Kapitalerhöhung ++ Definition & Erklärung

INHALTSÜBERSICHT
Kapitalerhöhung

Von einer Kapitalerhöhung wird gesprochen, wenn eine AG (Aktiengesellschaft) neue Aktien (z. B. Vorzugsaktien) herausgibt, um das Eigenkapital zu erhöhen.

Wissenswert:

  • Was die AG (Aktiengesellschaft) bei der Ausgabe neuer Aktien beachten muss, kann im Aktiengesetz § 182 -266 nachgelesen werden.
  • Die Kapitalerhöhung einer AG wirkt sich immer auch auf den Anleger aus, da sich der Wert einer Aktie und die Höhe der Dividende verändern können. Natürlich hat eine Kapitalerhöhung auch Auswirkungen aufs Stimmrecht.

Warum kann eine Kapitalerhöhung für die AG (Aktiengesellschaft) notwendig sein?

Die AG (Aktiengesellschaft) benötigt neues Kapital, weil das Unternehmen:

  • in neue Ideen investieren will, aber nicht über ausreichend Kapital verfügt.
  • eine Übernahme plant, aber nicht über die notwendigen finanziellen Mittel verfügt.
  • Schulden hat, die beglichen werden müssen.
  • mehr Aktionäre erreichen will, um zu wachsen.

Laut des Aktiengesetzes werden Kapitalerhöhungen in zwei Klassen unterteilt, die nominelle und die effektive Kapitalerhöhung.

Was ist die effektive Kapitalerhöhung?

Erfolgt der Zufluss von finanziellen Mitteln von außerhalb, dann handelt es sich um eine sogenannte effektive Kapitalerhöhung.

Effektive Kapitalerhöhung – Beispiel

Bei der Ausgabe neuer Aktien (ordentliche Kapitalerhöhung) handelt es sich um eine sogenannte Kapitalerhöhung.

effiziente Kapitalerhöhung

Welche Arten der effektiven Kapitalerhöhung gibt es?

1.       Was ist die ordentliche Kapitalerhöhung?

Typisch für eine ordentliche Kapitalerhöhung ist die Ausgabe junger Aktien. Dabei werden Altaktien in einem festen Bezugsverhältnis umgetauscht. Damit soll sichergestellt werden, dass Altaktionäre trotz der Ausgabe neuer Aktien ihre Dividenden- und Stimmanteile behalten können.

Wissenswert: Die Ausübung des Bezugsrechts ist für Altaktionäre nicht verpflichtend. Jedoch darf nicht vergessen werden, dann, wenn das Bezugsrecht nicht ausgeübt wird, es zu einer Verwässerung des Aktienwerts kommt und die Anteilsquote reduziert wird.

2.       Was ist eine genehmigte Kapitalerhöhung?

Von einer genehmigten Kapitalerhöhung wird gesprochen, wenn dem Hauptvorstand der Aktiengesellschaft während der Hauptversammlung innerhalb der Dauer von 5 Jahren erlaubt wird, das Grundkapital um bis zu 50 % zu erhöhen.

Eine genehmigte Kapitalerhöhung ermöglicht der Aktiengesellschaft (AG) innerhalb der fünf Jahre flexibel auf dem Kapitalmarkt reagieren zu können. Es können während dieses Zeitraums jederzeit Aktien ausgegeben werden, ohne die Hauptversammlung erneut um Erlaubnis bitten zu müssen.

3.       Was ist eine bedingte Kapitalerhöhung?

Wird eine Kapitalerhöhung von bestimmten Bedingungen abhängig gemacht, dann handelt es sich um eine sogenannte „bedingte Kapitalerhöhung“. Eine solche Bedingung kann zum Beispiel sein, dass die Aktionäre das Umtauschangebot der Aktien annehmen.

Bei dieser Art der Kapitalerhöhung gibt es kein Bezugsrecht für Altaktionäre. Darum kann es zu einem Wertverlust der Altaktien kommen. Wie hoch dieser ausfällt, hängt davon ab, wie viele neue Aktien auf dem Markt gebracht werden.

Effiziente Kapitalerhöhung – die verschiedenen Varianten

Effektive Kapitalerhöhung: Welche Varianten gibt es?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten zur effektiven Kapitalerhöhung, wie z. B.

  • Bookbuilding-Verfahren: Wertpapiere werden platziert. Interessenten haben die Möglichkeit, innerhalb eines Zeitraums ein Kaufgebot abzugeben. Anhand der Nachfrage kann die AG einen fairen Emissionspreis ermitteln. Anschließend werden die jungen Wertpapiere gezeichnet und zugeteilt.
  • BlockTrade-Verfahren: Hierbei handelt es sich um eine Aktienemission. Bei dieser Variante werden die neuen Aktien unter Ausschluss des Bezugsrechts der Altaktionäre platziert. Das Besondere an diesem Verfahren ist, dass die jungen Aktien an eine Investmentbank als Block verkauft werden. Die Wertpapiere werden von der Bank auf eigenes Risiko auf dem Markt gebracht.
  • Accelerated Bookbuilding: Hierbei handelt es sich um eine Variante des Block-Trade-Verfahren. Bei diesem Verfahren werden die Wertpapiere innerhalb eines kurzen Zeitraums an Interessenten verkauft.

Was ist eine nominelle Kapitalerhöhung?

Wird das Kapital mit den Mitteln der Aktiengesellschaft erhöht (Stichwort: Innenfinanzierung), dann handelt es sich um eine sogenannte nominelle Kapitalerhöhung. Bei dieser Art der Kapitalerhöhung kommt praktisch kein Kapital von außen. So nutzt die Firma zur Kapitalaufstockung z. B. ihre Rücklagen.

Wissenswert: Bei einer nominellen Kapitalerhöhung werden gewöhnlich Gratisaktien herausgegeben. Die Aktionäre bekommen so zwar mehr Aktien der Gesamtwert der Aktien bleibt aber identisch. Allein von der Wertigkeit ist die nominelle Kapitalerhöhung mit einem Aktiensplit vergleichbar.

Warum nominelle Kapitalerhöhung?

Zwar sorgt eine nominelle Kapitalerhöhung dafür, dass der Kurswert der Aktien sinkt, jedoch erhoffen sich die Unternehmer, dass die Wertpapiere so für Anleger attraktiver werden.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, dass eine nominelle Kapitalerhöhung möglich wird?

  • Angemeldete Kapitalerhöhung: Eine Anmeldung ist nur erlaubt, wenn garantiert ist, dass die Vermögenssituation positiv bleibt.
  • Geprüfte Bilanz: Die Bilanz darf nicht älter als 8 Monate sein.

Welche Varianten der nominellen Kapitalerhöhung gibt es?

  • Bei der Selbstfinanzierung werden Gewinne genutzt, um das Eigenkapital anzuheben. Es erfolgt keine Ausschüttung der Gewinne an die Gesellschafter.
  • Zusätzliches Kapital durch neue Gesellschafter oder mehr Kapital von vorhandenen Gesellschaftern.

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