CFD Trading als zukunftssichere Anlage?

INHALTSÜBERSICHT

Die weitaus meisten Trader nutzen den CFD Handel zur Spekulation. Sie versuchen, durch den Kauf oder Verkauf von Differenzkontrakten möglichst in kurzer Zeit hohe Gewinne zu generieren, nämlich dann, wenn sich der Basiswert in die für sie richtige Richtung entwickelt.

Manche Trader nutzen den Handel mit Differenzkontrakten allerdings durchaus ebenso als CFD Anlage. Sie stellen sich dabei unter anderem die Frage, ob das CFD Trading als zukunftssichere Anlage geeignet ist. Exakt diese Frage möchten wir versuchen, innerhalb unseres Beitrages zu beantworten.

CFDs erklärt

Bevor wir die Eingangsfrage beantworten, möchten wir kurz erläutern, was CFDs sind und wie der CFD Handel funktioniert. Contracts For Difference sind Differenzkontrakte, bei denen Sie mit dem entsprechenden Broker einen Vertrag abschließen. Dieser Vertrag beinhaltet, dass stets die Kursdifferenz verrechnet wird, die sich aus dem entsprechenden Differenzkontrakt ergibt.

Kaufen Sie die jeweiligen CFDs also zu einem günstigeren Kurs als der Basiswert momentan als Kurs aufweist, ist der CFD Broker dazu verpflichtet, Ihnen jederzeit diese Differenz auszuzahlen. In dem Fall hätten Sie mit dem CFD Trading einen Gewinn erzielt

Einfacher Handel 

Das CFD Trading ist bei vielen Tradern auch deshalb so beliebt, weil es einfach verständlich ist und keine komplizierten Kennzahlen berücksichtigt werden müssen, wie es zum Beispiel beim Handel mit anderen Derivaten, insbesondere Optionen und Futures, der Fall ist.

Zudem ist das CFD Trading sehr transparent, denn die jeweiligen Differenzkontrakte bilden den Basiswert stets im Verhältnis 1:1 ab. Wenn also beispielsweise der Goldpreis um fünf Prozent steigt, dann erhöht sich auch der Wert Ihres Differenzkontraktes um exakt fünf Prozent. 

Der Hebel beim Trading

Damit Sie höhere Gegenwert handeln können und damit die Chance haben, in kurzer Zeit für Sie überproportional hohe Gewinne zu erzielen, arbeiten CFD Broker mit einem Hebel. Das bedeutet, der Broker leiht Ihnen Geld, welches Sie zum Handel nutzen können.

dax hebel

Diese Beträge sind nicht unerheblich, denn für gewöhnlich belaufen sich die Hebel auf 5:1 bis 30:1. Bei einem Hebel von 20:1 leiht der Broker Ihnen also das 20-fache Ihres eigenen Geldes, welches Sie als Eigenkapital einsetzen. 

Margin als Sicherheitsleistung

margin dax

Im Gegenzug verlangt der Broker beim CFD Trading lediglich eine kleine Sicherheitsleistung, die sogenannte Margin. Diese beläuft sich entsprechend des Hebels oft vier bis 20 Prozent. Wenn Sie also einen Gegenwert von beispielsweise 10.000 Euro in CFDs handeln möchten, dann müssen Sie bei einem Hebel von 20:1 lediglich 500 Euro eigenes Kapital einsetzen. 

Gewinne mit dem CFD Handel erzielen

Gewinne erzielen Sie beim CFD Trading immer dann, wenn sich der Kurs des Basiswertes in die Richtung entwickelt, auf die Sie spekulieren. Gehen Sie also von steigenden Goldpreisen aus und zieht der Goldpreis tatsächlich an, würden Sie mit Ihren CFDs Gewinne erzielen.

Auf der anderen Seite ist auch ein Totalverlust jederzeit möglich, wenn die Verluste beim Basiswert nämlich so hoch sind, dass Ihre gestellte Margin nicht mehr ausreicht. Sie erhalten dann allerdings meistens vom Broker einen Margin Call und haben in der Regel Zeit, darauf zu reagieren, um das Schließen der Position zu vermeiden. Dies würde nämlich für Sie den Totalverlust Ihres investierten Kapitals bedeuten.

