Long und Short bezeichnen die zwei Grundrichtungen beim Trading: Bei einer Long-Position kaufen Sie einen Basiswert, weil Sie auf steigende Kurse setzen; bei einer Short-Position verkaufen Sie (oft geliehene) Werte und profitieren von fallenden Kursen. Wir möchten im Beitrag näher auf Long-Trading einerseits und die Short-Position andererseits eingehen.
Dabei spielt auch die Wahl des Finanzinstruments eine wichtige Rolle: Während Sie bei Aktien einen Basiswert direkt kaufen oder bei Short-Trades häufig über einen Leerverkauf arbeiten, nutzen viele Trader für Long- und Short-Positionen auch Derivate wie CFDs, Futures oder Optionen.
Diese ermöglichen unter anderem den Einsatz eines Hebels, wodurch sowohl mögliche Gewinne als auch Verluste größer ausfallen können. Wir möchten im Beitrag näher auf Long-Trading einerseits und die Short-Position andererseits eingehen und zeigen, welche Möglichkeiten, Chancen und Risiken damit verbunden sind.

Wichtigste Informationen zum Long & Short Trade:
- Long Trading: Kauf von Wertpapieren in Erwartung steigender Kurse
- Ziel ist es, sie später zu einem höheren Preis zu verkaufen
- Short Trading: Verkauf von Wertpapieren oder Derivaten in Erwartung fallender Kurse
- Long Positionen sind im Vergleich zu Short Positionen einfacher und weniger risikoreich
Was ist ein Long Trade?
Eine sogenannte Long Position beim Trading bedeutet, dass Sie bestimmte Wertpapiere oder andere Basiswerte kaufen, sodass diese in Ihrem Depot verwahrt werden. Die grundlegende Annahme beim Long Trading ist, dass Sie als Trader auf steigende Kurse des Basiswertes setzen.

Der Gewinn ergibt sich bei einem Long Trade dadurch, dass Sie den Basiswert später zu einem höheren Kurs verkaufen können als Sie beim Kauf bezahlt haben. Das bedeutet auf der anderen Seite, dass Sie bei einem Long Trade Verluste erleiden, wenn der Kurs nach Ihrem Einstieg fällt.
Ein einfaches Beispiel: Kaufen Sie 100 Aktien zu einem Kurs von 50 €, investieren Sie insgesamt 5.000 €. Steigt der Kurs anschließend auf 60 € und Sie verkaufen die Position, erzielen Sie einen Gewinn von 10 € je Aktie, also 1.000 € insgesamt (vor Gebühren und Steuern). Fällt der Kurs dagegen auf 45 €, entsteht ein Buchverlust von 500 €.
Long Trading mit Hebelprodukten
Neben dem klassischen Aktienkauf können Sie eine Long-Position auch über Hebelprodukte wie CFDs, Futures oder bestimmte Zertifikate eröffnen. Der Vorteil eines Hebels besteht darin, dass Sie mit einem geringeren Kapitaleinsatz eine größere Marktposition kontrollieren können. Dadurch fallen mögliche Gewinne, aber auch Verluste deutlich höher aus.
Ein Beispiel: Steigt eine Aktie von 50 € auf 60 €, entspricht das einer Kursbewegung von 20 %. Ohne Hebel würde ein Investment von 5.000 € (100 Aktien) einen Gewinn von 1.000 € erzielen. Handeln Sie dieselbe Bewegung hingegen mit einem Hebel von 5:1, entspricht die Kursveränderung rechnerisch bereits einer Veränderung von etwa 100 % auf das eingesetzte Kapital. Aus einem möglichen Gewinn von 20 % könnten somit theoretisch rund 100 % werden – allerdings gilt das genauso für Verluste.
Genau deshalb ist ein konsequentes Risikomanagement beim Long Trading mit Hebelprodukten besonders wichtig. Neben dem Marktrisiko sollten Sie außerdem die Handelskosten berücksichtigen. Dazu zählen unter anderem Spreads, Ordergebühren und bei länger gehaltenen gehebelten Positionen mögliche Finanzierungskosten über Nacht. Diese Kosten können die tatsächliche Rendite reduzieren und sollten bereits vor dem Einstieg in die Kalkulation einbezogen werden.
