Hebel und Margin im CFD Handel [Anleitung für Anfänger]

CFD ist ein Kürzel, das aus dem Englischen stammt und ausgeschrieben in der Langform Contract For Difference bedeutet. Die korrekte deutsche Übersetzung dieses Kürzels lautet also Differenzkontrakt. Ein Differenzkontrakt ist ein Derivat, also ein Finanzkontrakt zwischen zwei (oder mehr) Partnern wie etwa einem Trader und einem Broker.

Im Falle des Differenzkontrakts geht es darum, dass diese Partner eine Vereinbarung treffen über den Tausch von Zinsen auf der einen Seite und Preissteigerungen eines Basiswertes wie zum Beispiel einer Aktie auf der anderen Seite. Die Laufzeit dieser Vereinbarung ist zwischen den beteiligten Partnern frei verhandelbar. Anreizpunkt dieses Kontraktes ist also die zu erwartende Entwicklung des Basiswertes, die in der Regel mit einem hohen Hebel (Leverage) versehen ist. Zur Absicherung muss ein Geldbetrag hinterlegt werden, der als Margin bezeichnet wird.

Weil diese Differenzkontrakte im Zusammenhang mit einer zukünftigen positiven oder auch negativen Entwicklung der Kurse stehen, werden sie in vielen Fällen zu dem Zweck eingesetzt, sich vor Wertverlust durch Kursschwankungen abzusichern. In anderen Fällen werden sie von risikofreudigen Anlegern als spekulative Finanzinstrumente und Möglichkeit für schnelle und hohe Rendite geschätzt. Diese Chance geht allerdings mit einem hohen Risiko einher. Wegen des Hebeleffekts droht nämlich nicht nur ein Totalverlust der Einlagen, sondern unter Umständen auch eine Nachschusspflicht. Im Jahre 2017 hat allerdings die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) dieser Gefahr einen Riegel vorgeschoben und diese Pflicht zum Nachschießen von Geldern nach einem Totalverlust für private Anleger ausgeschlossen.

Diese Regelung führt allerdings dazu, dass die entsprechenden Plattformen sich dazu gezwungen sehen, offene Positionen, die in Zukunft hohe Erträge generieren könnten, zu einem für den Anleger ungünstigen Zeitpunkt zu schließen, wenn der hinterlegte Geldbetrag aufgebraucht ist. Dieser als Schutz der Privatanleger gedachte Ausschluss der Nachschusspflicht erhöht also das Risiko des Totalverlustes.

Wie genau funktioniert ein CFD mit Hebel?

Ein CFD setzt einen Handel zwischen mindestens zwei Partnern voraus. In der Regel handelt es sich dabei um einen Anleger und einen Anbieter. Diese beiden Parteien treffen nun eine Vereinbarung über einen Wert, der in diesem Zusammenhang Basiswert genannt wird. Das ist oftmals eine Aktie, kann aber zum Beispiel auch eine fremde Währung sein. Am Anfang und am Schluss dieser Vereinbarung tauschen die beiden Parteien diesen Basiswert gegen Geld. Das kann also so aussehen, dass der Anleger vom Anbieter ein (virtuelles) Wertpapier bekommt, wofür der Anbieter vom Anleger dann Geld bekommt oder eine Aussicht auf einen bestimmten Geldbetrag.

Wenn die Laufzeit abgelaufen ist, gibt der Anleger seine Aktie zum tagesaktuellen Kurs an den Anbieter zurück und zieht dabei den Wert ab, den die Aktie zu Beginn des Handels aufgewiesen hatte. Zusätzlich hält der Anleger die Margin zurück, die er am Anfang der Laufzeit eingezahlt hat. Wenn nun in der Zwischenzeit der Kurs des Wertpapiers oder der Währung gestiegen ist und der Anleger genau auf diesen Effekt der Kurssteigerung gesetzt hat, redet man von einem „Long“-CFD. In diesem Falle profitiert der Anleger von der Kurssteigerung und erhält einen Gewinn. Das entsprechende Gegenteil ist ein „Short“-CFD, bei dem der Investor dem Anbieter einen (virtuellen) Basiswert verkauft und diesen dann am Ende der vereinbarten Laufzeit zurückkauft. Bei einem Short-CFD erhält der Investor also dann einen Profit, wenn der aktuelle Kurs der Aktie oder der Währung am Ende der Vereinbarung niedriger ist als zu Beginn.

Wie wirkt der Hebel bei Aktien?

