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Bei einem Order Block handelt es sich um limitierte Orders, die in großer Anzahl auf einem Preis im Orderbuch stehen. Ein Order Block stellt somit einen Bereich im Chart dar, an dem die sogenannten Big Player am Markt ein- oder aussteigen wollen. Trader versuchen beim Order Block Trading diese Zonen der institutionellen Limit Orders zu identifizieren und nutzen sie für Trade-Einsteige oder Exits. Das gilt sowohl für den Aufbau einer Long- als auch einer Short-Position. Die großen Player an den Märkten sind insbesondere:

  • Banken
  • Hedgefonds
  • Andere institutionelle Händler und Investoren

Ebenfalls gibt es aus charttechnischer Sicht eine Definition der Order Blocks. So wird die letzte, entgegengesetzte Kerze als Order Block bezeichnet, die dem Bruch eines vorherigen Hoch- oder Tiefpunktes bevorsteht. Das macht solche Order Blocks zu sinnvollen Einstiegspunkten für private Trader.

Daraus ergibt sich die Definition des Order Block Trading. Trader versuchen, Order Block Bereiche im Chart zu identifizieren, um dann anschließend in die gleiche Richtung zu traden, in welche der Markt läuft. Die Richtung spielt dabei keine Rolle, ob der Order Block für fallende oder steigende Kurse spricht.

Alles Wichtige zum Order Block Trading

  • Bei den sogenannten Order Blocks handelt es sich um Limit Orders innerhalb des Orderbuchs von in der Regel großem Umfang
  • Anders ausgedrückt ist der Order Block ein Kursbereich, an dem die sogenannten Big Player am Markt einsteigen
  • Charttechnisch betrachtet ist der Order Block die letzte, entgegengesetzte Kerze vor einem Kursbruch
  • Integriert wird das System Order Block unter anderem im sogenannten Smart Money Trading und beim Inner Circle Trader

Was passiert genau, wenn der Preis auf einen Order Block trifft?

Wenn der Preis auf einen Order Block trifft, gibt es zwei mögliche Reaktionen:

  • Preis Reversal / Kursbruch
  • Kurzes Preis-Reversal und anschließend Fortsetzen des Trends

Bei der ersten Variante gibt es einen typischen Durchbruch, also einen Reversal beim Preis. Das bedeutet, dass der bisherige Kursverlauf sich verändert, was die Richtung angeht. Sind die Preise des Basiswertes bisher gestiegen, setzt nach dem Durchbruch eine Trendumkehr ein und die Kurse fallen. Alternativ setzt nur ein kurzes Reversal ein,  bevor der ursprüngliche Trend fortgesetzt wird.

Bullischer vs. bärischer Order Block

Grundsätzlich sollten Sie wissen, dass zwischen einem bullischen und einem bärischen Order Block innerhalb des Charts differenziert werden kann. Diese zwei Varianten weisen die folgenden Eigenschaften innerhalb des Order Block Trading auf:

  • Bullischer Order Block → Identifizierung durch letzte bärische Kerze vor dem Impuls → bullische Impulskerze folgt und bricht das Hoch der vorherigen bärischen Kerze (Strukturbruch) → Zone liegt zwischen Eröffnung und Schlusskurs der bärischen Kerze
  • Bärischer Order Block → Identifizierung durch letzte bullische Kerze vor dem Impuls → bärische Impulskerze folgt und bricht das Tief der vorherigen bullischen Kerze (Strukturbruch) → Zone liegt zwischen Eröffnung und Schlusskurs der bullischen Kerze

Typisch für einen bullischen Order Block ist, dass in diesem Bereich sehr viele Kaufaufträge – mit hohen Volumina am Markt platziert werden. Das Gegenteil gilt für einen bärischen Order Block, denn dann findet das Platzieren besonders vieler Verkaufsorders statt.

Mitigated vs. Unmitigated Order Blocks im Vergleich

Nicht jeder Order Block ist gleich handelbar. Entscheidend ist, ob der Kurs die Zone bereits angelaufen hat oder nicht.

Unmitigated Order Block

Ein Unmitigated Order Block ist eine Zone, die der Kurs seit Entstehung noch nicht wieder berührt hat. Die institutionellen Orders dahinter sind noch offen und warten auf Ausführung. Beim ersten Retest reagiert der Markt deshalb besonders deutlich. Das sind die Zonen, auf die wir bei Trading.de besonders achten, weil dort das volle ungenutzte Orderpotenzial der großen Marktteilnehmer steckt.