Experte: Long-Positionen richtig managen

Meine Erfahrung aus über zehn Jahren Trading- und Coaching-Praxis zeigt, dass viele Anfänger zu früh Gewinne mitnehmen und Verluste zu lange laufen lassen. Erfolgreiche Long-Trader zeichnen sich dagegen vor allem durch Geduld, eine klare Handelsstrategie und konsequentes Risikomanagement aus. Generell steigen Märkte langsamer als sie fallen, deshalb benötigen Long-Trader auch etwas mehr Geduld.
Was bedeutet Short beim Traden?
Short gehen bedeutet, dass Sie einen Basiswert in der Erwartung verkaufen (je nach Finanzinstrument), dass die Kurse in der Zukunft fallen werden. Das Gegenteil des Long Trades ist ein Short Trade. Wenn Sie sich beim Short Trading zum Beispiel für Aktien entscheiden, müssten Sie einen Leerverkauf tätigen. Sie werden entsprechend die Wertpapiere veräußern, die Sie nicht im Depot bzw. sich zuvor bei einem Kontrahenten geliehen haben.

Darüber hinaus ist das Short Trading neben Aktien ebenso mit anderen Finanzinstrumenten möglich, die Sie entsprechend kaufen. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Derivate:
- Put-Optionen
- Futures
- CFDs
- Zertifikate
Der wichtigste Grund für das Trading Short ist, dass Sie von fallenden Kursen des Basiswertes ausgehen. Sie könnten sich später zu einem niedrigeren Kurs eindecken und würden durch den vorherigen Verkauf des Basiswertes oder das Short gehen zu einem höheren Kurs entsprechend einen Gewinn erzielen.
Beim Short Trading sollten Sie sich bewusst sein, dass nicht nur die Richtung der Kursbewegung entscheidend ist, sondern auch die Dynamik des Marktes. Während Gewinne bei fallenden Kursen möglich sind, können unerwartete Kursanstiege zu erheblichen Verlusten führen. Ein besonderes Risiko stellt dabei der sogenannte Short Squeeze dar.
Hedging: Short Trading zur Absicherung
Short-Positionen werden nicht ausschließlich genutzt, um auf fallende Kurse zu spekulieren. Eine weitere wichtige Anwendung ist das sogenannte Hedging, also die Absicherung bestehender Positionen gegen mögliche Verluste. Ein typisches Beispiel: Sie besitzen Aktien eines Unternehmens und gehen langfristig davon aus, dass sich der Kurs positiv entwickeln wird. Kurzfristig erwarten Sie jedoch eine mögliche Korrektur am Markt, beispielsweise aufgrund schwacher Konjunkturdaten oder unsicherer Nachrichtenlage. Statt die Aktien zu verkaufen, können Sie eine Short-Position eröffnen, um das Risiko eines Kursrückgangs teilweise auszugleichen.
Eine Möglichkeit wäre beispielsweise der Kauf einer Put-Option. Fällt der Aktienkurs tatsächlich, steigt in der Regel der Wert der Put-Option und kann die Verluste aus der Aktienposition zumindest teilweise kompensieren. Steigt die Aktie hingegen weiter, profitieren Sie weiterhin von Ihrem Aktienbestand, während lediglich die Kosten für die Absicherung (die Optionsprämie) anfallen.
Auch institutionelle Anleger wie Fonds oder Vermögensverwalter nutzen regelmäßig Hedging-Strategien. Dabei geht es nicht darum, zusätzliche Gewinne durch fallende Kurse zu erzielen, sondern das Gesamtportfolio stabiler zu machen und größere Verluste in schwierigen Marktphasen zu begrenzen.
Wichtig ist jedoch: Eine Absicherung ist nicht kostenlos. Je nach Instrument entstehen Kosten durch Prämien, Spreads oder Finanzierungskosten. Deshalb setzen Trader Hedging meist gezielt und zeitlich begrenzt ein, beispielsweise vor wichtigen Ereignissen oder in Phasen erhöhter Unsicherheit an den Märkten.
