Margin im Trading – Definition & Erklärung

Die Margin bezeichnet den Wert, der zur Einreichung und Aufrechterhaltung eines Handelsauftrages erforderlich ist. Es handelt sich um eine Sicherheitsleistung, die Anleger bei bestimmten Handelsgeschäften gegenüber Brokern, Kreditinstituten oder Wertpapierdienstleistern hinterlegen müssen. Diese Sicherheitsleistung ist erforderlich, um ein sogenanntes Kontrahenten Risiko zu vermeiden.

Das Kontrahenten Risiko entsteht oftmals durch hohe Kursveränderungen. Gerade beim Handel mit beispielsweise Derivaten oder Terminkontrakten unterliegt der Trader hohen Kursveränderungen. Dabei kommt es immer wieder vor, dass der Trader Pech hat und der Kurs verläuft, anders als erwartet. Nicht immer ist der Trader in der Lage diesen Verlust auszugleichen, die Margin stellt dann die Sicherheit für dieses Kontrahenten Risiko dar.

Welche Margin-Arten gibt es?

Am Finanzmarkt kommen zwei verschiedene Margin-Arten zum Einsatz. Diese stellen wir euch hier kurz vor:

  • Einstiegsmargin / Eröffnungsmargin = Es handelt sich hierbei um die erforderliche Anzahlung zur Eröffnung eines Auftrags. 
  • Halte Margin / fortlaufende Margin = Es handelt sich hierbei um den Kapitalbetrag, auf den dauerhaft auf dem Konto zurückgegriffen werden kann, um etwaige Verluste decken zu können. 

Wie berechnet sich die Margin?

Im Trading von verschiedenen Finanzgütern wird die Margin immer mehr zum wichtigsten Bestandteil. Diese Art von Sicherheitsleistung soll schließlich etwaige Kursverluste decken. Umso wichtiger ist also die Frage, wie sich die Margin berechnet. Als Grundlage zur Berechnung der Margin dienen die entsprechenden Marginsätze. Wichtige Begriffe in der Berechnung der Margin sind dabei der Hebel und die Kontraktgröße. Dabei entspricht die Kontraktgröße dem Auftragsvolumen der entsprechenden Order, der Hebel gibt die Kursveränderung in Bezug auf den Ausgangswert wieder. Generell gilt: Der Hebel ist umso geringer, je höher die entsprechende Margin ist. Im Forex-Handel sieht die Berechnung der Margin wie folgt aus:

  • 1. Berechnung: Wert der Handelsposition (des Auftrags) x Margin Prozentsatz 
  • 2. Berechnung: Verbleibendes Eigenkapital – verwendete Margin
  • 3: Ergebnis: verbleibende freie Margin

Beispiel für eine Margin

Bisher haben wir uns nur die Theorie angeschaut, da man bekanntlich vieles anhand von Beispielen viel besser verstehen kann, schauen wir uns nun die Margin an einem solchen Beispiel an:

  • Herr Maier möchte sich Aktien vom Unternehmen XY im Wert von 10.000 Euro kaufen.
  • Dabei kann er diese Aktien über einen Broker beziehen, hier muss er allerdings den vollen Betrag von 10.000 Euro zahlen.
  • Er kann aber auch mittels einer Margin handeln und muss so nur vorab einen kleinen Teil der Kosten zahlen. 
  • Jetzt kommt es auf den Marginsatz des Anbieters an. Liegt dieser beispielsweise bei 30 % würde Herr Maier für die Eröffnung des Auftrags nur 3.000 Euro zahlen müssen.

Vor- und Nachteile der Margin

Die Margin kann für den Trader Vor- aber auch Nachteile haben. Wir schauen uns diese nun einmal an. Die Vorteile liegen klar darin, dass Trader ihre Gewinne mit einer Margin vergrößern können. Denn jeglicher Gewinn stammt aus den gehandelten Finanzgütern und nicht nur aus der hinterlegten Margin. Die Margin sorgt lediglich dafür, dass der Trader noch mehr Potential besitzt, um sein Kapital breiter zu streuen. Doch Vorsicht, denn schon kommen wir zum Nachteil einer Margin, auch wenn diese die Gewinne vergrößern kann, kann auch der Verlust höher werden, wenn der Markt sich gegen den Trader stellt. Denn der Verlust errechnet sich aus dem gesamten Wert des Auftrags und nicht nur aus der Margin. Trader können aber entsprechende Maßnahmen treffen, um negative Auswirkungen der Margin entgegenzutreten. Bestes Beispiel ist dabei die Umsetzung einer Risikomanagementstrategie. 

Weitere Begriffe, die man im Zusammenhang mit der Margin oft findet

In Bezug auf die Margin gibt es noch weitere Begriffe, die man in der Finanzwelt findet. Hier ein paar von diesen samt ihrer Erklärung:

  • Margin Call = hierbei handelt es sich um eine Anweisung des Brokers, wenn die hinterlegte Sicherheitsleistung nicht mehr für den Auftrag reicht. Der Trader muss die Sicherheit dann erhöhen, tut er dies nicht, kann es zur Schließung des Auftrags kommen.
  • Margin Level = hierbei handelt es sich um das Verhältnis des Eigenkapitals zur Margin in Prozent. Erreicht das Level so 100 %, das heißt die Margin ist genauso hoch wie das Eigenkapital, darf kein neuer Auftrag mehr eröffnet werden. Das Margin Call Level ist dann erreicht. 
  • Freie Margin = bezeichnet das freiverfügbare Kapital, also das, was nicht als Hinterlegung dient. Hiermit können also neue Aufträge eröffnet werden, denn das frei verfügbare Kapital kann als Margin hinterlegt werden.

Fazit

Die Margin ist am Finanzmarkt eine wichtige Grundlage, denn sie ist eine Sicherheitsleistung, die ein Anleger bei bestimmten Handelsgeschäften gegenüber Brokern, Kreditinstituten oder Wertpapierdienstleistern hinterlegen muss. Diese Sicherheitsleistung ist erforderlich, um ein sogenanntes Kontrahenten Risiko zu vermeiden. Das Kontrahenten Risiko entsteht oftmals durch hohe Kursveränderungen. Zu den hohen Kursveränderungen kommt es vor allem bei Derivaten oder Terminkontrakten, damit ein Trader hierbei jedoch nicht kompletten Verlusten unterliegt, dient die Margin als Sicherheitsleistung.

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