Mitigated Order Block

Ein Mitigated Order Block wurde bereits getestet. Die institutionellen Orders, die ursprünglich in dieser Zone lagen, wurden dabei ganz oder teilweise ausgeführt. Das bedeutet, das verfügbare Kaufs- oder Verkaufsinteresse der großen Marktteilnehmer hat sich in dieser Zone bereits reduziert. Mit jedem weiteren Retest sinkt die verbleibende Ordermenge weiter, weshalb die Preisreaktion an dieser Zone mit der Zeit schwächer wird.

Die CE-Line als 50%-Marke im Order Block

Die CE-Line (Consequent Encroachment) markiert den exakten Mittelpunkt einer Order-Block-Zone und liegt damit genau auf der 50-Prozent-Marke zwischen Ober- und Unterkante. Reagiert der Kurs sauber an dieser Marke, bestätigt das die Stärke der Zone und liefert einen präzisen Einstieg mit engem Stop-Loss. Bricht der Kurs sie dagegen klar, steigt die Wahrscheinlichkeit eines vollständigen Durchlaufs durch die gesamte Zone.

Breaker Block vs. Mitigation Block

Zwei SCM-Konzepte, die direkt aus dem Order Block entstehen und im Trading Alltag häufig verwechselt werden, sind der Breaker Block und der Mitigation Block. Beide setzen voraus, dass ein Order Block vollständig durchbrochen wurde. Ab diesem Punkt dreht die Zone ihre Funktion um.

Breaker Block

Wird ein bullischer Order Block nach unten durchbrochen, verwandelt er sich in einen bärischen Breaker Block. Die dort ursprünglich platzierten Kaufpositionen liegen nun unter Wasser. Bei einem Retest dieser Zone wirken sie als Verkaufsdruck, weil Marktteilnehmer versuchen, ihre Verlustpositionen zu schließen. Aus einer ehemaligen Unterstützungszone wird damit ein Widerstand. Umgekehrt wird ein durchbrochener bärischer Order Block zum bullischen Breaker Block.

Mitigation Block

Ein Mitigation Block entsteht aus einem mitgierten Order Block, funktioniert aber anders als der Breaker Block. Während der Breaker Block nach dem Durchbruch als umgekehrte Zone wirkt, beschreibt der Mitigation Block die Zone, in die der Kurs zurückkehrt, um offene Verlustpositionen auszugleichen. Institutionelle Marktteilnehmer können nicht alle Orders auf einmal ausführen. Ein Teil der Position bleibt offen und muss später zu einem besseren Kurs geschlossen werden. Genau diesen Rücklauf nutzen wir als Einstiegssignal.

Order Blocks vs. Supply & Demand Zonen vs. Engulfing Pattern

Wer Order Block Trading betreibt, begegnet regelmäßig zwei weiteren Konzepten: Supply- und Demand Zonen und dem Engulfing Pattern. Alle drei markieren relevante Preisbereiche, arbeiten jedoch auf unterschiedlichen Ebenen.

Supply- und Demand-Zonen

Supply- und Demand-Zonen basieren auf der Price Action und identifizieren gezielt Preisbereiche, in denen ein deutliches Ungleichgewicht zwischen Käufern und Verkäufern entstanden ist. Eine Supply-Zone ist ein Bereich, in dem das Angebot die Nachfrage deutlich überwiegt und der Kurs deshalb unter Druck gerät. Eine Demand-Zone ist das Gegenteil. Hier ist die Nachfrage so stark, dass sie den Kurs nach oben treibt. Diese Zonen sind bewusst weit gefasst und liefern einen übergeordneten Rahmen, jedoch keinen punktgenauen Einstieg.

Engulfing Pattern

Das Engulfing Pattern besteht aus zwei aufeinanderfolgenden Kerzen, wobei die zweite Kerze die erste vollständig umschließt. Ist die zweite Kerze bullisch, deutet das auf steigende Kurse hin. Ist sie bärisch, auf fallende. Als alleinstehende Signal ist das Muster wenig aussagekräftig. Tritt es jedoch innerhalb eines Order Blocks auf, liefert es eine konkrete Bestätigung dafür, dass der Markt an dieser Zone tatsächlich reagiert.