Gibt es bei CFDs eine Laufzeit?

Um die Frage zu beantworten, ob eine CFD Anlage sinnvoll und sogar als zukunftssichere Geldanlage zu betrachten ist, müssen wir uns zunächst noch mit dem Thema Laufzeit beschäftigen. Grundsätzlich haben Sie im Bereich der Derivate die Auswahl zwischen den folgenden Finanzprodukten:

  • Optionen
  • Optionsscheine
  • Futures
  • CFDs
  • Zertifikate (teilweise)

Die Differenzkontrakte stellen in dieser Auflistung deshalb eine Ausnahme dar, weil sie als einziges der genannten Finanzprodukte keine Laufzeitbegrenzung haben. Während sowohl Optionen, Optionsscheinen als auch Futures und Zertifikate ein Fälligkeitsdatum besitzen, handelt es sich bei CFDs um so genannte Endlos-Produkte.

Das bedeutet, dass Sie die entsprechenden Differenzkontrakte auch noch Monate, Jahre oder sogar Jahrzehnte nach dem Kauf halten können. Das ist natürlich eine grundsätzliche Voraussetzung dafür, dass Sie überhaupt darüber nachdenken können, ob eine CFD Anlage sinnvoll sein kann. 

Sonderfall Future CFDs

Es gibt zwar einige CFDs, die einen Fälligkeitstermin haben. Das sind in der Regel ausschließlich Future CFDs, weil die entsprechenden Future-Kontrakte stets zu einem bestimmten Datum auslaufen.

In der Praxis findet dann allerdings ein sogenannter Rollover statt, also praktisch eine automatische Verlängerung der entsprechenden Differenzkontrakte. De facto haben demnach sämtliche Contracts For Difference keine begrenzte Laufzeit und können daher (zumindest theoretisch) durchaus als Geldanlage dienen.

Gebühren beim Handel und bei langfristigen Positionen

Ob beim CFD Handel und bei langfristigen Positionen eine CFD Anlage lohnenswert ist, hängt auch von den anfallenden Kosten ab. Bei allen Differenzkontrakten fällt der Spread als Kostenfaktor an. Der Spread ist die Differenz zwischen dem An- und Verkaufskurs, der vom jeweiligen CFD Broker zur Verfügung gestellt wird.

spread ordermaske dax

Allerdings ist diese Form der Gebühr nicht besonders hoch, denn durchschnittlich beläuft sich der Spread meistens nur auf ein bis zehn Pips. Umgerechnet in Prozent heißt das, dass Sie zum Beispiel beim Handelsgegenwert von 10.000 Euro vielleicht 0,02 bis 0,08 Prozent an Spread zahlen. Bezogen auf den genannten Handelsgegenwert im Beispiel sind das nicht einmal zehn Euro. 

Allerdings gibt es beim CFD Trading noch einen zweiten Kostenfaktor, der in erster Linie dann interessant ist, wenn Sie längerfristige Positionen handeln möchten, also an eine CFD Anlage denken. Es handelt sich dabei um die Finanzierungskosten.

beispiel finanzierungskosten dax

Diese betreffen ausschließlich Long-Positionen, wenn Sie also zuvor CFDs gekauft haben. Diese Finanzierungszinsen stellt Ihnen der Broker deshalb in Rechnung, weil er Ihnen einen Großteil des Handelsgegenwertes leiht. Dafür möchte der Broker natürlich Zinsen haben, wie es auch bei jeder Bank bei einer Kreditaufnahme üblich wäre. 

Die Finanzierungszinsen wiederum berechnet der Broker auf Basis eines bestimmten Zinssatzes und addiert noch einen eigenen Zins hinzu. In einer Niedrigzinsphase sind die Finanzierungskosten deshalb natürlich geringer als wenn die allgemeinen Marktzinsen sich ohnehin auf einem relativ hohen Niveau befinden.

