Die Market-Order (Deutsch: Markt-Auftrag) stellt einen Auftrag zum schnellstmöglichen Kauf oder Verkauf von Wertpapieren wie Aktien, Anleihen, Optionen oder anderen Finanzprodukten dar. Eine Market-Order wird sofort durchgeführt, sobald das Produkt zum aktuellen Kurs in der verlangten Menge gehandelt werden kann. Dabei wird der Handel zum nächstmöglichen Kaufs- oder Verkaufspreis durchgeführt.
Der entsprechende Preis am Markt wird hierbei nicht berücksichtigt, sodass die Order sofort ausgeführt werden kann. In der Regel ist es bei liquiden Märkten möglich, den Ask-Kurs (Kauf-Kurs) oder Bid-Kurs (Verkaufs-Kurs) Kurs zu realisieren. Allerdings kann die Market-Order grundsätzlich zu jedem Preis durchgeführt werden.

Wie funktioniert eine Market Order?
Wie bereits erwähnt, ist eine Market Order die einfachste, schnellste und häufigste Art von Ordern. Eine Market Order ist eine Order, die sofort zum aktuellen Kurs ausgeführt wird. Mit anderen Worten: Sie geben diese Order auf, um ein Instrument zum aktuellen Preis zu kaufen oder zu verkaufen. Kennzeichnend sind somit für eine Market Order:
- Sofortige Orderausführung – direkt
- Die Order wird mit der höchsten Priorität ausgeführt – vor anderen Ordertypen
Eine Market Order kann auf zwei unterschiedliche Arten ausgeführt werden, entweder als bestens oder billigst.
- Bestens: Gilt für eine Verkaufsorder, die zum bestmöglichen Preis am Markt ausgeführt werden soll.
- Billigst: Ist eine Kauforder, die zum günstigsten Preis am Markt ausgeführt werden soll.
Beispiel einer Market Order
Eine Market Order ist der einfachste Auftragstyp und wird zum nächsten erhältlichen Marktpreis ausgeführt. Anleger, die den besten oder günstigsten Preis erzielen möchten, legen keinen „Wunschpreis“ fest, sondern akzeptieren den aktuellen Marktpreis. Folgendes Beispiel verdeutlicht den Ablauf einer Market Order in der Praxis:
Der Anleger möchte 1.000 XYZ-Aktien zum nächsten verfügbaren Kurs kaufen. Die aktuelle Orderbuchlage sieht folgendermaßen aus:
Menge | Bid / Geld-Kurs | Menge | Ask/ Brief-Kurs |
---|---|---|---|
3.500 | 136,5 € | 150 | 137 € |
200 | 135 € | 300 | 138 € |
4.000 | 134,5 € | 450 | 140 € |
500 | 132 € | 350 | 141,5 € |
Wenn die Market Order über 1.000 Aktien der XYZ-Aktie ausgeführt wird, wird der Kurs der Aktie bei 141,5 Euro notieren. Dies entspricht einem Anstieg von ca. 3 Prozent im Kurs, ohne dass es hierzu überhaupt Nachrichten oder Geschäftszahlen gibt – lediglich aufgrund der getätigten Market Order.
Der Händler, der die Aktien zum ursprünglich niedrigsten Preis von 137 Euro kaufen wollte, hätte aufgrund der Marktsituation deutlich höhere Kosten in Kauf nehmen müssen, um seine Order vollständig auszuführen. Genauer gesagt: Es kamen beim ersten Teil der Ausführung über 150 Aktien bei 137 Euro. Es folgten die weiteren Teile der Ausführung bei 138 Euro für 300 Aktien, bei 140 Euro für 450 Transaktionen und zum Schluss bei 141,5 Euro für 100 Aktien.
Der Kauf von 1.000 XYZ Aktien zum durchschnittlichen Preis von 139,1 Euro ergibt eine Differenz in Höhe von 2,1 Euro pro Aktie gegenüber den anfänglichen 137 Euro oder ca. 1,5 Prozent. Der Anleger hätte somit insgesamt 2.100 Euro mehr gezahlt.
Die in dem Beispiel dargestellte Situation tritt oftmals dann auf, wenn es im Orderbuch zu wenig Liquidität gibt oder der zu erwerbende Wert illiquid ist – etwa ein Small Cap oder bei einem Pennystock. Bei Blue Chips beispielsweise sind Preissprünge dieser Art seltener und der Handel erfolgt normalerweise zum getaxten Geld- oder Briefkurs.
Welche Arten von Market Orders gibt es?
Es gibt nicht nur die eine Market Order, denn je nach Plattform und Handelsstil unterscheiden sich die Varianten leicht in ihrer Funktionsweise:
Standard Market Order:
Diese klassische Form der Market Order wird ohne Preislimit aufgegeben. Die Order wird zum nächstverfügbaren Marktpreis ausgeführt, egal ob beim Kauf oder Verkauf. Sie eignet sich besonders in hochliquiden Märkten, da hier der Spread meist gering ist.
