Zum Coaching!

Der Handel an den weltweiten Börsenplätzen ist sowohl als Privatperson als auch Institution möglich. Hinter Gesellschaften wie einer GmbH müssen jedoch nicht zwingend Unternehmen stehen, die in den Bereichen der Vermögensverwaltung oder -anlage Dritter tätig sind. Auch für private Trader könnte sich unter bestimmten Voraussetzungen die Gründung einer GmbH (Gesellschaft mit beschränkter Haftung) für das Trading lohnen. 

In diesem Artikel beleuchten wir, was eine Trading GmbH ist, wann sie sich empfiehlt und welche Voraussetzungen es für die Gründung zu erfüllen gilt. 

Trading GmbH Grafik

Was ist eine Trading GmbH?

Die GmbH ist eine in Deutschland weit verbreitete Gesellschaftsform. Unternehmen gründen eine solche Gesellschaft, um die Haftung zu beschränken. So haften die Geschäftsführer einer Kapitalgesellschaft nicht mit ihrem Privatvermögen, sondern in Höhe des Stammkapitals. 

Eine Trading GmbH ist folglich ein Unternehmen, dass sich auf den Handel von Finanzinstrumenten spezialisiert hat und dadurch Gewinne bzw. Einkünfte erzielt. Das Gewinnziel ist somit mit keinem Geschäftszweck verbunden. Vielmehr gründen Investoren eine solche Gesellschaft, um das eigene Vermögen steuerentlastend und sicherer zu verwalten. Gesellschafter gibt es daher neben dem Geschäftsführer in der Regel keine in der Trading GmbH. 

Trading als Gesellschaft vs. Trading als Privatanleger

Normalerweise traden Anleger privat. Treten sie als Privatanleger auf, registrieren sie sich bei einem Online Broker und tätigen ihre Investitionen in Finanzprodukte wie Aktien und Anleihen durch den Kauf und Verkauf. Die daraus resultierenden Gewinne unterliegen der gesetzlichen Besteuerung. In Deutschland bedeutet dies, dass sich erzielte Erträge um 

  • 25 Prozent Abgeltungssteuer 
  • Ggf. Kirchensteuer
  • Ggf. Soli 

reduzieren. Verluste lassen sich gegen die Gewinne rechnen. Auch Verlustvorträge sind möglich, allerdings sind diese für Privatanleger in Deutschland auf maximal 20.000 Euro anrechenbar. Für den Vermögensaufbau könnten die durch die Steuer gewinnmindernden Auswirkungen hinderlich sein.

Hinzukommen Risiken, die mit dem Trading verbunden sind. Handeln Anleger bei Brokern, die außerhalb der EU operieren, ist noch immer eine Nachschusspflicht ein optionaler Teil der Broker AGBs. Besteht eine solche Nachschusspflicht, werden im Falle von Verlusten nicht nur die im Depot hinterlegten Gelder, sondern auch das private Vermögen herangezogen, um die Verluste auszugleichen. Totalverluste bis zum Insolvenzfall sind somit im schlimmsten Fall möglich. 

Eine Trading GmbH bietet hingegen Steuervorteile und eine beschränkte Haftung. Mehr als das in der GmbH hinterlegte Geld kann nie herangezogen werden. Und: als Gesellschafter zahlst du nur zwischen 1,5% (bei Aktiengewinnen) und 15% (Körperschaftssteuer) Steuern auf deine Trading Gewinne – ergo: Du behältst mindestens 10 % mehr als es private Anleger tun. Jedoch gibt es auch eine Gewerbepflichtsteuer und die Gesamtsteuerbelastung kann somit auf über 30% wachsen.