KonzeptHerkunftWas wird markiert?Einsatz im Trade
Supply/Demand ZoneKlassische Price ActionBreiter Preisbereich mit Angebots- oder Nachfrage-ImbalanceÜbergeordneter Rahmen für die Zonensuche
Order BlockSmart Money ConceptsLetzte gegensätzliche Kerze vor dem StrukturbruchPräziser Einstiegsbereich mit institutionellem Kontext
Engulfing PatternKlassische Kerzenanalyse2-Kerzen-Umkehrmuster, zweite Kerze schließt erste vollständig einEinstiegsbestätigung am Order Block

Bei Trading.de kombinieren wir alle drei Konzepte nach dem Schachtelprinzip. Die Supply-/Demand-Zone ist das Bundesland, der Order Block die Stadt darin und das Engulfing Pattern die Hausnummer. Wir warten, bis der Kurs in eine übergeordnete Demand Zone läuft. Innerhalb dieser Zone identifizieren wir den validen Order Block. Bildet sich dort auf einem kleineren Zeitrahmen ein bullisches Engulfing Pattern, ist das Setup bestätigt und wir haben einen konkreten Einstiegspunkt.

Order Blocks im Chart identifizieren — Schritt für Schritt

Die Grundlage für ein effektives Order Block Trading ist, dass Trader vorhandene Order Blocks sicher erkennen und analysieren können. Ein bewährtes Hilfsmittel dafür ist Bookmap, eine Plattform, die Liquidität in Echtzeit sichtbar macht. Trader können damit direkt ins Orderbuch einsehen, erkennen wo Limit Orders liegen und ob größere Marktteilnehmer wie Banken oder Hedgefonds aktiv sind. Bookmap nutzt Heatmaps, Indikatoren und Volumen-Tools, um diese Zonen optisch darzustellen.

Je früher Sie erkennen, dass große Marktteilnehmer wie Banken oder Hedgefonds aktiv sind, desto besser. Diese haben die Möglichkeit, Kurse massiv in eine Richtung zu bewegen. Wer den Order Block frühzeitig identifiziert, kann rechtzeitig einsteigen und die Bewegung der institutionellen Marktteilnehmer für sich nutzen.

Schritt 1: Übergeordnete Marktstruktur bestimmen

Beginnen Sie auf dem 4-Stunden-Chart oder Tageschart, um den übergeordneten Trend sowie relevante Hochs und Tiefs zu identifizieren. Order Blocks auf höheren Zeitrahmen sind grundsätzlich stabiler und zuverlässiger als solche auf kleineren Zeitrahmen.

Schritt 2: Liquidity Sweep suchen

Suchen Sie nach Stellen, an denen der Kurs kurz ein markantes Hoch oder Tief gebrochen hat, ohne dort zu bleiben. In Bookmap erkennen Sie das daran, dass die Heatmap im Bereich des Hochs oder Tiefs eine hohe Liquiditätsdichte zeigt, die anschließend abgebaut wird.

Schritt 3: Impulskerze und MSS markieren

Markieren Sie die letzte entgegengesetzte Kerze direkt vor dem Impuls als potenzielle Order-Block-Zone. Ziehen Sie ein Rechteck vom Eröffnungs- bis zum Schlusskurs dieser Kerze in den Chart.

Schritt 4: Retest und Einstieg abwarten

Warten Sie, bis der Kurs in die markierte Zone zurückläuft. Reagiert der Kurs dort mit einer erneuten impulsiven Bewegung aus der Zone heraus, ist das Ihr Einstiegssignal. In Bookmap können Sie zu diesem Zeitpunkt prüfen, ob noch Restliquidität in der Zone vorhanden ist. Bei Trading.de beobachten wir regelmäßig, dass Trader genau an diesem Schritt scheitern, weil sie zu früh einsteigen, bevor der Kurs die Zone überhaupt erreicht hat.