Bei manchen Transaktionsformen können Aktien Hebel aufweisen, die sowohl den möglichen Gewinn als auch den möglichen Verlust um ein Vielfaches erhöhen können. Deshalb ist es unerlässlich, sich mit der Funktionsweise der Hebel beim CFD auseinanderzusetzen und für den CFD Hebel eine Erklärung zu lesen, bevor man sich an CFDs oder allgemein an Aktien mit Hebel wagt. Was bedeutet nun überhaupt ein Hebel bei Aktien? Hebelprodukte weichen in erheblichem Maße von klassischen Anlageprodukten ab und eignen sich nur für Anleger, die keine Angst vor einem sehr hohen Risiko haben und sich auch von der Aussicht auf einen Totalverlust ihrer Einlagen nicht abschrecken lassen. Der Hebel verstärkt nämlich sowohl die positive wie die negative Entwicklung des Basiswertes um einen im Vorfeld festgelegten Faktor. Wenn der Kurs des Basiswertes sich so entwickelt wie antizipiert, ist es mit einer vergleichsweise geringen Einzahlung möglich, einen hohen Gewinn zu generieren, was den entscheidenden Anreiz für Anleger darstellt, die volatile und spekulative Finanzinstrumente bevorzugen. Wenn der Kurs sich allerdings nicht wie erwünscht entwickelt, kann das eingezahlte Geld einschließlich der Margin schnell ganz aufgebraucht sein.

Bei welchen Finanzprodukten kann man mit Hebel traden?

1. Aktien: Wer eine Aktie erwirbt, erhält damit einen Anteil an einem Unternehmen, das an einer Börse notiert ist. Es gibt unzählige verschiedene Aktien, die mit Hebel gehandelt werden können, da ist die Auswahl sehr groß. Und wie die börsennotierten Unternehmen sich unterscheiden, so unterscheidet sich auch der Preis der Aktie, der vierstellig oder gar fünfstellig sein oder auch unter einem Euro liegen kann.

2. Forex: Forex ist ein Kürzel, das durch Zusammenziehung der beiden englischen Begriffe Foreign Exchange entstanden ist und sich also auf den Kauf und Verkauf von (ausländischen) Währungen bezieht. In diesem Bereich gibt es immer kleinere Kursschwankungen, die viele Trader mit Hebel auszunutzen versuchen. Der Währungsmarkt ist der Finanzmarkt mit den meisten Trades auf der Welt.

3. Krypto: Kryptowährungen sind ebenfalls Währungen, aber virtueller Natur. Die bekanntesten sind Bitcoin, Ethereum, Binance Coin, Cardano (ADA) und Tether. Sie können genauso gehandelt werden wie Devisen, sind aber dezentral organisiert, was bedeutet, dass sie keiner Aufsicht durch Regierungen oder Banken unterstehen. Hebelprodukte im Kryptobereich machen es Tradern möglich, an der Kryptorevolution teilhaben zu können, ohne viel Geld dafür in die Hand nehmen zu müssen.

4. Indizes: Indizes bilden die Entwicklung einer Gruppe von Vermögenswerten ab. Diese Gruppe kann dadurch gebildet werden, dass die einzelnen Werte zu der gleichen Region oder Börse oder Branche gehören. Ein Index ist selbst also kein physischer Wertgegenstand und kann nur über Finanzprodukte gehandelt werden, die die jeweiligen Kursschwankungen abbilden. Das können etwa Optionen sein, ETFs oder eben CFDs.

Was sind die Vorteile vom Hebel bei Aktien?

1) Es besteht die Chance darauf, hohe Gewinne mit niedrigen Einzahlungen zu erzielen.

Bei Traden mit Hebel muss nicht der volle Kurswert der Aktie bezahlt werden, es reicht schon ein Bruchteil aus, der eingezahlt werden muss. Trotzdem können Trader wegen des Hebels in vollem Umfang davon profitieren, dass der Kurs sich so wie gewünscht entwickelt. Schon bei einer sehr geringen Kursentwicklung kann leicht der eingezahlte Einsatz verdoppelt werden.

2) Wenn Trader den Hebel bei Aktien einsetzen, besteht die Möglichkeit, sich sowohl long als auch short zu positionieren.

Wenn Positionen in kurzen Intervallen eröffnet oder geschlossen werden sollen, müssen Trader bei Aktien ohne Hebel immer darauf spekulieren, dass die Kurse steigen, bevor sie in den Handel einsteigen. Beim Traden von Aktien mit Hebel gibt es auch die Option, einen satten Gewinn einzustreichen, wenn aus guten Gründen die Vermutung naheliegt, dass der Kurs für die nächste absehbare Zeit fallen wird.