Was sind die Unterschiede zwischen Long und Short Trading?
Der Hauptunterschied für einen Trader ist die Richtung der erwarteten Bewegung des Kurses am Markt. Wenn Sie sich Long positionieren, gehen Sie von steigenden Kursen des Basiswertes aus. Möchten Sie hingegen Short gehen, spekulieren Sie auf fallende Kurse.
Ein weiterer Unterschied besteht darin, dass Sie bei einer klassischen Long-Position, beispielsweise beim Kauf einer Aktie, den Basiswert tatsächlich besitzen. Beim Short Trading verkaufen Sie dagegen Wertpapiere, die Sie zunächst geliehen haben. Nach dem Rückkauf werden diese wieder an den Verleiher zurückgegeben. Bei CFDs oder Futures erfolgt dieser Vorgang dagegen rein über den jeweiligen Kontrakt, sodass keine tatsächliche Wertpapierleihe notwendig ist.

Ebenfalls unterscheiden sich Long und Short Trading darin, unter welchen Voraussetzungen Gewinne und Verluste entstehen. Bei einer Long Position profitieren Sie von steigenden Kursen, während beim Short Trading fallende Kurse zu Gewinnen führen.
Gleichzeitig unterscheiden sich die Risiken: Bei einer Long-Position ist der maximale Verlust grundsätzlich auf den eingesetzten Kapitaleinsatz begrenzt. Beim klassischen Short Selling können die Verluste theoretisch unbegrenzt sein, da ein Aktienkurs unbegrenzt steigen kann. Aus diesem Grund arbeiten viele Short-Trader konsequent mit Stop-Loss-Orders und einer strikten Begrenzung ihrer Positionsgröße.
Darüber hinaus spielt auch das Marktumfeld eine wichtige Rolle. Long-Strategien funktionieren häufig besonders gut in langfristigen Aufwärtstrends, während Short-Positionen oft in schwachen Marktphasen, bei negativen Unternehmensnachrichten oder während Börsenkorrekturen eingesetzt werden. Erfahrene Trader nutzen daher je nach Marktlage sowohl Long- als auch Short-Positionen, anstatt sich ausschließlich auf eine Handelsrichtung festzulegen.
So eröffnen Sie eine Long- oder Short-Position
Unabhängig davon, ob Sie auf steigende oder fallende Kurse setzen möchten, ist der grundlegende Ablauf beim Trading ähnlich. Der wichtigste Unterschied besteht darin, welche Markterwartung Sie haben und welche Order Sie bei Ihrem Broker platzieren. Bevor Sie eine Position eröffnen, sollten Sie zunächst den gewünschten Markt und Basiswert auswählen. Das kann beispielsweise eine Aktie, ein Index, eine Währung oder ein Rohstoff sein. Anschließend entscheiden Sie, ob Sie von steigenden oder fallenden Kursen ausgehen.
Schritt 1: Markt und Handelsinstrument auswählen
Zunächst wählen Sie den Basiswert aus, den Sie handeln möchten. Anschließend entscheiden Sie, ob Sie den Basiswert direkt kaufen oder ein Derivat nutzen möchten.
Beispiele:
- Aktienhandel: Sie kaufen eine Aktie direkt und halten diese in Ihrem Depot.
- CFD-Handel: Sie eröffnen eine Long- oder Short-Position auf die Kursentwicklung der Aktie, ohne den Basiswert selbst zu besitzen.
- Optionen: Sie kaufen beispielsweise eine Call-Option bei steigenden oder eine Put-Option bei fallenden Kursen.
Schritt 2: Handelsrichtung bestimmen
Die entscheidende Frage lautet: Erwarten Sie steigende oder fallende Kurse?
Long-Position eröffnen:
Sie wählen „Kaufen“, wenn Sie davon ausgehen, dass der Kurs des Basiswertes steigt.
Beispiel: Sie erwarten, dass die Aktie der Telekom von 25 € auf 30 € steigt. Sie eröffnen eine Long-Position und profitieren, wenn der Kurs tatsächlich zunimmt.