Vorteile einer Trading GmbH

  • Beschränkte Haftung in Höhe der Einlage 
  • Unterliegt einer anderen Besteuerung 
  • Handel als professioneller/institutioneller Trader
  • Nicht betroffen von den ESMA-Regulierungen für Kleinanleger
  • Verluste aus Termingeschäften lassen sich in voller Höhe absetzen
  • Trading Kosten zählen als Betriebsausgabe und verringern so die Besteuerung 

Nachteile einer Trading GmbH

  • Nicht immer überwiegen die Steuervorteilen
  • Pflicht der Führung einer Buchhaltung 
  • Gesellschaftliche Pflichten 
  • Hohes Stammkapital als Voraussetzung
Unsere Empfehlung
xtb logo
› Jetzt kostenlos testen! (Risikohinweis: 65 - 80% der Konten verlieren Geld)
12345
5.0 / 5
Nie wieder mit hohen Gebühren traden
  • BaFin Lizenz und Regulierung durch KNF
  • Einlagensicherungsfonds
  • Mehr als 5.800 Finanzinstrumente
  • Dax unter 1 Punkt Spread
  • Kostenloses Demokonto
  • Deutschsprachiger Support
› Jetzt kostenlos testen! (Risikohinweis: 65 - 80% der Konten verlieren Geld)

Was sind die Vorteile für Trader?

Der Handel mit Wertpapieren dient immer dazu, das eigene Geld zu vermehren. Je nach Steuersatz und investiertem Kapital bleibt nicht viel Geld übrig. Mit einer Trading GmbH lassen sich bereits eine Vielzahl von Kosten, die normalerweise aus der privaten Tasche bezahlt werden, absetzen. Hierzu zählen Kosten wie WLAN, ein Schreibtisch, ein Bürostuhl, Bildschirme, ein Laptop, Smartphone oder Tablet – All das sind Positionen, die du in deiner GmbH als Betriebskosten absetzen kannst. 

Trading Vorteile mit gmbh

Das reicht dir noch nicht als Grund für die Gründung aus? Hier sind weitere Vorteile:

Kann man mit der Trading GmbH die Steuerlast reduzieren?

Mit einer GmbH können (ist nicht immer der Fall) sich die Steuern reduzieren. Wie erwähnt, lassen sich Kosten bereits als Betriebsausgaben anrechnen. Hierzu zählen auch aufgebrachte Kosten, um dein Trading Wissen zu verbessern. Sprich: Der Kauf von Trading Software, Trading Webinaren, Trading Weiterbildungen oder Datenpaketen wirkt sich fortan reduzierend auf die anfallende Steuer aus. Grund dafür ist, dass der beim Trading erzielte Gewinn nicht mehr mit der Abgeltungssteuer (25 %), sondern der Körperschaftssteuer (15 %) verrechnet wird. Hinzu kommt die Gewerbesteuer (meist ebenfalls 15 %). Zunächst wirkt es also so, als würden die 30 Prozent der GmbH eine höhere Versteuerung bedeuten als die Abgeltungssteuer. 

Ob eine GmbH also Sinn ergibt, zeigt der Einzelfall. Alle anfallenden Kosten reduzieren die Steuerlast. Als Privatperson könnten hingegen weitere Steuern wie Kirchensteuer anfallen. Gerade bei Anlegern, die hohe Kosten fürs Trading investieren, kann sich der Steuersatz jedoch deutlich reduzieren, wenn du als Gesellschafter und nicht als private Person handelst.

Tradingkosten anrechnen

Viele Kosten wie WLAN, oder Trading Weiterbildungen lassen sich im Zweifel nur anteilig absetzen. Direkt mit dem Trading verbundene Kosten sind jedoch stets 100 Prozent absetzbar. Sie reduzieren also den erzielten Umsatz, so jedoch auch gleichzeitig die Steuerlast. Die Rede ist von Kosten wie Transaktionsgebühren, Übernachtgebühren, Ordergebühren für das Setzen von Stop Loss, Stop Limit etc oder Depotführungsgebühren. Also all jene Kosten, die direkt mit dem Handel verbunden sind. Sie fallen für private Trader gleichermaßen an. Der Unterschied: Private Trader müssen diese aus ihrem Vermögen bezahlen. 

Übrigens: Einige Broker bieten auch Sonderkonditionen für institutionelle Trader an. Auch von diesen kannst du mit deiner Trader GmbH profitieren.

