Kapitalherabsetzung – Definition & Erklärung

INHALTSÜBERSICHT

Bei einer Kapitalherabsetzung wird das Eigenkapital eines Unternehmens reduziert.

Wissenswert:

  • Eine Kapitalherabsetzung ist bei Kapitalgesellschaften nicht unüblich, allerdings kommt sie nicht so häufig vor wie eine Kapitalerhöhung.
  • Eine Reduzierung des Eigenkapitals kann mithilfe der nominellen oder effektiven Methode durchgeführt werden.

Kapitalherabsetzung – einfach erklärt

Mithilfe einer Kapitalherabsetzung reduziert eine Kapitalgesellschaft (z. B. AG, GmbH usw.) ihr Eigenkapital. Das wiederum führt zu einer Verringerung der Haftungsgrundlage. Eben aus diesem Grund hat der Staat genau geregelt, unter welchen Bedingungen eine Kapitalherabsetzung möglich ist und welche Richtlinien bei der Durchführung der Eigenkapitalreduzierung eingehalten werden müssen.

Warum findet eine Kapitalherabsetzung statt?

Zu einer Kapitalherabsetzung kommt es in der Regel aufgrund von Sanierungsmaßnahmen oder einem Verlustvortrag. Das Eigenkapital einer Kapitalgesellschaft kann auch reduziert werden, wenn an die Anteilseigner der Firma Kapital zurückgezahlt werden muss.

Kapitalherabsetzung – Beispiel

Kapitalherabsetzung bei einer AG (Aktiengesellschaft)

Eine Aktiengesellschaft kann auf drei verschiedenen Wegen ihr Eigenkapital reduzieren: durch Aktieneinziehung, eine ordentliche Kapitalherabsetzung oder eine vereinfachte Kapitalherabsetzung. Auf welche Art und Weise letztendlich die Kapitalherabsetzung erfolgen soll, wird letztendlich in der Hauptversammlung entschieden.

Wissenswert:

  • Die ordentliche Kapitalherabsetzung benötigt in der Hauptversammlung mindestens eine Dreiviertelmehrheit. Die für die Durchführung notwendigen Voraussetzungen sind im § 222 – 228 AktG genau geregelt. Bei der ordentlichen Kapitalherabsetzung werden entweder Aktien zusammengelegt oder deren Nennbetrag reduziert. Um Kleinaktionäre nicht zu benachteiligen, ist eine Aktienzusammenlegung nur in Ausnahmefällen möglich. Nach dem die ordentliche Kapitalherabsetzung bekannt gemacht wurde, haben Aktienbesitzer innerhalb eines halben Jahres die Möglichkeit, sich zu melden und nach Sicherheitsleistungen zu verlangen bzw. zu verlangen, dass ihre Forderungen als Gläubiger befriedigt werden.
  • Bei der vereinfachten Kapitalherabsetzung wird das Eigenkapital ziffernmäßig reduziert. Bevor sie durchgeführt werden kann, müssen Gewinn- und Kapitalrücklagen aufgelöst werden, um die Verluste zu decken.
  • Bei einer Amortisation (Kapitalherabsetzung durch Aktieneinziehung) kauft das Unternehmen seine eigenen Aktien „freiwillig“ zurück. Eine zwangsweise Einziehung der Aktien ist nur möglich, wenn dies bei der Zeichnung der Wertpapiere in der Satzung festgehalten wurde.

Kapitalherabsetzung bei einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)

Eine GmbH kann nur entweder eine nominelle oder eine effektive Kapitalherabsetzung durchführen. Bei einer effektiven bzw. tatsächlichen Kapitalherabsetzung bekommen die Gesellschafter ihr eingesetztes Kapital zurück. Allerdings darf dabei die Mindesteinlagegrenze für die Gründung einer GmbH (25.000, – €) nicht unterschritten werden. Folgende Voraussetzungen müssen für eine effektive Kapitalherabsetzung erfüllt sein.

  • Dreiviertel der Gesellschafter müssen in einem Beschluss der Kapitalherabsetzung zustimmen.
  • Die Kapitalherabsetzung muss in den Gesellschaftsblättern veröffentlich werden.
  • Danach muss eine Sperrfrist von 12 Monaten abgewartet werden.
  • Anschließend hat ein Eintrag ins Handelsregister vorgenommen werden. Zu guter Letzt kann die Kapitalherabsetzung durchgeführt werden.

Bei einer nominellen Kapitalherabsetzung wird das Nennkapital der GmbH, das in der Satzung festgelegt wurde, reduziert. Tatsächliche Beträge werden dabei nicht ausgezahlt. Zu einer nominellen

Wissenswert: Die gesetzlichen Vorgaben für die Kapitalherabsetzung bei einer GmbH sind im § 58 ff. GmbHG geregelt.

Debt Equity Swap

Beim Debt Equity Swap werden Verbindlichkeiten umgewandelt, das bedeutet, sobald ein Unternehmen seine Verbindlichkeiten aus seinen finanziellen Verbindlichkeiten nicht mehr begleichen kann, kann es zum Glattstellen der Forderungen auf sein Eigenkapital zurückgreifen. In diesem Fall wird der Gläubiger durch eine Unternehmensbeteiligung entschädigt und verzichtet auf seine Geldforderung.

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