Eine offene Position im Trading ist eine Verpflichtung des Teilnehmers, die eine Folge der Transaktion darstellt. Eine offene Position entsteht immer dann, wenn zuvor die Eröffnung einer Long oder Short Position stattgefunden hat. Geschlossen werden offene Positionen im Trading durch die gegenteilige Aktion.
Eine „Open Position“ im Trading kann zu Gewinnen oder Verlusten führen. Diese werden allerdings erst unter der Voraussetzung realisiert, dass die offene Position geschlossen wird. Für Trader beinhalten offene Positionen im Trading sowohl Vor- als auch Nachteile.
Key Facts
- Eine offene Position im Trading resultiert aus dem Kauf oder Verkauf eines Basiswertes
- Oftmals haben Trader zur gleichen Zeit mehrere, offene Positionen
- Ziel der offenen Position ist es, gute Gewinne zu generieren
- Geschlossen wird die offene Position, indem eine gegenteilige Transaktion durchgeführt wird
Welche Arten von Positionen können im Trading eingenommen werden?
Grundsätzlich gibt es beim Trading zwei Arten von Positionen, die eingenommen werden können. Daraus resultieren jeweils offene Positionen:
- Long Position
- Short Position
Bei einer Long Position kauft der Trader einen Basiswert, wie zum Beispiel eine Aktie. Daraus entsteht die offene Position und bleibt, bis sie geschlossen wird. Das würde im Beispiel einer Long Position passieren, indem die Aktien verkauft werden. Mit einer solch offenen Position als Long Position spekulieren Trader auf steigende Kurse beim Basiswert.
Das Gegenteil einer offenen Long Position ist die Short Position. In dem Fall eröffnet der Trader eine Verkaufsposition und tätigt zum Beispiel einen Leerverkauf. Geschlossen wird die offene Short Position durch einen Kauf, mit dem sich der Trader bei einer Short Position eindeckt. Mit dem Eröffnen einer Short Position und der daraus resultierenden offene Position spekulieren Trader auf fallende Kurse beim Basiswert.
Welche Vor- und Nachteile hat die offene Position im Trading?
Beim Trading gibt es im Hinblick auf offene Positionen sowohl Vor- als auch Nachteile. Die wichtigsten Vorzüge und Risiken im Überblick sind:
Vorteile von offenen Positionen
- Trader haben die Möglichkeit, Gewinne zu erzielen
- Flexibilität beim Timing
- Steuereffizienz
- Handel mit einem Hebel
- Diversifikation und zur gleichen Zeit in mehreren Basiswerten notiert sein
Nachteile von offenen Positionen
- Hohe Verluste beim Trading mit Hebeln möglich
- Geringere Risikoabsicherung
- Übernachtrisiko
- Stetige Überwachung der Märkte notwendig
- Margin Anforderungen erfüllen
- Psychische Belastung
Vorteile
Das Hauptziel einer offenen Position besteht sowohl bei der Long als auch der Short Position darin, Gewinne zu erzielen. Mit einem Hebel ist es möglich, die Chance auf höhere Gewinne zu steigern. Ein weiterer Vorzug offener Positionen ist die Flexibilität beim Timing. So haben Händler die Möglichkeit, zu unterschiedlichen Zeitpunkten in mehrere Basiswerte am Markt einzutreten.
Unter bestimmten Voraussetzungen führt eine offene Position zu steuerlichen Vorteilen. Das geschieht zum Beispiel unter der Bedingung, dass die offene Position etwas länger gehalten wird. Wird sie zum Beispiel kurz vor Jahresende ins nächste Jahr „übertragen“, fallen eventuell für das Steuerjahr keine steuerpflichtigen Gewinne an.
Nachteile
Die Nachteile offener Positionen sind nicht unerheblich. Wird mit einem Hebel gehandelt, besteht ein höheres Risiko von überdurchschnittlichen Verlusten. Zudem setzen Sie sich bei einer offenen Position oft dem sogenannten Übernachtrisiko aus. Das beinhaltet, dass sich die Bedingungen auf den kommenden Tag faktisch über Nacht geändert haben und Sie nicht rechtzeitig agieren können.
Ein weiterer Nachteil offener Positionen sind die Margin Anforderungen, die Sie beim Handel mit Hebeln erfüllen müssen. Sie müssen dafür sorgen, dass Sie stets eine ausreichende Margin auf Ihrem Handelskonto vorhalten. Ferner führt eine offene Position beim Trader nicht selten zu psychischem Druck und Zeitaufwand. Die Märkte müssen kontinuierlich überwacht werden.
Beispiele für offene Trading Positionen
Lassen Sie uns anhand zweier Beispiele erläutern, wie eine offene Position entsteht und was daraus resultieren kann. Im ersten Beispiel rechnen Sie bei einer Aktie mit steigenden Kursen, sodass Sie eine Long Position eröffnen. Nachdem die Transaktion ausgeführt wurde, haben Sie eine offene Position.
