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Wash Trading kann frei übersetzt auch als eine Art Scheingeschäft bezeichnet werden. Der Begriff beschreibt in der Finanzwelt eine Praxis, bei der ein Händler oder ein Broker ein Finanzinstrument kauft und verkauft, um den Marktpreis zu manipulieren oder den Handel zu täuschen.

Dies geschieht normalerweise, um ein falsches Bild von Angebot und Nachfrage oder den Anschein von Handelsaktivität zu erzeugen, wo es keine gibt.

Wash Trading ist in vielen Ländern illegal und wird von Regulierungsbehörden streng geahndet. Schließlich gilt es als Marktmanipulation und untergräbt die Integrität des Finanzmarktes. Wash Trades als Form der Marktmanipulation waren in Deutschland bis 2016 gemäß § 20a des Wertpapierhandelsgesetzes verboten. Seitdem sind sie in der gesamten EU nach Artikel 15 der Marktmissbrauchsverordnung untersagt.

Wash Trading kann sich auf eine Vielzahl von Finanzinstrumenten beziehen, etwa Aktien, Derivate, Rohstoffe oder Kryptowährungen. Der legale Handel basiert auf ein gründliches Verständnis des Marktes und auf fundierte Anlageentscheidungen. Wash Trading zielt hingegen darauf ab, den Markt zu manipulieren und andere Trader zu täuschen.

Wichtige Fakten zum Wash Trading:

  • Wash Trading beschreibt den illegalen Handel mit Wertpapieren
  • Dabei handelt es sich um Marktmanipulation, die unter Strafe steht
  • Märkte werden dadurch instabil

Wie funktioniert Wash Trading?

Einen Wash Trade abzuwickeln, ist ein komplexer Prozess. Der Händler oder Broker kauft und verkauft das gleiche Finanzinstrument innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums. Dies geschieht in der Regel durch den Einsatz fortschrittlicher Algorithmen und mit automatisierten Handelssystemen. So werden Kauf und Verkauf so schnell wie möglich durchgeführt und der Anschein von Handelsaktivität erweckt.

In der Regel wird ein Wash Trade durchgeführt, um den Preis eines Finanzinstruments zu manipulieren. Beispielsweise könnte ein Händler einen Wash Trade durchführen, um den Preis einer Aktie künstlich in die Höhe zu treiben und dann seine Aktien zu einem höheren Preis zu verkaufen. Alternativ könnte ein Broker einen Wash Trade durchführen, um den Anschein von Handelsaktivität zu erzeugen und so mehr Kunden anzulocken.

Neben den für den Anleger positiven Auswirkungen bei stärkerer Handelsaktivität können auch steuerliche Vorteile für Trader mit betrügerischer Absicht eine Motivation für illegal ausgeführte Wash Trades sein.

Beispiel für Wash Trades (Libor Skandal):

Der LIBOR-Skandal ist ein bemerkenswertes Beispiel für Wash Trading. Hierbei wurden Makler dafür bezahlt, gezielt Wash Trades auszuführen, um diesen Referenzzinssatz zu beeinflussen. Der LIBOR (London Interbank Offered Rate) ist die Benchmark zu Bestimmung der Zinssätze für Kredite sowie Derivate auf globaler Ebene. 2012 wurde der Skandal bekannt. Mehrere Banken, darunter die Deutsche Bank, Barclays, UBS, Rabobank und die Royal Bank of Scotland, waren an der Manipulation des LIBOR beteiligt, um Profit zu machen. Noch vor dem Jahr 2012 wurde Wash Trading betrieben, um das Trading lernen zu können.

Als Konsequenz aus diesem Skandal wird der LIBOR abgeschafft und als Referenzzinssatz gilt stattdessen der SOFR (Secured Overnight Financing Rate).

Die Auswirkungen von Wash Trading auf den Markt

Wer illegal Wash Trades ausführt, hat mit Konsequenzen zu rechnen, da Wash Trading erhebliche Auswirkungen auf den Markt hat.

