Risikomanagement im Trading – Definition und Strategie

Ziel des Risikomanagements im Handel ist es, potentielle Risiken einer Investition zu erkennen und durch geeignete Maßnahmen so weit wie möglich zu reduzieren. Ich erkläre Ihnen in diesem Ratgeber, was Risikomanagement heißt und was beim Handel riskant und vorteilhaft ist. Ebenso gebe ich Ihnen nützliche Tipps, damit Ihnen das Risikomanagement gelingt. 

Definition des Risikomanagements am Markt:

Risikomanagement im Handel ist die Identifizierung und Analyse von Risiken beim Handel mit Finanzprodukten und die Verringerung dieser Risiken durch geeignete Maßnahmen. Die Maßnahmen werden im laufenden Betrieb überwacht und abhängig von der Situation angepasst. Auf diese Weise sind die Risiken deutlich reduzierbar. Das Risiko beim Handel mit und bei der Investition in Finanzprodukte besteht im Allgemeinen darin, dass bei Transaktionen mehr Verluste als Gewinne erzielt werden können.

Wirksames Risikomanagementsystem

Es ist auch möglich, das investierte Kapital vollständig zu verlieren. Auch Verluste, die über die Einlagen hinausgehen, sind möglich, zum Beispiel bei Hebelprodukten mit einer Pflicht zum Nachschuss. Das Risiko des Handels besteht also im Verlust von finanziellen Mitteln. Viele professionelle Händler sind deshalb gut beraten, ein wirksames Risikomanagementsystem zu verwenden. Nur so ist es möglich, das Kapital langfristig zu erhalten und nachhaltige Gewinne zu erzielen. Ein wirksames Risikomanagement ist daher für den Erfolg eines jeden Händlers und einer jeden Händlerin unerlässlich. Was sind die Risiken des Handels? Mit allen offenen Positionen im Handel ist das investierte Kapital diversen Risiken ausgesetzt. Auf die Risiken wird nachfolgend genauer eingegangen.

Risiko und Money-Management

Risiko- und Geldmanagement sind für den Erfolg von HändlerInnen unerlässlich. Ein gutes Risikomanagement minimiert die Risiken, welche auf dem Aktienmarkt bestehen, erheblich. Dies ist die einzige Möglichkeit für einen Händler, langfristig gute Erträge zu erzielen. Wer hingegen das Risikomanagement nicht beherrscht, hat es schwer, auf Dauer erfolgreich zu handeln. Zahlreiche Trading-AnfängerInnen neigen durch das Anfängerglück zu Überheblichkeit und verlieren oft ihr gesamtes Kapital durch mangelndes Risiko- und Moneymanagement. Es entwickelt sich Gier und die Betroffenen handeln mit zu großen Positionen. Erfolgreiche HändlerInnen dagegen nehmen lieber kleine Gewinne in Kauf, als den Verzicht auf ein gutes Risikomanagement zu wagen.

Zusammenfassend sind bei der Definition folgende Punkte wesentlich:

  • Risikomanagement wird im Handel verwendet
  • Dort dient sie der Identifizierung und Analyse von Risiken 
  • Es können Maßnahmen abgeleitet werden 
  • Die Maßnahmen werden überwacht und angepasst
  • Risiken können so minimiert werden

Risikoformen

Ertragsrisiko

Bei der Eröffnung einer Position erwartet jeder Händler oder jede Händlerin eine bestimmte Rendite, die er oder sie mit dem Handel erzielen kann. Es besteht jedoch das Risiko, dass der Handel weniger Gewinn als erwartet abwirft oder Verluste einfährt. Das Risiko wird als Gewinnrisiko bezeichnet. Gerade bei gehebelten Produkten wie Optionen, Zertifikaten oder CFDs kann das Gewinnrisiko hoch ausfallen.

Mit Leverage brauchen Sie nur einen Bruchteil des Gesamtwerts des Handels als Kapitaleinsatz, um einen Handel zu eröffnen. Beim Handel mit Leverage können Gewinne und Verluste hoch sein. Hebelwirkung funktioniert in zwei Richtungen. Die Verluste können rasch Ihr investiertes Kapital übersteigen und Sie zu Nachzahlungen zwingen.

Liquiditätsrisiko

Ist der Markt gesättigt und fallen Angebot und Nachfrage besonders gering sind, ist das Liquiditätsrisiko hoch. Die Geschäfte werden entweder zum falschen Preis oder im Zweifelsfall überhaupt nicht ausgeführt. Offene Positionen können daher nicht geschlossen werden, was auch bedeutet, dass potentielle Verluste nicht begrenzt werden können.

