Geldmarkt – Definition & Erklärung

INHALTSÜBERSICHT
Zusammenhang Geldmarkt-Finanzmarkt

Beim Geldmarkt handelt es sich um einen Bestandteil des Finanzmarkts. Er ist vor allem für Banken von Bedeutung, da sie über diesen ihre Liquidität und die notwendigen finanziellen Mittel sicherstellen können.

Gleichzeitig hat der Geldmarkt eine ausgleichende Wirkung, denn Zentral- und Geschäftsbanken können hier überschüssiges Kapital an Firmen und/oder Banken verleihen. In der Regel aber zu deutlich kürzeren Laufzeiten als man das vom Kapitalmarkt gewohnt ist.

Wissenswert:

  • Bei der Zentralbank handelt es sich um einen der wichtigsten Akteure auf dem Finanzmarkt, denn sie ist das Organ, das den Leitzins festlegt. Dadurch gewinnt sie einen indirekten bis direkten Einfluss auf die Konditionen der Verbraucherkredite und die Konditionen der Bankenrefinanzierung.
  • Der Handel am Geldmarkt wird außerbörslich umgesetzt.  Die Transaktionen werden entweder auf elektronischem oder telefonischem Weg beauftragt.
  • Charakteristisch für den Handel am Geldmarkt ist der hohe Industrialisierungsgrad aller Akteure, genauso wie eine hohe Bonität.
  • Die Transaktionen, die am Geldmarkt stattfinden, sind „unpersönlich“.
Geldmarkt

Geldmarkt – einfach erklärt

Die Definition des Geldmarkts gibt es nicht, da es hier auf dem Blickwinkel ankommt. Aus makroökonomischer Sicht kommen am Geldmarkt Angebot und Nachfrage von Verbrauchern, Unternehmen und/oder Banken zusammen. Anhand dieser Erklärung kann man darauf schließen, dass klassische Verbraucherkredite und Festgeldkonten ebenfalls zum Geldmarkt gehören.

Aus institutioneller Sicht wiederum ist der Geldmarkt ein Bestandteil des Finanzmarkts. Im Fokus steht dabei der Interbankenhandel (kurzfristiger Handel mit Geld). Dabei wird der Handelszins (Synonym: Leitzins/Geldmarktsatz) von der Zentralbank bestimmt. Am Geldmarkt können Banken anderen Banken Kapital zur Verfügung stellen oder auch sogenannte Geldmarktpapiere kaufen.

Was sind Geldmarktpapiere

Bei Geldmarktpapieren handelt es sich um eine spezielle Form Wertpapiere. Charakteristisch für diese ist eine relativ kurze Laufzeit.
Die Akteure des Geldmarkts

Welchen Zweck hat der Geldmarkt?

Zweck Geldmarkt

1.      Regulierung des Finanzsektors

 Die staatliche Regulierung nimmt Einfluss auf den Finanzsektor, um sicherzustellen, dass genügend Kapital für Investitionen zur Verfügung steht und das möglichst günstig. Gleichzeitig soll die staatliche Regulierung sicherstellen, dass es zu keiner erneuten Finanzkrise kommt.

Wissenswert: Über die Geldmarktzinsen kann die Zentralbank die Finanzmärkte bis zu einem gewissen Maß steuern – Stichwort: Geldmarktpolitik.

2.      Steuerung des Liquiditätsrisikos

Großunternehmen und Banken können ihre kurzfristigen Überschüsse am Geldmarkt verleihen. Fehlt Ihnen Kapital, können sie sich natürlich auch Geld leihen.

3.      Refinanzierung

Am Geldmarkt können sich Banken das nötige Kapital besorgen, für die Gegenfinanzierung ihrer Kreditgeschäfte.

Welche Finanzinstrumente gibt es am Geldmarkt?

  • Geldmarktderivate (Geldmarkt-Futures, Overnight Index Swaps, Forward Rate Agreements, usw.)
  • Termin- bzw. Tagesgeld (Die Laufzeit bewegt sich bei diesen Anlagenprodukte zwischen einem Tag und maximal 365 Tagen.)
  • Fazilität der Zentralbanken
  • Repo-Geschäfte (Geschäfte mit Rückkaufvereinbarungen)
  • Geldmarktpapiere
  • Wertpapierleihe/ Leihgeschäfte
Die Übernachtkredite generieren am Geldmarkt (Kredite, die bereits am nächsten Tag zurückgezahlt werden müssen) die meisten Umsätze. Gläubiger müssen für das geliehene Geld Zinsen zahlen. Der Fachbegriff hierfür ist EONIA, ausgeschrieben: Euro OverNight Index Average.
Risiken am Geldmarkt

Die Risiken am Geldmarkt

Liquiditätsrisiko

Beim Geldmarkt ist das Hauptziel, dass alle Akteure über eine ausreichende Liquidität verfügen. Darum ist das Liquiditätsrisiko äußerst gering. Trotzdem kann ein unüberlegtes Handeln am Geldmarkt dazu führen, dass eine Bank oder ein Unternehmen ihre eigene Liquidität schwächt.  

Ausfallrisiko

Am Geldmarkt besteht für Gläubiger immer das Risiko, dass der Schuldner den kurzfristige Geldbetrag nicht zurückbezahlen kann.  

Wissenswert: Das Ausfallrisiko soll reduziert werden, in dem Kontrahenten-Limite gesetzt werden. Das bedeutet, dass die Marktteilnehmer bezüglich der Kapitalhöhe, die sie sich leihen dürfen, eine Grenze gesetzt bekommen. Mithilfe von sogenannten Repo-Geschäften kann geliehenes Kapital abgesichert werden.  

Zinsänderungsrisiko

Das Risiko einer Zinsänderung ist für den Geldmarkt eher weniger relevant, da hier nur für kurze Zeit Geld ge- und/oder verliehen wird.

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