Short-Position eröffnen:
Sie wählen „Verkaufen“ bzw. eröffnen eine Short-Position, wenn Sie mit fallenden Kursen rechnen.
Beispiel: Sie erwarten, dass eine Aktie von 50 € auf 40 € fällt. Durch eine Short-Position können Sie im besten Fall von diesem Kursrückgang profitieren.
Bei einem klassischen Leerverkauf von Aktien leihen Sie sich zunächst Wertpapiere und verkaufen diese am Markt. Später müssen Sie die Aktien zurückkaufen und an den Verleiher zurückgeben. Fällt der Kurs zwischenzeitlich, können Sie die Aktien günstiger zurückkaufen und die Differenz als Gewinn behalten.
Geeignete Derivate für Long-Positionen
- Differenzkontrakte (CFDs)
- Call-Optionen
- Futures
Schritt 3: Positionsgröße und Risiko festlegen
Bevor Sie die Order ausführen, bestimmen Sie die Positionsgröße. Dabei sollte die Höhe des eingesetzten Kapitals immer zu Ihrem Risikomanagement passen. Viele erfahrene Trader riskieren beispielsweise nur einen kleinen Prozentsatz ihres Handelskapitals pro Trade. Zusätzlich können Stop-Loss-Orders genutzt werden, um den maximal möglichen Verlust bereits vor dem Einstieg zu begrenzen.
Schritt 4: Order platzieren und Position überwachen
Anschließend wählen Sie bei Ihrem Broker die gewünschte Orderart:
- Kauforder für eine Long-Position
- Verkaufsorder für eine Short-Position


Nach der Eröffnung beobachten Sie die Entwicklung des Trades. Je nach Strategie schließen Sie die Position beim Erreichen eines Kursziels, bei einem bestimmten Verlustniveau oder nach Ablauf eines definierten Zeitraums. Sowohl Long- als auch Short-Trading ist mit verschiedenen Instrumenten möglich:
| Finanzprodukt | Long möglich | Short möglich |
|---|---|---|
| Aktien | ✅ | Meist nur über Leerverkauf |
| CFDs | ✅ | ✅ |
| Futures | ✅ | ✅ |
| Optionen | Call-Optionen | Put-Optionen |
| Zertifikate | Long-Zertifikate | Short-/Inverse-Zertifikate |
Gerade Anfänger sollten den Ablauf zunächst mit einem Demokonto testen. So können Sie lernen, wie Long- und Short-Positionen eröffnet, verwaltet und geschlossen werden, ohne direkt eigenes Kapital zu riskieren.
Häufige Fehler bei Long- und Short-Trades
Obwohl das Grundprinzip von Long- und Short-Positionen einfach klingt, machen viele Anfänger gerade bei der praktischen Umsetzung typische Fehler. Besonders problematisch ist, dass Trader häufig nicht die Richtung des Marktes falsch einschätzen, sondern bereits beim Risikomanagement und bei der Vorbereitung der Trades Fehler machen.
Ein häufiger Fehler besteht darin, zu früh Short-Positionen einzugehen. Viele Anfänger sehen nach einer längeren Aufwärtsbewegung eine Aktie oder einen Markt als „zu teuer“ an und erwarten automatisch einen Kursrückgang. Ein steigender Markt kann jedoch deutlich länger steigen, als viele Trader vermuten. Short-Trades sollten deshalb nicht nur auf dem Gefühl basieren, dass ein Kurs bereits zu hoch gestiegen ist, sondern beispielsweise durch Trendbrüche, Schwäche im Chartbild oder eine veränderte Marktsituation bestätigt werden.
Gerade am Anfang wollen viele Trader den perfekten Wendepunkt erwischen. Sie versuchen, genau am Hoch Short zu gehen oder am Tief Long einzusteigen. Unsere Erfahrung zeigt aber, dass es meistens sinnvoller ist, auf bestätigte Signale zu warten und nicht gegen einen intakten Trend zu handeln.