Sollte der Kurs tatsächlich steigen, schließen Sie die offene Long Position. Das funktioniert einfach, indem Sie zum Beispiel die im Depot befindlichen Aktien verkaufen. Durch den Verkauf wird die Position glattgestellt und geschlossen, sodass keine offene Long Position mehr existiert.
Ein weiteres Beispiel für eine offene Position ist eine Short Position. Bei der Verkaufsposition gehen Sie davon aus, dass die Kurse des Basiswertes fallen werden. Sie führen zum Beispiel einen Leerverkauf von Aktien durch, sodass eine offene Short Position existiert. Um diese Position glattzustellen, kaufen Sie die gleichen Basiswerte mit gleicher Menge am Markt. Anschließend ist die Position geschlossen.
Wann und wie wird eine offene Position geschlossen?
Es gibt mehrere Möglichkeiten und Methoden, unter welchen Voraussetzungen eine offene Position geschlossen wird. In der Regel geht das Schließen entweder vom Trader selbst oder vom Broker aus. Es gibt am Markt vor allem folgende Maßnahmen, die das Schließen einer vormals offenen Position bewirken:
- Sie erteilen eine manuelle Kauf- bzw. Verkaufsorder
- Kurs des Basiswertes erreicht Stop Loss oder Take Profit Marke
- Broker schließt Position nach einem Margin Call
Oft wird eine offene Position dadurch geschlossen, dass Sie als Trader einen Kauf- oder Verkaufsauftrag erteilen. Handelt es sich um eine offene Long Position und sind aufgrund steigender Kurse Gewinne entstanden? In dem Fall schließen Sie die offene Position, indem Sie einen Verkaufsauftrag erteilen. Exakt umgekehrt funktioniert das Schließen – ebenfalls durch einen manuellen Auftrag – bei einer offenen Short Position.
Manchmal wird die Position automatisch geschlossen. Das geschieht unter der Voraussetzung, dass Sie insbesondere eine Stop-Loss oder Take-Profit Order an den Markt gegeben haben. Erreicht der Kurs zum Beispiel das von Ihnen vorgegebenen Stop, wird automatisch eine Verkaufsorder ausgeführt und die Position geschlossen.
Eine dritte Variante besteht darin, dass der Broker das Schließen der Position veranlasst. Das geschieht in der Regel nach einem Margin Call, auf den Sie nicht reagiert haben. Übersteigt der Verlust in der Position Ihre Sicherheitsleistung, muss der Broker die Position schließen. Das geschieht, damit der Verlust nicht höher als Ihr Kapitaleinsatz ausfallen kann.
Neben dem kompletten Schließen einer offenen Long oder Short Position gibt es ebenfalls die Möglichkeit, eine offene Position im Trading teilweise zu schließen. Wenn Sie zum Beispiel 200 Aktien im Depot haben und 100 davon verkaufen, wird die Position nur zum Teil geschlossen. So lassen sich zum Beispiel Teilgewinne realisieren und Sie haben mit den verbliebenen Aktien weiterhin die Chance auf Gewinne.
Was ist das Risikomanagement für eine offene Position?
Aufgrund der angesprochenen Nachteile und Risiken ist es für Trader empfehlenswert, für eine offene Position ein Risikomanagement zu nutzen. Dieses hat das Ziel, eventuelle Verluste durch Ihre offenen Positionen so gering wie möglich zu halten. Maßnahmen im Zuge des Risikomanagements für offene Positionen sind vor allem:
- Erteilen einer Stop-Loss Order
- Diversifikation
- Stetige Marktüberwachung
- Take-Profit Order
- Positionsgrößen einhalten
Sehr effektiv ist vor allem die Stop-Loss Order. Sie legen damit fest, dass eine Position automatisch unter bestimmten Vorgaben geschlossen wird. Das führt dazu, dass Sie die Märkte nicht kontinuierlich überwachen müssen. Eine ähnliche Aufgabe hat die Take-Profit Order, um Gewinne rechtzeitig zu sichern.
Fazit zu offenen Positionen im Trading
Alle Positionen, die Sie als Trader eröffnen, führen zu einer offenen Position im Trading. Das betrifft sowohl Long als auch Short Positionen, die noch nicht geschlossen sind. Im Rahmen einer offenen Position entstehen entweder Verluste oder Gewinne.
Realisiert werden diese allerdings erst mit dem Schließen der Position. Offene Positionen schließen Sie im Trading entweder durch manuelle Aufträge oder durch die automatische Ausführung einer Order. Alternativ schließt unter Umständen der Broker die Position, sollte Ihre Margin nicht mehr ausreichen.
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