3) Die wesentlichen Märkte für den Handel mit Hebelprodukten sind rund um die Uhr verfügbar.

Manche Märkte stehen immer nur für bestimmte Zeiträume zur Verfügung. So hat zum Beispiel die Börse in New York am Samstag und am Sonntag geschlossen und auch an den anderen Tagen nur von etwa 15:30 bis 22 Uhr (nach deutscher Zeit) geöffnet. Die meisten hebelbaren Produkte wie Indizes oder CFDs können rund um die Uhr gehandelt werden.

4) Die zur Verfügung stehenden Gelder können sehr breit gestreut werden.

Selbst wenn Ihnen nur ein sehr überschaubares Budget zum Handeln zur Verfügung steht, ist es nicht nötig, sich auf ein oder zwei Arten von Anlage zu beschränken. Trader können ihr Kapital breit streuen und kleinere Beträge auf verschiedene Produkte setzen und auf diese Weise auch viele eigene praktische Erfahrungen beim Traden sammeln. Da die Nachschusspflicht für private Anleger bei den meisten Dienstleistern in der Zwischenzeit ausgeschlossen wurde, ist das Risiko überschaubarer geworden.

Was sind die Nachteile vom Hebel bei Aktien?

1) Es besteht die Gefahr, hohe Verluste zu erleiden.

Im Gegensatz zu normalen Anlegeoptionen besteht beim Handel von Aktien mit Hebel immer die Gefahr, dass der gesamte Einsatz schnell weg ist. Der Einsatz ist zwar in der Regel niedriger als beim normalen Traden, aber ein Totalverlust kann sehr leicht und schnell eintreten. Zwar ist für private Kleinanleger die Nachschusspflicht mittlerweile ausgeschlossen, aber eben jener Schutz erhöht nochmal das Risiko des Totalverlustes. In Aktien mit Hebel sollte also wirklich nur investiert werden, wenn das Risiko vollständig überblickt wird und ein Totalverlust des Einsatzes verschmerzt werden kann.

2) Je nachdem, welchen Anbieter Sie nutzen, kann es trotz der Aufhebung der Nachschusspflicht dazu kommen, dass Ihr Anbieter Sie dazu auffordert, frisches Geld auf das Konto zu überweisen, um zu vermeiden, dass Positionen geschlossen werden müssen. Diesen Aufruf des Anbieters nennt man Margin Call. Diesem Aufruf kann man zuvorkommen, indem man die entsprechenden Positionen selbst schließt oder eben tatsächlich Geld nachlegt.

3) Wer sich für den Handel mit Hebel entscheidet, bekommt keine der üblichen Privilegien.

Wenn Sie CFDs mit Hebel handeln, erlangen Sie ja nicht den tatsächlichen Besitz der Aktie, sondern spekulieren nur auf Kursschwankungen derselben. Aus diesem Grund erhalten Sie nicht die Privilegien wie Anbieter, die die Aktien selbst erwerben. Wenn Sie sich für einen Long-CFD entschieden haben und das Unternehmen Dividenden ausschüttet, kann der Anbieter Ihnen einen anteiligen Betrag auf Ihrem Handelskonto gutschreiben.

4) Auch wenn der Trader keine echte Aktie erwirbt, fallen weitere Kosten an.

Neben der Einstiegsmargin können im Falle des gehebelten Handels noch Gebühren für die Kontoführung und die jeweiligen Transaktionen anfallen. Zusätzlich kann der Anbieter unter Umständen Zinsgebühren verlangen, da er dem Trader durch den Hebel ja gewisse Beträge an Geld leiht.

Was kann ich tun, um die Risiken bei der Hebelwirkung zu minimieren?

Der Handel mit Aktien mit Hebel ist ein sehr spekulatives Unterfangen, das durch die Aussicht auf hohe Gewinne mit niedriger Einzahlung auf risikofreudige Anleger eine hohe Anziehungskraft ausüben kann, aber eben auch Risiken und Gefahren in sich birgt, die man nicht unterschätzen sollte. Aber es gibt einige Optionen, diese Risiken so in den Griff zu bekommen, dass mögliche Verluste nicht ausgeschlossen, aber minimiert werden können.