Ein weiterer typischer Fehler, den wir bei Trading.de häufig sehen, betrifft den ersten Leerverkauf. Viele Trader unterschätzen, dass eine Short-Position psychologisch anders funktioniert als ein Long Trade. Während eine Aktie bei einem Long-Investment theoretisch nicht unter null fallen kann, kann ein Short Trade bei stark steigenden Kursen schnell hohe Verluste verursachen. Besonders bei Einzelaktien können unerwartete Nachrichten wie Übernahmen, Quartalszahlen oder positive Unternehmensmeldungen zu starken Kurssprüngen führen.
Wir sehen in unserer Trading.de-Ausbildung immer wieder, dass Trader beim Short Trading den möglichen Verlust unterschätzen. Viele konzentrieren sich nur auf die Chance, von fallenden Kursen zu profitieren, vergessen aber, dass ein Markt sehr dynamisch gegen sie laufen kann. Deshalb ist ein klar definierter Stop-Loss beim Short Trading besonders wichtig.
Ein dritter häufiger Fehler ist, Long- und Short-Positionen unabhängig von der aktuellen Marktphase zu handeln. Erfolgreiche Trader berücksichtigen häufig das allgemeine Marktumfeld und passen ihre Strategie entsprechend an. In einem starken Bullenmarkt können Long-Setups beispielsweise häufiger funktionieren, während in schwachen Marktphasen Short-Chancen attraktiver werden können.
Tipp: Richtige Entscheidungen treffen anhand mehrerer Signale

Meine Entscheidung zwischen Long und Short treffe ich nie ausschließlich aufgrund eines einzelnen Signals. Ich schaue mir zuerst die übergeordnete Marktphase an: Befinden wir uns in einem Aufwärts-, Abwärts- oder Seitwärtstrend? Erst danach suche ich nach konkreten Einstiegen. Der Markt gibt die Richtung vor – nicht die eigene Meinung.
Welcher Broker eignet sich für Long- vs. Short-Trading?
Grundsätzlich können Sie sowohl Long- als auch Short-Trades bei den meisten CFD- und Forex-Brokern eröffnen. Handeln Sie hingegen klassische Aktien, unterstützen nicht alle Broker den Leerverkauf. Achten Sie daher bereits bei der Brokerwahl darauf, welche Märkte und Handelsinstrumente für Long- und Short-Positionen angeboten werden.
Wichtige Auswahlkriterien sind insbesondere:
- Unterstützung von Long- und Short-Positionen auf allen wichtigen Märkten
- Niedrige Spreads und Kommissionen, insbesondere für aktive Trader
- Schnelle Orderausführung (möglichst unter 100 ms)
- Regulierung innerhalb der EU (z. B. BaFin, CySEC oder FCA)
- Große Auswahl an Basiswerten (Aktien, Indizes, Forex, Rohstoffe, Kryptowährungen)
- Professionelle Handelsplattformen wie MetaTrader 4, MetaTrader 5 oder TradingView
- Risikomanagement-Funktionen, beispielsweise Stop-Loss-, Trailing-Stop- und Take-Profit-Orders
| Broker | Geeignet für: | Besonderheiten: |
|---|---|---|
| FP Trading | Long & Short | Sehr geringe Spreads, MetaTrader 4/5, große CFD-Auswahl |
| Capital.com | Long & Short | Intuitive Handelsplattform, zahlreiche CFDs, keine Kommission auf viele Märkte, gut für Einsteiger |
| GBE Brokers | Long & Short | ECN-/STP-Ausführung, schnelle Orders, enge Spreads, besonders für erfahrene Trader interessant |
Welcher Broker letztendlich am besten zu Ihnen passt, hängt von Ihrem Handelsstil ab. Daytrader achten häufig auf besonders niedrige Spreads und eine schnelle Orderausführung, während Swing-Trader eher Wert auf eine große Produktauswahl, stabile Plattformen und geringe Finanzierungskosten für länger gehaltene Positionen legen. Ein kostenloses Demokonto ist zudem sinnvoll, um die Plattform vor dem Echtgeldhandel kennenzulernen.