Market-on-Open Order:
Diese Order wird zum offiziellen Eröffnungskurs eines Handelstages ausgeführt. Trader nutzen sie, wenn sie gezielt zur Markteröffnung handeln wollen. Dabei kann der Ausführungspreis jedoch stark von den Schlusskursen des Vortages abweichen.
Market-on-Close Order:
Wie der Name sagt, wird diese Order zum Schlusskurs des Tages ausgeführt. Das ist vor allem für institutionelle Investoren relevant, die ihr Portfolio zum Tagesende neu gewichten möchten. Hier ist jedoch zu beachten, dass bei starkem Handelsvolumen kurz vor Handelsschluss Preisabweichungen auftreten können.
Stop Market Order:
Diese Orderform kombiniert ein Stop-Limit mit einer Market Order. Wird ein bestimmter „Triggerkurs“ erreicht, wird die Stop Order als Market Order aktiviert. Diese Variante hilft, automatische Ausstiege bei Verlusten abzusichern, allerdings ohne garantierten Preis.
Trailing Stop Market Order:
Hier wird die Order dynamisch nachgezogen. Fällt der Kurs eines Vermögenswertes um einen vorher definierten Betrag vom Höchststand zurück, wird automatisch eine Market Order ausgelöst. Wir sind der Meinung, dass die Trailing Stop Order Variante vor allem für aktive Trader mit Fokus auf Risikomanagement attraktiv ist.
Wann sind Market Orders für Trader sinnvoll?
Trader greifen häufig auf die Market Order zurück, wenn sie ein Geschäft zum jetzigen Marktpreis abschließen wollen. Oft wählen ebenso einfach ausgerichtete Trader Market Orders, da es keine Regelung zu einem festen Kurs oder einem bestimmten Zeitrahmen gibt. In manchen Fällen ist außerdem die Courtage bei einer Market Order niedriger als bei anderen Handelsarten. Eine Market-Order ist geeignet bei Aktien, die in großer Menge gehandelt werden, etwa den DAX-Werten.
Die Market-Order sollte hingegen vermieden werden, wenn die Kurse stark variieren oder bei kleineren Aktiengesellschaften. Denn schließlich wird jeder Preis für den Handel akzeptiert und das kann zu unangenehmen Überraschungen führen, wenn der Kurs deutlich vom ursprünglich wahrgenommenen und somit „gewünschten“ Kurs abweicht.
Kann eine Market Order abgelehnt werden?
Obwohl Market Orders auf eine schnelle Ausführung ausgelegt sind, können sie unter bestimmten Umständen rejected – also abgelehnt – werden. Hier sind 5 häufige Gründe:
Mangelnde Liquidität im Markt
Ist das Ordervolumen zu groß für die verfügbare Liquidität, kann es zu keiner vollständigen Ausführung kommen. In extremen Fällen, zum Beispiel bei illiquiden Aktien oder exotischen Währungspaaren, wird die Order sogar ganz rejected.
Technische Probleme bei der Handelsplattform
Verbindungsprobleme, Serverüberlastung oder Bugs in der Software können die Ausführung einer Market Order verhindern. Solche technischen Fehler führen in seltenen Fällen dazu, dass die Order abgelehnt wird. Meistens zeigt das System dann eine Rejected Meldung an.
Handel außerhalb der regulären Börsenzeiten
Wird eine Market Order außerhalb der offiziellen Handelszeiten platziert, zum Beispiel bei einer Börse, die kein durchgehendes Trading erlaubt, kann sie automatisch abgelehnt werden. Besonders bei Aktien sollte man auf die jeweiligen Handelszeiten achten.
Fehlerhafte Orderparameter
Auch eine falsche Eingab, beispielsweise beim Volumen oder bei der Auswahl des Finanzinstruments, kann zur Ablehnung führen. Viele Broker prüfen Orders automatisiert auf Plausibilität und lehnen fehlerhafte Aufträge sofort ab.
Trading Beschränkungen durch den Broker
Einige Broker setzen Restriktionen für bestimmte Vermögenswerte, insbesondere bei hoher Volatilität oder riskanten Instrumenten. In solchen Fällen kann eine Market Order – selbst wenn sie korrekt ist – abgelehnt werden, um den Kunden zu schützen oder regulatorischen Vorgaben zu entsprechen.
Unseren Erfahrungen nach ist die Ablehnung einer Market Order eher die Ausnahme. Es lohnt sich jedoch, die Umstände zu kennen, um im Ernstfall schnell reagieren zu können.
Was sind die Vorteile und Nachteile einer Market Order?
Anleger sollten besonders bei illiquiden Werten oder Positionen, die einen hohen Bid-Ask-Spread haben, nicht mit Market Orders handeln, sondern sicherheitshalber Limit Orders nutzen.
Wie bereits beschrieben, wird eine Market Order – einer preislich unlimitierten Order – unabhängig davon ausgeführt, ob der Preis für den Anleger lohnenswert ist oder sich eher ungünstig verändert hat. Dies kann, wie im Beispiel, bedeuten, dass der Ausführungskurs deutlich von dem anfangs angezeigten Marktpreis abweicht; was üblich ist in illiquiden Werten und volatilen Marktphasen.