Unser Tipp: Über 5.800 Märkte nie wieder zu hohen Gebühren traden

› Jetzt ein kostenloses Trading Konto bei XTB eröffnen(Risikohinweis: 65 - 80% der Konten verlieren Geld)

Verluste voll anrechnen 

Der Gewinn ist nur die eine Seite des Tradings. Jeder erfolgreiche Anleger hat auch zahlreiche Verluste zu verbuchen. Private Anleger können Verluste aus Termingeschäften nur bis zu einer Höhe von 20.000 Euro in die Steuer einbringen. Bei einer GmbH gilt hingegen die klassischen Rechnung Gewinn minus Verlust. Rein vom Prinzip könnten die Verluste als auch die Gewinne übersteigen. Sie werden dann auch auf die Steuern des nächsten Jahres angerechnet.

Der Vorteil ist hier also klar: Auch Verluste lassen sich irgendwo zweckmäßig einbinden, um gewinnbringender an den Märkten zu handeln. 

Eigenes Vermögen schützen

In der Regel sind die eigenen Gelder beim Handel sicher. Insbesondere durch die ESMA-Richtlinien ist der Handel für Kleinanleger in Deutschland mittlerweile deutlich sicherer. Das Trading von Futures und binären Optionen ist verboten, die Hebel auf maximal 1:30 (Forex) beschränkt und ein Negativsaldoschutz besteht. Schwierig wird es jedoch, wenn Anleger eigentlich gerne Futures handeln möchten, höhere Heben einsetzen wollen oder bei einem außereuropäischen Broker handeln und so in die Nachschusspflicht fallen. 

Besteht nämlich eine Nachschusspflicht, wird das gesamte Vermögen zum Begleichen der Trading Schulden herangezogen. So etwas kann bei einer GmbH nicht passieren. Höher als das (durchaus nicht geringe) Stammkapital haften Trader niemals. 

Gründen einer Trading GmbH: So funktionierts

Eine Vielzahl von Gründen spricht gegen und für eine Trading GmbH. Um einen guten Überblick über die Besteuerung zu erhalten, empfiehlt es sich die kostenlose Beratung des Finanzamtes, Gründungsberatungen und die Beratung eines Steuerberaters heranzuziehen. Alternativ haben sich mittlerweile auch Dienstleister darauf spezialisiert, Trading GmbHs zu gründen. 

Kam in der Gesamtbewertung heraus, dass es sich lohnt, eine Trading GmbH zu gründen, kann es losgehen. 

Trading Gmbh grunden Schritt fur Schritt

Drei Schritte gilt es hier im Wesentlichen zu durchlaufen.

#1 Stammkapital aufbringen

Um eine GmbH zu gründen, sind Einlagen in Höhe von 25.000 Euro in Deutschland zu erbringen. Die Gründung selbst kann bereits ab einem Stammkapital von 12.500 Euro erfolgen. Die nachfolgenden Gelder werden durch die Thesaurierung der Gewinne in der Gesellschaft sukzessive erbracht. Um die GmbH zu gründen, muss mindestens ein Gesellschafter (in diesem Fall du selbst) als geschäftsführender Partner bestellt werden. 

#2 GmbH notariell gründen

Da die GmbH als Rechtsform gilt, ist die Unternehmensgründung in das Handelsregister verbindlich einzutragen. Investoren müssen hierfür einen Notar beauftragen, der die Gründung vollzieht. Auch der Notar ist nochmal mit Kosten verbunden. Sie entsprechen festen Staffelungen, die du dir vor der Gründung vorlegen lassen kannst. Mit 1000 Euro aufwärts ist jedoch zu rechnen. 

#3 Alle Rechte und Anforderungen kennen 

Nach der Gründung bist du offiziell Inhaber einer GmbH! Gratuliere! Bevor du mit dem Trading beginnst, solltest du dir der Verpflichtung jedoch bewusst sein, die du mit deinem Unternehmen eingehst. Unter anderem bist du ab sofort verpflichtet, eine Buchhaltung zu führen. Eigne dir also gern die Skills an oder übergebe diese Aufgaben direkt an einen Steuerberater, der es für dich übernimmt.

