Tranche – Definition & Erklärung

INHALTSÜBERSICHT

In mehreren Fachgebieten wird der Begriff „Tranche“ verwendet, wobei er jeweils eine ähnliche Bedeutung hat.

Der Begriff „Tranche“ im Bankgeschäft

Im Kreditgeschäft ist die Tranche ein durch Verträge definiertes Segment das mit einer beziehungsweise mehreren Risikopositionen in Verbindung stehenden Kreditrisikos. Tranchen gelten als Kreditsegmente, welche entweder zu speziellen Terminen oder nach der Erfüllung von bestimmten Auszahlungsvoraussetzungen in Anspruch genommen werden können. Bei der internationalen Kreditvergabe kann beispielsweise die revolvierende Kreditfazilität im Rahmen eines Rahmenkredits revolvierend beansprucht werden. Ihre Tranchen gelten zeitlich als begrenzt.

Sie können nach Ablauf bis zur Rahmenkreditfälligkeit eine Prolongierung erfahren. Die Term Loan Facility gilt hinsichtlich Laufzeit, Betrag, Zinssatz sowie Rückzahlung vollständig als bestimmt. Die Inanspruchnahme seiner Tranchen hat bis zu einem speziellen Termin zu erfolgen, ansonsten verfällt der Rahmenkredit. Bei einer Immobilienfinanzierung erfolgt die Auszahlung in Tranchen, welche sich am Bauzeitenplan orientieren. 

Tranche – die Wortherkunft Das Wort Tranche leitet sich vom französischen Begriff „tranche“ ab, was Scheibe oder Schnitte bedeutet.

Die Bedeutung von Tranche bei der Außenhandelsfinanzierung

Hier ist ein revolvierendes Akkreditiv die Inanspruchnahme des Akkreditivs in Form von Tranchen vorgesehen, welche sich jeweils um den Teillieferungen Wert verlängern. 

Der Begriff „Tranche“ am Kapitalmarkt

Dort werden Tranchen als Teilbereich einer Emission bezeichnet, sofern die Emission nicht gleich als Ganzes, sondern sukzessive auf dem primären Markt eine Platzierung erhält. Dies gilt bei Anleihen als gegeben, wenn sich ihre Tranchen mitunter aus diversen Nominalzinsen oder Fremdwährungen zusammensetzen, sowie bei Aktien, sofern ein genehmigtes Kapital vorhanden ist. 

Die Bedeutung von Tranche im Kredithandel

Hierbei können restliche Wahrscheinlichkeiten, sprich Konfidenzniveaus beim Kehrwert zur Bewertung einzelner Tranchen als Wahrscheinlichkeitsmaß eines Gesamtausfalls verwendet werden. 

Die Verlustzuweisung startet mit der Erstverlust-Tranche, d. h. der Eigenkapital-Tranche (einschließlich der nachrangigen Darlehen), die erste Verluste trägt und daher am risikoreichsten ausfällt. Danach erfolgt die Mezzanine-Tranche, die eine mittlere Risikostufe darstellt, wobei die sicherste Stufe durch die traditionellen Darlehen (vorrangige Verbindlichkeiten) repräsentiert wird. Den Risikoklassen können verschiedene Ratings zugewiesen werden.

Bei einer Verbriefung ist es möglich, dass das ganze Kreditrisiko “tranchiert”, d. h. in die drei Klassen des Risikos eingeteilt wird. Wenn durch die Tranchierung eine praktisch risikofreie “Senior-Tranche” erschaffen wird, ist die Schwierigkeit der adversen Selektion aufgelöst. So sind gesamte Kreditportfolios durch eine Tranchierung in nach Risikoklassen abgestufte Ausfallwahrscheinlichkeiten einteilbar.

Eine Collateralized-Debt-Obligation zum Beispiel besteht aus Tranchen, welche je ein einheitliches Rückzahlungsrisiko aufweisen. Kommt es zu Kreditausfällen, gelten Tranchen wegen ihrer Rangfolge zu unterschiedlichen Zeitpunkten betroffen. Auf einem Subprime-Markt ist es seit August des Jahres 2007 zu einer Subprime-Krise gekommen, u. a. da es bei verbrieften negativen US-Hypothekenkrediten zu massenhaften Kreditausfällen kam, was zu einer Bündelung des Risikos führte.

Mit dem Tranchen können bis zu 97 Prozent eines Portfolios von eher riskanten Krediten zu Wertpapieren verwandelt werden, welche als besonders sicher beziehungsweise eher sicher eine Einstufung erfuhren. Der Rat von Sachverständigen verglich zur Begutachtung der ganzen wirtschaftlichen Entwicklung in einem Jahresgutachten von 2007 und 2008 diese Zauberei mit der Verwandlung von Qualitäts-Landwein.

Tranche – Beispiele

Bei Nicht-Banken existieren Tranchen in einem Dauerschuldverhältnisse-Verzeichnis wie Bierlieferungsverträge, Rahmenverträge, Sukzessivlieferungsverträge beziehungsweise Werklieferungsverträge. Sie umfassen ökonomische Teillieferungen, welche als Tranchen bezeichnet werden. Rechtlich gesehen geht es in der Regel nicht um teilartige Lieferungen, da die Lieferverpflichtung mit allen Tranchen als erfüllt gelten sowie wieder aufleben. Im Allgemeinen gilt der Lieferant als nicht zu teilhaften Lieferungen berechtigt, aber die Bestimmung kann abgewandelt werden. Bei teilhaften Lieferungen eines Ganzen, das zusammenhängt (z. B. eines Warensatzes) beziehungsweise wenn einzelne Lieferungen aus versandtechnischen Ursachen heraus erkennbar nacheinander folgen, gilt die Lieferung mit Eingang einer letzten Teillieferung als erfolgt. Kulinarische Kunst: Innerhalb Deutschlands, Österreichs sowie der Schweiz bezeichnet der Begriff Tranchieren bei der Kochkunst das fachgerechte und kunstvolle Schneiden von Fisch, Fleisch sowie Geflügel, weiter von Gemüse und Obst, so dass eine Scheibe oder Tranche entsteht.

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