So bewerte ich die Qualität eines Order Blocks, bevor ich einsteige

Andre Witzel - Trader und Experte bei Trading.de
Andre Witzel
Trader & Experte

Ich steige in einen Order Block nur ein, wenn ich mindestens ein Risk-Reward-Verhältnis von 1:2 sehe, besser 1:3. Den Stop-Loss setze ich knapp unterhalb der Order-Block-Zone. Beim EURUSD auf dem 1-Stunden-Chart sind das meistens 10 bis 15 Pips. Wer enger setzt, läuft Gefahr, durch normales Marktrauschen ausgestoppt zu werden, bevor die eigentliche Bewegung überhaupt beginnt.

Zusätzlich achte ich auf drei Faktoren, die die Qualität eines Order Blocks erhöhen. Überlappt der Block mit einer Fair Value Gap, ist die Zone zuverlässiger. Liegt er an einem markanten Hoch oder Tief des Vortages, ist dort die stärkste institutionelle Aktivität zu erwarten. Und weniger als 30 Minuten vor NFP oder CPI fasse ich keinen Order Block an, egal wie gut das Setup aussieht. 1-Stunden-Order-Blocks reagieren außerdem deutlich stärker, wenn kurz zuvor die Asia-Range gesweept wurde.

Die 3 Validitätskriterien für einen Order Block

Damit ein Order Block als valide gilt, müssen drei konkrete Kriterien erfüllt sein:

  1. Liquidity Sweep davor. Bevor ein Order Block entsteht, muss der Kurs gezielt Liquidität abräumen. Das bedeutet, er bricht kurz über ein markantes Hoch oder unter ein markantes Tief, löst die dort liegenden Stop Orders aus und dreht dann scharf um. Dieser Vorgang zeigt, dass institutionelle Marktteilnehmer aktiv ihre Positionen aufgebaut haben. Ohne Liquidity Sweep fehlt der Beweis für institutionelles Handeln.
  2. Klarer Impuls danach. Nach dem Sweep muss eine stark impulsive Bewegung folgen. Diese Bewegung muss so kraftvoll sein, dass sie eine Kurslücke hinterlässt, eine sogenannte Fair Value Gap (FVG). Die FVG macht sichtbar, dass echtes institutionelles Volumen hinter der Bewegung steckt. Fehlt die FVG, war der Impuls zu schwach, um einen validen Order Block zu bestätigen.
  3. Market Structure Shift (MSS) oder Break of Structure (BOS). Der Impuls allein reicht nicht. Der Markt muss anschließend auch strukturell brechen, also ein vorheriges signifikantes Hoch oder Tief überwinden. Erst dieser Strukturbruch bestätigt, dass die Richtung tatsächlich gewechselt hat. Nur das macht den Order Block von einer zufälligen Kursbewegung unterscheidbar.

Ohne diese drei Elemente trade ich keinen Order Block

Andre Witzel - Trader und Experte bei Trading.de
Andre Witzel
Trader & Experte

In meiner langjährigen Erfahrung als Trader habe ich gelernt, dass ein Order Block nur dann wirklich handelbar ist, wenn zuvor ein Liquidity Sweep stattgefunden hat, danach ein impulsiver Bewegungsschub folgt und der Markt anschließend eine klare Market Structure Shift zeigt. Fehlt eines dieser drei Elemente, ist es für mich kein valider Order Block und ich trade ihn daher nicht.

Order Block Trading im Multi-Timeframe-Ansatz

Beim Multi-Timeframe Order Block Trading verbinden Sie die Marktstruktur höherer Zeiteinheiten mit den präzisen Einstiegssignalen kleinerer Zeiteinheiten. So handeln Sie nie gegen den übergeordneten Trend und steigen gleichzeitig so spät wie nötig ein, um den Stop Loss eng zu halten.

Schritt 1: Tageschart – Bias bestimmen

Der Tageschart ist der Ausgangspunkt. Hier bestimmen Sie den übergeordneten Trend und markieren relevante Hochs, Tiefs und bestehende Order Blocks. Ziel ist es, eine klare Aussage darüber zu treffen, ob der Markt bullisch oder bärisch ist. Nur in diese Richtung werden Sie später handeln. Ein Order Block im Tageschart, der noch nicht mitigiert (also noch nicht vom Kurs angelaufen und abgearbeitet) wurde, ist besonders wertvoll, weil er zeigt, wo die großen Marktteilnehmer auf der höchsten Zeitebene aktiv waren.

