Gezeichnetes Kapital – Definition & Erklärung

INHALTSÜBERSICHT

Das sogenannte „gezeichnete Kapital“ ist einfach ausgedrückt das Haftkapital einer Kapitalgesellschaft.

Was ist das Haftkapital? – einfach erklärt

Beim Haftkapital handelt es sich um die Gesamtsumme aller Gesellschaftereinlagen, mit der die Kapitalgesellschaft gegenüber den Gläubigern haftbar gemacht werden kann. Das bedeutet, weder Gesellschafter noch Anteilseigener müssen im Schadensfall oder bei einer Insolvenz mit ihrem Privatvermögen haften.

Wissenswert:

  • Das Haftkapital bzw. das gezeichnete Kapital wird bei der Unternehmensgründung hinterlegt und kann nur im Zuge einer Kapitalerhöhung aufgestockt werden.
  • Bei jeder Kapitalgesellschaft gib es Haftkapital, wenn auch unter anderer Bezeichnung:
    • Aktiengesellschaft ➔ Grundkapital
    • GmbH ➔ Stammkapital
    • Genossenschaft ➔ Geschäftsguthaben
Achtung: Für jede Rechtsform unter den Kapitalgesellschaften gelten betreffend des Haftkapitals unterschiedliche gesetzliche Vorgaben bezüglich der Kapitalerhöhung, der Bilanzierung und der Mindesthöhe des gezeichneten Kapitals.

Die verschiedenen Rechtsformen der Kapitalgesellschaft und das Haftkapital

GmbH

  • Das Stammkapital einer GmbH muss laut § 5 Abs. 1 GmbHG mindestens 25.000, – Euro betragen. Bei der Eintragung der GmbH ins Handelsregister muss mindestens die Hälfte des Mindeststammkapitals nachweisbar vorhanden sein. Das heißt also, jeder Gesellschafter muss in sein Unternehmen ein Viertel seines Anteils investiert haben.
  • Die tatsächliche Höhe wird im Gesellschaftervertrag festgehalten (§ 3 Abs. 1 Nr. 3 GmbHG)
  • Die Summe des ursprünglichen Stammkapitals kann erhöht werden – Stichwort: Kapitalerhöhung. Bei der GmbH wird diese unterschieden in effektive und nominelle Kapitalerhöhung.

Wissenswert:

  • In der Bilanz wird das Stammkapital als sogenanntes gezeichnetes Kapital verbucht.
  • Sacheinlagen stellen eine Ausnahme dar. Sie gehen sofort in das Stammkapital ein.

Aktiengesellschaft

  • Das Grundkapital bzw. das gezeichnete Kapital einer Aktiengesellschaft beträgt in Deutschland laut § 7 AktG 50.000 – €.
  • Die AG gibt Aktien aus, die gekauft und verkauft werden können. Wer eine Aktie kauft, wird zum Gesellschafter bzw. Anteilseigner der Firma.
  • Der Wert bzw. Nennwert der Aktien berechnet sich aus dem gezeichneten Kapital geteilt durch die Anzahl der Aktien.
  • Bei einer AG wird die Kapitalerhöhung in 4 verschiedene Formen unterteilt: Kapitalerhöhung aus Gesellschaftsmitteln, genehmigte Kapitalerhöhung, bedingte Kapitalerhöhung und ordentliche Kapitalerhöhung.

Genossenschaft

Für die Gründung einer Genossenschaft werden mind. 3 Gründungsmitglieder vorausgesetzt. Bezüglich der Höhe des Geschäftsguthabens gibt es keine gesetzlichen Vorgaben. Beim gezeichneten Kapital der Genossenschaft bzw. dem Geschäftsguthaben handelt es sich um die Zuschreibungen von Gewinnanteilen oder die Einlagen (Einzahlungen), die die Mitglieder geleistet haben.

Über den Autor

Du willst profitables Trading erlernen?

Wir zeigen dir durch profitable und jahrelange erprobte Trading-Strategien ein Vermögen aufzubauen ohne überdurchschnittliche Risiken eingehen zu müssen.

Exklusive Analysen und Inhalte in unserer Telegram-Gruppe!

(Risikohinweis: 83,45% der privaten CFD Konten verlieren Geld)
Deutschlands bester Broker für Online-Trading
5 von 5 Sternen
5/5