wird auf 100 Millionen US-Dollar geschätzt, was dem Ausgang des Short-Trades vor dem Börsencrash von 1929 entspricht. Noch im gleichen Jahr soll er das Geld wieder verloren haben.
Welchen Markteinfluss hatte Jesse Livermore?
Jesse Livermores Wetten gegen den Markt bewegten teils ganze Branchen, da er mit enormen Summen spekulierte und dabei gezielt Marktstimmungen beeinflusste. Während des Börsencrashs von 1929 galt Livermore in der Öffentlichkeit sogar als einer der Hauptverantwortlichen für den Kurseinbruch – was ihm den Spitznamen „The Boy Plunger“ und massive Kritik einbrachte.
Was war Jesse Livermores Trading Strategie?
Jesse Livermore ist für seine Erfolge im Short Selling bekannt. Dabei setzte er klare Regeln für die eigenen Trades auf, zum Beispiel:
- Kein Overtrading
- Bullische Industriegruppe
- Wahl der best performenden Aktie
- Orientierung an Preismustern
- Erst klein anfangen, dann Kapital nachlegen
Eine der bekanntesten Aussagen von Jesse Livermore ist es, nie am Tiefpunkt zu kaufen und immer ein Stück zu früh zu verkaufen. Heutzutage setzten Trader beispielsweise einen Take Profit, um Gewinne frühestmöglich mitzunehmen. Allgemein war Jesse Livermore jemand, der häufig nach dem Trend handelte. So investierte Livermore in Branchenführer, achtete auf einen übergeordnet bullischen Markt und priorisierte die Wahl einer Industriegruppe gegenüber der einer Einzelaktie.
Wichtig war Livermore dabei vor allem, Verluste nicht als Durchschnitt abzutun, sondern diese zu begrenzen. Mechanismen wie ein Stop Loss hat er hierfür verwendet. Gewinne stockt der hingegen gerne auf. Auch wenn Livermore für seine Trendfolgestrategien bekannt war, spekulierte er hin und wieder auch gegen den Markt, wenn er eine Umkehr des Trends prognostizierte.
Wie sah Jesse Livermores Portfolio aus?
Jesse Livermores Portfolio bestand aus stark spekulativ und trendorientierten Aktien. Livermore tradete bevorzugt hochliquide Werte wie U.S. Steel, Bethlehem Steel, Anaconda Copper, Union Pacific oder General Motors, häufig als Long- oder Short-Position. In früheren Jahren handelte Livermore über Terminmärkte auch Baumwolle, Weizen und andere Agrarrohstoffe mit hoher Hebelwirkung.
Welche Biografien und Bücher gibt es von Jesse Livermore?
Das sind bekannte Bücher von Jesse Livermore:
Das “Spiel der Spiele” zählt zu den meistverkauftesten Börsenbüchern der Welt. Es schlüsselt die Geschichte rund um Jesse Livermore und seines Anlagestils auf. Auch das Buch “How to trade in Stocks” gibt heutigen Tradern ein gutes Gespür dafür, wie Livermore damals sein Money Management, seine Prognosen und Trades an den Börsen handhabte. Es besitzt ebenso wie das Spiel der Spiele autobiografische Inhalte.
Eine noch höhere Bekanntheit besitzt das Buch “Reminiscences of a Stock Operator“, geschrieben von Edwin Lefèvre. Kaum ein anderes Werk zeigt so gut, wie das Markt-Timing und die Psychologie das Trading von Livermore prägte.
So wie die Höhen und Tiefen seines Lebens im Trading endete auch Livermores Leben. 1940 beging er Suizid. Erst später wurde bekannt, dass Livermore eine bipolare Störung hatte.
Was sind bekannte Zitate von Jesse Livermore?
Das erste bemerkenswerte Zitat gibt einen Einblick, wie Jesse Livermore selbst bevorzugt handelte.
Eröffne keinen Trade bis der Markt eine Meinung bestätigt hat. Etwas spät in einen Trend einzusteigen ist wie eine Versicherung dass deine Einschätzung korrekt ist. In anderen Worten: Sei kein ungeduldiger Trader.
fancyquote.com
Im nächsten Zitat spiegelt sich seine eigene Erfahrung an der Börse und die Tatsache, dass es ihm nie gelungen ist sein Kapital auch zu halten.
Mit dem Handel kann nicht jeden Tag oder jede Woche im Jahr Geld verdient werden.
traderlion.com
Was kann man von Jesse Livermore lernen?
Trader können von Jesse Livermore lernen, dem Trend zu folgen. Dabei achtete Livermore immer darauf, dass die allgemeine Meinung des Marktes sich mit dem Kursverlauf deckte. Auch Short Trades orientierten sich am Trend-Trading, nur eben in umgekehrter Entwicklung des Kurses. Statt kleinen Kursentwicklungen eine zu hohe Bedeutung beizumessen, konzentrierte sich Livermore auf die großen Swings.
Besonders auffallend an Jesse Livermores Strategie war es, dass er sowohl hoch spekulativ in Märkten agierte und gleichzeitig den Wetteinsatz Stück für Stück aufbaute. Livermores Trades startete er stets mit verhältnismäßig geringen Kapitaleinsätzen. Erst wenn die allgemeine Meinung und der Kurs seine Annahme bestätigte, investierte er weitere Gelder in die Position. Disziplin und klare Regeln für den eigenen Handel waren es am Ende, die Jesse Livermore immer wieder zu neuem Vermögen verhalfen, als er wieder und wieder sein Geld verlor.
Fazit: Eine Karriere zwischen Höhen und Tiefen
Anders als andere erfolgreiche Trader besaß Livermore nie eine tatsächliche Karriere im Trading. Jesse Livermore war weder Hedgefondsmanager noch Vermögensverwalter oder Angestellter an der Wall Street. Vielmehr investierte Livermore zeitlebens sein eigenes Geld in Trendstrategien. Mal verlor er, mal gewann er herausragende Summen. Trader können heute vor allem von ihm lernen, wie die Auswahl von Marktinstrumenten gelingt, wie gutes Risikomanagement funktioniert und dass Emotionen im Trading keinen Platz haben.
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Häufige Fragen und Antworten:
Was waren Jesse Livermores Trading Regeln?
Jesse Livermore setzte auf Regeln, die klare Strukturen für die eigenen Trades ermöglichten. Unter anderem setzte er auf Auszeiten von den Märkten, verbiet sich selbst das Overtraden und baute Kapitaleinsätze nach und nach auf. Seine Markteinschätzungen ließ er sich von anderen Tradern im Rahmen der Marktmeinung bestätigen, bevor er weitere Gelder investierte.
Wie viel Geld besaß Jesse Livermore zuletzt?
Zum Zeitpunkt seines Todes im Jahr 1940 besaß Jesse Livermore noch rund 5 Millionen US-Dollar. Zwischenzeitlich besaß Jesse Livermore ein Vermögen von 90 bis 100 Millionen US-Dollar. In der heutigen Zeit würde dies mehreren Milliarden entsprechen.
Wann begann Jesse Livermore mit dem Trading?
Bereits mit 14 begann Jesse Livermore in einer Maklerposition Preise auf Tafeln zu notieren. Seinen ersten gewinnbringenden Trade setzte Jesse Livermore mit rund 3 US-Dollar Rendite ab. Der erste größte Erfolg folgte mit 15 Jahren. In diesem Alter erwirtschaftete Livermore bereits 1000 US-Dollar an der Börse.