Schritt 2: 4-Stunden-Chart – Order Block identifizieren

Auf dem 4-Stunden-Chart suchen Sie nach einem validen Order Block in dieselbe Richtung, die Sie im Tageschart als Bias festgelegt haben. Er muss alle drei Validitätskriterien erfüllen, nämlich einen Liquidity Sweep davor, einen impulsiven Ausbruch danach und einen bestätigten Market Structure Shift. Dieser Order Block ist Ihre eigentliche Handelszone. Warten Sie, bis der Kurs in diesen Bereich zurückkehrt. Solange das nicht der Fall ist, gibt es keinen Trade.

Schritt 3: 15-Minuten-Chart – Einstieg timen

Sobald der Kurs den Order Block im 4-Stunden-Chart anläuft, wechseln Sie auf den 15-Minuten-Chart. Hier warten Sie auf eine Bestätigung, zum Beispiel durch einen MSS, ein Engulfing Pattern oder einen erneuten Sweep mit Impuls, die Ihnen zeigen, dass der Markt dort tatsächlich reagiert. Der Stop-Loss kommt knapp unterhalb des Order Blocks, das Kursziel orientiert sich am nächsten unmitigierten Level im Tageschart oder 4-Stunden-Chart.

4 Order Block Strategien

1. Order Block Entry Methode

Die mit am häufigsten genutzte Order Block Strategie ist die Order Block Entry Methode. Grundlage ist in dem Fall das Erkennen der Struktur an den Märkten, auf deren Basis entsprechende Handelsaktivitäten folgen können. Dabei besteht die Order Block Entry Methode aus mehreren Standardkomponenten, nämlich

  1. Trends an den Märkten analysieren
  2. Marktstruktur einzeichnen
  3. Identifizierung der Order Blöcke
  4. Eröffnen der Position
  5. Absicherung durch Take Profit bzw. Stop Loss

Im ersten Schritt analysieren Sie, ob es zum Basiswert momentan am Markt einen Trend gibt. Dazu gehört unter anderem, dass Sie erkennen, ob es sich um einen Abwärts- oder Aufwärtstrend handelt. Im zweiten Schritt wird dann die momentane Marktstruktur zu einer besseren Visualisierung in den Kurschart eingezeichnet. 

Dann kommt die eigentliche Aufgabe, nämlich das Identifizieren der Order Blöcke. Wie das funktioniert, haben wir zuvor bereits ausführlicher erläutert. Haben Sie Order Blöcke ausgemacht, zeichnen Sie diese ebenfalls in den Chart mit dem entsprechenden Bereich ein. Für gewöhnlich wird das der Fall sein, weil es an dieser Stelle eine überdurchschnittlich große Menge bzw. ein großes Volumen an Käufen oder Verkäufen gab.

Jetzt haben Sie im Zuge der Order Block Entry Strategie nur noch die Aufgabe, solange zu warten, bis der aktuelle Kurs des Basiswertes den identifizierten Order Block erreicht. Ist das der Fall, werden Sie aktiv und entsprechend erteilen Sie eine Order in die gleiche Richtung. Wie Sie die Order Block Strategie in der Praxis anwenden können, zeigt das folgende Beispiel::

  1. Basiswert liegt innerhalb eines Aufwärtstrends
  2. Sie identifizieren einen Order Block durch große Volumen auf der Kauf- oder Verkaufsseite
  3. Sie warten ab, bis der Kurs des Basiswertes den Order Block Bereich erreicht
  4. Sie platzieren eine Verkaufsorder und eröffnen eine Short-Position
  5. Sie setzen zur Absicherung eine Take Profit oder Stop Loss Marke

Neben der Entry Methode gibt es drei weitere Anwendungsfälle, in denen Order Blocks gezielt eingesetzt werden können: als Take-Profit-Ziel für laufende Positionen, als Einstiegssignal in neue Trades und als Orientierung für die Stop-Loss-Platzierung.

2. Orderblock als Ziel (Take-Profit Zonen) für vorhandene Trades

Teilweise ist der Order Block ebenfalls ein Ziel für vorhandene Trends. Durch die Identifizierung der Order Blöcke möchten Sie nämlich feststellen, wenn mit einer größeren Wahrscheinlichkeit die großen, institutionellen Händler am Markt aktiv sind. In dem Fall es einerseits sinnvoll, mit einem Trade in den Markt einzusteigen.