  • Irreführen von Investoren: Durch das Erzeugen künstlicher Handelsvolumina kann Anlegern das falsche Bild von Angebot und Nachfrage eines bestimmten Wertpapiers vermitteln.
  • Preismanipulation: Wash Trading kann dazu verwendet werden, die Preise von Wertpapieren künstlich zu erhöhen oder zu senken. Dies kann die Preisstabilität auf dem Markt gefährden und zu finanziellen Verlusten bei unwissenden Anlegern führen.
  • Vertrauensverlust: Da Wash Trading illegal ist, kann es das Vertrauen in den Finanzmarkt und seine Regulierungsbehörden untergraben, wenn es nicht effektiv kontrolliert und bestraft wird.
  • Falsche Marktdaten: Durch Wash Trading werden falsche Marktdaten erzeugt, die die Entscheidungsfindung von Anlegern und Regulierungsbehörden behindern können.
  • Marktinstabilität: In extremen Fällen kann Wash Trading zur Marktinstabilität führen, da es zu unvorhersehbaren Schwankungen in den Handelsvolumina und Preisen führen kann.
Achtung!
Wash Trading ist illegal!

Fazit: Wash Trading ist nicht erlaubt

Wash Trading wurde 2012 durch den großen LIBOR Skandal aufgedeckt. Auch große und namhafte Banken haben Wash Trading betrieben und so Kursinteresse vorgetäuscht und Marktmanipulation betrieben. Wash Trading und die daraus resultierende irreführende Preisschwankungen am Aktienmarkt ist seit 2016 als illegal eingestuft und hat verheerende Auswirkungen auf den Aktienmarkt. Eine globale Finanzkrise konnte dennoch verhindert werden.

FAQ: Meistgestellte Fragen zum Thema Wash Trading

Was ist Wash Trading?

Wash Trading kann frei übersetzt auch als eine Art Scheingeschäft bezeichnet werden. Der Begriff beschreibt in der Finanzwelt eine Praxis, bei der ein Händler oder ein Broker ein Finanzinstrument kauft und verkauft, um den Marktpreis zu manipulieren oder den Handel zu täuschen. Dies geschieht normalerweise, um ein falsches Bild von Angebot und Nachfrage oder den Anschein von Handelsaktivität zu erzeugen, wo es keine gibt.

Wie funktioniert Wash Trading?

Der Händler oder Broker kauft und verkauft das gleiche Finanzinstrument innerhalb eines sehr kurzen Zeitraums. Dies geschieht in der Regel durch den Einsatz fortschrittlicher Algorithmen und mit automatisierten Handelssystemen. So werden Kauf und Verkauf so schnell wie möglich durchgeführt und der Anschein von Handelsaktivität erweckt.
In der Regel wird ein Wash Trade durchgeführt, um den Preis eines Finanzinstruments zu manipulieren. Beispielsweise könnte ein Händler einen Wash Trade durchführen, um den Preis einer Aktie künstlich in die Höhe zu treiben und dann seine Aktien zu einem höheren Preis zu verkaufen.

Ist Wash Trading illegal?

Ja. Wash Trading ist illegal. Der LIBOR-Skandal ist ein bemerkenswertes Beispiel für Wash Trading. Hierbei wurden Makler dafür bezahlt, gezielt Wash Trades auszuführen, um diesen Referenzzinssatz zu beeinflussen. Der LIBOR (London Interbank Offered Rate) ist die Benchmark zu Bestimmung der Zinssätze für Kredite sowie Derivate auf globaler Ebene. 2012 wurde der Skandal bekannt. Mehrere Banken, darunter die Deutsche Bank, Barclays, UBS, Rabobank und die Royal Bank of Scotland, waren an der Manipulation des LIBOR beteiligt, um Profit zu machen.

Oliver Schoch
Oliver Schoch ist gelernter Bankkaufmann und er hat sich 2008 als Finanz-Journalist selbstständig gemacht. Seitdem verfasst er in Vollzeit als Freiberufler nahezu ausnahmslos Beiträge zu Finanz- und Wirtschaftsthemen wie Börse, Trading, Geldanlage, Vermögensaufbau, Versicherungen und Finanzierungen. Zu seinem Repertoire zählen u.a. Ratgeber, Fachtexte, News, Blogbeiträge und eBooks auf Trading.de.
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