Was ist eine Umsatzwarnung? – Definition & Erklärung

Die Ankündigung einer Verringerung des Umsatzes wird als Umsatzwarnung bezeichnet. Sie zeigen den Aktionären und Börsenakteuren eine schlechtere Entwicklung des Umsatzes an als ursprünglich prognostiziert. Üblicherweise ist eine Umsatzwarnung mit einer deutlichen Kurskorrektur verbunden.

Wissenswert:

  • Ein Unternehmen muss eine Umsatzwarnung veröffentlichen, wenn absehbar ist, dass es das angestrebte Geschäftsergebnis mit großer Wahrscheinlichkeit nicht erreicht werden kann.
  • Eine Umsatzwarnung erfolgt in einer Ad-hoc-Meldung. Hierbei informiert das Unternehmen üblicherweise über die Prognosekorrektur.
  • Eine Vergrößerung des Umsatzes wird hingegen Umsatzerwartung genannt.

Was kann die Ursache für die Veränderung der Umsatzerwartung sein?

Die Prognose eines geringeren Umsatzes kann zahlreiche Gründe haben. Dazu zählen anhaltende Schwierigkeiten wie beispielsweise lang anhaltende Lieferengpässe, höhere Frachtkosten oder ein schwächeres Weihnachtsgeschäft. Eine Umsatzwarnung kann sich unter Umständen auf den Aktienkurs negativ auswirken.

Umsatzwarnung Beispiel

Der Höhenflug des Euros, steigende Rohstoffpreise, eine Hochpreisstrategie, die nicht mehr aufgeht, die nachlassende Dynamik der britischen Wirtschaft oder der neue Kurs der US-Regierung können bei Unternehmen zu deutlichen finanziellen Einbußen führen, wenn sie an den betroffenen Märkten aktiv sind. Dass die Prognoseänderungen rasant ansteigen, bildet die gestiegenen Unsicherheiten in den globalen Märkten ab. Für die Finanzkommunikation der Unternehmen mit den Analysten und Investoren stellt dies eine erhebliche Herausforderung dar. Folglich steigt die Bedeutung von effizienten Prognosesystemen.

Erfahrungen zeigen, dass die Kurse der Unternehmen, die eine Umsatzwarnung herausgegeben haben, am Tag der Warnung um etwa sieben Prozent gesunken sind. In der darauffolgenden Woche konnten sich die Kurse nicht wieder erholen. Vielmehr ist der Aktienkurs weiter gesunken. Kündigt ein Unternehmen hingegen an, dass seine Umsatzprognose übertroffen wird, steigt der Aktienkurs im Durchschnitt um zwei Prozent wieder an. Folglich bestrafen Anleger Unternehmen, die eine Umsatzwarnung aussprechen, stärker als sie das Unternehmen für das Anheben seiner Umsatzprognose belohnt.

Im vergangenen Jahr rechnete die US-Modekette Gap mit starken Umsatzeinbußen aufgrund von weltweiten Problemen in der Lieferkette. Ende November teilte das Unternehmen mit, dass ihm ein schwächeres Weihnachtsgeschäft als erwartet bevorstehe. Der Grund waren lang anhaltende Schwierigkeiten. Das Unternehmen rechnete damit, dass ihm rund 650 Millionen Dollar Umsatz entgehen könnte. Weiterhin rechnete es mit deutlich höheren Frachtkosten. Die Jahresziele wurden deutlich verringert. Die Umsatzwarnung traf bei den Anlegern nicht auf große Begeisterung. Vielmehr reagierte die Aktie nachbörslich und erlebte einen fallenden Kurs von 16 Prozent.

Im Jahr 2020 gab das US-amerikanische Unternehmen Apple ebenfalls eine Umsatzwarnung heraus. Ursächlich dafür war die Coronavirus-Epidemie in China, da der iPhone-Hersteller seine Geräte in der Volksrepublik fertigen lässt. Zwar wurde die Produktion der Geräte nicht gänzlich eingestellt, dennoch verlief die Produktion nicht wie in der geplanten Geschwindigkeit. Ob die Lieferengpässe die einzige Ursache für die Umsatzwarnung sind, ist fraglich. Ein weiterer Grund für den Umsatzeinbruch kann die Hochpreisstrategie von Apple sein, die im Laufe der Zeit nicht mehr aufgeht. Jedoch war Apple nicht der einzige Elektronik-Anbieter, auf den sich die Corona-Pandemie negativ auswirkte. Der japanische Hersteller Nintendo war ebenfalls von den Lieferengpässen betroffen. Besonders Betriebe von Zulieferern, die sich in der Nähe der chinesischen Stadt Wuhan befanden, waren hinsichtlich der Produktion beeinträchtigt. So konnte die Spielekonsole Switch weniger verkauft werden. Die Anleger an der Frankfurter Börse sind von den Umsatzwarnungen stark verunsichert, was zu einem Fallen der Kurse führt. 

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