Auf der anderen Seite kann es sinnvoll sein, eine laufende Position zu schließen. Sind Sie aktuell in einer Long-Position, identifizieren aber einen Order Block mit Kursbruchpotenzial, drohen fallende Kurse. In dem Fall wäre es besser, vorhandene Trades zu schließen und so im besten Fall Gewinne zu realisieren.

3. Orderblöcke als Einstieg für Trades nutzen

Beim klassischen Order Block Trading suchen Sie die Order Blöcke deshalb, um ideale Einstiegspunkte für Ihre Trades zu finden. Sie sind also vorher beim jeweiligen Basiswert weder long noch short, sondern warten stattdessen ab, ob sich ein Order Block zu erkennen gibt. Ist das der Fall, sollten Sie noch einen Moment warten und eine Bestätigung identifizieren. Ist auch diese vorhanden, nutzen Sie die Gelegenheit, um in den Markt einzusteigen.

Order Blocks als Einstieg für Trades können Sie selbstverständlich in beide Richtungen nutzen. Gibt es bisher einen Aufwärtstrend und zeigt sich ein Order Block, ist ein Reversal und damit ein Abwärtstrend relativ wahrscheinlich. Das bedeutet, dass Sie eine Short Position eröffnen könnten. Umgedreht zeigen sich Order Blocks ebenfalls nach einem Abwärtstrend, sodass Sie in dem Fall eine Long-Position für den Einstieg in den Markt aufbauen würden.

4. Bewegende Orderblöcke nutzen für Stop Setzung

Im Bereich Order Block Trading ist nicht nur die Identifizierung der einzelnen Order Blöcke wichtig. Ebenfalls hilfreich ist es, sich die Bewegungen der Order Blocks über eine Heatmap anzuschauen und davon zu profitieren. Sie können die Bewegungen der Order Blöcke nämlich nutzen, um entsprechend eine Stop-Loss Marke an bestimmter Stelle zu setzen.

Zeigt sich ein Order Block zum Beispiel zu einem Kurs von 23,80 Euro und tritt dann ein Abwärtstrend ein, ist es nicht unwahrscheinlich, dass anschließend nach gewisser Zeit wieder eine Gegenbewegung einsetzt und der Kurs ansteigt. Beim weiteren Trend nach unten könnte der Oder Block auf 23,70 Euro, 23,60 Euro verschoben werden. Das wäre durch Verschieben des Order Block Bereichs eine mögliche Stop-Loss-Marke.

Vorsicht vor falschen Informationen rund um Orderblöcke!

Order Block Trading sieht einfach aus, ist aber tückisch: Standard Charts zeigen die entscheidenden Liquiditätsdaten nicht. Viele frei verfügbare Erklärungen zum Thema basieren auf normalen Candlestick Charts, die keine Orderbuchtiefe zeigen. Wer Order Blocks ernsthaft handeln möchte, braucht Zugang zu Volumendaten oder einer Plattform wie Bookmap. In der Trading.de Ausbildung zeigen wir deshalb von Anfang an, wie Order Blocks mit echten Volumendaten validiert werden.

Beim Order Block Trading ist es wichtig, den richtigen Zeitrahmen zu wählen. Order Blocks auf dem 4-Stunden-Chart oder Tageschart sind in der Regel stabiler und zuverlässiger, da dort mehr institutionelles Volumen liegt. Kleinere Zeitrahmen wie der 5-Minuten- oder 1-Minuten-Chart kommen erst im letzten Schritt zum Einsatz, um den Einstieg innerhalb einer bereits identifizierten Zone präziser zu timen. Charts unterhalb einer Minute sind für die Order-Block-Analyse nicht geeignet, da das hohe Marktrauschen dort regelmäßig zu Fehleinstiegen führt.

Order Block Trading systematisch lernen — im Trading.de Mentoring

Order Block Trading systematisch lernen gelingt am schnellsten mit direktem Feedback aus der Praxis. Im Trading.de-Mentoring veranschaulichen wir im Chart an vielen Beispielen, wie sich Order Blocks in der Vergangenheit gezeigt haben, aktuell zeigen und woran Sie diese typischerweise erkennen können. So lernen Sie Traden von Grund auf.