Emittentenrisiko

Ein Emittent ist eine Person, die Wertpapiere ausgibt und liefert, z. B. der Makler, die emittierende Bank oder die Betriebe im Falle von Aktien. Es gibt immer ein Risiko, dass Emittenten Insolvenz anmelden. In dem Fall wären die passenden Wertpapiere fast wertlos. In seltenen Fällen erhalten Händler oder Anleger eine Rückerstattung.

Erfolgsfaktor Risikomanagement

Professionelles Risikomanagement umfasst nicht nur die finanziellen Aspekte des Handels, sondern ebenso die psychologischen Aspekte. Sie werden im Handel oftmals unterschätzt, führen aber vor allem bei Anfängern häufig zu großen Verlusten. AnlegerInnen, welche aus dem Bauch heraus tätig sind und sich von ihren eigenen Emotionen leiten lassen, setzen ihr Kapital einem hohen Risiko aus.

Emotionen wie Angst, Gier sowie Euphorie führen oft zu Fehlentscheidungen und damit zu großen Verlusten. Mit dem geeigneten System sowie der richtigen Strategie können die psychologischen Risiken sowie die daraus resultierenden Fehlentscheidungen minimiert werden. Darüber hinaus führt mangelndes Risikomanagement häufig zu einer zu großen Anzahl von Transaktionen. Echte Chancen werden nicht ungeduldig abgewartet. Mit einem guten Risikomanagement werden jedoch Chancen sowie Risiken einer genauen Analyse unterzogen mit dem  Ziel, nur die vielversprechendsten Geschäfte zu platzieren. Dies erhöht die Anzahl der positiven Abschlüsse und damit die Rendite des Händlers eine lange Zeit hindurch.

Risikomanagement versus Moneymanagement

Die beiden Begriffe werden in der Fachwelt häufig als Synonyme genutzt. Der Begriff Risikomanagement wird als Oberbegriff für die Analyse und Identifizierung von Risiken gesehen. Der Händler oder die Händlerin ist sich der Risiken bewusst, die er oder sie durch eigene Transaktionen auf dem Finanzmarkt eingeht. Er oder sie kennt das eigene Risiko-Ertrags-Verhältnis für jede offene Position und bewertet sie. Das Money Management hingegen beschreibt die Maßnahmen, mit denen das Risiko eines Kapitalverlustes minimiert werden soll.

Was bedeutet Chance-Risiko-Verhältnis (CRV)?

Das Risiko-Ertrags-Verhältnis (RR) beschreibt das Verhältnis zwischen dem erwarteten Gewinn und dem potentiellen Verlust einer Investition. Die Berechnung des CRV wird insbesondere für kurzfristige Geschäfte empfohlen. Für langfristige Anlagen, z. B. in Aktien, die über mehrere Jahre hinweg solide sind, ist eine CRV-Berechnung im Allgemeinen nicht erforderlich.

Der Zeitfaktor reduziert in diesem Fall eindeutig die Risiken. Kurzfristig sind die Preise aber schwieriger abzuschätzen, so dass das Verhältnis von Chance und Risiko in einem guten Verhältnis stehen muss, bevor das Geschäft abgeschlossen wird. Durch die Chartanalyse hat der Händler eine klare Vorstellung davon, zu welchem Preis die Anlage ansteigen kann und bei welchem Preis der Stop-Loss gesetzt werden sollte, um den Verlust zu begrenzen.

Reduktion des Risikos beim Trading

Sobald die Risiken bekannt sind, ist es wichtig, sie zu reduzieren. Dafür gibt es mehrere Ansätze, die genutzt werden können. Die gängigsten Methoden zur Risikominimierung sind das Setzen von Stopps oder Limits, die Absicherung, die Auswahl von Geschäften mit kleinem Risiko, die Diversifizierung, die Begrenzung der Positionsgröße, das Setzen von Stopps oder Limits, Stops oder Limits werden verwendet, um sicherzustellen, dass Positionen automatisch geschlossen werden, wenn ein bestimmter Preis erreicht wird. Auf diese Weise muss der Händler oder die Händlerin nicht die ganze Zeit den Handel überwachen, sondern kann im Voraus ein Handelsmuster festlegen.

