Freie Wechselkurse – Definition & Erklärung

INHALTSÜBERSICHT

Als „freie“ oder „flexible“ Wechselkurse versteht man den Handel mit Währungen, der die Kursfestsetzung auf dem Devisenmarkt nur durch Angebot und Nachfrage und nahezu ohne staatliche Eingriffe bestimmt. Die Kurse werden in einem fein ziselierten Vorgehen durch einen Wechselkursmechanismus festgestellt.

Wissenswert: Die meisten bedeutenden Währungen wie US-Dollar, Euro, Yen, Schweizer Franken oder das Britische Pfund befinden sich im System flexibler Wechselkurse und unterliegen den marktwirtschaftlichen Mechanismen. Beispiele für feste Wechselkurse sind hingegen die Bindung an den Goldpreis oder das Europäische Währungssystem bis 1998. Ziel fester Wechselkurse ist es, einen zwischen den beteiligten Ländern vereinbarten Leitkurs durch staatliche Interventionen der Zentralbanken stabil zu halten.

Währungskurs stabilisieren – Darum greifen Zentralbanken ein

Die Zentralbanken der Länder greifen im System flexibler Kurse in die Feststellung der Wechselkurse nur ein, um kurzfristige Schwankungen auszugleichen und den Handel mit Währungen geordnet ablaufen zu lassen. Soll durch einen Eingriff einer Zentralbank der Kurs manipuliert werden, kann dieses Vorgehen von den anderen Marktteilnehmern als unzulässig erachtet werden.

Um den Markt transparent und flexibel zu halten, sind gewisse Voraussetzungen durch die beteiligten Teilnehmer zu beachten. Ziel ist es, die gehandelten Währungsmengen auszugleichen und einen Gleichgewichtskurs festzustellen. Die Angebots- und Nachfragemengen müssen mathematisch über einen Ausgleich der Zahlungsbilanzen zur Schaffung eines Devisenmarktgleichgewichts reguliert werden. Ein auf John Maynard Keynes zurückgehendes Modell beschreibt zudem die Voraussetzung, dass zwischen den beteiligten Ländern die Zinsparität erfüllt sein muss. Ziel ist es, dass sich die kurzfristigen Renditen zur Feststellung des Gleichgewichtskurs ausgleichen.

Wissenswert: Anders als bei festen Wechselkursen, deren Feststellung durch politische Vorgaben oder staatliche Notenbanken vorgegeben oder beeinflusst wird, spielen bei freien Kursen Einflussnahmen keine maßgebliche Rolle. Im freien Spiel der Kräfte müssten die Akteure erhebliche finanzielle Anstrengungen unternehmen, um über Käufe oder Verkäufe die Kurse nach oben oder unten zu beeinflussen. Dies gelingt regelmäßig nur den Zentralbanken oder privaten Investoren in kleineren Währungen.

Freie Wechselkurse – die Vor- und Nachteile

Der Vorteil des Systems freier Wechselkurse liegt in dem Umstand, dass die Zentralbanken weiterhin die volle Kontrolle über die inländische Geldpolitik behalten. Bei einem System fester Wechselkurse müssen die Zentralbanken die Geldmengenentwicklung an den Interventionspflichten auf dem Währungsmarkt ausrichten. Dies entfällt in einem System freier Wechselkurse. Damit kann sich die Zentralbank auf die Inlandsentwicklung konzentrieren und die Geldmenge z.B. zur Steuerung der Inflation an die Notwendigkeiten anpassen.

Ein weiterer Vorteil eines Systems freier Wechselkurse liegt in der ausgleichenden Wirkung auf die Zahlungsbilanzen. Sinkt der Wechselkurs einer Währung im Vergleich zu einem bedeutenden Handelspartner, kann dies die Wirtschaftskraft durch steigende Exporte ankurbeln. Für die Käufer auf dem Fremdwährungsmarkt werden Exporte günstiger. Da für diese Käufe jedoch durch die Handelspartner die eigene Währung erworben werden muss, steigt der Wechselkurs und Exporte werden wieder erschwert.

Der Nachteil freier Wechselkurse kann in einer hohen Schwankungsbreite der beteiligten Währungen und der daraus folgenden Unsicherheit über die zukünftige Entwicklung liegen. Zudem haben die Notenbanken nur begrenzte Möglichkeiten, um bei ungewollten Verwerfungen auf den Devisenmärkten zu intervenieren. Da viele Geschäfte über den Kauf von Gütern und Dienstleistungen ein weit in der Zukunft liegendes Zahlungsziel haben, besteht für die beteiligten Partner immer ein großes Währungsrisiko. Beispielhaft sei hier der Bau eines Kreuzfahrtschiffes genannt, wo Kaufvertrag und Auslieferung des Schiffes Jahre auseinander liegen kann.

Da sich mit der sekundengenauen Feststellung von Währungskursen schlecht zukünftige Währungsentwicklungen vorhersagen lassen, müssen Unternehmen, die Güter und Dienstleistungen auf Fremdwährungsmärkten vertreiben, zusätzliche Finanzinstrumente nutzen, um Risiken aus steigenden oder fallenden Kursen abzusichern. Dies ist in der Regel mit zusätzlichen Kosten und personellem Aufwand verbunden.

Auch ganze Währungssysteme müssen auf ihr Verhältnis zu anderen Systemen achten, da im heimischen Markt produzierte Güter und Dienstleistungen durch hohe Wechselkurse unverkäuflich werden können. Langfristig repräsentieren die Wechselkurstrends die Stärke einer Volkswirtschaft.

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