Die 3 häufigsten Fehler unserer Teilnehmer beim Order Block Trading

  • Fehler 1: Order Blocks ohne Marktstruktur handeln. Viele Einsteiger identifizieren zwar eine Zone, prüfen aber nicht, ob der Markt dort auch strukturell reagiert hat. Ein Order Block ist erst dann handelbar, wenn er mit einem Break of Structure (BOS) oder einer Market Structure Shift (MSS) bestätigt wurde. Fehlt dieser strukturelle Kontext, handeln Sie eine zufällige Zone ohne institutionelle Relevanz.
  • Fehler 2: Höhere Zeitebenen ignorieren. Wer ausschließlich auf dem 1-Minuten- oder 5-Minuten-Chart nach Order Blocks sucht, verliert den übergeordneten Kontext. Die Lösung ist, die Marktstruktur zunächst auf dem H4- oder Tageschart zu bestimmen und anschließend nur in Trendrichtung zu handeln. Order Blocks gegen den übergeordneten Trend haben eine deutlich geringere Trefferquote.
  • Fehler 3: Mitigierte Order Blocks erneut traden. Ein Order Block gilt als mitigiert, sobald der Kurs die Zone vollständig durchlaufen hat. Die dort ursprünglich platzierten institutionellen Orders wurden abgebaut, die Zone hat ihre Funktion verloren. Trotzdem beobachten wir im Mentoring regelmäßig, dass Teilnehmer dieselbe Zone ein zweites oder drittes Mal handeln. Das führt fast zwangsläufig zu Verlusttrades, weil keine institutionelle Reaktion mehr zu erwarten ist.

Ein typisches Beispiel aus dem Mentoring: Ein Teilnehmer handelte denselben EURUSD Order Block dreimal, weil er auf dem 15 Minuten Chart immer noch gültig aussah. Auf dem 4 Stunden Chart war er nach dem ersten Retest längst mitigiert. Der dritte Trade endete im Stop.

Die 3 besten Trading Softwares für Order Block Trading

Die 3 besten Trading Softwares für Order Block Trading sind Bookmap, ATAS und Sierra Chart. Alle drei liefern Zugang zu Orderbuch- und Volumendaten und werden im professionellen SMC-Umfeld eingesetzt.

SoftwareStärken für OB-TradingPreisFür wen geeignet
BookmapHeatmap-Darstellung des Orderbuchs in Echtzeit, sofort sichtbare Liquiditätszonen, Volumen-Indikatoren und DOM-Analyse. Ideal zur visuellen Bestätigung von Order Blocks.kostenlos bis 99 $/MonatTrader, die Orderbuch-Liquidität visuell analysieren möchten
ATASFootprint-Charts, Cluster-Analyse und Delta-Indikatoren zeigen, wo Volumen tatsächlich umgesetzt wurde. Besonders stark bei der Identifikation von Imbalances und Absorption an OB-Zonen.Ab 19,95 €/MonatFortgeschrittene Trader mit Fokus auf Footprint und Volumenanalyse
Sierra ChartHochgradig anpassbare Charting-Plattform mit direktem Marktdaten-Feed, Footprint-Charts und umfangreicher Scripting-Möglichkeit. Gilt als eine der präzisesten Plattformen für institutionelle Analyse.kostenlos bis 89,95 €/MonatErfahrene Trader, die maximale Flexibilität und direkte Daten-Feeds bevorzugen

Für den Einstieg empfehlen wir Bookmap, da die Heatmap Darstellung intuitiv zugänglich ist und Order Block Zonen visuell sofort erkennbar macht. ATAS und Sierra Chart empfehlen wir, sobald Sie tiefer in die Volumenanalyse einsteigen und Order Blocks zusätzlich mit Footprint Daten bestätigen möchten.

LuxAlgo SMC-Indikator auf TradingView

Wer Order Blocks direkt auf TradingView analysieren möchte, ohne eine separate Plattform zu nutzen, kommt am kostenlosen Indikator „Smart Money Concepts (SMC)“ von LuxAlgo kaum vorbei. Er visualisiert unter anderem Order Blocks, Fair Value Gaps, Break of Structure (BOS), Change of Character (CHoCH) automatisch im Chart und gehört damit zu den vollständigsten SMC-Tools auf TradingView.

