Wie viele Trades pro Tag sinnvoll sind, hängt aus unserer Sicht zwingend von Ihrer Stratege im Trading ab. Als grobe Faustregel gilt: Scalper handeln meist 30 bis 100 Trades pro Tag, Daytrader 3 bis 10, Swing Trader 1 bis 3 Trades pro Woche und Position Trader meist nur einen Trade pro Monat.
Wir sehen immer wieder, dass diese Frage gerade Anfänger beim Trading sehr beschäftigt. Sie erfahren daher in diesem Artikel, wie viele Trades für die verschiedenen Trading-Strategien sinnvoll sind, warum Sie nie zu viel handeln sollten und woran Sie das gesunde Trading-Mittelmaß bei der Anzahl an Trades erkennen. Außerdem teilen wir anhand unserer Erfahrungen aus der Trading.de-Ausbildung, wie Sie die optimale Trade-Frequenz für Ihre Strategie finden.
Wichtigste Informationen zur Anzahl an Trades pro Tag:
- Anzahl der täglichen Trades ist klar abhängig von Ihrer Trading-Methode, auch die Marktsituation spielt eine Rolle
- Scalping: 30 bis 100 Trades am Tag
- Daytrading: 3 bis 10 Trades am Tag
- Swing Trading: 1 bis 3 Trades pro Woche
- Position Trading: 1 Trade pro Monat
- Overtrading kann zu Verlusten führen, zudem ist Ihr Gewinn ist nie direkt proportional zur Trade-Anzahl
Was beeinflusst, wie viele Trades am Tag sinnvoll sind?
Wie viele Trades am Tag sinnvoll sind, definiert Ihre Trading-Methode. Beim Handel gibt Ihnen Ihre gewählte Strategie nebst der Handelsmethode die Vorgabe, wie viele Trades pro Stunde, pro Tag, pro Woche oder auch in einer längeren Periode geeignet sind, um den bestmöglichen Erfolg zu erzielen. Zudem ist es abhängig von der jeweiligen Marktsituation, welche Anzahl von Trades, zum Beispiel am Tag, Sinn macht.
Befindet sich der Basiswert innerhalb eines Trends und nutzen Sie die Trendfolgestrategie, kann das dazu führen, dass Sie am Tag eine ganze Reihe an Trades machen können. Gibt es hingegen momentan einen Seitwärtsmarkt ohne echten Trend? Dann kann es ebenso passieren, dass an manchen Tagen nur sehr wenige oder gar keine Trades sinnvoll sind.
Ausschlaggebend für die Anzahl der Trades am Tag oder einer anderen Periode sind somit in erster Linie die folgenden Faktoren:
- Trading-Methode
- Kapitaleinsatz
- Gewinnerwartungen
- Marktphase
Anzahl der Trades pro Tag nach Trading-Strategie
| Trading-Methode | Typische Trade-Anzahl | Haltedauer | Mindest-CRV | Profi-Tipp von Andre Witzel |
|---|---|---|---|---|
| Scalping | 30 bis 100 täglich | Sekunden bis Minuten | ab 1:1 | Scalping immer nur bei sehr hoher Liquidität |
| Daytrading | 3 bis 10 täglich | Minuten bis Stunden | ab 1:2 | 3 bis 5 richtig gute Setups reichen für mich persönlich aus, 10 ist das absolute Maximum |
| Swing Trading | 1 bis 3 wöchentlich | Tage bis Wochen | ab 1:3 | Lieber mehrere Tage auf einen guten Swing Trade warten, als zwingend zu handeln |
| Position Trading | 1 pro Monat | Wochen bis Monate | ab 1:4 | Drawdowns gehören zu dieser Strategie dazu |
Da die gewählte Trading Methode mit ausschlaggebend dafür ist, wie viele Trades Sie am Tag oder innerhalb einer anderen Periode machen sollten, möchten wir uns näher mit diesen verschiedenen Methoden beschäftigen, nämlich:
- Sehr kurzfristige Trading Methoden (Scalping)
- Kurzfristige Trading Methoden (Daytrading)
- Mittelfristige Trading Methoden (Swing Trading)
- Langfristige Trading Methoden (Position Trading)
Sehr kurzfristige Trading Methoden (Scalping)

Beginnen wir mit dem sogenannten Scalping, einer äußerst kurzfristigen Trading Methode. Um mit dem Scalping gute Gewinne erzielen zu können, handeln Trader oftmals zwischen 30 und bis zu 100 Trades an einem Tag.
Auf der anderen Seite zeichnet sich diese sehr kurzfristige Trading Methode ebenfalls dadurch aus, dass Sie relativ hohe Volumina handeln (müssen). Die Kombination aus einem höheren Handelsvolumen und sehr vielen Trades am Tag führt im Idealfall dazu, dass Sie viele, kleinere Gewinne generieren und so ein ordentlicher Tagesgewinn entsteht.
Häufig beläuft sich der Gewinn bei einem Trade zum Beispiel beim Forex-Trading auf unter zehn Pips. Das führt beim Scalping dazu, dass ein akzeptabler Gewinn kaum erreichbar ist, falls Sie zum Beispiel nur 10 Trades am Tag durchführen. Deshalb ist es durchaus üblich, dass sogenannte Scalper ihre Position häufig nur wenige Minuten halten.
Kurzfristige Trading Methoden (Daytrading)