Der positive Nebeneffekt ist, dass keine vorschnellen Entscheidungen während des Handels zu treffen sind, was die Zahl der Fehler reduziert. Weiter kann der Händler oder die Händlerin mit Hilfe der technischen Analyse in aller Ruhe mögliche Kursziele im Voraus analysieren. Auf dieser Grundlage sind dann bequem Stopps und Limits zu setzen, um die Risiken zu begrenzen. Auf diese Weise wird das Risiko-Ertrags-Verhältnis vor dem Handel erneut analysiert. Ein Stop begrenzt Verluste auf einen vordefinierten Betrag, während ein Limit automatisch Gewinne mitnimmt.

Hedging

Die Absicherung minimiert das Risiko, indem eine Position in der entgegengesetzten Richtung in Richtung einer ersten Position eröffnet wird. Die Absicherung stellt deshalb eine Absicherung einer offenen Wertpapier- oder Handelsposition gegen Kursverluste dar. Durch die Eröffnung einer zweiten Position können die Kursverluste der ersten Position reduziert werden. 

Wählen Sie risikoarme Geschäfte

Das Risiko kann auch durch den Einsatz von Geschäften mit einem geringem Risiko minimiert werden. Dazu gehören z. B. ungehebelte Wertpapiere, weil der Verlust dann nur auf das zum Einsatz kommende Kapital begrenzt ist. Im Grunde können aber auch Investitionen in weniger risikoreiche Wertpapiere, wie z. B. Blue-Chip-Aktien oder Anleihen, das Risiko verringern. Allerdings sinkt die Gewinnchance natürlich mit dem Risiko.

Diversifikation


Auch die Diversifizierung, d. h. die Streuung der Transaktionen auf verschiedene Anlageklassen und Sektoren, kann das Risiko minimieren. Das Risiko wird also auf mehrere Transaktionen verteilt. Einzelne Verluste können so besser aufgefangen werden, da sie wiederum durch alternative positive Positionen einen Ausgleich finden. Achten Sie darauf, dass die unterschiedlichen Positionen so wenig wie möglich miteinander korrelieren.

Positionsgrößenbegrenzung

Indem man den Umfang der Position begrenzt, kann man auch das Risiko stark reduzieren. Professionelle HändlerInnen setzen nur einen geringen Teil ihres Gesamtkapitals pro Position ein. Es gibt eine so genannte 1 %-Regel im Handel. Die Regel besagt, dass der Händler oder die Händlerin maximal 1 % seines Handelskapitals pro Position riskieren sollte. Unter Berücksichtigung der Regel kann sich ein Händler theoretisch 100 Verlustgeschäfte hintereinander leisten, bis sein Konto leer ist. Viele Verlustgeschäfte sind aber sehr unwahrscheinlich, vor allem, wenn der Händler oder die Händlerin vorher darüber nachdenkt, was er oder sie tut.

Vorteile für ein gutes Risikomanagement?

Ein professionelles Risikomanagement hat eine Reihe von Vorteilen. Dazu gehören zum Beispiel die folgenden: Schutz vor großen finanziellen Verlusten und negativen Renditen und Vermeidung eines Totalverlustes des Handelskapitals. Das Handelskapital wird sinnvoll eingesetzt mit einem besseren Risiko-Ertrags-Verhältnis. Es trägt zu einem langsamen, aber stetigen Wachstum des Handelskapitals bei und reduziert psychologischen Stress sowie damit verbundene Fehlentscheidungen.

Tipps zum Risikomanagement

Jeder Händler und jede Händlerin verfügt über eine andere Persönlichkeit und daher eine andere Risikobereitschaft. Deshalb ist es bedeutend, dass Sie sich überlegen, welche Risiken Sie eingehen möchten und welche nicht. Sie sollten auch bedenken, wie viel Sie pro Handel verlieren können. Sie sollten sich bei Ihren Geschäften an diesen Überlegungen orientieren. So können Sie beispielsweise die Größe Ihrer Positionen festlegen oder Stopps sowie Limits festlegen.

Es ist bedeutend, dass Sie sich wohl fühlen und mit Ihrer Strategie im Einklang sind. Es ist auch ratsam, unterschiedliche Strategien auszuprobieren, um herauszufinden, welche Methoden für Sie geeignet sind. Um ein erfolgreicher Trader zu sein, sind zwei bedeutende Punkte zu beachten: Zuerst müssen Sie einen Handelsvorteil finden. Zweitens haben Sie sicherzustellen, dass Sie finanziell lange genug überleben können, sodass dieser Vorteil zum Tragen kommt. Das zweite Ziel, das das Überleben betrifft, wird als Risikomanagement bezeichnet. Als Händler oder Händlerin benötigen Sie einen Handelsvorteil. Doch um Gewinne zu erzielen, müssen Sie zuerst eine Reihe von Verlusten überstehen.