- 4x regulierter Broker
- Niedrigste Spreads ab 0,0 Pips
- Geringe Kommissionen im Forex
- MT4/MT5/TradingView/cTrader
- 24/7 Support
- 1M Versicherung
- Sehr nutzerfreundliche Plattform
- Großes Angebot an 5.000+ CFDs auf Anlageklassen
- 24/7 Deutscher-Kundenservice
- Konkurrenzfähige Spreads
- 0% Provision (andere Gebühren fallen an)
- TradingView, MT4 & mehr
- Vielfältiges Weiterbildungsprogramm
- Streng regulierter Broker
- Hebel bis 1:30 & Spreads ab 0,0 Pips
- TradingView verfügbar
- Kostenloses Demokonto
- Zuverlässiger Kundensupport
- Einlagensicherung 20.000€ bis 300.000€
- Negativsaldoschutz
Wann sollte man Long, wann sollte man Short gehen?
Wann Sie entweder Long oder Short gehen, hängt in erster Linie davon ab, ob Sie mit fallenden oder steigenden Kursen beim gewählten Basiswert rechnen. Gehen Sie beispielsweise davon aus, dass die Telekom-Aktien in den nächsten Tagen oder Wochen steigen wird, würden Sie sich Long positionieren. Sie kaufen also die Aktien, entweder direkt oder über Derivate wie CFDs, um sie später möglichst zu einem höheren Kurs wieder zu verkaufen.
Ein weiteres Beispiel wäre ein erwarteter Anstieg des DAX nach einer stärkeren Korrektur. In diesem Fall könnten Trader ebenfalls eine Long-Position auf den Index eröffnen, um von einer möglichen Erholung zu profitieren.
Wenn Sie im Beispiel hingegen damit rechnen, dass der Kurs der Telekom-Aktien in der näheren Zukunft fallen wird, würden Sie entsprechend eine Short Position aufbauen. Sie verkaufen die Aktien entweder leer oder bedienen sich der bekannten Hebelprodukte, wie zum Beispiel CFDs oder Put-Optionen. Auch bei anderen Märkten ist dieses Vorgehen möglich: Erwarten Trader beispielsweise aufgrund einer schwächeren Marktstimmung fallende Kurse beim Bitcoin, können sie über entsprechende Short-Instrumente ebenfalls auf einen Kursrückgang setzen.
In der Praxis treffen erfahrene Trader diese Entscheidung jedoch nicht nur aufgrund eines Bauchgefühls. Sie analysieren zunächst das Marktumfeld und den übergeordneten Trend. In einem Bullenmarkt werden überwiegend Long-Positionen bevorzugt, da steigende Kurse wahrscheinlicher sind. In einem Bärenmarkt bieten sich dagegen häufiger Short-Setups an. Befindet sich der Markt in einer Seitwärtsphase, handeln viele Trader lediglich die Begrenzungen der Handelsspanne oder warten bewusst auf einen Ausbruch.
Darüber hinaus lohnt sich ein Blick auf höhere Zeiteinheiten wie den Tages- oder Wochenchart. Zeigt der langfristige Trend klar nach oben, besitzen Long-Positionen statistisch häufig bessere Erfolgsaussichten als kurzfristige Short-Trades gegen den Trend. Umgekehrt bevorzugen viele Trader Short-Positionen erst dann, wenn wichtige Unterstützungen unterschritten werden oder sich ein stabiler Abwärtstrend etabliert hat.
- Ein typisches Long-Setup ist beispielsweise ein Ausbruch über ein wichtiges Widerstandsniveau mit hohem Handelsvolumen.
- Ein klassisches Short-Setup entsteht dagegen häufig nach enttäuschenden Unternehmenszahlen, einem Bruch einer wichtigen Unterstützung oder einer klaren Trendwende nach unten.
Vor- und Nachteile von Long- und Short-Trading
Im Folgenden möchten wir kurz die jeweiligen Vor- und Nachteile nennen, die es sowohl im Zusammenhang mit dem Long als auch dem Short Trading gibt. Beginnen wir mit den Vor- und Nachteilen beim Long Traden.