Wir nutzen den Indikator in der Trading.de Ausbildung als erste visuelle Orientierung im Chart. Nach der Suche nach „Smart Money Concepts LuxAlgo“ in der TradingView-Indikatorensuche werden alle relevanten SMC-Elemente sofort vollständig im Chart angezeigt, ohne weitere Konfiguration. Das macht ihn besonders für Einsteiger geeignet, die Order Blocks zunächst visuell verstehen möchten, bevor sie sie manuell identifizieren. Wichtig bleibt dabei, dass der Indikator Zonen algorithmisch markiert. Ob ein Order Block tatsächlich valide ist, entscheidet der Kontext mit Sweep davor, Impuls danach und bestätigtem MSS.

Fazit: Order Block Trading kann auch von Anfängern genutzt werden

Order Block Trading funktioniert, aber nicht so, wie viele Einsteiger es sich vorstellen. Der häufigste Fehler liegt nicht darin, keine Order Blocks zu finden, sondern darin, die falschen zu handeln.

André Witzel, der das Konzept seit Jahren in der Trading.de Ausbildung vermittelt, bringt es auf den Punkt: „Wer gelernt hat, mitigierte Zonen zu ignorieren, nur in Trendrichtung zu denken und den Einstieg mit einem MSS zu bestätigen, hat die entscheidenden Schritte bereits gemacht.“

Aus unserer Coaching Praxis bei Trading.de lassen sich drei konkrete Empfehlungen ableiten, die den Unterschied machen:

  1. Handeln Sie keinen Order Block, bevor der Markt auf dem übergeordneten Zeitrahmen einen klaren Trend zeigt.
  2. Warten Sie den Retest der Zone ab und steigen Sie erst ein, wenn der Kurs dort tatsächlich reagiert.
  3. Streichen Sie jeden Order Block aus Ihrer Watchlist, sobald er vollständig mitigiert wurde.

Diese drei Punkte klingen simpel, setzen aber konsequente Disziplin voraus. Genau daran arbeiten wir in der Trading.de Ausbildung täglich.

FAQs – Häufig gestellte Fragen zum Order Block Trading:

Warum sind Order Blocks die Grundlage des Order Block Trading?

Order Blocks sind die Grundlage des Order Block Tradings, weil sie die Zonen markieren, an denen institutionelle Marktteilnehmer aktiv waren. Wer diese Zonen kennt, kann die Kursrichtung der großen Akteure antizipieren und in die gleiche Richtung handeln.

Ist das Order Block Trading für Anfänger geeignet?

Ja, Order Block Trading ist für Anfänger geeignet. Das Konzept ist einfach zu verstehen, aber die Anwendung im Live Markt erfordert Erfahrung mit Marktstruktur und Liquidität. Der Grund ist, dass Sie im Grunde „nur“ Order Blocks erkennen müssen und dann der eingeschlagenen Richtung folgen. Gibt es also beispielsweise am Ende eines Aufwärtstrends einen Order Block und bewegen sich die Kurse deutlich nach unten, steigen Sie schnell in die Position ein, indem Sie eine Short Position aufbauen. Sie folgen damit den Positionen der großen institutionellen Marktteilnehmer, müssen diese aber rechtzeitig erkennen.

Welches Risiko gibt es beim Order Block Trading?

Das größte Risiko beim Order Block Trading besteht darin, dass der Kurs beim Retest die Zone kurz durchstößt, bevor er reagiert, oder dass der Retest vollständig ausbleibt. Um die Reaktionswahrscheinlichkeit zu erhöhen, muss zuvor ein MSS stattgefunden haben und die Zone darf nicht mitigiert sein. Selbst dann bleibt das Risiko, dass ein Order Block zunächst durchstoßen wird, bevor er hält. Deshalb gilt beim Order Block Trading eine klare Regel: nie mehr als 1 Prozent des Kontos pro Trade riskieren.

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Andre Witzel
Andre Witzel hat über 10 Jahre Erfahrungen im Trading und ist der Gründer von Trading.de. Als Experte, Coach in der Trading.de Ausbildung und Trader teilt seine Strategien und Methoden mit seinen Lesern. Er weiß genau welche Fehler Anfänger machen und kann ihnen die besten Tipps zum erfolgreichen Handel geben.
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