Deshalb sind alle zwei Ziele gleichermaßen bedeutend. Das Problem liegt darin, dass HändlerInnen oft mehr Wert darauf legen, einen Handelsvorteil zu erlangen. Eine Vernachlässigung des Risikomanagement führt zu einem hohen Preis. Wenn Sie Ihr Risiko planmäßig und konsequent steuern wollen, haben Sie einen deutlichen Vorteil verglichen mit den meisten HändlerInnen. Um auf dem Markt zu überleben, müssen Sie in der Lage sein, Ihr Risiko in zwei wesentlichen Bereichen zu kontrollieren: finanziell und psychologisch.

Finanzielles Risikomanagement

Das finanzielle Risikomanagement besteht aus zwei Bestandteilen: Der erste Teil bezieht sich auf die allgemeine Gesundheit der Finanzen. Im zweiten Teil geht es darum, das Handelskapital zu schützen. 

Persönliche Finanzplanung: Der Handel ist eine kapitalintensive Tätigkeit. Darüber hinaus sind die Handelsgewinne nicht gewährleistet. Sogar bei den besten HändlerInnen schwanken die Häufigkeit sowie die Höhe der Handelsgewinne. Was meint diese inhärente Unsicherheit? Sie bedeutet, dass Sie eine solide Finanzplanung für sich sowie Ihre Angehörigen vornehmen müssen. Tun Sie das nicht, dann werden Sie einen finanziellen sowie psychologischen Stress erleben, der sich auf Ihren Handel auswirken wird. Zahlreiche nicht erfahrene HändlerInnen denken, dass sie lediglich genug Kapital ansparen müssen, um ein Handelskonto zu eröffnen und mit dem Handel zu beginnen. Das ist nicht wahr.

Damit sie als Gewerbetreibende/r überleben, sollten Sie Ihr finanzielles Wohlergehen im Auge behalten. Das sind die wichtigsten Punkte, an denen Sie arbeiten müssen: Senken Sie Ihre Ausgaben, erhöhen Sie Ihre Ersparnisse, ermitteln Sie alternative Einkommensquellen, setzen Sie diese drei Punkte mit folgendem Ziel um: Reduzieren Sie Ihre Abhängigkeit von Ihren Handelsgewinnen. Verlassen Sie sich nicht viel auf Gewinne, sondern konzentrieren Sie sich mehr auf die Qualität Ihrer Geschäfte. Vergessen Sie nie, dass Sie der Händler oder die Händlerin sind. Ihr Finanzplan ist entscheidend für Ihr unternehmerisches Überleben. Es ist nicht wichtig, ob Sie finanzielle Probleme im  Markt oder außerhalb vom Markt haben. Wenn Sie finanzielle Probleme haben, wird Ihre Handelskarriere nicht von langer Dauer sein. 

Fazit: Das Risiko des Scheiterns eines Handelskontos vermeiden

Die Begrenzung von Verlusten ist für den Schutz Ihres Handelskontos unerlässlich. Einige HändlerInnen denken, dass Stop-Losses ausreichen, um ihr Handelskonto zu schützen. Andere HändlerInnen hingegen denken nicht an Stop-Loss-Aufträge. Hier wird aber nicht von einem Stop-Loss gesprochen. Das Setzen von Stop-Losses mag zwar optional sein, die Begrenzung Ihrer Verluste ist es jedoch nicht. Setzen Sie sich der Möglichkeit unbegrenzter Verluste aus, ist Ihr Überleben gefährdet. Wenn Sie dies tun, riskieren Sie die Zerstörung Ihres Handelskontos. Es existieren zahlreiche Möglichkeiten, um Ihre Verluste zu begrenzen. Im Folgenden werden die Methoden genauer untersucht. Sie schließen sich nicht gegenseitig aus, so dass Sie sie kombinieren können, um die besten Ergebnisse zu erhalten.

Das Risikomanagement dient Ihnen also dazu, die Risiken beim Traden einzuschränken, damit Sie einen möglichst großen Erfolg erzielen.

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