Während die Finanzierungskosten bei einem kurzfristigen Handel von nur wenigen Tagen kaum ins Gewicht fallen, stellt sich die Situation bei der CFD Anlage im längerfristigen Bereich anders dar. Welche Gebühren dann in der Summe anfallen können, möchten wir mit dem folgenden Beispiel verdeutlichen:

  • Kauf: 10 Gold CFDs
  • Handelsgegenwert: 16.500 Euro
  • Hebel: 10:1
  • Eigener Kapitaleinsatz: 1.650 Euro
  • Haltedauer: 2 Jahre
  • Finanzierungzins: 4,5 Prozent
  • Finanzierungskosten in zwei Jahren: 1.485 Euro

Wenn Sie also eine längerfristige CFD Anlage planen und wir im Beispiel mit einer Haltedauer von zwei Jahren rechnen, dann würden innerhalb dieses Zeitraumes Finanzierungskosten von insgesamt knapp 1.500 Euro anfallen. Gemessen an Ihrem Kapitaleinsatz von 1.650 Euro ist das eine stattliche Summe und würde Ihre Rendite dementsprechend natürlich deutlich verringern. 

Nehmen wir dazu an, dass der Goldpreis innerhalb der zwei Jahre um insgesamt acht Prozent steigt. Unter Einbezug Ihres Hebels von 10:1 hätten Sie dann in der Summe einen Gewinn von 1.320 Euro erzielt. Ziehen wir dann noch die genannten Finanzierungskosten ab, haben Sie sogar fast 200 Euro an Kapital verloren. Daran wird auf jeden Fall sehr deutlich, dass eben bei einer langfristigen CFD Anlage die Finanzierungskosten unbedingt mit einkalkuliert werden sollten.

Ist das CFD Trading eine zukunftssichere Anlage?

Eines ist klar: Vom Grundsatz her können Sie eine langfristige CFD Anlage vornehmen, weil die Differenzkontrakte keine begrenzte Laufzeit haben. Auf der anderen Seite lässt sich das CFD Trading allerdings definitiv nicht als zukunftssichere Anlage bezeichnen.

Das liegt daran, dass es aufgrund des Hebels schnell zu größeren Verlusten kommen kann. Wenn Ihre Margin dann nicht ausreicht, erleiden Sie unter Umständen einen Totalverlust. Dieses stetige Totalverlust-Risiko ist eine sehr schlechte Basis, um auch nur annähernd von einer zukunftssicheren Anlage sprechen zu können. Somit kann eine CFD Anlage zwar getätigt werden, aber von sicher darf man in keiner Weise sprechen.

Fazit zur CFD Anlage

Aufgrund der Tatsache, dass CFDs keine Laufzeitbegrenzung haben, können sie grundsätzlich auch zur längerfristigen Anlage dienen. Allerdings sind in der Praxis dann recht hohe Kosten für Long-Positionen zu beachten, nämlich die Finanzierungszinsen. Zudem ist die CFD Anlage über einen Zeitraum von ein oder mehreren Jahren in keinem Fall sicher, sodass es immer eine Spekulation bleibt. Eine CFD Anlage wäre also sehr riskant, wenn wir tatsächlich von einer Kapitalanlage oder sogar dem Vermögensaufbau sprechen. 

FAQ – CFD als zukunftssichere Anlage

Sind CFDs als zukunftssichere Anlage geeignet?

CFD Trading ist eine hochspekulative Anlageform und daher mit einem hohen Risiko verbunden. Anleger können beim Trading von CFDs sowohl Gewinne als auch Verluste erzielen und sollten daher immer sorgfältig abwägen, ob diese Anlageform für sie geeignet ist. CFD Trading eignet sich möglicherweise nicht für Anleger, die eine zukunftssichere Anlage suchen und ihr Risiko minimieren möchten. Alternativen zu CFDs könnten zum Beispiel langfristige Investitionen in Aktien, Fonds oder festverzinsliche Wertpapiere sein.

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