So wie es mittlerweile einen Ausschluss der Nachschusspflicht gibt, bieten viele Anleger mittlerweile auch einen allgemeinen Negativsaldoschutz an. Dieser Schutz garantiert dem Anleger, dass sein Handelskonto nicht in den Minusbereich abrutschen kann und ihm nichts noch Schlimmeres als der Totalverlust droht. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, sogenannte Stops zu setzen, die verhindern sollen, dass die Verluste bei sich anders als erwartet entwickelten Kursen höher ausfallen als bis zu eben diesem Stop möglich. Diese Stops minimieren natürlich auch ein wenig die Flexibilität und die Gewinnchancen bei sehr volatilen Kursen, aber mit ihrer Hilfe lässt sich im Vorfeld planen, welche Verluste der Trader in Kauf zu nehmen bereit ist.

Wie funktioniert der Hebel jetzt konkret beim CFD?

Nicht alle Hebelprodukte sind CFDs, aber alle CFDs sind Hebelprodukte. Aber CFDs gehören definitiv zu gehebelten Finanzinstrumenten, die sehr hohe Gewinnchancen versprechen, aber auch sehr hohe Risiken mit sich bringen. Aus diesem Grund sollten sich Trader sehr gut mit dem Mechanismus des Hebels beim Traden mit CFDs auskennen, um keine unliebsamen Überraschungen zu erleben. Der Hebel kommt beim Traden mit CFD zum Einsatz, weil der Geldbetrag, den der Anleger zur Sicherheit für den Anbieter hinterlegt hat, deutlich geringer ist als der tatsächliche Wert der Aktie. Wenn also zum Beispiel der Anleger sich für eine Aktie interessiert, die seiner Vermutung nach in Zukunft eher an Wert gewinnen als verlieren wird, positioniert er sich long. Nehmen wir nun an, dass die Aktie über einen tatsächlichen aktuellen Wert von 50 Euro verfügt, der Trader aber lediglich einen Euro als Margin hinterlegt. In diesem Fall hat der Hebel den Faktor 50.

Will man den CFD Hebel berechnen, legt man also das Verhältnis zwischen dem hinterlegten Geld des Traders und dem tatsächlichen Wert der Aktie zugrunde. Nun gehen wir weiter davon aus, dass die Aktie steigt, sich also so verhält, wie es der Trader gewünscht hat, der sich long positioniert hat. Der Einfachheit halber nehmen wir an, dass die Aktie um einen Euro gestiegen ist, von 50 Euro auf 51 Euro. Beim Handel mit Aktien ohne Hebel wäre diese Kursentwicklung nicht weiter der Rede wert. Hier verhält es sich aber jetzt so, dass der Anleger diesen einen Euro, den die Aktie an Wert gewachsen ist, als seinen Gewinn verbuchen kann. Auch das hört sich in absoluten Zahlen nicht spektakulär an, ist es aber durchaus, wenn wir uns den prozentualen Gewinn des Traders vor Augen führen: Der Kurs steigt um nur 2%, der Trader macht allerdings einen satten Gewinn von 100%. Das ist die positive Seite der Medaille. Die Kehrseite sieht nun so aus, dass bereits eine Wertminderung von 50 Euro auf 49 Euro ausreicht, um einen Totalverlust der Einlagen zur Folge zu haben.

Wenn der Kurs der Aktie noch weiter nachgibt, würde die nun greifende Nachschusspflicht dazu führen, dass der Trader über den Totalverlust hinaus weiteres Geld nachschießen muss, um der in diesem Fall negativ wirkenden Hebelwirkung Rechnung zu tragen. Seit 2017 ist diese Pflicht zum Nachschießen für private Anleger jedoch ausgeschlossen. Das hat allerdings zur Folge, dass der Anleger in unserem Beispiel keine Chance auf einen Gewinn hat, wenn der Kurs seiner anvisierten Aktie zunächst fällt, aber dann steigt. Sollte der Kurs erst auf 49 Euro abfallen, aber danach auf 60 oder 100 Euro steigen, würde er von dieser rasanten positiven Entwicklung nicht profitieren können, da sein Konto schon geschlossen worden wäre, nachdem seine Margin aufgebraucht gewesen wäre.

Neben der Long-Variante besteht auch noch die Option, sich short zu positionieren, also auf fallende Kurse zu setzen. Die Laufzeit dieser Differenzkontrakte ist nicht normiert und kann (anders als bei Futures) zwischen beiden Seiten jeweils frei verhandelt werden. Neben der Margin, die am Anfang hinterlegt werden muss, können noch Gebühren für das Konto und Transaktionskosten anfallen. Wenn die Position sehr lange offen gehalten wird, können unter Umständen auch noch Zinsen anfallen.