Einer der Hauptvorteile von einer Marktorder im Vergleich zu anderen Orderarten, beispielsweise Stop oder Limit Orders, ist die Tatsache, dass sie immer ausgeführt wird. Zwar kann der Preis dabei abweichen, allerdings bleibt eine Market Order niemals unausgeführt – vorausgesetzt es existiert eine passende Gegenseite im entsprechenden Orderbuch.
Zusammenfassend ergeben sich also folgende Vorteile und Nachteile:
Vorteile
- Schnelle Ausführung: Market Orders werden sofort zum aktuellen Marktpreis ausgeführt, was Anlegern eine schnelle Abwicklung ermöglicht.
- Hohe Ausführungswahrscheinlichkeit: Da sie den aktuellen Marktpreis akzeptieren, werden Market Orders normalerweise ausgeführt.
- Einfache Anwendung: Einfach zu platzieren und erfordern keine detaillierten Preisangaben.
- Geeignet für liquide Märkte: In hochliquiden Märkten sind Market Orders oft eine gute Wahl.
Nachteile
- Keine Preiskontrolle: Es gibt keine Garantie für den Ausführungspreis, da er sich ändern kann, während die Order verarbeitet wird.
- Preisrisiko: Anleger können zu einem ungünstigen Preis kaufen oder verkaufen, wenn sich der Marktpreis schnell ändert.
- Slippage-Risiko: Es besteht die Möglichkeit von Slippage, wenn der tatsächliche Ausführungspreis vom erwarteten Preis abweicht.
- Nicht für illiquide Märkte: In illiquiden Märkten kann die Ausführung zu weit von erwarteten Preisen entfernt sein.
- Fehlende Kontrolle: Anleger haben keine Kontrolle über den genauen Preis ihrer Ausführung.
Was ist der Unterschied zwischen Market Order und Limit Order?
Die Market Order unterscheidet sich grundlegend von der Limit Order. Beide Ordertypen erfüllen zwar den gleichen Zweck (nämlich den Kauf oder Verkauf eines Assets), verfolgen jedoch unterschiedliche Strategien bei der Ausführung. Bei einer Market Order liegt der Fokus auf der Geschwindigkeit. Sie wird zum besten verfügbaren Kurs am Markt sofort ausgeführt.
Trader nutzen diesen Ordertyp, wenn es ihnen wichtig ist, dass die Position schnell eröffnet oder geschlossen wird, zum Beispiel in volatilen Märkten oder bei starken Nachrichtenereignissen. Der Nachteil: Der tatsächliche Ausführungspreis kann stark vom zuletzt gezeigten Kurs abweichen, insbesondere bei geringem Handelsvolumen oder hoher Volatilität.
Eine Limit Order hingegen erlaubt es dem Trader, einen konkreten Preis festzulegen, zu dem er kaufen oder verkaufen möchte. Die Order wird nur ausgeführt, wenn der Markt diesen Preis erreicht oder besser ist. Diese Orderart gibt mehr Kontrolle über den Preis, birgt aber das Risiko, dass die Order gar nicht ausgeführt wird, falls der Markt nie das gewünschte Niveau erreicht.
Wir sind der Meinung, dass Trader beide Orderarten je nach Situation kombinieren sollten. Während die Market Order bei schnellen Reaktionen im Fokus steht, eignet sich die Limit Order hervorragend für strategische Ein- und Ausstiege mit klar definiertem Preisrahmen. Der folgenden Tabelle entnehmen Sie gerne die wichtigsten Unterschiede zwischen Market Order und Limit Order.
Eigenschaft: | Market Order: | Limit Order: |
---|---|---|
Ausführung | Sofort zum nächsten verfügbaren Preis | Nur bei Erreichen eines festgelegten Preises |
Preisgarantie | Keine | Ja |
Schnelligkeit | Sehr hoch | Abhängig vom Marktgeschehen |
Eignung bei Volatilität | Sehr gut, aber mit Slippage-Risiko | Eingeschränkt |
Risikomanagement | Geringere Kontrolle | Höhere Kontrolle |
Ausführungsrisiko | Sehr niedrig | Mittel bis hoch (möglicherweise keine Ausführung) |
Ist eine Market Order oder eine Limit Order besser?
Ob eine Market Order oder eine Limit Order „besser“ ist, hängt ganz von Ihrer individuellen Handelsstrategie ab. Wenn Sie schnell auf Marktbewegungen reagieren müssen, beispielsweise beim Daytrading oder beim Ausstieg aus Verlustpositionen, sind Sie mit der Market Order gut beraten. Wenn Sie hingegen gezielt zu einem bestimmten Preis einsteigen möchten und dabei Geduld mitbringen, sollten Sie auf Limit Orders setzen.
Unseren Erfahrungen nach ist eine gute Balance entscheidend. Viele professionelle Trader nutzen Limit Orders für geplante Einstiege und Market Orders für spontane Reaktionen. Letztlich hängt die Wahl des Ordertyps vom Timing, der Marktliquidität und dem Risikoprofil des Traders ab.