Fazit: Die GmbH dient nicht zwingend einem geschäftlichen Nutzen

In Immobilien oder Rohstoffe investieren, bindet Kapital und reduziert die eigene Liquidität. Um immer Cashflow zu besitzen und gleichzeitig geschützt zu handeln, kann eine Trading GmbH eine Lösung darstellen – Vor allem für jene Anleger, die mit hohen Hebeln agieren, hohe Gewinne erzielen und auch jene Anlageprodukte und Hebel nutzen möchten, die für Privatanleger bzw. Kleinanlegerkonten in der EU nicht freigegeben sind.

Trader sollten jedoch nicht vor lauter Vorteilen, die auf sie warten, die Verpflichtungen vergessen, die mit der Gründung einer Trading GmbH einhergehen. Eine GmbH ist eine juristische Person. Zwar lassen sich Trading Gewinne durch die Gründung maximieren, doch auch weitere Kosten, die bislang noch nicht vorhanden waren, gehen mit der Gründung einher – beispielsweise Gründungskosten, Gewerbesteuern und Zahlungen an die IHK. 

Rechne es dir also gerne durch und schau, ob diese Sonderform des Tradings über eine GmbH dir mehr Vorteile oder Nachteile für Geschäfte an den Börsen beschert. 

Unser Tipp: Über 5.800 Märkte nie wieder zu hohen Gebühren traden

› Jetzt ein kostenloses Trading Konto bei XTB eröffnen(Risikohinweis: 65 - 80% der Konten verlieren Geld)

Die häufigsten Fragen und Antworten zur Gründung einer Trading GmbH

Ab wann lohnt sich eine Trading GmbH?

Es lässt sich nicht genau berechnen, ab welchem Geldbetrag oder ab welcher Investitionssumme sich die Gründung einer Trading GmbH empfiehlt. Verfügbare Mittel, die eigene Trading Strategie und vor allem die Häufigkeit des Handels sowie persönliche Risikoaspekte entscheiden letztlich darüber, ob sich die Gründung lohnt. Übrigens: Die Gründung wird pro Kopf günstiger, wenn du gemeinsam mit anderen Tradern eine Trader GmbH gründest. Dann teilt ihr euch aber auch die GmbH Anteile und ggf. auch die Gewinne. 

Wie erfolgt die Verlustverrechnung in einer Trading GmbH?

Handelst du als Trading GmbH an den Börsen stellt das Trading einen Geschäftszweck dar. Alle Gewinne, Kosten und Verluste lassen sich somit anrechnen und ergeben in Summe die Steuerlast. Während die Verrechnung der Verluste für private Personen auf 20.000 Euro beschränkt ist, gibt es bei einer GmbH keine Beschränkung.

Welche Kosten kommen bei der Gründung einer Trading GmbH auf mich zu?

Die Gründung einer Trading GmbH ist ab einem Stammkapital von 12.500 Euro möglich. Die Zielsumme liegt bei 25.000 Euro. Hinzukommen Kosten für den Notar, eine Gewerbeanmeldung und ggf. Bearbeitungsgebühren und Kosten, die mit der Rechtsform einhergehen. Gründer können sich jedoch informieren, welche Zuschüsse sie erhalten können. Zudem lassen sich die meisten geleisteten Kosten (zum Beispiel Gewerbeanmeldung) auch wieder absetzen – anteilig, die Steuer oder vollständig. Ein Steuerberater leistet hier Hilfestellung.

Maren Dinges
Als Content Marketing Strategien kuratiert, recherchiert und selektiert Maren bei Trading.de anlagerelevantes Wissen und bereitet es so auf, dass Trader auf Basis persönlichen Kriterien zwischen Anlageformen qualitativ wählen können.
Schreibe ein Kommentar

Tritt jetzt unserer Trading Telegram Gruppe bei!
Triff andere profitable Trader und tausche dich über die Märkte und Strategien aus.
  • Triff andere profitable Trader
  • Zugang zu Schritt für Schritt Anleitungen
  • Playlists mit Lernvideos
  • Kostenlose Unterstützung
Jetzt teilnehmen!