Nicht ganz so hoch ist die Frequenz an Trades beim Daytrading. Die einzelnen Trades finden zwar ebenfalls innerhalb eines Tages statt, eine am Morgen eröffnete Position wird jedoch spätestens zum Ende des Handelstages wieder geschlossen.
Schauen Sie auf liquide Handelszeiten

Für Daytrader wie mich sind vor allem die Handelszeiten wichtig, wo richtig Geld im Markt ist. Je liquidier, desto besser. ich handle daher gerne, wenn die Börse in London öffnet (zwischen 9 und 11 Uhr CET) und, das am meisten, wenn New York öffnet, also zwischen 15:30 und 17:30 Uhr CET. In diesen Zeitfenstern sehe ich immer die saubersten Bewegungen und viele mögliche Setups. Wenn der Markt gut läuft, ergeben sich so typischerweise 2 bis 5 wirklich gute Setups pro Session.
Eine Gemeinsamkeit zwischen Daytrading und Scalping: Die gehandelten Volumen sind vergleichsweise hoch. Differenzen gibt es in erster Linie, wenn es um die Anzahl der Trades am Tag im Durchschnitt geht. Während es beim Scalping oft zwischen 30 und 100 Trades am Tag sind, handelt der durchschnittliche Daytrader in der Regel zwischen drei bis maximal zehnmal am Tag.
Daraus resultiert ein ebenfalls größerer Zeithorizont, denn beim Daytrading liegen zwischen Eröffnung und Schließen der Position meistens ein bis acht Stunden.
Mittelfristige Trading Methoden (Swing Trading)

Beim Swing Trading handeln Sie im Durchschnitt lediglich ein- bis dreimal in der Woche. Manchmal wird eine Position auch mehrere Wochen gehalten. Da die Gewinne pro Trade meistens etwas höher ausfallen, muss nicht so viel Kapital eingesetzt werden, wie es beim Daytrading der Fall ist.
Als Swing Trader legen Sie es vor allem darauf an, von einer größeren Kursbewegung am Markt zu profitieren. So nehmen Sie kleinere und auch größere Gewinne – als beim Scalping und Daytrading – mit. Grundlage für diese mittelfristige Trading Methode ist die Annahme, dass am Markt Schwingungen stattfinden, aus denen sich Handelsoptionen ergeben.
Nicht selten haben Swing Trader solche Punkte am Markt im Blick, an denen es eine Trendwende, einen Ausbruch oder einen Pullback geben könnte. Gerade, wenn eine Position mehrere Tage oder Wochen offen bleibt, sind unserer Erfahrung nach einige Punkte sehr wichtig zu beachten:
- Overnight-Risiko: Kurslücken nach Börsenschluss können Stop-Loss-Marken überspringen.
- Swap-Kosten: Handeln Sie Forex oder CFDs, haben Sie jede Nacht Finanzierungskosten, die sich über mehrere Tage summieren.
- Positionsgröße: Da Stops meist weiter entfernt liegen als beim Daytrading, empfehlen wir in der Trading.de-Ausbildung die Positionsgröße eher etwas kleiner.
- News-Risiko: Quartalszahlen, Zentralbanktermine oder wichtige Konjunkturdaten können einen laufenden Swing-Trade stark beeinflussen.
Langfristige Trading Methoden (Position Trading)

Kennzeichnend für eine langfristige Trading Methode wie dem Position Trading ist, dass in aller Regel eine Position über mehrere Tage, Wochen und manchmal sogar Monate offen bleibt. Das bedeutet, dass Position Trader häufig nur einmal im Monat oder sogar lediglich einmal im Quartal handeln.
Daraus wiederum resultiert, dass beim Position Trading – im Vergleich zum Daytrading und zum Scalping – meistens deutlich weniger Kapital eingesetzt werden muss. Zudem sind die Gewinne pro Trade wesentlich höher, falls Sie erfolgreich sind. Gleichzeitig ist uns auch wichtig zu sagen: Sie müssen bereit sein, größere Drawdowns auszuhalten. Je nach Markt und Setup sehen wir bei Position Trades schnell Rückgange von bis zu 15 % innerhalb einer laufenden Position.
Meine persönliche Erfahrung: Weniger ist oft mehr