Was ist jetzt also genau ein CFD Margin Konto?

Ein CFD Margin Konto ist ein Einschusskonto, mit dem es einem Anleger möglich ist, Geldmittel von einem Anbieter zu leihen, um mit verschiedenen Finanzprodukten wie eben Differenzkontrakten Handel zu treiben. Auf das CFD Margin Konto muss der Trader die CFD Margin einzahlen, die als Sicherheit für den Broker fungiert. Je nach Anbieter und Art der Finanzprodukte, mit denen man Handel treiben möchte, muss die Margin einen unterschiedlichen Prozentsatz des Basiswertes betragen. In dem einen Fall kann es mal so sein, dass zum Beispiel 50% des Wertes einer Aktie vom Anleger eingezahlt werden müssen. In einem anderen Fall kann es auch vorkommen, dass ein Anleger nur für 5% oder für noch weniger selbst aufkommen muss und ihm der Rest vom Broker geliehen wird. Die Beteiligung ist in der Regel bei Aktien höher und bei Indizes oder Währungen niedriger. Der Betrag, den Sie ganz am Anfang einzahlen müssen, wird aus diesem Grund auch Anfangsmargin (Initial Margin) genannt. Der Betrag, der zusätzliche Geldmittel beschreibt, die der Anbieter unter Umständen als Sicherheit vor Verlusten verlangt, wird Mindestmargin (Maintenance Margin) genannt. Je niedriger der Prozentsatz der eigenen Beteiligung ist, desto höher muss natürlich der Hebel angesetzt werden.

Was bedeutet es also, wenn man irgendwo „Hebel x20“ liest? Wie lässt sich ein CFD Hebel berechnen?

Stellen Sie sich also vor, dass Sie ein CFD Margin Konto eröffnet haben und an einem Handel mit Indizes interessiert sind. Wenn in diesem Fall angegeben ist, dass der Hebel dem Faktor 20 entspricht („Hebel x20“), wissen Sie, dass Sie nur 5% des Basiswertes aufbringen müssen. Stellen wir uns weiter vor, dass der Basiswert bei 10.000 Euro liegt. In diesem Fall müssen Sie selbst also für 500 Euro aufkommen, während Ihnen der Rest des Betrages vom Broker gewissermaßen geliehen wird. Steigt der Wert der Indizes nun auf 10.100 Euro, haben Sie einen Gewinn von 100 Euro gemacht, was prozentual ausgedrückt einem Gewinn von satten 20% entspricht. Hätten Sie den Wert ohne Hebel erworben wollen, hätten Sie selbst die vollen 10.000 Euro einzahlen müssen und ebenfalls einen Gewinn von 100 Euro gemacht, der prozentual ausgedrückt aber nur ein Gewinn von 1 Prozent gewesen wäre. Fällt der Wert allerdings auf 9.500 Euro, müssten Sie einen Totalverlust erleiden, was besonders ärgerlich wäre, wenn der Kurs danach wieder steigt, Sie von der positiven Kursentwicklung nicht mehr profitieren könnten, weil Ihre Position schon geschlossen worden wäre. Bei Anbietern, die die Nachschusspflicht ausschließen und einen Negativsaldoschutz anbieten, kann es Ihnen allerdings nicht passieren, dass Sie noch nachzahlen müssten für den Fall, dass der Kurs noch unter den Wert von 9.500 Euro sinkt.

Welchen Hebel sollte man nun wählen?

Letzten Endes ist die Wahl des Hebels natürlich dem Trader überlassen, der nach eigenem Ermessen entscheiden muss, wie sicher er sich bezüglich der erwarteten Entwicklung der Aktien oder Devisen ist und welches Risiko er einzugehen bereit ist. Trotzdem gibt es aber darüber hinaus eine Faustregel, die gerade Anfänger beherzigen sollten. Diese Faustregel besagt, dass Sie eher einen niedrigen Hebel wählen sollten, wenn Sie mit dem Gedanken spielen, Ihre Position lange offen zu halten. Der niedrige Hebel verhindert, dass Sie von kurzfristigen Kursschwankungen kalt erwischt werden und Ihre Position verfrüht wieder schließen müssen. Wenn Sie allerdings daran interessiert sind, Ihre Positionen nur für einige Momente offen zu halten, bietet ein großer Hebel eine bessere Aussicht darauf, von kurzfristigen Schwankungen messbar zu profitieren. Insgesamt ist der Handel mit Differenzkontrakten also eine durchaus verlockende Sache – wenn man die Risiken im Blick hat.

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