Vorteile
- Sie profitieren von Kurssteigerungen des Basiswertes
- Sie haben keinen Zeitdruck, da die Position unendlich lange offenbleiben kann (außer bei zeitlich befristeten Derivaten und CFDs, falls die Margin nicht mehr ausreicht)
- Long positionieren ist sehr einfach und auch für Anfänger geeignet
- Geringeres Risiko als beim Short gehen
Nachteile
- Sie profitieren nicht von fallenden Kursen
- Bei manchen Finanzprodukten (CFDs) fallen für Long Positionen über Nacht Finanzierungszinsen (Overnight Gebühren) an
- Sie traden beim Long positionieren in der Regel mit der Masse
Demgegenüber gibt es auch beim Short Trading sowohl Vor- als auch Nachteile.
Vorteile
- Sie profitieren von fallenden Kursen beim Basiswert
- Mittels der Hebelprodukte können Sie sehr leicht Short gehen und benötigen nur einen geringen Kapitaleinsatz
- Sie können durch das Short gehen andere Positionen absichern (Hedging)
Nachteile
- Verlustrisiko größer als beim Long gehen
- Zeitdruck, da zum Beispiel Aktien nach dem leer verkaufen in absehbarer Zeit zum Eindecken gekauft werden müssen
- Komplizierter als Long Trading, daher nicht für alle Anfänger geeignet
- Viele Banken und Broker ermöglichen kein Short Trading von Aktien
Welche Finanzprodukte eignen sich am besten zum Short gehen?
Zwar können Sie auch mit Aktien Short gehen, jedoch ist das durch die vorherige Leihe eher umständlich und wird nicht von allen Broker und Banken angeboten. Viele Trader greifen deshalb auf Derivate zurück, mit denen sich fallende Kurse einfacher handeln lassen. Die einzelnen Finanzprodukte unterscheiden sich jedoch hinsichtlich Komplexität, Kosten und Handhabung.
| Finanzprodukt | Für Short geeignet? | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|---|
| CFDs | 5/5 | Einfache Handhabung, kein Verfallstermin, geringer Kapitaleinsatz durch Margin | Hebel erhöht Verlustrisiko, Finanzierungskosten bei längeren Haltedauern |
| Futures | 4/5 | Sehr liquide, professionelle Handelsinstrumente, geringe Spreads | Hohe Kontraktgrößen, Margin-Anforderungen, feste Verfallstermine |
| Optionen (Puts) | 4/5 | Begrenztes Risiko beim Kauf, flexible Strategien | Komplexe Preisbildung, Verfallstermin |
| Knock-Out-Zertifikate | 3/5 | Einfacher Einstieg, klar definierter Hebel | Knock-Out-Risiko, Emittentenrisiko |
| Leerverkauf von Aktien | 2/5 | Direkte Spekulation auf fallende Aktienkurse | Wertpapierleihe erfolrderlich, nicht bei jedem Broker möglich, teilweise Leihgebühren |
CFDs gehören aus unserer Erfahrung zu den beliebtesten Instrumenten für Short-Trades, da sie einfach handelbar sind und keinen festen Verfallstermin besitzen. Trader hinterlegen lediglich eine Margin und können sowohl auf steigende als auch auf fallende Kurse nahezu aller wichtigen Anlageklassen spekulieren. Für Einsteiger sind CFDs deshalb häufig leichter verständlich als Futures oder Optionen, auch wenn der eingesetzte Hebel ein konsequentes Risikomanagement erfordert.
Long und Short Trading in der Trading-Ausbildung bei Trading.de lernen
Eine der wichtigsten Fähigkeiten beim Trading ist es, die passende Handelsrichtung zu erkennen. Gerade für Anfänger ist es jedoch häufig schwierig einzuschätzen, wann Long und wann Short die bessere Alternative ist. Dieses Thema behandeln wir ganz zentral in unserer Trading.de-Ausbildung.

Lernen Sie, wie Sie im Chart erkennen, wann der Kurs in die eine und wann in die andere Richtung dreht und wie Sie Trades am Markt platzieren können. In unserer Community tummeln sich dutzende Trader, die sich gegenseitig mit Rat und Tat zur Seite stehen. Wenn Sie ernsthaft Traden lernen wollen, ist unsere Ausbildung genau der richtige Einstieg.