Ich habe immer wieder Anfänger im Kurs, die am liebsten gestern schon profitabel gewesen wären. Dann wird oft hier gehandelt, da noch ein Trade eröffnet – das nützt nichts. Overtrading ist immer schlecht. Ich persönlich hatte in meiner Anfangszeit erst bessere Ergebnisse, als ich gelernt hatte, meine Setups zu verfeinern und somit die Trade-Frequenz runterschrauben konnte.
Heißt für Sie: Weniger traden ist oft der bessere Weg. Am besten fokussieren Sie sich nur auf die besten Trade-Setups mit einem hohen Chance-Risiko-Verhältnis. Ich handle lieber ein Setup mit einem hohen CRV (etwa 1:2) als viele Trades mit geringem CRV von 1:5.
Wie wir bei Trading.de in der Ausbildung Overtrading vermeiden
Die Trading Methoden haben einen erheblichen Einfluss darauf, wie viele Trades pro Tag oder innerhalb einer anderen Periode sinnvoll sind. Das entsprechende Regelwerk dazu lernen Sie am besten in der Trading.de Ausbildung – hier bringen wir Ihnen bei, wie Sie Overtrading vermeiden.
Andre aus unserem Gründerteam verrät schon mal zwei unserer Prinzipien: „Wir hören nach zwei Verlust-Trades in einer Session erstmal auf. Auf Teufel komm‘ raus Anzahl x Trades am Tag zu machen, ergibt keinen Sinn. Nach jeder Session pausieren wir zudem mindestens ein bis zwei Stunden, bevor wir wieder handeln.“
In unserer Ausbildung erfahren Sie zudem, wie einzelnen Trading Methoden funktionieren und welche Anzahl von Trades bei der entsprechenden Strategie den größten Erfolg verspricht sowie sinnvoll ist.
Fazit: Anzahl der Trades pro Tag abhängig von der Trading Methode
Als Fazit können wir festhalten, dass die Anzahl der Trades pro Tag eindeutig von Ihrer gewählten Trading Methode abhängig ist. Beim sehr kurzfristigen Handel traden Sie durchaus bis zu 100 Mal an einem Tag. Demgegenüber ist es beim mittel- und längerfristigen Handel üblich, dass Sie vielleicht nur einmal pro Woche oder Monat einen Trade am Markt platzieren.
Bedenken Sie stets, dass das Handelsvolumen und die Höhe des Gewinns pro Trade fast immer abhängig davon sind, wie oft Sie handeln. Bei zum Beispiel 50 Trades am Tag muss der Gewinn pro Trade natürlich bei Weitem nicht so hoch ausfallen, als wenn Sie zum Beispiel nur einmal pro Woche einen Trade platzieren. Dementsprechend traden Sie beim Hochfrequenzhandel wesentlich höhere Volumina als zum Beispiel beim Swing Trading.
Wenn Sie unsere Trading.de-Ausbildung durchlaufen, lernen Sie genau solche Dinge kennen – verschiedene Strategien, Handelsstile und Märkte. So bekommen Sie ein Gefühl dafür, wie oft Sie am Tag, in der Woche oder im Monat handeln sollten.
FAQ: Meistgestellte Fragen rund um die Trade-Anzahl pro Tag
Wie oft darf man pro Tag traden?
Grundsätzlich gibt es keine Vorgaben oder Einschränkungen, wie viele Trade die Händler pro Tag am Markt platzieren dürfen. Stattdessen ist es Ihnen völlig freigestellt, welche Anzahl an Trade Sie ausführen lassen. Allerdings sollten Sie stets darauf achten, dass die Anzahl der Trades am Tag zu der gewählten Trading Methode passt.
Was spricht gegen extrem viele Trades pro Tag?
Auch wenn es keine Begrenzung oder Beschränkung gibt, wie viele Trades am Tag Sie handeln dürfen, spricht doch einiges gegen extrem viele Aufträge an einem Tag. Man spricht in dem Zusammenhang von der Gefahr des sogenannten Overtrading. Damit ist vor allem gemeint, dass Sie deutlich mehr Trades pro Tag machen, als auf Grundlage der gewählten Strategie und Trading Methode sinnvoll ist. Extrem viele Trades am Tag resultieren zudem häufig aus Langeweile und bergen die Gefahr, dass Sie auf Basis von Emotionen handeln. Das wiederum ist kontraproduktiv, sodass bei übermäßig vielen Trades pro Tag auch die Gefahr von Verlusten steigt.
Macht man mehr Gewinn mit vielen Trades pro Tag?
Welche Gewinne Sie an einem Tag oder in einer anderen Periode erzielen, hängt nicht von der Anzahl der Trades am Tag ab. Stattdessen kommt es stets auf die Kombination aus Anzahl der Trades, Kapitaleinsatz (Handelsvolumen) und natürlich den möglichen Gewinn pro Trade an, wie hoch Ihre Gewinne in der Summe ausfallen.