Fazit: Long und Short Trading sind Standard für jeden Trader
Mittels Aktien und insbesondere Hebelprodukten haben Trader sowohl die Möglichkeit, eine Long als auch eine Short Position aufzubauen. Beim Long Trading gehen Sie von steigenden Kursen beim Basiswert aus, beim Short Trading rechnen Sie hingegen mit fallenden Kursen. So haben Sie die Möglichkeit, entweder von sinkenden oder steigenden Kursen zu profitieren.
Sowohl das Long als auch das Short Traden ist mit Vor- und Nachteilen ausgestattet. Während Sie beim Long Trading sehr einfach und schnell eine Position aufbauen können und praktisch alle Finanzprodukte zur Verfügung stehen, ist das Short Trading meistens etwas komplizierter und auch risikoreicher. Auf der anderen Seite profitieren Sie durch das Short positionieren von fallenden Kursen, was bei einem Long Trade nicht möglich ist.
Wer den Handel mit Long- und Short-Positionen in der Praxis erlernen möchte, sollte neben der Theorie vor allem Wert auf Strategie, Risikomanagement und praktische Erfahrung legen. Genau diese Themen stehen auch bei der Trading.de-Ausbildung im Fokus, um Trader Schritt für Schritt beim Aufbau ihrer Handelskenntnisse zu unterstützen.
Meist gestellte Fragen:
Wie lange kann man eine Long Position halten?
Über welchen Zeitraum hinweg Sie eine Long Position halten können, hängt entscheidend vom Basiswert und auch davon ab, wie sich der Kurs entwickelt. Aktien zum Beispiel können Sie als Long Position unendlich lange halten, was bei Optionen, Futures und CFDs unter bestimmten Voraussetzungen nicht funktioniert. Sowohl Optionen als auch Futures haben einen Verfallstermin, an dem die entsprechenden Derivate ausgeübt oder verkauft werden müssen. CFDs können Sie zwar theoretisch unendlich lange halten, jedoch nur solange, wie die Margin als Sicherheitsleistung ausreicht.
Sind Leerverkäufe in Deutschland verboten?
Leerverkäufe sind in Deutschland und der EU nicht grundsätzlich verboten. Es wird jedoch zwischen gedeckten und ungedeckten Leerverkäufen unterschieden: Während ungedeckte Leerverkäufe von Aktien für Privatanleger grundsätzlich untersagt sind, sind gedeckte Leerverkäufe weiterhin möglich. Dabei müssen Sie beispielsweise die Aktien vor dem Verkauf leihen oder eine entsprechende Vereinbarung zur Beschaffung der Wertpapiere haben. Die Regelungen ergeben sich aus der EU-Leerverkaufsverordnung (EU) Nr. 236/2012, die seit 2012 gilt.
Wer leiht Shortsellern Aktien?
Leerverkäufe sind in Deutschland nur dann erlaubt, wenn gedeckt sind, Sie sich also vorab die Aktien leihen. Verleiher sind meistens Banken, Broker und private Anleger und Trader. Diese verdienen durch die Gebühr / Zinsen beim Verleihen, die der Ausleihende zahlen muss.
Kann man gleichzeitig Long und Short gehen?
Auch wenn es auf den ersten Blick widersinnig klingt, ist es durchaus möglich, zur gleichen Zeit einerseits Long und zum anderen Short zu gehen, in dem Fall natürlich mit den gleichen Finanzinstrumenten. Das funktioniert zwar nicht mit einem einzigen Klick, Sie können jedoch separat sowohl eine Long als auch eine Short Position aufbauen. Sie könnten also beispielsweise sofort nacheinander zum einen DAX-CFDs kaufen und zum anderen DAX-CFDs verkaufen, demnach Short gehen. Die Positionen werden nicht gegeneinander aufgerechnet, sondern Sie können anschließend wiederum separat irgendwann die gekauften DAX-CFDs veräußern und die zuvor verkauften DAX-CFDs durch einen Kauf in der Position ausgleichen.